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#1 Einhundertsechzehntes Speedbasteln am 27.11.2019: Kriegstänze von Nharun 25.11.2019 19:32

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Speedbasteln. Speedbasteln. Speedbasteln! Sei auch du am Mittwoch ab 20 Uhr im Chat oder ab 20:30 Uhr hier im Forum am Start um innerhalb einer Stunde etwas zu einem zufällig bestimmten Thema zu basteln! Yay!

#2 RE: Einhundertsechzehntes Speedbasteln am 27.11.2019 von Teja 27.11.2019 20:29

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Jetzt wird der Klappstuhl ausgegraben und die Axt abgestaubt! Unser Thema lautet Kriegstänze!

#3 RE: Einhundertsechzehntes Speedbasteln am 27.11.2019 von Elatan 27.11.2019 20:30

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Schwingt das Tanzbein und rüstet euch zum Krieg, denn das Thema lautet: Kriegstänze!

#4 RE: Einhundertsechzehntes Speedbasteln am 27.11.2019 von Teja 27.11.2019 20:31

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Ein so wichtiges Thema muss zweimal angekündigt werden!

#5 RE: Einhundertsechzehntes Speedbasteln am 27.11.2019 von Nharun 27.11.2019 21:05

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Gerliking

Fragt man heute jemanden nach einem typischen arbischen Tanz, so wird jeder das Gerliking erwähnen, bei dem der Tänzer erstaunliche, der Schwerkraft scheinbar widersprechende Figuren an einer vertikalen, im Boden – und in Gebäuden auch oft der Decke – verankerte Stange vollführt.

Außerhalb der arbischen Ländern findet man solche Tänzer vor allem im Varieté oder als erotische Animatoren, doch bei den Arben ist es bis heute üblich, dass Soldaten diesen Tanz erlernen. Bis heute? Ja, denn die Ursprünge des Gerliking reichen weit zurück.

Wie jeder, der den arbischen Begriff richtig übersetzen kann weiß, liegen die Ursprünge des heutigen „Stangentanz“ in einem antiken „Speertanzen“. Die Arbaren des Altertums vollführten vor Schlachten Tänze um in den Boden gerammte Speere, um ihren Strediu Heljar – den Schlachtengott – zu ehren und sein Wohlwollen und seine Aufmerksamkeit auf sich zu lenken. Die Asiranisierung konnte diese Tradition nicht brechen, auch wenn die religiöse Komponente seit der Klassik zunehmend verloren ging.

Seit dem Mittelalter sind feste Stangen für das Gerliking bekannt und deren Stabilität und Größe ermöglichte auch die Steigerung der Tänzerzahl von einem zu zwei oder sogar drei Tänzern pro Stange.

Während das Gerliking über die Jahrhunderte eine rein männliche Domäne war, findet man in den letzten Jahrzehnten auch zunehmend Frauen, die es erlernen und vorführen.

In Arbeskire und Sorbenien ist das Gerliking nicht nur eine Form des Fitnesstrainings für Soldaten oder eine Freizeitsportart für das Volk, sondern eine regelrechte Sportart, bei der es organisierte Wettkämpfe gibt, so dass durch die Konkurrenz der Tanzmannschaften und ihrer Anhänger sogar wieder eine kriegerische Komponente zum Gerliking zurückgekehrt ist.

#6 RE: Einhundertsechzehntes Speedbasteln am 27.11.2019 von Teja 27.11.2019 21:07

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Warum Tennisspieler unbeliebt sind


Elfen sind wenig beeindruckend. Sie sind klein, nervig und die meisten Leute ignorieren sie einfach. Es gibt sogar ein paar besondere Elfenhasser, die Elfentennis betreiben, wenn sie glauben, nicht erwischt zu werden.

Meistens treten Elfen in Schwärmen auf. Ob das nun ein instinktiver Zusammenschluss ist oder ob sie das zur Selbstverteidigung tun, wissen wir nicht. Vielleicht ist an beiden Varianten etwas Wahres dran.

Elfen können ganz normal sprechen, auch wenn ihre piepsigen Stimmen erst einmal gewöhnungsbedürftig sind. Wenn sie sich zu Schwärmen zusammentun, haben sie allerdings noch eine weitere Sprache, die sowohl schön als auch beeindruckend ist. Oder auch unheimlich, je nachdem.
Im Schwarm können sie sich koordinieren wie Vögel und agieren dann nicht mehr als Individuen, sondern als eine Einheit. Gerade wenn sich das Licht auf den Flügeln spiegelt, ist das ein Anblick, der seines gleichen sucht.

