Gedenkjahr 2026 Mit dem heurigen 25.September 2026 jährt sich der blutige Unabhängigkeitskrieg der Republik Cantree zum bereits dreißigsten Mal. Als am Vorplatz des heutigen Staatshauses zum ersten Mal die Blau-Grün-Blaue Flagge von der Symbolfigur Marel und seinen Anhängern der CVP geschwenkt wurde, jubelten ihnen rund 100.000 Menschen zu. Heute, dreißig Jahre später entwickelte sich das Land im Herzen des Meeresraumes zu einem der am schnellsten wirtschaftlich sowie bevölkerungstechnisch wachsendsten Staaten des Kontinents. Die Generation die damals auf der Seite der "Rebellen" in den Kampf gegen das kommunistische Regime zogen, haben das Land hierher verfrachtet wo es jetzt steht. Mit dem runden Jubiläumsjahr das am 25.September mit einem großen Festakt begangen wird, gedenkt man der dutzenden Opfer des Krieges. Ich habe dies zum Anlass genommen um in knackigen und gut überschaubaren 4 Kapiteln (Weil 4 Wochen bis zum Feiertag, also ein Kaptiel pro Woche) um so überschaubar wie möglich auf das Ereignis zurückzublicken. Die Unabhängigkeitskriege sind komplex und weit verstrickt, somit bemühe ich mit so gut es geht alles auf die Republik Cantree zu beschränken und das gesamte Spektakel zu knackig wie möglich zu halten.
(Kurze Erklärung am Anfang: Ich persönlich spreche immer vom Unabhängigkeitskrieg von Cantree. Der Konflikt betrifft Cantree von 1996-2003. In anderen Teilstaaten startete der Konflikt erst 1998, sie alle endeten jedoch 2003. Im "Fachjargon" nennt sich das ganze "Grand-Grace Konflikt", jeder Teilstaat hat aber seinen eigenen Namen für den selben Krieg.)
Aller Anfang ist gefährlich- Woche 1
Am 5.Februar 1996 wird der parteilose und teilweise als eher weltoffene Politiker Marel zum Vorsitzenden des Departements Cantree der Sozialistischen Großrepublik Grand-Grace ernannt. Er spricht in der traditionellen Rede eines neuen Vorsitzenden von großen Umbrüchen in der nahen Zukunft und verspricht Verbesserungen für die Bevölkerung. Die Hauptstadt des Departements -Field- wird zu einer Vorzeigestadt des kommunistischen Staates. Universitäten werden erneuert, Schulen gebaut, Arbeitsplätze geschaffen und der Stolz der alten Cantronier verstärkt. Der letzte Satz lässt Abgeordnete im Kuppelparlament der kommunistischen Hauptstadt Grace etwas unruhig werden. Nationalstolz eines einzelnen Departements? So etwas hat es noch nicht gegeben, gibt es den großen Staat doch nur als Einheitskraft. In Wahrheit bröckelt es bereits seit Jahren. 1949 marschiert der damals noch junge Machthaber Vector France in das Königreich Kleus ein -was zum Teil dem heutigen Cantree entspricht- 1950 ruft er die Neue Republik Grace aus. In den kommenden zehn Jahren überfällt er die heutigen Nachbarstaaten Betulien, Venturien, Neu-Ventura, die Inselrepublik Cantronien und Ostland und ruft Mitte 1960 die Sozialistische Republik Grand Grace SRGG aus, ganz nach dem Vorbild Titos. In den achtziger Jahren wird das "Goldene Zeitalter" ausgerufen. Die Wirtschaft boomt, den Menschen geht es gut. Vector France genießt einigermaßen gutes Ansehen, obwohl er niemals ein großer Sympathisant war. 1989 zerbricht der Eiserne Vorhang in Europa und mit ihm der große Geldgeber die Sowjetunion. France zieht die Zügel an, gründet 1990 die Staatspolizei (SP) und beginnt mit drastischen Verfolgungen von Andersdenkenden und politischen Gegnern. 1995 kommt es in der Hauptstadt Grace zu einer blutigen Demonstration mit über 200.000 Teilnehmern, über 1500 Menschen werden verhaftet, 20.000 schwerst verletzt und 66 Menschen verlieren dabei ihr Leben als die SP das Feuer auf die Menge eröfffnet. Vector France, mittlerweile über siebzig verliert langsam aber sicher den Überblick über "sein" Reich. Ist etwa dem klugen General France der selbe Fehler unterlaufen wie Tito oder gar Kaiser Franz Joseph? Können verschiedene Völker wirklich nicht unter einer gemeinsamen Flagge leben? Im Departement Cantree verläuft es indes ruhig, ebenso wie in allen anderen der restlichen Teilstaaten. Bis zum genannten 5.Februar 1996. Die Alarmglocken der Abgeordneten schrillten auf Alarmstufe Rot, Marel hingegen verlässt den Saal und beginnt noch in der selben Woche seine Arbeit, die nach blutigen sieben Jahren nicht nur in den Beginn einer neuen jungen Republik führen sollten, sondern auch zu einer neuen Zeitrechung, dem Ende des gesamten Großstaates.
