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#1 Die Toraja von Nharun 29.01.2019 20:08

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Drei Dinge, die du über die Toraja wissen solltest

  • Vertraut und unbekannt - Die Toraja wird von "Menschen" bewohnt, die aussehen wie du und ich. Sie lebten und leben in Völkern und Kulturen, die uns bekannten ähneln - und doch solltest du nicht vergessen, dass es sich nicht um Homo Sapiens handelt.
  • Tagstern und Nachtsonne -Ein halbes Jahr lang wird der Nachthimmel von der "Nachtsonne" erhellt, einem Gestirn, das heller als der Vollmond strahlt, während in der anderes Jahreshälfte ein heller Stern am Taghimmel zu sehen ist. Im halben Jahr der Nachtsonne ist der Nachthimmel so hell wie eine helle Vollmondnacht und nur die hellsten Sterne sind am Himmel zu sehen.
  • Der Feuermonat - Einmal im Jahr sind vermehrt Sternschnuppen am Nachthimmel zu beobachten. Während dieses Monats kommt es auch immer wieder dazu, dass Sterne vom Himmel fallen.


Drei Aspekte, die die Toraja bestimmen
  • Die Altvorderen - Die Altvorderen sind mächtige, aber verdorbene Geschöpfe, deren Ursprung im Anderdunkel liegt. Sie versklavten in prähistorischer Zeit die Menschen.
  • Die Verderbnis - Die Verderbnis ist der, die Naturgesetze Torajas verzerrende, Einfluss des Anderdunkels auf Toraja. Die Quelle der Magie, aber auch der Ursprung der Mutation von Mensch und Tier.
  • Die Götter- Es ist nicht beweisbar, dass es die Götter wirklich gibt oder gab. In prähistorischer Zeit sollen sie leibhaftig auf Toraja gewandelt sein und gegen die Altvorderen gekämpft haben. Auch in historischer Zeit berichteten Menschen immer wieder von Kontakt zu den Göttern, aber vielleicht war dies nur Wunschdenken?


Die Toraja ist eine erdähnliche Welt und Menschen stellen die einzige verbreitete und kulturschaffende Art dar; es gibt andere, menschenähnliche Wesen wie Satyrn, Harpyien, Primitivlinge oder Menschenfresser, doch gehen diese „Völker“ auf verdorbene, d.h. durch Magie veränderte, Menschen zurück. In der Wildnis der Toraja wimmelt es vor Monstern, natürlichen wie verdorbenen.

Die Magie dieser Welt hat ihren Ursprung im Anderdunkel, einer nicht greifbaren Welt, die irgendwie mit der Toraja verbunden ist – eine andere Dimension oder Ebene der Existenz, in der es vor Geistern nur so wimmelt und aus der einst die Altvorderen kamen, um die Toraja zu unterwerfen. Zauberer spielen sozusagen mit dem Feuer, denn jedes mal wenn sie durch die Kraft des Anderdunkels die physikalischen Gesetze biegen oder brechen, verschluckt das Anderdunkel ein Stückchen mehr von der Realität.

Ich bebastle die Toraja in verschiedenen Epochen, von der Antike bis in die Moderne. Epochen und Kulturen haben dabei Ähnlichkeiten mit denen Erde, genau wie die Tier- und Pflanzenwelt, aber ich versuche allem etwas Eigenes zu verleihen und andere Akzente zu setzen.

Wenn ich dein Interesse geweckt habe, besuch doch meine Website und erfahre mehr; wenn du Fragen, Kritik oder Anmerkungen hast, dann ist dieser Thread hier genau richtig dafür!

#2 RE: Die Toraja von Elatan 29.01.2019 20:49

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Ein sehr schöner Vorstellungsthread! :)

Vor allem die Idee mit der Nachtsonne gefällt mir gut; hat diese Nachtsonne auch Auswirkungen auf die Toraja selbst? Also z.B. dadurch, dass es während des halben Jahres, in der sie scheint, wärmer ist? Mit welchen Jahreszeiten überschneidet sich denn die Nachtsonne und wann ist dieser Feuermonat?