Einmal sah ich, wie ein Schwarm gerüsteter Elfen auf einen Tennisspieler losging. Sie haben ihn nicht einfach angegriffen. Zuerst haben sie ihn eingekreist, ihm dann ihre Waffen gezeigt und dann führten sei einige komplizierte Flugmanöver durch, bei denen sie wie bei einem Tanz darstellten, wie sie ihn mit den Cocktailspießen durchbohren würden. Ich war mir damals sicher, dass sie das alles taten, damit der Tennisspieler auch wirklich verstand, was sie vorhatten. Danach haben sie sich auf ihn gestürzt und ihn mit tausenden kleiner Stichwunden getötet. Zu guter Letzt stülpten sie ihm seinen Tennisschläger über den Kopf und hingen die Leiche an eine Straßenlaterne. Später hieß es dann, es wäre „Bandengewalt“ gewesen.

#7 RE: Einhundertsechzehntes Speedbasteln am 27.11.2019 von Elatan 27.11.2019 21:16

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Der Himmelhöllenvogel


Der Name des Angajahimbun, der in den etwas lichteren nördlichen Gefilden des großen Urwalds von Ilranuh lebt, bedeutet übersetzt in etwa Himmelhöllenvogel und ist recht treffend, wenn die Fragen, die er aufwirft, beantwortet werden. Der Angajahimbun kann nicht fliegen; seine Flügel sind wie die des atamerischen Schreckenshuhns verkümmert und wie bei diesem sind die Beine umso kräftiger. Der »Schnabel« ist jedoch das, was ihn deutlich vom Schreckenshuhn und anderen Vögeln unterscheidet; tatsächlich hat der Angajahimbun keinen richtigen Schnabel, sondern eine lange und spitze, mit kleinen, messerscharfen Zähnen bewaffnete Schnauze, die stark verhornt ist – und so optisch wiederum so sehr einem Schnabel ähnelt, dass sie als solcher immer bezeichnet wird. Der Vogel – wenn es denn überhaupt einer ist – ist mit diesem Schnabel überaus gut ausgestattet, wenn er auf die Jagd geht. Zu seiner Beute gehören unter anderem auch giftige Schlangen, die mit ihren Zähnen jedoch unmöglich etwas gegen den Schnabel ausrichten können. Doch neben Schlangen, Eidechsen und anderen kleinen Tieren, jagt der Angajahimbun mitunter auch Rehe oder Wasserschweine. Von diesem Vogel getötet zu werden ist keine schnelle Angelegenheit: Während die meisten Prädatoren ihre Beute mit einem Biss töten und dann fressen, fehlt dem Angajahimbun hierzu bei größeren Tieren wohl die Kraft im Schnabel. Stattdessen verkrüppelt er häufig seine größeren Beutetiere mit dem Schnabel und seinen Klauen so weit, dass sie nicht mehr fliehen und sich wehren können, und beginnt damit, sie bei lebendigem Leibe aufzufressen. Damit wäre nun beantwortet, warum man ihn Höllenvogel nennen könnte.

Der Himmelteil erklärt sich, wenn man das Gefieder des Angajahimbun betrachtet: In den herrlichsten Farben schimmert es und kein Vogel gleicht einem anderen. Die Schwanzfedern erinnern an die des Pfaus, wenngleich sie nicht so lang sind, wie bei diesem, und anders gemustert sind. Mit den Schwanzfedern schreckt der Angajahimbun Feinde und Rivalen ab, am wichtigsten scheinen sie allerdings bei der Balz zu sein.

Die Hähne haben kein festes Revier. Stattdessen sind sie ihr Leben lang auf Wanderschaft und bleiben nur zur Aufzucht der Jungen bei einem Weibchen, das sie später wieder verjagt. Um sich aber zu paaren, muss ein Hahn sich erst einmal als würdig erweisen und gegen Konkurrenten durchsetzen.

Die Kämpfe der Hähne sind wunderschön anzusehen und im Tierreich einzigartig; ja auch bei jedem einzelnen Hahn ist er anders als bei den anderen. Häufig verneigen die Hähne sich voreinander und präsentieren dabei ihre Schwanzfeder und den Rücken. Das vereinende Element all dieser individuellen Tanzstile ist allerdings, dass sie immer wieder ihre Hälse ihrem Gegner gegenüber entblößen und ihm die Gelegenheit geben, zuzubeißen. Es ist in der Tat ein überaus tödliches Spiel: Die Hähne versuchen zwar immer, den Hals ihres Konkurrenten zwischen die Zähne zu bekommen, sie bleiben aber bis zuletzt bei ihrem wunderschön anzuschauenden Tanz und gehen nicht so plump und brutal aufeinander los, wie es zum Beispiel die Atamerischen Schreckenshähne tun, die wild aufeinander einhacken. Ein Angajahimbun beißt in einem Kampf nur ein einziges Mal zu: Entweder er tötet seinen Rivalen mit diesen Biss in den Hals, oder aber er verletzt ihn nur. Der Kampf ist in beiden Fällen vorbei, denn wenn er es nicht schafft, seinen Rivalen mit einem Biss zu töten, wird er von dem Weibchen attackiert, dass sich allem Anschein nach nicht mit einem Hahn zufriedengeben will, welcher den Todesbiss nicht meistert. Nicht selten kommt es daher vor, dass die beiden Rivalen gemeinsam vor einer wütenden Henne fliehen – die durchaus mehrmals zubeißen würde.

