#1 Plotdoktor Rom Söldner von Hannes 26.12.2019 21:55

Hallo liebes Forum

Ich wünsche allen ein frohes Weihnachtsfest.


Ich habe die Idee mit dem Monsterjäger wieder verworfen, weil ich lieber etwas historisch korrektes bzw etwas historisch zumindest im Bereich des möglichen schreiben möchte und keine Fantasy.
Ich wollte euch dazu nocheinmal um Hilfe bitten.

Die Geschichten sollte im alten Rom zur Zeit von Gaius Julius Caesar spielen. Weil es mir schwerfällt eine große zusammenhängende Geschichte zu schreiben wollte ich es diesesmal in einzelne Kurzgeschichten aufteilen, die von den einzelnen Aufträgen des Protas handeln.
Der Protagonist sollte ein Mann fürs Grobe bzw Karavanen Wächter bzw Kopfgeldjäger sein.
Der Protagonist ist Kelte aus Noricum, das ist das heutige Österreich und er arbeitet als quasi Söldner in Noricum und Oberitalien. Meine Frage wäre gibt es hier Experten für römische Geschichte? Kennt sich jemand damit aus? Wie stellt ihr euch einen Kopfgeldjäger bzw söldner in der Antike vor?

Zum schreiben selbst hätte ich noch eine Frage.
Wie viel Seiten sollte eine Kurzgeschichte haben?

Ich hoffe ihr habt Lust zu antworten.
Ich danke für eure Zeit das Lesen und hoffentlich fürs Antworten.
Lg Hannes

#2 RE: Plotdoktor Rom Söldner von Eisenteddy 27.12.2019 00:14

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Ich habe zwar keine Ahnung davon, habe aber jemanden gefragt, die sich damit auskennt:

Zitat
Eisenteddys Bekannte - heute um 00:02 Uhr
von der geschichte einmal abgesehen, m,uss er sich mit geographie, strassenbau, viehzucht, transportmitteln, handwerk aller art auseinandersetzen, dazu noch mit religion und recht versch. völker und gruppierung, dazu noch ein nicht zu verachtendes kapitel an sozialgeschichte
das ist aber im endeffekt sehr viel schwieriger, als ein fantasy setting, weil man ihm jeden noch so kleinen fehler unter die nase reiben kann. wenn er nicht eine abartig hohe frusttoleranz hat, wir es ihn zerbröseln

Eisenteddy - heute um 00:03 Uhr
Könntest du da ein paar Bücher empfehlen?

Eisenteddys Bekannte - heute um 00:04 Uhr
es gibt einige gute, sehr angenehm zu hören und zu lesen ist diese reihe :
https://www.amazon.de/Legionär-r&ou...77401476&sr=8-2
gerade das hörbuch ist sehr angenehm, locker erzählt und eben mit vielen kleinen alltäglichkeiten im plauderton erzählt

Eisenteddy - heute um 00:06 Uhr
Kann man sich da denn auch Informationen für eine Art Söldner mitnehmen?

Eisenteddys Bekannte - heute um 00:06 Uhr
die meisten kelten, die als karawanenwache oder als personenschützer gearbeitet haben, dürften in der armee gedient haben.
hilfstruppen waren ein fester bestandteil der römischen armee und gesellschaft
aber ich denke, das gibt ihm einen netten überblick über all die kleinigkeiten des alltags, die er u.a. beachten müsste
und die seinem setting und seinen chars erst sowas wie eine realistische atmosphäre geben.



Eventuell hilft dir das ja weiter.

#3 RE: Plotdoktor Rom Söldner von DrZalmat 27.12.2019 00:15

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Hallo!

Klingt als hättest du fleißig überlegt ich freu mich schon aufs Ergebnis.

