#1 Kaisertum von Elatan 27.01.2019 14:12

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In unzähligen Welten gibt oder gab es in der Inworld-Vergangenheit Monarchien. An der Spitze steht hier meist ein König, aber oft gibt es in solchen Welten dann auch noch einen oder mehrere Kaiser. Was mich interessieren würde: Was macht einen Kaiser zum Kaiser in euren Welten? Ist es "nur" ein weiterer Rang über dem eines Königs, oder steckt dort noch mehr dahinter - vielleicht z.B. eine religiöse Komponente?

Bei mir
Der erste Kaiser meiner Welt war Essiaros, ein atamerischer Feldherr, der maßgeblich am Sieg gegen die Alben (und ihre menschlichen Verbündeten) beteiligt war, als es eigentlich schon eher nach einer Niederlage aussah. Ich habe irgendwo in meinen Unterlagen die genauen Umstände verbummelt, wie es dazu kam, dass er dann doch noch das Blatt wenden konnte, aber ich erinnere mich, dass die sentarische Kirche sich hinter ihn stellte, da sie befürchteten, mit der Niederlage dieses Bundes auch selbst an Macht einzubüßen. Sie konnten also so aus einem eigentlich ganz normalen Feldzug einen Heiligen Krieg machen, in dem es darum ging, die Alben als Feinde der Menschen zu bekämpfen, da die Alben einst Diener der in den Heiligen Schriften erwähnten Merohim waren, die sich einst von den Sentarim, also den "Göttern" abgewandt hatten. Dadurch, dass es jetzt eben nicht mehr nur darum ging, dass einige atamerische Stadtstaaten ganz "normale" Feinde bekämpften, sondern eine sehr religiöse Komponente dazukam, schlossen sich den Truppen Essiaros' weitere Städte an und so konnte er schließlich siegen und wurde zum ersten Herrscher eines vereinigten Atamerés. Ihm wurde allerdings nicht direkt der Kaisertitel (den es auch zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht gab) verliehen. Eher war es so, dass sein Name mit der Zeit zum Titel wurde:

Wenn in Atamerés eine Person, in diesem Fall eben Essiaros, nämlich ganz besondere Taten vollbringt oder Ruhm erlangt, beginnt man, dann ist diese Person eben nicht mehr nur irgendein Essiaros, sondern es wird ehrfürchtig von dem Essiaros gesprochen; es wird also ein Artikel vor den Namen gehängt. Im Atamerischen ist dieser Artikel "ce", was dann zusammen c'Essiaros ergibt, woraus mit der Zeit dann Cessiaros -> Cessiar -> ... -> Kaiser wurde.

Essiaros wurde später vertrieben und erst Jahrhunderte später tauchten seine Nachkommen und Getreuen wieder in der Geschichte Arens auf, als sie aus dem Westen zurückkehrten und die amnúrischen Nachfolgereiche gründeten. Zu dieser Zeit gab es in Atamerés nach einer längeren Zwischenzeit auch wieder einen Kaiser, was die Amnúrer als Provokation sahen, da sie sich eben als legitime Erben sahen. Heute, fast 2.000 Jahre nach Essiaros, stehen sich also zwei Kaiser in Aren gegenüber: Der atamerische und der amnúrische und beide können einander nicht anerkennen, da sie sich jeweils als die rechtmäßigen Träger des Titels sehen und damit auch als oberste Herrscher aller Sentarier - wovon beide de facto weit entfernt sind. Es gibt also bei mir durchaus eine religiöse Komponente.

#2 RE: Kaisertum von Teja 27.01.2019 14:26

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Eine interessante Frage. Auf Eya gibt es den Kaiser von Mitka, der auch als Stellvertreter Gottes herrscht. Die Anfänge davon habe ich nicht so sorgfältig ausgearbeitet, aber der Legende nach war der erste Kaiser der Sohn des Sonnengottes Ahai. In dieser Welt könnte das sogar den Tatsachen entsprechen, aber nachweisbar ist es nach über 1000 Jahren nicht mehr.

Der Kaiser in Mitka gilt demnach als göttlich. Um das göttliche Blut nicht zu verwässern kam es also immer wieder zu heiraten unter Cousins oder auch Geschwistern. In der Frühzeit des Reiches, in dem auch die größte Expansion stattfand, wurde das allerdings nicht streng praktiziert, das kam erst einige Jahrhunderte später auf. Der Tempel des Ahai diente dann als eine Art "Reservoir" für das göttliche Blut: Die Nebenlinien des Kaiserhauses haben fast immer dem Tempel gedient und passende Partner für den Kaiser kamen auch von dort.

