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#61 RE: Amanitas Tagesthemen-Bastelthread: Aktuell: Sumpffieber von Amanita 08.04.2020 20:49

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Massenvernichtungswaffen in Silaris

Nachdem ich dieses Thema ja schon in diversen Beiträgen eingestreut hatte, nutze ich das heutige Tagesthema, um alle bisher bekannten Informationen an einem Ort zusammenzuführen.
Reihenfolge entspricht dem Alphabet und auch aufsteigend der Verbreitung in Silaris.

Atomare Waffen
sind in Silaris nicht vorhanden. Das einzige Land mit Uranvorkommen, die theoretisch abbaubar wären, ist Dageyra, allerdings widerspricht die Nutzung toxischer Metalle ohne biologische Bedeutung den dortigen kulturellen Vorstellungen. Den dageyranischen Uranmagiern ist durchaus bewusst, dass ein Potenzial zur Entwicklung von Waffen vorhanden ist, allerdings wird dies aus dem oben genannten Grund und weil sich Dageyra auch so gut verteidigen kann, nicht weiterverfolgt.
In den anderen Ländern ist die Existenz von Uran nicht bekannt und die Radioaktivität allgemein auch wenig verstanden. Elementarmagier können zwar wahrnehmen, dass sich Kalium teilweise in Calcium und Argon umwandeln kann, näher erforscht wurde dies jedoch bisher nicht.
Entsprechend fehlen in Silaris auch die medizinischen Anwendungen radioaktiver Isotope, die jedoch teilweise durch Elementarmagieanwendungen ersetzt werden können. Künstliche Elemente gibt es in Silaris ebenfalls nicht.

Biologische Waffen
Infektionskrankheiten stellen in Silaris dagegen ein vergleichbar großes Problem dar wie bei uns auf der Erde, wobei die voll entwickelten Magier der in der DNA enthaltenen Elemente (Kohlenstoff, Stickstoff, Wasserstoff, Sauerstoff und Phosphor) allerdings nicht, oder nur leicht daran erkranken. Im Verhältnis zur Gesamtheit der Elementarmagier sind Gaben für diese Elemente häufig, im Verhältnis zur Gesamtbevölkerung betrifft dies jedoch weniger als 1 % der Menschen, sodass der Effekt gering ist. Bei guter Schulung können diese Magier auch Infektionskrankheiten bei anderen erfolgreich behandeln, allerdings ist das mühsam und nur bei wenigen Patienten pro Magier möglich.
Schwere, stark ansteckende Infektionskrankheiten stellen die Länder von Silaris also vor ähnlich große Herausforderungen wie sie das bei uns tun.
Dies verleiht ihnen zwar andererseits das Potenzial, den Feind stark zu schwächen, macht sie andererseits aber auch schwer kontrollierbar. Alle politischen Verantwortlichen wissen, dass es innerhalb von Silaris nicht möglich ist, eine Epidemie auf ein Land zu beschränken.
Trotzdem finden in Arunien, Avechain, Elavien und Temira geheime Biowaffenforschungen statt, in Ruaris gab es diese in der Vergangenheit. Ziel dieser Forschungen in allen betroffenen Ländern ist die Entwicklung eines Krankheitserregers, der bei den Gegnern schwere Erkrankungen auslöst, während die eigenen Leute immun sind, oder zumindest nur leicht erkranken.

Eine mögliche Strategie, um dieses Ziel zu erreichen, ist die Verwendung von Krankheitserregern, gegen die Impfstoffe oder schnell und effektiv wirksame Medikamente vorhanden sind, die den Feinden jedoch nicht bekannt sind, bzw. diesen vorenthalten werden können. Die Erforschung dieser Krankheiten findet teilweise auch im zivilen Umfeld statt, wobei es offiziell nur um die Entwicklung der Impfstoffe oder Medikamente gehen soll.
Weitere Strategien sind die Nutzung von Erregern, die nur unter bestimmten Klimabedingungen virulent sind, sowie solchen, die aufgrund der genetischen Unterschiede verschiedener Volksgruppen nur für die Feinde gefährlich sind.
Ein arunisches Grundlagenforschungsprojekt zu diesem Thema kam jedoch zu dem für das Militär ernüchternden Ergebnis, dass die Sariler genetisch so vielfältig sind, dass sie hierfür kein geeignetes Ziel darstellen.
Das einzige Land, das offen zu seinem Biowaffenforschungsprojekt steht ist Elavien, was insbesondere der Abschreckung dienen soll, da Elavien (offiziell) nicht über Elementarmagier verfügt.
Alle genannten Länder arbeiten auch an Pflanzen- und Nutztierpathogenen, in Sarilien gibt es außerdem ein von Ministerin Brajana geleitetes Forschungsprojekt, das herbizidresistente Superunkräuter zum Ziel hat. Die militärische Relevanz dieses Projekts wird jedoch in Zweifel gezogen und das Ganze eher als Hobby der Ministerin betrachtet.