#8 RE: Einhundertsechzehntes Speedbasteln am 27.11.2019 von Chrontheon 27.11.2019 21:27

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Der folgende Beitrag kann Spuren von Namensplatzhaltern enthalten.

Das Fest zum Ausrücken

Die Einheimischen haben uns schon lange fasziniert. Wir studieren sie, seit wir unsere Wurzeln im Süden haben sprießen lassen. Sie mögen wild, ungebildet, unzivilisiert und barbarisch sein, ihre eigenen Kinder essen und nachts um Feuerkreise tanzen, doch mit unserer Hilfe konnten sie sich an einen zivilisierten Lebensstil aneignen.

Dazu gehört nun auch, da sie sich unserer großartigen Nation unterwarfen, den Wehrdienst zu leisten. Und mit welch einer Begeisterung sie an den Wehrdienst gehen! Apelle, Waffenübungen, Paraden ... das alles machen sie ohne Widerrede, ganz, wie ihnen befohlen, als ob sie unserem stolzen Volke angehörten! Da könnte einer der unseren sich ein Beispiel nehmen!

Nun, da wir erneut die internationale Aufmerksamkeit durch den gewinnenden Bürgerkrieg haben, und der Generalstab einen erneuten Krieg gegen Ugaria vor sich sieht, sind wir nun angehalten, die Heimtruppen mit Unterstützungsregimentern aus den Kolonien auszustatten. Zu diesem Zwecke verwenden wir die bereits ausgebildeten Trupps, die in ihrer Absolventenfeier verabschiedet werden, um an die Heimfront auszurücken.

Hierbei entdecken wir eine kulturelle Besonderheit, die uns bisher vollkommen entgangen war: Die Südlandsoldaten, denen die Tatsache, dass sie in den aktiven Krieg ziehen werden, wohl bewusst ist, spielten Musik, sangen Lieder, und tanzten Tänze, die dem Thema gewidmet waren.

Die Tänze im Besonderen – da wir der einheimischen Sprache zum Verständnis der Lieder leider nicht bemächtigt sind – haben unsere Aufmerksamkeit erweckt. Sie werden mit den traditionellen Waffen – Klinge, Speer und Bogen – ausgeführt, und stellen wahrscheinlich einen Schaukampf in spielerischer Darstellung dar. Zur rhythmischen Musik tanzen sie, und stimmen sich gemeinsam mit den Zuschauern auf die kommenden Kämpfe ein.

Zuversichtlich, dass unsere Regimente die Ausbildung mit Auszeichnung abgeschlossen, und sich durch die Tänze in die richtige Stimmung gebracht haben, entsenden wir nun die Truppen des Südens als Unterstützung der Heimtruppen.

Gezeichnet im Bericht,

Generalleutnant Martol Tarnin

(Die Berichte des Generalleutnant Tarnin aus den Kolonien von Takluncia, Frühling 1985)

#9 RE: Einhundertsechzehntes Speedbasteln am 27.11.2019 von Nharun 27.11.2019 21:30

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Vorbei! Ab jetzt wird nachgereicht!

#10 RE: Einhundertsechzehntes Speedbasteln am 27.11.2019 von Chrontheon 27.11.2019 22:18

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*Lobsbeeren verteil*

@Nharun: Also ich hab mich auch schon gefragt, warum ausgerechnet Soldaten so tanzen! Die Speere waren damals noch von guter Qualität, so stabil wie die sein mussten!

@Teja: Also der Titel war schon vielversprechend (wobei ich beim Lesen dessen ein deutlich anderes Bild vor Augen hatte als nach dem restlichen Beitrag), aber der erste Absatz hat mich eindeutig davon überzeugt, dass meine Erwartungen viel zu tief gesetzt waren! Der Beitrag wurde immer besser! [Dazu sag ich gleich, dass ich auf der Seite der Elfen bin, aber nicht aus Angst, sie könnten das gleiche mit mir tun! :D] Welche Welt ist das eigentlich?

@Elatan: Das sind ja Prachtviecher! :D Wieviele Jungtiere gibt es so pro Saison?