Jetzt kann man sich vielleicht schon denken, dass diese Praxis irgendwann mal Konsequenzen hatte und dementsprechend häuft sich die Anzahl "Verrückter Kaiser" im 12. und 13. Jahrhundert. Nach dem Geschwisterkrieg im 13. Jahrhunder stellt sich dann endlich Kaiser Halbaran der Kränkliche gegen den Tempel und heiratet außerhalb der Blutlinie - für Hardliner eine Katastrophe und das Ende des "Reinen Kaisertums".

Davon abgesehen habe ich zwar einige Monarchien auf Eya, aber sonst fällt mir gerade kein Kaiser ein.

#3 RE: Kaisertum von Chrontheon 28.01.2019 00:25

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Bei mir liegt der Unterschied zwischen Königen und Kaisern hauptsächlich in der Macht und der Größe ihres Reiches. Beispiele von Kaisern selbst hab ich jedoch nicht viele. Auf der LBW zum Beispiel gibt es in Lyz bisher seit dem expansionsfreudigen Imperator des 1. Zeitalters erst wieder eine kaiserliche Dynastie (aufgekommen 800 Jahre nach Beginn des 3. Zeitalters), gegründet von Darion I., der ganz Lyz unter seiner Herrschaft vereinte, die Küste wieder mit dem Land vereinte und die Vorherrschaft gegen das Wüstenreich festigte, welches wenig später wieder in kleinere Königreiche zerfiel. Das Wüstenreich hatte im 3. Zeitalter bis zum Zerfall (vielleicht auch im 2., da müsst ich aber nochmal nachschaun) auch einen Kaiser, der seine Nachfolge durch eine strenge Ein-Sohn-Politik regulierte.

#4 RE: Kaisertum von Nharun 28.01.2019 11:31

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Den Titel "Kaiser" habe ich früher immer ganz schnell in meinen Basteleien gehabt, weil es sich irgendwie "natürlich" anfühlte, dass es in Welten auch Kaiser gibt; die tauchen ja auch ständig irgendwo auf Hab' da auch gar nicht viel drüber nachgedacht und einfach dem Herrscher größerer Reiche den Titel "Kaiser" verpasst.

In meinem alten Weltenbauprojekt (Nymus) habe ich irgendwann so ziemlich alle irdischen Titel in mehr oder weniger elaborierte InWelt-Sprachen übertragen; dabei wurde der Kaiser-Titel dann sinngemäß zum "Heiligen König", weil das zum Reich und seiner Geschichte passte. Zum Ende meiner Basteleien hin wurde der Titel immer bedeutungsschwächer, teilweise auch im Rahmen einer geschichtlichen Entwicklung, so dass langsam aus einem einst machtvollen Oberherren ein repräsentatives Staatsoberhaupt wurde - diese Entwicklung ging nicht ganz soweit, weil ich das Projekt vorher auf Eis legte.

Für die Toraja habe ich in der "Bekannten Welt", die ich am intensivsten bearbeite, keine "Kaiser" definiert, obwohl ich diverse InWelt-Titel hin und wieder mal (eher inkorrekt) so übersetze. Außerhalb dieser Bekanntenwelt kennen meine sporadischen Notizen aber ein "Kaiserreich" - ein irgendwann kontinentumspannendes Reich, das ich kaum bebastelt hat und für das "Kaiserreich" einfach ein Platzhalter ist.

Um den Unterschied zwischen Königen und Kaisern auf der Toraja zu klären, würde ich sagen: Ein "Kaiser" (egal, wie er sich eigentlich nennt) ist letztlich ein machtvoller König, der sich erfolgreich weigern kann mit anderen Königen, vom Titel her, auf eine Stufe gestellt zu werden und sich deshalb anders nennt, zumindest zu irgendeinem Zeitpunkt (danach kann der Titel aus Tradition auch bleiben, wenn die Macht verblasst). Vom derzeitigen Bastelstatus hätten da vor allem die Drunatoren eine Chance, einen "Kaiser"-Titel zu etablieren, weil der "Drunator" ohnehin schon neben zwei Bezeichnungen für Könige dient ("Ursatrix" bzw. "Orcus") und später nur mehr Macht und Bedeutung erhält. Andererseits könnten auch die "Ursatrices" als "Kaiserinnen" übersetzt werden, obwohl ich sie meist als "Königinnen" tituliere; aber die Iderusen weigern sich ihre Ursatrices auf eine Stufe mit den Königen ("Orcus") fremder Länder zu stellen, also würden sie meine Kriterien erfüllen