Ich bin jetzt nicht wirklich Experte für römische Geschichte, aber ich war an einem humanistischen Gymnasium und hatte 10 Jahre Latein, da kriegt man einiges mit, also kann ich versuchen etwas zu helfen.
Söldner in der Antike waren meistens ehemalige Soldaten, haben also entsprechende Ausbildung und sicherlich noch ihre Ausrüstung von der Zeit. Auch zur Zeit von Cäsar war es noch üblich dass sich die Soldaten ihre Ausrüstung selbst kaufen mussten und deshalb oft zumindest Teile älterer Abstammung von Verwandten sind, die Jahre vorher in der Armee waren. Es gibt da eine tolle Geschichte von einem General in Germanien (hab vergessen wer das war muss ich nachkucken wenn ich wieder daheim bin) der von seinen Soldaten gebeten wurde den Sold zu erhöhen weil sie so viel marschierten dass ihnen die Schuhe ständig kaputt gegangen sind, sie mussten also mehr Schuhe kaufen als andere Soldaten. Die trockene Antwort war nur: dann geht halt barfuß.
Da solche Söldner meist Soldaten waren sind sie auch oft in "Haushaltsangelegenheiten" talentiert, wie Nähen, Flicken und ähnliches. Es war billiger einen Riss in der Uniform zu nähen als eine neue Uniform zu bezahlen. Ebenso sind sie bewandet in der Holzarbeit, sie mussten oft in kürzester Zeit Palisaden hoch ziehen und viele haben in ihrer Freizeit Schnitzereien angefertigt, da ist viel überliefert.

Wie lang eine Kurzgeschichte sein sollte... Kommt ganz drauf an. Die kürzeste Kurzgeschichte die ich je gelesen hatte war nur einen Satz lang, die Längste so um die 10 Seiten. Alles dazwischen sollte kein Problem sein. Je leichter sich die Geschichte lesen lässt, desto länger kann sie sein, Kurzgeschichten sollen ja in kurzer Zeit in einem Rutsch zu lesen sein...

#4 RE: Plotdoktor Rom Söldner von Nharun 27.12.2019 10:14

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Ich möchte nur kurz einwerfen, dass zur Zeit Caesars das Noricum zwar ein mit der Republik verbündetes, aber noch ein recht eigenständiges Königreich war und noch keine römische Provinz; daher wird der norische Söldner seine Ausbildung vermutlich nicht in einer Legion sondern eher seiner keltischen Heimat erhalten haben. Da wirst du dich also nicht nur mit einem Berg Fachliteratur zu Rom und seiner Republik herumschlagen können, sondern auch mit archäologischen Artikeln zum vorrömischen Noricum...

Wenn du nicht gerade selbst ein Experte bist oder die Zeit und den Durchhaltewillen hast selbst ein Experte zu werden, würde ich den "historisch korrekt"-Anspruch direkt fallen lassen und eine historische Fantasy (also von der Geschichte inspirierte Geschichte) schreiben.

Zur Kurzgeschichte: "Kurzgeschichte" ist entweder eine mit bestimmten Merkmalen definierte literarische Form oder eine sehr schwammige Bezeichnung; als literarische Form gibt es sehr viele Merkmale, bei denen eine konkrete Länge aber nicht dabei ist, theoretisch sind die Grenzen zur Novelle und zum Roman hin sogar fließend, weil Länge kein entscheidenes Kriterium ist. Da du aber vermutlich keine literarische Kurzgeschichte meinst, sondern eher eine "kurze Geschichte" würde ich dir als Peilung 7500 Wörter anbieten, die für englische fantasy short stories die übliche Begrenzung im Literaturbetrieb bilden.

#5 RE: Plotdoktor Rom Söldner von Elatan 27.12.2019 10:38

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Ich will dir keineswegs die Motivation durch meinen Post nehmen, aber bei der Frage

Zitat von Hannes im Beitrag #1
gibt es hier Experten für römische Geschichte?

