#1 Zeicheprogramme und Tutorials? von Amanita 23.12.2019 12:45

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Hallo in die Runde

Manche von euch machen ja wirklich immer ganz tolle Bilder von ihren Menschen und Tieren und offenbar auch am Rechner.
Bisher kann ich auf diesem Gebiet ja leider gar nichts, aber natürlich würde ich auch gerne mal zeigen, wie die Dinge bei mir aussehen und habe auch sehr ansprechende Bilder zur Elementarmagie im Kopf, die aber bisher dort bleiben müssen.

Deswegen meine Frage an alle, die sich da auskennen. Wie habt ihr das gelernt? Gibt es da online irgendwelche Möglichkeiten, habt ihr direkt Kurse besucht, Bücher genutzt? Und welche Software bietet sich dafür an?

#2 RE: Zeicheprogramme und Tutorials? von 23.12.2019 15:01

Dazu zunächst eine rein technische Frage (genauer sogar zwei): Wie schnell möchtest du brauchbare Ergebnisse erzielen und mit welcher Art Software arbeitest du lieber? Schwergewichtig und mächtig oder lieber schlank und einfach?

#3 RE: Zeicheprogramme und Tutorials? von Amanita 23.12.2019 15:49

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Zitat von Eisenteddy im Beitrag #2
Wie schnell möchtest du brauchbare Ergebnisse erzielen?

Das dauert eben so lange wie es dauert, aber möglichst schnell wäre natürlich schön.
Zitat von Eisenteddy im Beitrag #2
Schwergewichtig und mächtig oder lieber schlank und einfach?

Mein Rechner ist ein Einstiegsklasse-Laptop, also wäre schlank und einfach wohl besser.

#4 RE: Zeicheprogramme und Tutorials? von Nharun 23.12.2019 16:43

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Ich spreche mal für mich, den ungebildeten Laienmaler: Ich habe keinen Zeichen- oder Malkurs besucht, habe mir aber das ein oder andere Buch gekauft, wie man sie hin und wieder auf irgendwelchen Grabbeltischen findet ("Wie zeichne ich Menschen" und sowas in der Richtung), ansonsten habe ich viel durch ausprobieren und üben gelernt; ich arbeite aber auch gerne mit Photoreferenzen für Haltungen und Mimiken und habe einiges dadurch gelernt Referenzen im Zeichenprogramm nachzuzeichen, d.h. direkt abzupausen. Ich glaube ein Zeichenkurs oder eine entsprechende technische Anleitung wäre bestimmt nett gewesen, aber ich bin nicht so der Kurstyp dafür, daher eigne ich mir alles mehr oder weniger in Eigenregie an und suche mir für konkrete Probleme dann drei, vier Tutorials im Internet zusammen und versuche mit ihnen eine Lösung zu finden. Die meisten Tutorials, die ich im Internet kenne sind, gerade wenn sie so "nebenbei" von Professionellen gezeigt werden: schlecht. Mir fehlen da meist die entscheidenden Schritte um aus der Vorskizze das fertige Objekt zu malen; ich vermute einige wollen ihre "Tricks" dann doch nicht weitergeben, oder für irgendwelche Onlinekurse aufheben, mit denen sie Geld verdienen (was ich auch niemandem verübeln will, wir allen müssen ja irgendwie an Geld kommen).

Was die technische Seite angeht: Ich kann dir die Anschaffung eines Graftiktablets mit Stifteingabe nur empfehlen, wenn du nicht so ein modernes Gerät besitzt, mit dem man schon mit entsprechenden Stiften auf dem Bildschirm rumhantieren kann; denn mit einer Maus sind alle Grafikprogramme umständlicher zu bedienen und deine Handgelenke werden schnell in Mitleidenschaft gezogen. Ich bin mit einem günstigen 20 EUR Modell, das es mal im Aldi gab, gestartet um zu schauen ob das was für mich ist; für den Anfang tut es sowas auch, obwohl teurere Modelle natürlich mehr Komfort mitbringen. Momentan benutze ich ein mittlerweile älteres Wacom Intuos Modell in Größe M, was grob einer Din A4 Größe entspricht; der Support von Wacom ist eher grottig, aber die Geräte sind ganz gut (für Windowsbetriebssysteme) und die Funktionen komfortabel; Modelle wie meins dürften so um die 100 EUR kosten, was natürlich schon eine etwas größere Anschaffung ist, sich meiner Meinung nach aber lohnt, wenn man häufiger mal was digital kritzelt.