Bisher wurden biologische Waffen gegen Menschen in Silaris in keinem Krieg im großen Stil angewendet, da die Risiken nicht zu kontrollieren waren. Es kam jedoch zu Anschlägen und versehentlichen Freisetzungen, die im kleineren Rahmen zum Ausbruch unbekannter Krankheiten führten.
Der Einsatz von Pflanzenpathogenen wurde durch die Arunier im Arisaja-Krieg getestet, erwies sich jedoch als relativ ineffizient und wurde durch den großflächigen Herbizideinsatz ersetzt.
Die Dageyraner verwenden traditionell Gifte von Tieren und Pflanzen im Krieg, was jedoch (zumindest ihrer Meinung nach) nicht unter die Definition einer Massenvernichtungswaffe fällt.

Chemische Waffen
sind in Silaris sehr beliebt. Die allermeisten Silaris-Bewohner würden dieser Behauptung entschieden widersprechen. Fakt ist aber, dass Chemiewaffen in den beiden letzten großen Kriegen von Silaris eine bedeutende Rolle gespielt haben.
Sie lassen sich durch Elementarmagier gut kontrollieren und bei Bedarf vernichten, was die Hemmschwelle für eine Anwendung senkt, denn das Risiko durch die eigenen Gifte zu Schaden zu kommen, ist für eine Armee mit entsprechend ausgebildeten Elementarmagiern sehr gering. Es ist relativ leicht möglich, Feinde zu vergiften und das betroffene Gebiet danach zu dekontaminieren, sodass die gegnerische Infrastruktur unbeschädigt übernommen werden kann.
Die Anzahl geeigneter Elementarmagier genügt jedoch genau wie bei den Infektionskrankheiten nicht, um die gesamte Bevölkerung effektiv zu schützen, insbesondere dann nicht, wenn diese Elementarmagier mit den Soldaten unterwegs sind und beide Seiten Chemiewaffen einsetzen.

Im Arunisch-Ruarischen Krieg führte dies dazu, dass sich auf dem Schlachtfeld im Großen und Ganzen eine Patt-Situation entwickelt hat, da beide Seiten über Elementarmagier verfügten. (Die Arunier insistieren darauf, dass den Ruariern in Bezug auf die Ausbildung und den Einsatz von Elementarmagiern weit überlegen waren und beim Thema Ausbildung stimmt das auch, kriegsentscheidend war dies jedoch nicht.)
Um den Gegner trotzdem zur Kapitulation zu zwingen, versuchten beide Seiten, die Moral der Feinde durch Chemiewaffenangriffe auf Zivilisten zu schwächen. Die bekanntesten dieser Angriffe waren die gegen die beiden Großstädte Varnelor in Arunien und Elkmar in Ruaris. Diese Taktik brachte großes Leid über beide Länder, verbunden mit viel Misstrauen gegenüber der damals noch jungen chemischen Industrie und der nicht so jungen Elementarmagie. Insbesondere der Ruf von Chlor- und Fluor- aber auch von Phosphormagiern hat sich in den betroffenen Ländern stark verschlechtert.
Die Entscheidung im Krieg brachte sie nicht. Ohne dass ich arunische Hofberichterstatterin sein möchte, muss ich doch sagen, dass die ruarische Niederlage letzten Endes auf die Egozentrik und Irrationalität der dortigen Machthaber zurückzuführen war, die irgendwann zum Verlust des Rückhalts in der Bevölkerung fühlte. Es gibt allerdings immer noch Leute, die behaupten, dass Arunien den Krieg wegen seiner Chemiewaffen gewonnen hätte und der hierfür Verantwortliche, Chlormagier Rabanus Ostreatus war davon auch bis zu seinem Tod überzeugt und über die fehlende Anerkennung enttäuscht. Das Thema ist ein sehr heikles, das man in den betroffenen Ländern besser nicht anspricht.

