#1 Inspirationsquellen von Amanita 10.05.2019 21:28

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Hallo in die Runde,

im "anderen Forum" gibt es dieses Thema ja schon, aber hier habe ich noch nichts in dieser Art gefunden.
Was waren bzw. sind denn eure Inspirationsquellen für eure Welten? Gibt es da irgendetwas, was ihr benennen könnt?

Bei mir sind da einerseits die "Indianergeschichten", die ich als Kind unter anderem gelesen habe, vor allem diejenigen, wo es um die Aufnahme gefangener weißer Jugendliche in Indianerstämme ging. Das hat sich immer wieder in verschiedenen Formen bei meiner Weltenbastlerei eingeschlichten aktuell jetzt bei den frühen Sarilern.

Eine weitere große Inspirationsquelle waren bzw. sind die Darkover-Romane von Marion Zimmer-Bradley. Der Plot hat mich da meistens nicht so vom Hocker gerissen, aber die Charakterisierungen haben mir oft gut gefallen und das Magiesystem hat irgendwie genau meinen Nerv getroffen. Da muss ich manchmal sogar aufpassen, dass ich nicht plagiiere und bin frustriert darüber, dass der Begriff "Schwellenkrankheit" für eine Krankheit beim Einsetzen der Magie schon vergeben ist. Wobei ich mir denke, dass die Krankheit an sich durchaus öfter vorkommen darf, so spezifisch ist das ja nicht.
Andere Fantasy-Geschichten haben sicherlich auch eine Rolle gespielt, aber keine so große, das ich sie spontan benennen könnte. Harry Potter hat mich zwar zum Schreiben von Fanfiction animiert, in meinen eigenen Welten aber auch eher weniger inspiriert.

Der dritte Punkt ist die Tatsache, dass ich schon in sehr (zu) jungem Alter Nachrichten schauen durfte und inzwischen selber merke, dass damals ich nicht alles verkraftet habe. Besonders eingebrannt hat sich der Krieg im ehemaligen Jugoslawien, etwas weniger auch der Völkermord in Ruanda, außerdem der Konflikt zwischen den USA und dem Irak (noch vor dem 11.September) und der Chemiewaffenanschlag in der U-Bahn von Tokio. Im Anschluss daran hatte ich dann schon Angst, als meine Eltern mal in eine Stadt mit U-Bahn gefahren bin (und vor allen "Sekten").
Das Thema Jugoslawien hat mich aber am meisten bewegt und wahrscheinlich lag das nicht nur an den Nachrichten selbst, sondern auch daran, dass meine Oma selbst nach dem Zweiten Weltkrieg aus dieser Region fliehen musste. Gesprochen hat sie darüber aber nie und ich wusste das damals auch noch nicht, aber nach einschlägiger Lektüre gehe ich inzwischen davon aus, dass mich das wohl indirekt beeinflusst hat.

Ich muss auch sagen, dass Silaris am Anfang völlig magielos war und wirklich ein (wesentlich) vereinfachtes Spiegelbild realer Länder. Das hat sich inzwischen aber geändert und manche der Länder von damals gibt es in der heutigen Version von Silaris gar nicht mehr, oder nicht mehr in dieser Form und dafür sind andere dazugekommen.
Und so seltsam das auch klingen mag, ich habe keine Ahnung mehr, wo die chemische Elementarmagie eigentlich herkommt. Das frustriert mich manchmal selber ein bisschen.

#2 RE: Inspirationsquellen von Nharun 10.05.2019 23:05

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Die Frage nach den Inspirationsquellen zu beantworten ist für mich allgemein schwierig. Für die Toraja kann ich drei Quellen fassen: Lovecrafts Mythos, Dänikens Präastronautik und Sid Meiers Civilization. Civilization sehe hier als prominenten Stellvertreter alternativer Geschichte, denn für die Toraja versuche ich eben die Welt von ihrer Antike bis in das moderne Informationszeitalter (oder sogar weiter) zu entwickeln; ich könnte auch die irdische Geschichte generell als Vorbild anführen, aber den zündenden Funken zur Toraja bildete tatsächlich ein Civilization-Spiel, auf dessen Karte auch meine Weltkarte basiert. Dänikens Werke und andere Präastronautik-Sachen sind für mich erbauliche Autounfälle von denen ich meinen Blick nicht wenden kann; obwohl mir deren Gedankenführung und Argumente zutiefst widerstreben, finde ich die Ideen dahinter interessant und spannend. Ich mag es mit Überlieferungen und auch Mythen zu spielen, die Präastronautik bietet dazu eine gute Grundlage, aber eben auch Lovecrafts Mythos und kosmischer Schrecken, der in der Toraja seinen Niederschlag gefunden hat.