schoss mir sofort durch den Kopf: "Experte solltest du selbst sein." Es ist schon für mich immer frustrierend, wenn ich eine Story schreibe, die in meiner eigenen Fantasywelt spielt, bei der ich alles mögliche biegen kann, wie ich es will, dann aber trotzdem noch auf Hürden stoße, die ich durch gründlichere Recherche hätte aus dem Weg räumen können. In einer eigenen Welt kann man sich die Antworten selbst ausdenken; in einem Setting, das an die römische Welt angelehnt ist, kann dies dadurch geschehen, indem der Schreiber sich mal Filme anschaut, die das Thema aufgreifen Artikel, im Internet liest oder sich einen Roman schnappt und sich inspirieren lässt. Die Lücken, die dann offen bleiben (ob die Römer z.B. lieber Erdbeer- oder Schokoladeneis naschten ... ) kann der Autor dann so füllen, wie er es möchte, und wie er es als passend erachtet. Bei einem historischen Setting geht das nicht so einfach. Ich kann dann z.B. nicht eine Geschichte im 1. Punischen Krieg spielen lassen und die römischen Soldaten so beschreiben, wie ich es aus Quellen gelernt habe, die nach den Heeresreformen des Marius entstanden sind. Ich bin auch nicht ganz ohne Ahnung, was Geschichte angeht, würde mich allerdings nicht an das Schreiben eines historischen Romans oder einer Kurzgeschichtensammlung wagen, denn mein Anspruch daran wäre, dass ich so nah, wie es mir nur irgend möglich ist, an dem bin, wie es früher wohl war und keine Patzer mache, die aber ganz schnell geschehen können, wenn ich nicht wirklich jedes kleine Detail noch einmal überprüfe; ganz besonders die, an welche ich gar nicht gedacht habe, wenn ich z.B. schreibe, dass jemand einen Knopf zumacht, nur um dann von einem Leser später angekreidet zu bekommen, dass es gar keine Knöpfe dafür in dieser Gegend in jener Zeit gab.

Wenn du also nicht wirklich fest im Sattel sitzt, dann musst du andauernd nachfragen und dennoch in Kauf nehmen, dass deine Geschichte nachher von historisch bewanderten Lesern zerrissen wird - und damit musst du rechnen, denn die Leute, die eine Geschichte in einem römischen Setting lesen, werden selbst oft nicht ganz unbewandert sein, da sie sich eben für das Thema interessieren. Ich würde an deiner Stelle daher überlegen, ob es nicht besser wäre, mir das aus der Antike zu picken, das ich liebe, und es in eine eigene Welt zu stecken, mit der ich tun und lassen kann, was ich will, in der ich dann auch mit Erwartungen spielen kann und mir niemand so einfach erzählen kann, was alles falsch ist.

#6 RE: Plotdoktor Rom Söldner von Andecaya 27.12.2019 12:27

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Wie lang eine Kurzgeschichte ist, ist nicht richtig festgelegt. Da kannst du dich an Nharuns Aussagen halten, der hat das schon gut formuliert.

Die Frage ist, was du unter historisch korrekt verstehst. So super historisch korrekt sind große historische Romane auch nicht. Und es wird immer jemanden geben, der es besser weiß. Wenn du eine Geschichte schreiben willst, die kein Fantasy ist, und sich so zutragen hätte können, sind wir ja schon außerhalb von historisch korrekt. Das würde ich persönlich also nicht so eng sehen. Hilfreich wäre es, dass man sich bemüht und ansonsten klarstellt, das es sich um ein Gedankenspiel handelt und vielleicht nicht alles völlig korrekt ist. Wer dann noch meckert, der hätte so oder so was zu meckern gefunden.

Ansonsten kann ich nur nutzloses Halbwissen beisteuern:
Was die Hintergründe angeht, ich hatte jetzt die Wirtschaftsgeschichte des Mittelalters in der Hand aus der Beck'schen Reihe Wissen, da wurde auch das ausgehende Römische Reich sehr klar behandelt, weshalb man davon ausgehen kann dass in der selben Reihe die Wirtschaftsgeschichte der Antike insbesondere über Handelswege und Straßenbeschaffenheit, Zölle etc. gute Auskunft gibt.
Das Pferd der Wahl gibt es übrigens heute noch, der Noriker ist die älteste Pferderasse in Europa und wurde damals vom Römer bevorzugt eingesetzt. Die Rasse hat sich seit damals kaum verändert.