Nach dem Krieg wurde die OECE gegründet, um zu verhindern, dass sich so etwas wiederholt. In Avechain offen und in Arunien im Geheimen wurde jedoch weiterhin an Chemiewaffen geforscht, wobei sich die Avechai bisher beim Einsatz auf „weniger tödliche“ (Hallo, Thema von vorgestern) beschränkten, während Arunien trotz des unterschriebenen Vertrags gegen die Sariler im Arisaja-Krieg offiziell Herbizide einsetzte, die zwar theoretisch gegen Pflanzen gerichtet, praktisch aber auch für Menschen nicht gesund waren.
Endgültig gegen den Vertrag verstoßen wurde dann durch den Chemiewaffeneinsatz gegen die sarilische Stadt Alijan, der allerdings hinter dem Rücken des Präsidenten und der Mehrheit der Regierung stattfand.
Inzwischen verfügt auch Sarilien über ein Chemiewaffenprogramm, was dem Rest von Silaris einschließlich Arunien überhaupt nicht gefällt. Die arunische Position bei der Forderung nach Einhaltung der OECE-Richtlinien wurde jedoch durch Bekanntwerden des Einsatzes in Alijan stark geschwächt…

#62 RE: Amanitas Tagesthemen-Bastelthread: Aktuell: Sumpffieber von Amanita 24.04.2020 22:11

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Dergomstränen

Habitus und Namen

Die Dergomsträne ist eine Pflanzenart, die in Elavien, Dageyra, im nordöstlichen Sarilien sowie im südlichen Avechain wächst. Die blutroten Blüten sind tropfenförmig, was der Pflanze zu ihrem elavischen Namen verholfen hat.
Die Dageyraner bezeichnen sie als Feuerkraut, diese Bezeichnung ist jedoch nicht eindeutig, weil er in den kühleren Regionen von Silaris für andere Pflanzen verwendet wird.
Die Pflanzen werden etwa zwanzig Zentimeter hoch und verfügen über gefiederte, leicht behaarte Blätter. Die Haare helfen ihnen dabei, Feuchtigkeit aus der Luft aufzunehmen und sind bei den elavischen und avecheyanischen Pflanzen am stärksten ausgeprägt.
Genetische Untersuchungen zeigen, dass es sich nicht um unterschiedliche Arten handelt, sondern dass sich die Behaarung an die Wasserverfügbarkeit am Standort der Pflanze anpasst. In Dageyra kommen jedoch noch sehr ähnliche Arten vor, die sich jedoch durch weiße bzw. blaue Blüten unterscheiden.
Die Dergomstränen werden durch Insekten bestäubt und bilden kleine Samenkörner aus, die vom Wind verteilt werden. Die Pflanze ist einjährig und stirbt nach der Bildung der Samen ab. Da sie sich selbst aussäht, wachsen jedoch immer wieder neue Pflanzen an geeigneten Standorten nach.
Wegen ihrer dekorativen Blüten werden die Dergomstränen in Arunien, Ruaris und Temira als Zierpflanzen angebaut, die dort allerdings nur im Sommer im Freien stehen dürfen.

Giftigkeit

Die Samen und alle anderen Pflanzenteile bis auf die bestäubungsbereiten Blüten sind für Insekten, andere Tiere und auch den Menschen giftig. Ihr Gift ist mit dem des dageyranischen Suvitbaums und dem des ebenfalls in Elavien verbreiteten Fliegenkrauts verwandt, allerdings ist die Konzentration niedriger und die Wirkung schwächer, sodass der Verzehr von mehreren Pflanzen nötig ist, um eine gefährliche Vergiftung zu erzielen.
Tödliche Vergiftungen sind die absolute Ausnahme, da hierfür relativ große Mengen gegessen werden müssten, was aber nicht passiert, da die Pflanzen hart und faserig sind und bitter schmecken. Bevor eine gefährliche Menge erreicht wird, kommt es im Normalfall schon wegen der Konsistenz der Pflanzen zum Erbrechen. Auch gegart ist die Konsistenz der Pflanze immer noch so, dass sie freiwillig aussortiert wird, wobei aber in Ausnahmefällen schon strikt zum Leeressen ihrer Teller erzogene Menschen Vergiftungen erlitten haben.
Das Gift stimuliert genau wie bei Suvitbaum und Fliegenkraut elementarmagische Fähigkeiten.