Neben diesen "Big Three" gibt es aber auch noch das ganze andere Zeug, denn ich glaube, letztlich ziehe ich meine Inspirationen aus den ganzen literarischen Werken, Sachbüchern, Filmen, Serien, Computerspielen, Alltäglichkeiten, etc. die ich in meinem bisherigen Leben in mich aufgenommen habe und ich bin mir sicher, größtenteils nur Versatzstücke zusammenzupuzzeln, derer ich mir nicht bewusst bin, anstatt Eigenes, Neues, hervorzubringen. Das sehe ich aber nicht als Schwäche, sondern als Stärke.

#3 RE: Inspirationsquellen von Amanita 10.05.2019 23:39

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Zitat von Nharun im Beitrag #2
Dänikens Werke und andere Präastronautik-Sachen sind für mich erbauliche Autounfälle von denen ich meinen Blick nicht wenden kann; obwohl mir deren Gedankenführung und Argumente zutiefst widerstreben, finde ich die Ideen dahinter interessant und spannend.

Das finde ich interessant. Seit ich einmal in eine Folge "Ancient Aliens" bei Kabel 1 Doku gezappt habe, schau ich mir das jetzt auch regelmäßig an und zwar aus ganz ähnlichen Gründen.

#4 RE: Inspirationsquellen von Tskellar 04.10.2019 11:52

Damals, 2003, als ich begann an meinem Erstweltchen zu basteln, waren Inspirationsquellen zum einen die Welten anderer Bastler (besonders Dortes Anorivrin, ein Teil ihrer 3 Welten; Falayons Airann und Jerrons Esper). Dazu kamen tatsächlich Die Nebel von Avalon und so ziemlich alles an Filmen was Ritter hatte. Die HdR Filme kamen bei mir vor den Büchern und dürfen auch als Inspiration genannt werden. Musik war sehr wichtig, von Blind Guardian über Dead Can Dance zu Sting und In Extremo. Computerspiele oder Rollenspiel waren einfach nicht Teil meines Lebens.

Damals, so kommt es mir vor, waren alle meine Sinne offen, unbedarft und unkritischer. Das fehlt mir heute oft. Ich habe mich in den letzten 10 Jahren ganz stark aus dem Fantasygenre zurückgezogen. Wichtige Werke die jeder nennen würde kenne ich überhaupt nicht. Weiß nicht woran das liegt. Aber es erschwert Gespräche mit Weltenbastlern enorm ("Das ist wie in XY" - "Kenn ich nicht." - "WAS?") und war ein bisschen sinnbildlich für meinen Rückzug aus dem Weltenbastelgeschäft.
Und so ist heutzutage Inspiration für En hauptsächlich ein erinnertes Gefühl von früher, ein sich erinnern wie viel Spaß basteln machen kann. Und das ist meine Inspiration.

p.s. Ich würde das allerdings gerne ändern.

#5 RE: Inspirationsquellen von Artifex Nerracis 04.10.2019 12:13

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@Tskellar Gibt es etwas, das dich daran hindert, dir heute Fantasy anzueignen? Sei es Bücher, Filme, Spiele?

#6 RE: Inspirationsquellen von Tskellar 04.10.2019 12:20

Die Flut an Medien und mein Mangel an Überblick.

#7 RE: Inspirationsquellen von Artifex Nerracis 04.10.2019 12:25

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Und wenn du hier im Forum (haben wir dafür einen Thread?) erzählst, was dich anspricht und die Leute dann erzählen, wenn sie was in der Richtung kennen?

#8 RE: Inspirationsquellen von Riothamus 05.04.2020 16:36

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Das mit der Inspiration zu Beschreiben ist für mich schwierig, weil es da so vieles gibt, je nachdem was ich gerade gehört oder gelesen habe. Ihr mögt den Eindruck haben, dass vieles von Terry Pratchett inspiriert ist. Das ist aber nur ein kleiner Teil. So finde ich bei seinen Werken die realistische Darstellung der sozialen Verhältnisse faszinierend. Doch bin ich bisher davor zurückgeschreckt, dies ebenso hart aufzuzeigen. Und große Vorbilder halte ich für wenig hilfreich. Eher sehe ich die Fülle der realen Welt als Füllhorn der Inspiration.