Als Zeichenprogramm benutze ich bislang vor allem Artrage, welches sich sehr gut mit dem Stift bedienen lässt und quasi nicht-digitales Zeichnen nachahmt; für manche Funktionen weiche ich auf Gimp aus, benutze es aber eher ungern, weil es nicht so gut mit dem Stift zusammenarbeitet. Vor kurzem hat mich Elatan auf Clip Studio Paint aufmerksam gemacht, das ich zur Zeit teste und das mich sehr anspricht. Ich glaube letztlich spielt aber auch viel Gewöhnung eine Rolle und der Anspruch auf bestimmte Funktionen, die du vielleicht erst mit fortschreitendem Digitalzeichenspaß haben willst. Wenn du dir ein Grafiktablet zulegst, hast du bisweilen auch ein Softwarebundle mit dabei (so kam ich ursprünglich an Artrage).

Wenn du vor hast einen Kurs zu besuchen oder dir ein bestimmtes Buch zulegen willst, ist es natürlich hilfreich wenn du das Zeichenprogramm verwendest, das dort verwendet wird. Bestimmte Dinge sind zwar grundlegend und (weitestgehend) gleich, aber anderes ist eher Programm(familien)-spezifisch, so kann man Photoshop-Tutorials zwar in der Regel auch (recht ähnlich) mit Gimp benutzen, aber eher nicht mit Artrage.

Ich hoffe das ganze war jetzt nicht zu verwirrend

#5 RE: Zeicheprogramme und Tutorials? von Elatan 23.12.2019 16:50

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Ich könnte im Prinzip Nharuns Post kopieren. Ich habe das, was ich kann, auch durch viel rumprobieren hinbekommen und dadurch, dass ich hin und wieder doch mal ein passables Tutorial bei Youtube fand, oder WIP-Bilder. Das wirklich allerallerwichtigste ist aber, egal für welches Programm du dich entscheidest oder ob du bei Papier und Stift bleibst: Üben. Eine Zeit lang habe ich wirklich oft gezeichnet und ich wurde dadurch tatsächlich immer besser. Als ich dann eine ganze Weile nichts mehr tat und mich danach wieder ransetzte, sahen die Bilder tatsächlich wieder schlechter aus. Also immer schön am Ball bleiben und sich vor allem nicht davon entmutigen lassen, dass es anfangs nicht so pralle aussieht.

#6 RE: Zeicheprogramme und Tutorials? von Amanita 23.12.2019 16:59

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Schonmal vielen Dank für eure Tipps.
Vielleicht versuche ich mein Glück dann doch erstmal mit Stift und Papier und einem Buch. (Spart zumindest Strom und ist damit klimafreundlicher. ) Ein zusätzliches elektronisches Gerät ist nämlich aktuell eher nicht drin. Vielleicht ist es auch gar nicht schlecht, wieder ein bisschen mehr "analog" zu machen, wenn das Schreiben inzwischen schon am Bildschirm stattfindet.

Habt ihr denn da irgendwelche Tipps zu den Materialien? Außer natürlich Papier und Bleistift.

#7 RE: Zeicheprogramme und Tutorials? von 23.12.2019 17:16

Nun gut, dann packe ich als Autodidakt mal meine Einschätzung aus.

Zunächst einmal ein paar möglichst leichtgewichtige Programme, die nicht so sehr auf deinen Laptop drücken. Bei denen besteht ohnehin generell die Gefahr, dass der Grafikchip überlastet wird.

-http://mypaint.org/about/
Das ist so ziemlich das absolut simpelste Programm, das ich kenne, welches nicht viel braucht, gleichzeitig aber deutlich über den Funktionsumfang von Microsoft Paint hinausgeht.

- https://firealpaca.com/de/
Das hier hat mehr Umfang als MyPaint, ist aber - glaube ich - werbefinanziert. Zumindest war das früher mal eine Weile so. Ich selbst habe es nie benutzt.

- https://www.systemax.jp/en/sai/
Paint Tool SAI kann mehr als Firealpaca, bewegt sich aber immer noch klar im Rahmen eines "leichtgewichtigen" Programms, das nicht viel verbraucht, aber einfach zu bedienen ist. Allerdings kostet es was, gegenwärtig so 45€. Die Version 1 ist inzwischen veraltet, man kann mit der V1-Lizenz jedoch problemlos die V2 betreiben, wobei die sich in der Beta befindet - ist ein Einmann-Entwickler.