#7 RE: Plotdoktor Rom Söldner von Aguran 27.12.2019 13:18

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Historisch korrekt sind nicht mal die Geschichtsbücher. 😜

Du kannst höchstens eine weitesmögliche Annäherung an das Thema wagen. Welche die es "besser wissen" wirst du immer finden.

Eine Kurzgeschichte kann alles zwischen 1-50 Seiten an Umfang sein. Evt. auch ein bisschen mehr. Da würde ich mir an deiner Stelle keine allzu großen Gedanken drum machen.

Und zum Thema "Experten", Hintergrundrecherche solltest du selbdt betreiben, ganz einfach deshalb, weil das dann erarbeitete für dich auch leichter abrufbar ist.
Bei sehr speziellen Fragen, wie zum Beispiel der Ausrüstung eines römischen Söldners, dessen Lohn, oder dem zugrunde liegenden Wirtschaftssystem usw. da kannst natürlich immer nachfragen ob buer im Forum jemand speziell dazu Wissen hat das er mit dir teilen möchte.

#8 RE: Plotdoktor Rom Söldner von Teja 27.12.2019 13:52

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Ich schließe mich meinen Vorrednern an, die bereits sagten, dass du selbst ein Experte sein müsstest, um halbwegs "historisch korrekt" schreiben zu können. Das Thema ist viel zu komplex, als dass man durch ein wenig Plaudern einen ausreichenden Überblick bekommt.

Was du machen kannst, ist eine von Rom inspirierte Welt entwerfen, in der auch Platz für diese Geschichte ist. Diese "Arbeit" kann dir jedoch niemand abnehmen, da nur du weißt, was du genau willst.

Was Kurzgeschichten angeht: Ich erinnere mich, dass ich einst im Deutschunterricht hörte, dass es dabei weniger um die Länge, als um die Thematik geht. Eine Kurzgeschichte soll demnach nur ein einziges Thema bzw ein einziges Problem haben. Das führt meist dazu, dass sie auch längenmäßig kurz ausfallen.

Zitat von Elatan im Beitrag #5
ob die Römer z.B. lieber Erdbeer- oder Schokoladeneis naschten ...


Eindeutig Erdbeereis. Schokolade haben erst die Azteken erfunden!

#9 RE: Plotdoktor Rom Söldner von Hannes 27.12.2019 20:14

Hallo liebes Forum

Ich danke euch für die vielen Antworten.

Ich recherchiere seit drei Jahren bzw befasse ich mich seit diesem Zeitpunkt sehr intensiv mit dem römischen Reich so wie mit den Kelten in Noricum.
Ich habe mich glaube ich falsch ausgedrückt. Ich möchte etwas schreiben das historisch so vielleicht möglich gewesen wäre es sollte eher in Richtung historische Fantasy gehen als in Richtung historischer Roman. Natürlich sollten Dinge wie Essgewohnheiten, Kleidung, Waffen, Bauweise der Häuser und Straßen schon stimmig sein. Es sollte nicht so sein das ein Römer Kartoffeln isst und mit Plattenrüstung usw daherkommt.

Ich wollte euch kurz meinen Plot zeigen und euch erklären wie ich auf die Idee kam. Außerdem habe ich mir noch zusätzlich bei meinem alten Geschichte Lehrer etwas Hilfe geholt bzw hat er mir beim ausarbeiten der Idee etwas geholfen.