#3 RE: Die Toraja von Nharun 29.01.2019 21:01

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Nachtsonne/Tagstern sind eine weitere Sonne, die entfernt ihre Bahn entlang wandert. Sie ist weit genug entfernt, um zwar sichtbar zu sein, aber sie beeinflusst Temperatur und Klima nicht nennenswert. Ich habe festgelegt, dass die Nachtsonne im Frühling/Sommer scheint, so dass torajanische Sommer keine richtigen Nächte haben, während es im Herbst/Winter schön dunkel werden kann - ich mag dunkle Wintertage. Im echyrischen Kalender beginnt das Jahr mit dem Aufgang der Nachtsonne, womit auch grob der Frühlingsanfang zusammenhängt.

Der Feuermonat ist nach dem echyrischen Kalender der Fünfte Monat, Phygerion, was etwa dem irdischen Juli entspricht.

#4 RE: Die Toraja von Teja 29.01.2019 22:52

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spielt die Zahl 3 in deiner Welt eine besondere Rolle? Oder ist es nur Zufall, dass du am Anfang zwei Dreiergruppen von Eigenschaften vorgestellt hast?

#5 RE: Die Toraja von Artifex Nerracis 29.01.2019 23:06

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Zitat von Nharun im Beitrag #1
Die Magie dieser Welt hat ihren Ursprung im Anderdunkel, einer nicht greifbaren Welt, die irgendwie mit der Toraja verbunden ist – eine andere Dimension oder Ebene der Existenz, in der es vor Geistern nur so wimmelt und aus der einst die Altvorderen kamen, um die Toraja zu unterwerfen.


Wie Kaugummi an der Schuhsohle? Oder eher wie ein Schattenwurf an der Wand?

#6 RE: Die Toraja von Nharun 29.01.2019 23:06

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Auf meiner Website benutze ich im Bereich "Die Toraja kennenlernen" 5 x 3 "Infobits" um dem Besucher ein paar wichtige Informationen vorab in kleinen Häppchen zukommen zu lassen. Zwei von den 5 Blöcken habe ich für die Vorstellung hier wiederverwendet, daher zweimal 3 Punkte.

#7 RE: Die Toraja von Chrontheon 01.02.2019 21:11

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Ich find, dieser Thread ist eine richtig gute Einführung zu deiner Welt, insbesondere in Verbindung mit deiner Website! Wie der Trailer eines Filmes, den man dann unbedingt sehen will, oder der Rücken eines Buches, das man nicht mehr so schnell aus der Hand legt.

#8 RE: Die Toraja von Artifex Nerracis 02.02.2019 16:20

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Ja, ich find die Idee so gut, ich hab sie direkt nachgeahmt.O

Zeig mal noch mehr her...z.B.: Hast du einen Zeitstrahl oder eine Übersicht über den Zeitverlauf und historische Epochen?

#9 RE: Die Toraja von Nharun 02.02.2019 17:58

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Zitat von Chrontheon im Beitrag #7
Ich find, dieser Thread ist eine richtig gute Einführung zu deiner Welt, insbesondere in Verbindung mit deiner Website! Wie der Trailer eines Filmes, den man dann unbedingt sehen will, oder der Rücken eines Buches, das man nicht mehr so schnell aus der Hand legt.


Danke! Das freut mich

Zitat von Artifex Nerracis im Beitrag #8
Ja, ich find die Idee so gut, ich hab sie direkt nachgeahmt.O

Zeig mal noch mehr her...z.B.: Hast du einen Zeitstrahl oder eine Übersicht über den Zeitverlauf und historische Epochen?


Ich habe da ein bisschen was zu, aber wenig präsentables; auf der Website habe ich eine grobe Übersicht über die Epochen und eine eher langweilig-zähe Chronik, die noch überarbeitet werden müsste; zu deiner Frage wie das Anderdunkel mit der Toraja verbunden ist: Im Prinzip so wie die Dimensionen des Raums oder Raum und Zeit miteinander verknüpft sind, es ist eine höhere Dimension als die normalerweise wahrnehmbaren Dimensionen.

#10 RE: Die Toraja von Efyriel 10.02.2019 15:33

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Hübsche kurze Vorstellung!

Wenn du schreibst, dass "Sterne vom Himmel fallen", meinst du damit dann, dass sie gewissermaßen vom Sternenhimmel verschwinden und sind das dann keine weit entfernten Sonnen, wie unsere Sterne?