#11 RE: Einhundertsechzehntes Speedbasteln am 27.11.2019 von Elatan 28.11.2019 16:26

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@Nharun: Tanzen an Stangen, soso. Gefällt mir, was du daraus gemacht hast!
@Teja: Urgh, garstige Mistviecher. Das war definitiv Bandengewalt!
@Chrontheon: Na ob das alles so reibungslos und gut ablaufen wird, wie der Generalleutnant es beschreibt, oder ob er vielleicht etwas missdeutet?

Zitat von Chrontheon im Beitrag #10
@Elatan: Das sind ja Prachtviecher! :D Wieviele Jungtiere gibt es so pro Saison?

Pro Saison? Keine Ahnung, dafür müsste ich ja mehr oder weniger genau wissen, wie viele Tiere es überhaupt gibt. Ich glaube, eine Henne legt 3-5 Eier. Aber darauf lege ich mich jetzt nicht fest.

#12 RE: Einhundertsechzehntes Speedbasteln am 27.11.2019 von DrZalmat 28.11.2019 23:06

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Tolle Geschichten alle!

@Elatan Klingt als würden die Viecher irgendwo auf halbem Weg zwischen Dino und Vogel stecken mit dem verhornten bezahnten Gebiss. Das oder sie sind ein Vogel denen das Gen für den Schnabel etwas abhanden gekommen ist, ich musste spontan daran denken: Wissenschaftler manipulieren Gene eines Huhns damit es Zähne wie ein Dino bekommt Denen möchte ich gleichzeitig begegnen und gleichzeitig nicht begegnen... kann man die zähmen?

@Chrontheon Erinnert mich an ein paar afrikanische Kulturen. Welcher Art sind die Lieder? Fröhlich? Traurig? Actionreich? Ich kann mir gut vorstellen dass das ziemlich badass aussieht wenn die alle singend und tanzend ausrücken...

@Teja Ungelogen das erste Mal dass ich laut lachen musste bei einem Beitrag! Fantastisch!

@Nharun Ich les immer noch jedes Mal auf den ersten Blick Araber Deshalb dachte ich... Araber haben den Pole Dance erfunden? Interessant! Aber tolles Konzept... jeder der schonmal professionelle Poledancer gesehen hat kann bestätigen wie anstrengend das ist und wie fit und flexibel man dafür sein muss. Muskeln wie Drahtseile. Also ja, kann mir gut vorstellen dass das zum Training genutzt wird. Nur eine Frage: wie haben die Soldaten damals die Speere fixiert? Einfach in den Boden stecken war es sicher nicht oder?

#13 RE: Einhundertsechzehntes Speedbasteln am 27.11.2019 von Chrontheon 28.11.2019 23:42

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Zitat von DrZalmat im Beitrag #12
@Chrontheon Erinnert mich an ein paar afrikanische Kulturen. Welcher Art sind die Lieder? Fröhlich? Traurig? Actionreich?

Puh, die Lieder ... von den Adjektiven, die du nanntest, passt "actionreich" wahrscheinlich am besten ...

Zitat von DrZalmat im Beitrag #12
Ich kann mir gut vorstellen dass das ziemlich badass aussieht wenn die alle singend und tanzend ausrücken...

Naja, das Ausrücken selbst passiert schon in Formation. Gesungen und getanzt wird nur am Fest davor. Aber ja, schaut episch aus! :D

#14 RE: Einhundertsechzehntes Speedbasteln am 27.11.2019 von Teja 29.11.2019 16:33

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So, zum Wochenende gibt es endlich die lang erwarteten Lobsbeeren!

@Nharun Ich stelle mir das sehr beeindruckend vor, wenn so ein ganzer Kriegstrupp synchron seine Muskeln spielen lässt.
@Elatan Was man nicht alles für die Frauen tut und dann sind die auch noch so anspruchsvoll!
@Chrontheon Ich mache mir Sorgen um Takluncia!




Zitat von Chrontheon im Beitrag #10
Welche Welt ist das eigentlich?

Dieser Beitrag wurde präsentiert von der Reihe "Marisu - Betrachtungen eines Störenfrieds".

Zitat von DrZalmat im Beitrag #12
@Teja Ungelogen das erste Mal dass ich laut lachen musste bei einem Beitrag! Fantastisch!


*Verbeug* Das freut mich wirklich!

#15 RE: Einhundertsechzehntes Speedbasteln am 27.11.2019 von Chrontheon 29.11.2019 16:56

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Zitat von Teja im Beitrag #14
@Chrontheon Ich mache mir Sorgen um Takluncia!

Liegt dir das Land schon so sehr am Herzen? :D

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