Der Plot:
Vindo ist 16 Jahre alt und lebt in Noricum, das vom König Voccio regiert wird. ( Noricum ist eigenständig und unterhält Beziehungen zum römischen Reich. Caesar selbst schreibt in seinem Buch über den Bürgerkrieg das der Norische König ihm Reiter schickt) Vindo ist ein junger Krieger der in kleinen Stammeskonflikten kämpft und auf sich aufmerksam macht und so in die Krieger Gefolgschaft von König Voccio aufgenommen wird. In den folgenden zwei Jahren kämpft Vindo in Noricum gegen Boier und Daker für Voccio. Vindo verliebt sich in eine Frau aus seinem Stamm, aber König Voccio hat ebenfalls ein Auge auf diese Frau geworfen und nimmt sie sich zur Geliebten. Vindos Treue zu Voccio verwandelt sich in Hass, doch er kann nichts daran ändern den ein König bekommt was er will. Vindo bricht seinen Schwur auf Voccio und verlässt ihn. Ein Freund erzählt ihm von den wundern im Römischen Reich und dem Gold und den Ruhm der sich dort erringen lässt. Vindo ist jung und enttäuscht träumt von Ruhm und Reichtum. Vindo geht nach Italien und meldet sich freiwillig bei einem Ludus als Gladiator. ( Das bedeutet er verpflichtet sich als Sklave für eine unbefristete Zeit, es wird eine Geld Summe ausgemacht mit der Vindo sich aus dem Vertrag kaufen kann. Vindo sieht schnell das das Leben als Gladiator nicht Ruhm, Frauen und Wein für ihn bereithält sondern die Peitsche des Herrn der den letzten Denar aus Vindo pressen will. Vindo Traniert und kämpft 4 vier Jahre als Gladiator bis er sich freikaufen kann. Zurück zu Voccio will er nicht, in Roms Gesellschaft ist er als ehemaliger Gladiator Außenseiter deshalb geht er diesen Weg sich als Mann fürs grobe selbständig zu machen. Das sollte der Anfang der Geschichte sein. Also Vindo kommt frei und beginnt als Mann fürs Grobe in Italien zu arbeiten und in rückblenden wollte ich dann immer den Hintergrund beleuchten. Ginge das überhaupt?

Ich danke euch von Herzen für die Freundlichkeit mit der hier auf Fragen eingegangen wird. Wie findest ihr die Idee?


Edit
Noch kurz zu den Kurzgeschichten, ein Roman hat ca 400 bis 500 Seiten oder? Vielleicht ist kurzgeschichten das falsche Wort den ich dachte bei meinen Geschichten an 50 bis 150 Seiten je nachdem. Was wäre das?

Ich danke euch
Lg Hannes

#10 RE: Plotdoktor Rom Söldner von Nharun 28.12.2019 00:40

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Kannst du Kurzgeschichte nennen oder (kurzen) Roman ... Ich hab mein Werk in dieser Längenkategorie als "Novelle" bezeichnet , was auch nicht unbedingt richtig ist, aber nett klingt.

Den Plot finde ich okay (auch wenn ich deine Ausführungen schon nicht mehr als Plot bezeichnen würde, aber das ist ein anderes Thema); er ist nicht aufsehenerregend neu oder noch-nie-dagewesen, aber auch nicht direkt unglaubwürdig oder unmöglich. Gerade für eine historisierende Geschichte ist sie, denke ich gut, weil der Typus des Protagonisten auch aus anderen Werken und Genres bekannt ist und somit nicht nur Lateinschüler und Rom-Fans sondern auch Computerspieler oder Militärfilmfans ansprechen kann.

Ich bezweifle aber, dass du ihn in der angepeilten Länge von 50 bis 150 sinnvoll unterkriegst, gerade weil er sich über eine so lange Zeit erstreckt. Also bleibt vieles entweder nur eine kurze Skizze oder frisst zu viel von der eigentlichen Handlung. Die eigentliche Handlung, die Arbeit als Söldner in Rom, kommt bei dir aber gar nicht detailliert vor - weshalb sich mir die Frage stellt, ob du diese Geschichte(n) überhaupt erzählen willst, denn die Vorgeschichte scheinst du schon detailliert geplant zu haben. Wenn du die nur in Rückblicken erzählen willst, wirst du für die ganze Story mehrere kürzere Söldnergeschichten brauchen, sofern die Vorgeschichte nur schemenhafte Erinnerungen seien sollen.

#11 RE: Plotdoktor Rom Söldner von Hannes 28.12.2019 08:53

Hallo liebes Forum

Danke für die Antwort Nharun

Genau so wie du es schreibst war es auch geplant, mehrere kurze Söldner Geschichten.
Natürlich habe ich mir über die Arbeit als Söldner Gedanken gemacht.