#11 RE: Die Toraja von Nharun 10.02.2019 16:28

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@Efyriel Nein, ich meine das metaphorisch. Deine Deutung ist zwar ziemlich cool - und ich würde schätzen, dass sich gerade in früheren Zeiten die Torajaner genau das vorgestellt haben, aber eigentlich handelt es sich bei dem Sternenregen um ein natürliches Ereignis. Einmal im Jahr kommt die Bahn der Toraja um ihre Sonne einem Trümmerring so nah, dass ihre Gravitation Objekte daraus anziehen kann; in der Vorgeschichte der Toraja kam es dadurch immer wieder zu verheerenden Einschlägen, doch dieses Trümmerfeld hat nach einigen Jahrmillionen nicht mehr so viele dicke Brocken parat um einmal jährlich das Leben auf dem planten auszulöschen

Das Trümmerfeld entstand während der Entstehung des Ila-Systems, als zwei Nachbarplanet(oid)en miteinander kollidierten. Diese hatten mehr Eisen an sich gezogen als die Toraja, weshalb ihre herabfallenden Trümmer neben der Zerstörung auch Eisen auf die Toraja bringen (nicht, dass diese keine hat, aber es ist nicht so häufig wie bei uns in erreichbaren Schichten). Die Torajaner verbinden daher seit Urzeiten Geschichten von Schmiedegöttern mit diesem Sternenregen. [Caveat: Ich habe keine Ahnung, wie wissenschaftlich korrekt das sein kann, aber ich finde es als wissenschaftlich-klingende Hintergrundgeschichte ganz cool, deswegen ist das so, im Zweifelsfall eben per gutem altem Handwedel-Isso )

#12 RE: Die Toraja von DrZalmat 10.02.2019 18:49

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Also kann man sagen die Mehrheit deiner Gegenstände sind aus Meteoreisen? Das ist cool!

Wieviele Jahrhunderte/tausende wird das noch so weiter gehen? Und wie schützen sich die Leute davor wenn es einmal im Jahr Steine regnet? Da müsste ja immer einiges kaputt gehen und einige Leute sterben.

Und... gibt es eine Karte? Man sieht sicherlich ziemlich viele Krater auf der Welt

#13 RE: Die Toraja von Nharun 10.02.2019 23:19

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Die großen, prähistorischen Einschläge haben spuren auf der Weltkarte hinterlassen. In geschichtlicher Zeit sind die Einschläge nur von lokalerer Wirkung oder schlagen im Meer ein, hier und da kann das natürlich zu Tsunamis führen, doch die meisten Trümmer verglühen in der Atmosphäre. Diese Form der Einschläge wird noch einige Zeit weitergehen, aber es wird halt immer schwächer. In geschichtlicher Zeit gibt es jedoch einen größeren Einschlag, über den ich im folgenden Spoiler weiterrede, sollte doch einer meiner RPGler sich hier her verirren

Die torajanische Klassik endet mit "der Katastrophe", die eine "Dunkle Zeit" bewirkt und die Welt für Jahrhunderte nachhaltig verändert: Dem Einschlag eines großen Meteoriten in den Golf von Nexos - quasi ins Herz der "Bekannten Welt". Dieser Einschlag vernichtet die größte Stadt dieser Zeit, Nexos, und zerstört durch die Erdbeben und Tsunamis die er hervorruft viele wichtige Städte, die in Küstengegenden lagen. Der Himmel wird auf Jahre verfinstert, was zu Missernten, strengen Wintern und Völkerwanderungen führt. Die klassischen Großreiche zerbrechen, viel Wissen geht verloren. Durch den Einschlag wird auch ein Riss in die Dimensionen gerissen, so dass in der Nähe Geister aus dem Anderdunkel hervorquellen und mit der Gegend von Nexos einen wichtigen Verkehrsknoten zwischen Ost und West, Nord und Süd auf Jahrhunderte für Menschen todbringend und gefährlich machen. Ich hatte mal mit Hilfe einer Website, deren URL ich gerade nicht wiederfinde, aber nachreiche, sobald ich es tue, eine Karte gemacht auf der ich die Auswirkungen eingetragen habe. Ich müsste davon mal eine neuere Version machen, ich habe mittlerweile eine bessere höhenkarte als grundlage.