Gestern kam die Meldung in New York seien die Grabstätten ausverkauft. Heute bastelt Nharun an Grabhamstern. Beim letzten Speedbasteln hat Elatan u.a. auf London und die Alte Brücke angespielt. Sidonius Apollinaris schrieb über die Franken in einem Lobgedicht:

"Sie haben Freude daran, durch den weiten Raum die Doppeläxte zu schleudern und vorher zu wissen, wo sie niederfallen werden, ihre Schilde zu schwingen und in Sprüngen die geworfenen Speere zu überholen, damit sie zuerst den Feind erreichen." (Panegyricus V, 238, zitiert nach Nonn, Die Franken. Mit Doppelaxt ist hier die Franziska, die Wurfaxt der Franken gemeint, die keine Doppelaxt war.)

Da liegt es doch nahe, einfach mal ein Volk zu basteln, dass schneller als ihre Speere sein kann und noch wesentlich andere Kunststücke mit seinen Waffen anstellen kann. Und leicht einzufügen, mit anderem zu verbinden ist es auch.

Laut dem Capitulare de villis mussten die Verwalter der Königshöfe die Wolfswelpen suchen und töten und ihre Felle an Karl den Großen senden. Das klingt nach Kontrolle für die Maßnahmen zur Vermeidung einer Wolfsplage. Doch trug der Kaiser nach einer späteren Anekdote Wolfsfelle statt Seide. Hier liegt nahe, dass es das weiche Fell der Welpen war, das einem König angemessen war. Wer erinnert sich an 101 Dalmatiner? Daraus lässt sich doch einiges Basteln. Von Umweltschutz über skrupelloser Herrscher bis zur neutralen Schilderung gänzlich anderer Vorstellungswelten.

Beides kann zu etwas gänzlich anderem Verbunden werden: Speere werden auf Tierbabys geschleudert, damit die Kinder lernen, dass sie schnell genug sind, die Tiere zu retten.

Ist das Inspiration? Dieser plötzliche Einfall, dass etwas sein könnte? Oder ist das nicht eher schon Konstruktion? Die einfache Verbindung verschiedener Elemente. Und ist nicht die Inspiration nicht nur das Bewusstwerden der Möglichkeit solcher Kombination? Dann müsste sie trainierbar sein und umso einfacher je mehr erlebt, gesehen, gelesen wurde.

#9 RE: Inspirationsquellen von Efyriel 21.08.2020 13:02

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Ich habe gerade eine alte Inspirationsquelle wiederentdeckt!
Es gibt auf meiner Welt einen Berg der heißt "Nebel Götz". Zu dieser Zeit hatte ich einen Lehrer der mit Nachnamen "Götz" hieß.
Warum er zu einem Berg wurde der von Nebel umgeben ist, weiß ich gar nicht mehr.

Bei mir kommt es aber häufiger vor, dass momentane Umstände meine Kreativigät in dieser Art beeinflussen.
Häufig sogar ganz unbewusst und mir fällt es erst später (oder vielleicht auch gar nicht) auf.
Ein paar Sachen sind eindeutig von Büchern und Filmen inspiriert. Manchmal kam nämlich so ein Gedanke wie "so etwas will ich auch haben".
Dann wurde herumgesponnen, bis es nicht mehr zu ähnlich war und schon hatte ich einen neuen Teil für meine Welt.

#10 RE: Inspirationsquellen von Teja 22.08.2020 08:18

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Ich war überzeugt, ich hätte hier schon geantwortet. Gerade sehe ich, dass das nicht so ist. Ich kann mich einigen meiner Vorredner anschließen, ich benutze auch sehr gerne Medien aller Art als inspirationsquelle. bei einigen Sachen kann ich sehr deutlich sehen woher sie kommen. So z.b. hat Jules Verne einen sehr großen Einfluss auf einige Teile meiner Welt Inspiration kommt. Dafür sind sie schon zu lange mal Teil meiner Welt und haben sich oft sehr stark verändert im Laufe der Zeit. Da muss noch nicht einmal Absicht dahinter stecken. Sehr lange Zeit habe ich gebastelt ohne darauf zu achten, ob irgendetwas seine Inspiration zu endlich ist. Inzwischen versuche ich, Dinge nicht eins zu eins zu kopieren, oder zumindest Elemente hinzuzufügen, diese von dem "original" unterscheiden.

Manchmal sehe ich immer noch in einem Film oder lese in einem Buch etwas, dass ich so cool finde, dass ich es sofort in meiner Welt haben möchte. als ich vor einigen Jahren in einem Museum zum Thema jagdwaffen war, habe ich beschlossen dass es in meiner Welt doch auch schießpulver gibt und schießpulver Waffen. allerdings habe ich bisher immer noch nicht eine Art bzw eine Zeit wo diese verwendet werden Punkt aber auch wenn es Magie gibt, sollte es Konkurrenz Technologien geben. Genauso wie in der richtigen Welt.

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