#5 RE: Kaisertum von Artifex Nerracis 29.01.2019 21:30

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Ah, das ist ein Thema, das förmlich nach Nazcenor verlangt. *händereib*

Das Nazcenische Kaisertum

Im antiken Lajrén, vor also etwa 3000 Jahren gab es etliche Reiche, deren Herrscher sich als Könige und Fürsten bezeichneten. So auch die doranarischen Stadtstaaten am Mittellauf des Natozan, die als Pufferstaaten zwischen den Großmächten Gadant im Norden und Hapatun im Süden ihr Dasein fristeten. Der Titel der doranarischen Herrscher lautete Raicar (Frauen: Raiceva), was irgendwo zwischen Fürst und König anzusiedeln ist. Nazcenor war nun zunächst nichts weiter als einer dieser Stadtstaaten und im örtlichen Dialekt lautete der Titel eben Recar. Als Nazcenor schließlich die doranarischen Städte einte und der Recar von Nazcenor somit über den Raicari der anderen Städte stand, schlug sich dies in der Semantik nieder. Recar war fortan der Titel des souveränen Monarchen eines Reiches, Raicar der Titel für Fürsten, die direkt dem König unterstehen und eigene Macht innehaben. Etwa 1500 Jahre später erhob sich der 65. Recar von Nazcenor, Nanaril I. Nastratan IX. selbst zum Telacar. Damit verdeutlichte er seinen Anspruch auf Herrschaft über die bekannte Welt (was damals das östliche, südliche und nordöstliche Adaichin war). Dies konnte er tun, da Nazcenor das ganze Festland Lajréns und große Teile der ocarischen Küste im Süden erobert hatte und außer dem Inselreich Serghal keine Konkurrenz kannte.
Der Titel Telacar ist als Lehnwort in die nazcenische Sprache gelangt. Über die namaganischen Sprachen stammt es von der historischen Figur des Tukhu Tvélghamjorc, welcher als großer Herrscher der Nomaden Zentraladaichins ein riesiges Reich eroberte. Das geschah über tausend Jahre vor der Gründung Nazcenors fernab im Westen Adaichins, doch Tukhu führte sogar eine Armee durch die Zentralwüste des Kontinents, überquerte das riesige Tebraci-Gebirge am Ecsancan-Pass und eroberte ein großes Gebiet im Norden Lajréns. Beeindruckt von diesen Leistungen übernahmen die namaganischen Reiche den Beinamen Tvélghamjorc, der so viel bedeutet wie "Reiter des Schattenschleichers", und passten ihn ihrer Sprache an. Die Nazcénari wiederum übernahmen den Titel von den Namagan, passten ihn erneut an und so war es dann eben nach gut 2500 Jahren Sprachwandel der Telacar.

Eine religiöse Komponente wohnt dem Titel nicht inne, da der nazcenische Recar per definitionem eine religiöse Person ist, nämlich als Sohn des Propheten die oberste religiöse Instanz.

Fun Fact: Auch wenn sich die nazcenischen Kaiser von der Wortherkunft als Reiter der Schattenschleicher bezeichnen, hat keiner von ihnen je auf einem solchen gesessen, da sie in Lajrén nie wirklich heimisch waren und auch im sonstigen Adaichin so selten wurden, dass sie teilweise als ausgestorben betrachtet werden.

Daneben gibt es auch im westlichen Adaichin noch Konzepte von Kaisertum, aber die sind mir derzeit nicht geläufig genug.

#6 RE: Kaisertum von DrZalmat 30.01.2019 23:37

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Bei mir sind Kaiser die Herrscher eines Imperiums, also einer Gruppe von Ländern die zusammen eine Einheit bilden. Als Solches gibt es in der Jetztzeit meiner Welt nur noch einen Kaiser und der hat seinen Titel auch nur noch weil sein (ehemaliges) Imperium noch aus zwei Gebieten besteht. Einst war es aber riesig...
Der einzige ECHTE Kaiserthron, der Thron Fyrnhaims, ist aktuell vakant weil der vorherige Kaiser ohne Erben verstarb und seither ein Bürgerkrieg zwischen den Fürsten um den Thron tobt.
Alle anderen Reiche sind Königreiche oder sind keine Monarchien.

Man könnte also sagen der Titel Kaiser ist bei mir derzeit am aussterben.

#7 RE: Kaisertum von Thalak 31.01.2019 09:20

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In Esiria gibt und gab es zu jeder Zeit irgendwie den ein oder anderen Kaiser.