Kulturelle Bedeutung
Die Dergomstränen sind in Elavien Teil des Blumenschmucks, den unverheiratete Mädchen beim Madori-Fest im Haar tragen. Bei diesem Fest wird der Sieg über den Tyrannen Faganu durch den elavischen Helden Madori im Zweiten Krieg der Elemente gefeiert.
Nach der elavischen Legende sind die Dergomstränen entstanden, als die Angehörigen des gleichnamigen Volkes bei ihrer Vernichtung blutige Tränen weinten, die zum Gedenken an sie zu Blumen wurden.
Diese Geschichte hat allerdings nichts mit der Realität zu tun. Die Pflanzen existierten schon lange vor den Elementskriegen und wurden im antiken Elavien wegen ihrer magiefördernden Wirkung besonders geschätzt. Dieser Effekt ist in Elavien heutzutage jedoch nicht mehr bekannt, da die Giftwirkung und Konzentration deutlich geringer sind als beim Fliegenkraut. (Dieses wird von manchen Elaviern als künstliches Produkt der Elementskriege bezeichnet, existierte aber genau wie die Dergomstränen schon vorher.)
Für Arunier und Ruarier sind die Dergomstränen jedoch die einzige entsprechend wirksame Pflanze, die für sie leicht zugänglich ist und wird deshalb auch zu diesem Zweck konsumiert. Da die Pflanze im Rohzustand nicht zu essen ist, wird sie zu diesem Zweck püriert, ein Tee aus ihr gekocht, oder die Samen direkt verzehrt oder in Gebäcke verarbeitet. Hierbei kam es gelegentlich auch zu schwereren Vergiftungen und einem Todesfall in Arunien. Die Methode ist aber immer noch wesentlich sicherer als das Trinken von phosphorhaltigen Insektiziden mit demselben Ziel, was jedes Jahr in Arunien und Ruaris eine zweistellige Zahl an Todesopfern fordert.
Daneben gibt es in auch Studien, ob sich die Pflanzensamen zu einem halbwegs verträglichen, elementarmagiestabilisierenden Medikament verarbeiten lassen.
In Dageyra ist die Pflanze einfach ein hübsches Wildkraut ohne Bedeutung, die Avechai betrachten sie als lästiges Unkraut.

#63 RE: Amanitas Tagesthemen-Bastelthread: Aktuell: Sumpffieber von Nharun 03.10.2020 17:02

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Wenn ich mir die letzten Beiträge so anschaue, bemerke ich, dass ich nur ein Lobs da gelassen habe. Ich hoffe das hat nicht dazu geführt, dass du keine Tagesbasteleien mehr anstellst - denn ich lese sie wirklich gerne!

#64 RE: Amanitas Tagesthemen-Bastelthread: Aktuell: Sumpffieber von Amanita 03.10.2020 17:15

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Zitat von Nharun im Beitrag #63
Wenn ich mir die letzten Beiträge so anschaue, bemerke ich, dass ich nur ein Lobs da gelassen habe. Ich hoffe das hat nicht dazu geführt, dass du keine Tagesbasteleien mehr anstellst - denn ich lese sie wirklich gerne!

Danke
Ne, das liegt eher daran, dass ich das Thema wegen des neuen Designs nicht mehr so spontan sehe. Mein Link führt mich direkt zu den neuen Beiträgen und wenn ich da das Tagesthema sehen will, muss ich es extra anklicken, was ich meistens nicht tue. Die spontane Inspiration fällt dann so weg.

Wobei, hm, was haben wir heute. Berühmte Waffen. Mal gucken...

#65 RE: Amanitas Tagesthemen-Bastelthread: Aktuell: Sumpffieber von Amanita 03.10.2020 19:42

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Es gibt noch ein weiteres Pflänzchen, wobei eine Unterart schonmal Thema der WBO im anderen Forum war, aber das Drumherum nicht.

Die Bohne des Grauens



Soll das jetzt eine Parodie werden? Oder der Beitrag zum Halloweenbasteln? Und was hat es eigentlich mit berühmten Waffen zu tun?