Bild



Der 3. Phygerion im Jahre Null

Der Tag war noch nicht alt, doch auf den Plätzen der altehrwürdigen Kriegerschulen wurden bereits die Knaben gedrillt, die man noch ehe der Tag begonnen hatte aus ihre Betten und ihrem kurzen Schlaf gerissen hatte. Tradition in Draspon. Auch an diesem Phason, im wachsenden Phygerion, dem 3. Tag des 5. Monats. In der 6. Stunde vor Mittag, der ersten Stunde des Tages. Unter dem ehernen Grimm des großen Standbilds des Arkos brüllten die Ausbilder ihre Kommandos.
Vielleicht war es ein bereits erschöpfter Junge, der seinen Augen nicht traute, als er im Süden das Licht erblickte, das fast dreimal heller als die Sonne schien. Vielleicht stauchte ihn gerade ein verbitterter Ausbilder zusammen, der seinen Blick einfach nicht nach Süden wenden wollte, als die Erde zu beben begann, als das Standbild des Arkos, des niemals wankenden Kriegers, ins Wanken geriet und umstürzte. Als die Ziegel von den Dächern fielen und die Türme wie Äste im Wind wippten. Und einige brachen. Als Mietskasernen und alte Häuser einstürzten. Als sich Geschrei und Wehklage erhob.
Noch ehe die überraschten Bewohner von Draspon die Brandwehr organisieren und Verletzten und sich selbst helfen konnten, begann aus dem heiteren Morgenhimmel Asche zu fallen. Wie ein düsteres Omen legte sie sich fingerdick auf die Stadt. Erschwerte das Atmen. Als eine gefühlte Ewigkeit später manche begannen Verschüttete auszugraben oder Feuer zu löschen, hörten sie ein fürchterliches Getöse und mit gewaltiger Macht fegte ein starker Wind über die Stadt und wirbelte Holz, Gerät und Leichen umher.
Doch ein Draspiat fürchtet den Tod nicht. Diese Tradition war noch immer ein ungeschriebenes Gesetz in der Stadt. Und so ging die Hilfe weiter. Manche flohen wohl aus der, wie es schien von den Göttern verdammten Stadt. Feiglinge. Ausländer. Die tapferen Draspiaten blieben.
Wie verwundert waren sie wohl, als sie die dunkle Wand aus Wasser und Land bemerkten, die sich haushoch auf die Stadt zu schob, die keinen Hafen besaß und nicht einmal an der Küste gelegen war. In diesem Moment mögen die Draspiaten wohl doch ihr Heil in der Flucht gesucht haben, doch wurden sie hinfort gespült, wie das Meiste ihrer Stadt. Der Heimat der tapferen Krieger.
Es war am Phason, im wachsenden Phygerion, dem 3. Tag des 5. Monats. In der 2. Stunde vor Mittag. Zum ersten Mal in der Geschichte war Draspon gefallen.

Der Tag war noch nicht alt und Tertemes lag noch im Schlaf, bis auf die Priester im Tempel des Asiranas, die das heilige Purpurfeuer hüteten und sich gerade daran machten, den großen Gong zu schlagen, um den Anbruch eines neuen Tages zu verkünden. Es war Phason, im wachsenden Phygerion, der 3. Tag des 5. Monats. In der 6. Stunde vor Mittag, der ersten Stunde des Tages. Die Priester verkündeten mit dem Gong den Anbruch des Tages des Lichts.
Von ihrem Tempelturm aus mag ein Priester, vielleicht auch zwei, im Nordwesten das Licht gesehen haben, das gut zwanzigmal heller strahlte als die Sonne. Sie mögen es als göttliches Omen gesehen haben. Vielleicht haben sie diese Deutung gerade ausgesprochen, als aus dieser Richtung ein heißer Wind wehte und die Roben wie Fackeln entflammte und ihr Fleisch versengte. Die Bäume im heiligen Hain brannten wie Freudenfeuer, in der ganzen Stadt fing es an zu brennen.
Die vor Schmerz und Angst Schreienden erlebten noch das Beben, das wenig später die Stadt erschütterte. Viele Gebäude stürzten ein und begruben jene, die noch lebten. Nur die ältesten, solidesten Gebäude blieben stehen. Wer jetzt ins Freie flüchtete, konnte erleben wie sich in die mit Dreck und Rauch gefüllte Luft der Ascheregen mischte. Ob von den Hustenden, verwirrten Menschen noch jemand den Orkanwind bemerkte, der Trümmer wie Geschosse umherwirbelte, kann wohl niemand bezeugen. Wer immer das Feuer, das Beben, den Wind und die Asche überlebt hatte, den nahm Asaidon, der wütende Gott des Meeres nach mehr als einer Stunde das Leben. Die 25 Meter hohe Welle, die Tertemes verschlag, mag der Gnadenstoß eines gütigen Gottes gewesen sein.
Es war Phason, im wachsenden Phygerion, der 3. Tag des 5. Monats. In der 4. Stunde vor Mittag. Am Tag des Lichts. Tertemes, die heilige Stadt, war nicht mehr.