Kaiser steht in Esiria in etwa für "einer aus vielen" und bedeutet grundsätzlich das er über mehrere Könige regiert. Bei den Menschen allgemein war es in der Vergangenheit so, dass ein Kaiser entweder von einer Versammlung von Königen gewählt wurde, weil diese sich zu einem großen Bündnis zusammenschließen wollten, oder das er sich zum Kaiser gekrönt hat, weil er andere Königreiche erobert hatte aber dessen Herrschaftsgebiete ihrer Souveränität nicht vollends berauben wollte. Beide Varianten haben mal mehr, mal weniger gut funktioniert. Es ist dabei anzumerken, dass es nicht um ein bestimmtes Gebiet geht, sondern einfach darum, dass eine Person über mindestens zwei anderen Herrschern steht, die den Rang eines Königs haben. Es ist vollkommen irrelevant, wo sich die Herrschaftsgebiete befinden, wie diese Könige an ihren Titel gelangt sind und wie viele dem Rang nach niedrigere Herrschaftsgebiete dem Reich angehören. Bei den Menschen herrscht ein Kaiser grundsätzlich über ein Kaiserreich.

Die Zwerge kennen den Titel des Kaisers ebenfalls. In ihrem Fall war es einmal eine Wahlmonarchie. Alle, ALLE!, Stammesführer konnten in einer offenen Abstimmung einen Kaiser aus ihresgleichen heraus benennen und für diesen Stimmen. Dabei sollte sich die Auswahl immer weiter ausdünnen, denn in jedem Wahlgang sollte der Stammesführer "rausfliegen" der am wenigsten Stimmen hatte, WENN kein anderer ebenfalls diese Anzahl an Stimmen hatte und die Anzahl nicht 0 betrug. Selbst wenn man das System jetzt verstanden hat, kann man sich vorstellen, dass dies sehr lange dauern konnte und mit sehr, sehr viel Ärger verbunden war. Nicht selten verließen die Stämme das Bündnis, deren Anführer aus dem Rennen flogen, das wurde schlimmer um so näher dieser an den Titel gekommen war. Vor einigen hundert Jahren merkte ein (bislang namenloser, weil ich mir das hier gerade alles zusammenbastel) Kaiser an, der aufgrund von Krankheit kein ganzes Jahr auf dem Thron hatte sitzen können und kurz vor dem Sterben war, wie viel einfacher es doch wäre, wenn er einfach einen Nachfolger bestimmen könnte. Nach einem zustimmenden aber skeptischen Gemurmel der Berater und anderen Stammesführer, rief der Kaiser dann seinen Sohn als Thronfolger aus. Das führte zu einem Bürgerkrieg, den der Sohn gewann und seither ist es eine Erbmonarchie, der mal mehr und mal weniger Zwergenstämme angehören. Bei den Zwergen herrscht ein Kaiser über ein Imperium.

Das ist das, was ich aktuell zu dem Thema weiss.

#8 RE: Kaisertum von Chrontheon 31.01.2019 14:27

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Zitat von Thalak im Beitrag #7
Kaiser steht in Esiria in etwa für "einer aus vielen" und bedeutet grundsätzlich das er über mehrere Könige regiert.

Bei mir muss ich hier zwischen Kaiser und Hochkönig unterscheiden. Kaiser (und Imperatoren) streben ein Weltreich an und können dabei auch ganze Königreiche unterwerfen, die ihren König unter dem Kaiser als Regent behalten würden. Hochkönige andererseits herrschen über mehrere Königreiche als ein vereinigtes Hochkönigtum, ohne gleich die Weltherrschaft anzustreben. Da sie jedoch "bessere Großkönige" sind, besteht ihr Ziel darin, ein Reich ohne Landesgrenzen zu haben, d.h. es ist nur durch die Küste begrenzt. Zudem unterhalten sie, wie alle Könige, meist keine Kolonien, was die Kaiser im Angesicht ihres höheren Zieles doch in Betracht ziehen.

#9 RE: Kaisertum von Thalak 31.01.2019 15:02

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Hochkönige kennt die Geschichte von Esiria durchaus auch. Das waren aber bislang immer mehr Eigenbezeichnungen von Königen, die sich nur dadurch von anderen Königen unterschieden haben, dass sie sich selbst für viel höher stehend gehalten haben. Jetzt könnte man vielleicht sagen, dass das doch bei Königen schon eine Grundeigenschaft sein müsste, aber das waren schon sehr Spezialfälle. Vielleicht gehe ich zu einem anderen Zeitpunkt mal näher darauf ein.

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