Die fragliche Pflanze hat herzförmige Blätter, einen deutlich stabileren Stängel als normale Bohnen, sodass sie ohne Stütze gedeihen kann und kleine kelchförmige Blüten, die je nach Sorte weiß, rosa, violett oder gelb sein können. Aus diesen Blüten entwickelt sich eine Hülsenfrucht, die von einem weißlichen Häutchen umgeben ist.
Blätter, Stängel und Blüten sind stark giftig, da sie cyanogene Glykoside enthalten. Zusätzlich sind in diesen Pflanzenteilen und auch in den Hülsen und deren Häutchen Alkaloide enthalten, die beim Verzehr großer Mengen Bauchschmerzen und Durchfall, aber auch neurologische Ausfallerscheinungen und Halluzinationen verursachen. In kleinen Mengen konsumiert wirken diese Inhaltsstoffe jedoch angenehm berauschend und haben bei Frauen außerdem noch aphrodisierende Wirkungen. Beim Kochen werden sie teilweise zerstört, sodass die Bohnen selbst völlig ungiftig werden und als proteinreiches Lebensmittel genutzt werden können. Das Häutchen enthält allerdings höhere Konzentrationen, sodass Rückstände erhalten bleiben und ihre dann nicht unbedingt unerwünschte Wirkung entfalten können...
Die Pflanzen sind in verschiedenen Regionen von Silaris endemisch, wobei jeweils unterschiedliche Sorten vorkommen, die an den jeweiligen Standort angepasst sind, sich aber ansonsten von den Eigenschaften her sehr ähneln. Benannt werden sie üblicherweise nach der größten Stadt in ihrem Hauptvorkommensgebiet. Bekannt ist die elavische Gormar-Bohne, bei die giftigen Inhaltsstoffe aus den Bohnen weitgehend weggezüchtet wurden, die sarilische Alijan-Bohne und die fast ausgestorbene ruarische Kaiolan-Bohne.
Die Einfuhr roher, keimfähiger Bohnen ist in fast ganz Silaris verboten, was sowohl mit Bestimmungen gegen Drogen, als auch mit dem ausgesprochen invasiven Charakter der Pflanzen zu tun hat. Die Bohnen dürfen nur geröstet importiert werden, allerdings sind sie auf dem Schwarzmarkt auch im rohen Zustand zu haben.

Die Bohne kann andere Pflanzen auf Freiflächen rasend schnell verdrängen, da sie sehr schnell wächst und anderen Pflanzen hierdurch das Licht nimmt, außerdem durchwuchern ihre Wurzeln die Wurzeln anderer Pflanzen und nutzen sie zur eigenen Nährstoffgewinnung, sodass auf einer betroffenen Fläche bald nichts anderes mehr wächst. Außerdem ist sie auch noch gegen viele Umwelteinflüsse und Herbizide resistent und muss dort, wo sie gezielt angebaut wird, aufwändig durch mechanische Sperren zurückgehalten werden.

Dieses Verhalten der Pflanzen ist schon seit Jahrhunderten bekannt und den Menschen sehr unheimlich. In den Regionen, wo die Pflanzen endemisch sind, insbesondere in Ruaris und Tessmar, erzählt man sich, dass sie während des Kriegs der Elemente von den Phosphormagiern gezüchtet (bzw. mittels Gentechnik hergestellt) wurden, um sie dann als Waffe auf den Feldern der Feinde auszubringen und diese unbrauchbar zu machen, sodass die Bewohner verhungern mussten, oder dazu gezwungen waren, sich der Vorherrschaft der Phosphormagier zu unterwerfen. Außerdem sollte die Pflanze auch noch zur Entehrung der Frauen beitragen.
Die ärmeren Bewohner der betroffenen Gebiete litten aufgrund der Plage tatsächlich bald Hunger und waren in ihrer Not dazu gezwungen, die Bohnen zu essen, wobei sich heraustellte, dass diese essbar waren, weil die Schöpfer der Pflanze da offenbar einen Fehler gemacht haben.

Diese (und andere) Geschichten von grauenhaften Pflanzen ähneln sich in den drei ansonsten sehr unterschiedlichen Regionen sehr, gleichzeitig beteuern aber Phosphormagier aus verschiedensten Ländern, die sich sonst nicht viel zu sagen haben wie die sarilische Ministerin Brajana, die arunische Zirkelrätin Odetta Placia und der ruarische Vize-OECE-Botschafter Varin Kiris, dass es sich bei diesen Behauptungen lediglich um Gräuelpropaganda handelt, die von Magiern anderer Elemente in die Welt gesetzt wurde. In Wirklichkeit habe man nur versucht, eine robuste Eiweißpflanze zu züchten, was ja auch gelungen ist.
Brajana konnte sich jedoch auch den Kommentar nicht verkneifen, dass bisher noch keine dieser Bohnensorten in Arunien wächst und dass sich das doch dringend ändern sollte. Nicht jedem war der Sarkasmus hinter dieser Aussage bewusst...

#66 RE: Amanitas Tagesthemen-Bastelthread: Aktuell: Sumpffieber von Elatan 04.10.2020 12:08

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"Cyanogene Glycoside" musste ich erstmal googlen - wieder was gelernt. Ich finde es allgemein immer ziemlich cool, dass man bei deinen Basteleien merkt, dass du dich wirklich mit der Thematik auskennst. Für die Bewohner war es aber wirklich ein Glück, dass die Bohnen genießbar sind.

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