Der Tag war noch nicht alt, doch in Nexos herrschte längst geschäftiges Treiben. In den Gassen rund um das Hafenviertel torkelten noch letzte Trinkbrüder umher, während geschäftige Herren aus allen Ländern der bekannten Welt sich bereits aufmachten, um in einer der Tavernen ihr Frühstück einzunehmen. In der ganzen Stadt hallte das gepoltere von Ochsen- und Pferdekarren durch die Straßen, denen nur noch eine Stunde lang die Benutzung der Straßen gestattet war.
Von einigen Tempeln her schallte bald der von Gonggeläut begleitete Ruf zum Morgengebet durch die erwachende Stadt. Es war Phason, im wachsenden Phygerion, der 3. Tag des 5. Monats. In der 6. Stunde vor Mittag, der ersten Stunde des Tages. Die Millionenstadt erwachte.
Ein greller Lichtblitz erfüllte plötzlich die Stadt und brachte viele derer, die schon unterwegs waren, dazu verwundert inne zu halten. Die Hafenarbeiter und Seeleute im Südhafen und die Wachen des südlichen Kanaleingangs konnten im Südwesten, für einen Moment, einen grellen Feuerball erblicken, der bestimmt siebzigmal heller leuchtete, als die Sonne es jemals vermochte. Für manchen mag das der letzte Anblick seines Lebens gewesen sein. Noch bevor sich die verwunderten, verängstigten Menschen einen Reim auf das machen konnten, was wohl geschehen war begann ihr Ende, drängte ein heißer Wind auf die Stadt zu. Die Kleidung der Menschen fing Feuer und verschmolz mit ihrer brodelnden Haut. Bäume fingen Feuer. Das Glas fiel heiß tropfend von den Fenstern herab. Nur wenige mögen noch erlebt haben, wie die Erde wütend zu zittern, zu beben begann. Binnen weniger Augenblicke stürzten die alten erhabenen Tempel genauso ein wie die maroden Mietskasernen oder die weitgerühmten Stadtmauern. Ein Durcheinander aus Trümmern, Feuer und Schreien. Als nach kaum mehr als einer Minute Asche herabzuregnen begann und sich als dickes Leichentuch über die größte Stadt der Welt legte, konnte sie kaum noch ein menschliches Schreien und Rufen ersticken. Die Menschen waren schon längst verstummt. Der folgende Orkanwind, der die noch immer aufragenden Trümmer wie Laub herumwarf und die Asche zum Teil wieder fortwehte, hätte den Überlebenden die grausam verbrannten Leichen, die kaum noch als Menschen zu erkennen waren, gezeigt.
Eine halbe Stunde später, von keinem Menschen mehr erblickt, raste eine fast siebzig Meter hohe Welle auf die in Trümmern liegende Stadt zu, um dieses Bild des Grauens von der Welt zu tilgen.
Es war Phason, im wachsenden Phygerion, der 3. Tag des 5. Monats, noch immer in der 6. Stunde vor Mittag, der ersten Stunde des Tages. Die Millionenstadt war verschwunden.

#14 RE: Die Toraja von Teja 11.02.2019 12:11

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Muss sagen, diese Berichte machen alles noch viel greifbarer und erschreckender.

#15 RE: Die Toraja von Chrontheon 11.02.2019 14:48

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Ja, die Karte ist sehr verzerrt. An den Speedbastelbeitrag erinnere ich mich sogar, damals wollte ich noch was nachreichen.

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