Im Zuge einer Großveranstaltung Anfang Juni 1996 vor knapp 5.000 Menschen erklärt Marel die Stadt Field zur autonomen Zone innerhalb des Departements. Wenige Stunden nach der öffentlichen Rede am Domplatz führt das rebellische Militär sogenannte "Stadtsperren" ein, wie man sie warscheinlich aus Ost-Berlin kannte. Schwer bewaffnete Soldaten versperren die Nord und Südausfallstraße der Großstadt, der STrandabschnitt am Cantronischen Kanal wird zur Militärzone erklärt und die westlichen kleineren Straßen an die angrenzenden Stadtwälder werden mit großen schweren Natozäunen verriegelt. Marel lässt am 8.Juni des Jahres eine eigene Verfassung aufsetzen, es ist offiziell die erste amtliche Dokumentation eines selbstständig funktionierenden Staates Cantree. Auf den drei höchsten Gebäuden innerhalb dieser Grenzen -dem Jaguar Building, dem Skytop Center und in den Türmen der Domkirche- werden Luftabwehrsysteme installiert, gewaltfrei vom Militär der Regimes entwendet. Ab dem 9.Juni sind nun dauerhaft und im Schichtbetrieb Soldaten an allen Grenzstationen sowie an diesen Punkten stationiert. Am 15.Juni fliegen drei Kamow Ka-52 Helikopter in nur knapp 200m Höhe von Norden kommend über Field und werfen rund 50.000 Stück Flugblätter über die Innenstadt ab. "Achtet auf euch", "Flieht aus Field", Wenn Ihr bleibt, seid ihr euer selbst überlassen" sind nur einige der Texte die in schwarzer fetter Schrift abgedruckt wurden. Einen Tag später kommt es im Nordbezirk Stoneheap zu einer Explosion in einem Stromwerk nahe dem großen Kanal, mehrere Menschen werden dabei verletzt, der Stadtteil wird bis Ende 2000 ohne Strom bleiben.
Am 30.Juni 1996 kommt es zu einer unangemeldeten Demonstration die sich langsam vom Domplatz bis hin zum neu ausgerufenen Staatshaus zieht. Knapp 10.000 Menschen fordern die sofortige Auflösung der Staatspolizei und mehr Rede und Meinungsfreiheit. Das heftige Bestreben und Wirken Marels wird noch nicht ganz ernst genommen, obwohl das kommunistsche Militär bereits völlig aus der Stadt geflohen ist. Einzig allein die SP treibt noch ihr Unwesen und hänselt die Bevölkerung nach Strich und Faden.
Am 1.Juli kommt es zum ersten Mal außerhalb des Mutterlandes Graceland zu einer der größten und blutigsten Aufmärsche seit Gründung der Sozialistischen Republik. In der Stadt Est im östlichen Departement Ostland marschieren über 50.000 Menschen vom Hauptplatz in Richtung Kommunistisches Zentralbüro im Handelszentrum und stürmen gewaltsam die Anlage. Das Militär sowie die SP eröffnen sofort das Feuer und verletzen über 3000 Menschen schwer. Wie durch ein Wunder wird hierbei keine Menschenseele getötet, aber es folgt Tage darauf eine Verhaftungswelle sondergleichen. Das benachbarte Ostland galt eigentlich immer als relativ stabile Teilrepublik und eine Gefahr wurde von diesem Teil des Großstaates niemals erwartet.
Am 11.Juli erklärt Vector France den Ausnahmezustand in den Teilrepubliken Cantree und Ostland.
Somit ist allen schnell klar: In diesen Teilen kann es jederzeit zu gewaltsamen Auseinandersetzungen kommen.
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