Ansonsten gäbe es das genannte Clip Studio Paint und ArtRage, die beide meist beim Kauf eines neuen Tablets dabei sind. Clip Studio Paint ist allerdings nicht nur fürs Malen, sondern auch fürs Animieren und die Comicerstellung gedacht. Das wiederum bedeutet, dass es jede Menge Schablonen und Pinselformen mitbringt, die alle auf den Arbeitsspeicher drücken, weil das alles beim Start mitgeladen werden will.
ArtRage wiederum wurde eher dazu entworfen, um Leuten, die sonst mit Öl oder Aquarell an der Leinwand malen, ein möglichst authentisches Malgefühl im Digitalbereich zu ermöglichen.

Wenn ArtRage dabei ist, schadet es nicht, es auszuprobieren.

Solltest du noch kein Tablet haben: Für den Anfang brauchst du nichts Großartiges. Eigentlich auch später nicht. Viele Leute denken sich "Wenn ich dieses Cintiq/Wasauchimmer habe/kaufe, dann werde ich sofort voll der geile Zeichner!", aber dem ist nicht so. Wer wirklich "gut" sein will, braucht vor allem Wissen, kein Equipment. Ich habe über zehn Jahre lang mit einem Wacom Bamboo der ersten Generation gearbeitet. Und selbst heute habe ich kein sonderlich größeres Tablet, sondern benutze ein ganz normales Wacom Intuos S.
Das hat DIN A5-Format, macht aber nichts.

Beim Zeichnenlernen selbst kann ich dir nur Folgendes sagen: Wie Nharun sagt, sind Tutorials im Internet eher schlecht und Videokurse meist überzogen verteuert. Zudem erfolgen die gezeigten Schritte gerade bei Videotutorials viel zu schnell, als dass ein Anfänger etwas damit anfangen könnte, da die Erklärungen für das "Warum und wieso eigentlich so und nicht anders?" fehlen.

Ich würde dir raten, beim Zeichnen zunächst im Kleinen anzufangen. Die meisten Dinge auf unserer Welt lassen sich auf drei Formen herunterbrechen, nämlich in Kreise, Dreiecke und Quadrate.
Du könntest zunächst versuchen, einfache Dinge wie Früchte oder eher simple Pflanzen zu malen. An Tiere, Menschen oder gleich Maschinen würde ich mich nur dann rantrauen, wenn du bereits simple Dinge einfach von der Hand und vor allem möglichst ohne vorgefertigtes Motiv zu Papier oder an die digitale Leinwand bringen kannst.
Vor allem sind Pflanzen und Früchte auch ein eher einfaches Motiv, solang man sich nicht gleich an die ultrakomplexen Formen von beispielsweise Blüten traut. Auch das Zeichnen von Bergrücken kann eine ganz gute Übung sein, zumal Berge im Grunde genommen auch nur eine Mischung aus Quadraten und Dreiecken sind.

Edit:
Zu klassischem Zeichnen auf Papier ohne Farbe und Sonstiges: Ordinärer Bleistift und Druckerpapier. Mach' ich auch so.

#8 RE: Zeicheprogramme und Tutorials? von Efyriel 28.12.2019 16:39

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Zum Malen/Zeichnen am Rechner habe ich relativ lange das kostenlose Programm Krita verwendet.
-> https://krita.org/

Grafik-Tablet mit Stift ist zum richtigen Malen wirklich kaum verzichtbar, sonst kann man einfach nicht so 'aus dem Handgelenk heraus' zeichnen.


Zum Malen auf Papier, brauchst du zunächst Papier und beliebige Stifte.
Tutorials gibt es eine ganze Menge, es kommt dabei natürlich darauf an, mit welchen du besser zurecht kommst und was du malen/zeichnen möchtest.
Wenn du ab und an etwas direkt als Vorlage nutzen möchtest, oder deine Skizzen nicht durch eine Farbgebung womöglich ruinieren möchtest, ist ein Leuchttisch eine wirklich gute Sache.
Ich nutze dazu eine Glasscheibe unter die ich meine Schreibtischlampe lege. damit kann man dann wunderbar durchpausen und hat mehrere Exemplare mit welchen mann dann ausprobieren kann.
Für manche Farben sind spezielle Papiere besser als Druckerpapier, du kannst hier aber das günstige Malpapier für Kinder oder Zeichenblöcke ausprobieren. Die Oberflächenbeschaffenheit dieser Papiere ist etwas anders.
Du kannst mit verschiedenen Bleistiften, Buntstiften, oder auch einem handelsüblichen Deckfarbenkasten experimentieren (wie man sie aus der Schule kennt), damit lässt sich schon viel anfangen.

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