Zu den einzelnen Aufträgen:

Die Stadt Arminium stellt eine Bürgermiliz auf um gegen eine gut organisierte Räuberbande im Appeninn Gebirge vorzugehen. ( Manchmal griffen Städte zur Selbsthilfe wenn gerade keine regulären Truppen in der Nähe oder anderweitig gebunden waren) Da wird ein ehemaliger Keltischer Krieger und ex Gladiator natürlich gerne gesehen.

Ein Händler der von Aquileia nach Noricum unterwegs ist hat auf seiner Route Probleme mit Räubern, Vindo soll diese beseitigen, dabei entdeckt er das die Räuber gezielt von einem Konkurrenten angeheurte wurden um die Transporte des Händlers zu überfallen.

Eine Patritzier Familie heuert Vindo an einen bei Caesars Germanien Feldzug oder bei seiner Britanien Expetition verschollenen Offizier zu suchen.

In einem Ludus wird der erste Kämpfer Tod im Bad aufgefunden, ermordet. Der Lanista möchte wissen was passiert ist und heuert Vindo an. Vindo wird als neuer Gladiator getarnt lebt und Traniert mit den Gladiatoren bis er nach einigen Wochen den Mörder überführen kann.

In Rom geht ein Ädil gegen Straßenbanden vor, Vindo wird undercover bei der Bande eingeschleußt um sie von ihnen heraus zu vernichten bzw um ihnen eine Falle zu stellen.

Das waren meine ersten Ideen. Wie findet ihr sie?

Ich danke euch
Lg Hannes

#12 RE: Plotdoktor Rom Söldner von DrZalmat 28.12.2019 12:46

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Ich hab in der Schule damals mal gelernt dass Kurzgeschichten im Normalfall ein offenes Ende haben... So als kleiner Zusatz

Deine Idee klingt schon nach einer soliden Geschichte die man durchaus schreiben kann, würde ich gerne lesen wenn es fertig ist.

Zitat von Hannes im Beitrag #9
meldet sich freiwillig bei einem Ludus als Gladiator. ( Das bedeutet er verpflichtet sich als Sklave für eine unbefristete Zeit, es wird eine Geld Summe ausgemacht mit der Vindo sich aus dem Vertrag kaufen kann.

Nicht zwangsläufig... Gladiatoren waren im allgemeinen keine Sklaven sondern hoch trainierte professionelle Athleten. Manche Leute die gegen Gladiatoren in die Arena geschickt wurden andererseits...
Aber der römische Gladiator war normalerweise ein freier Mann, gut ausgebildet, gut ernährt und gut behandelt und war, je nachdem wie erfolgreich er ist, in etwa so wie hier in Deutschland ein Fußballstar. Gladiatoren sind auch in den seltensten Fällen in der Arena umgekommen, dazu war deren Ausbildung viel zu teuer. Nach allem was wir inzwischen wissen waren viele Kämpfe auch geskriptet und gespielt, Gladiatorenkämpfe haben also eher etwas mit modernem Wrestling gemeinsam als mit einem Kampf auf Leben und Tod (auch wenn viele heute immer noch denken das ist so)


Du hast die wohl häufigsten aber auch langweiligsten Aufträge für einen Söldner vergessen: Geleitschutz und Wachdienst. Ein reicher Typ heuert einen Söldner an um auf seine Villa auf zu passen oder um Geleitschutz für einen Warentransport zu geben. Natürlich kann da auch was passieren, seien es Einbrecher, Straßenräuber oder ähnliches

#13 RE: Plotdoktor Rom Söldner von Nharun 28.12.2019 16:07

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Zitat von DrZalmat im Beitrag #12
Nicht zwangsläufig... Gladiatoren waren im allgemeinen keine Sklaven sondern hoch trainierte professionelle Athleten. Manche Leute die gegen Gladiatoren in die Arena geschickt wurden andererseits...


Kleiner Einwurf: Gladiatoren = hoch trainierte professionelle Athleten > Stimme ich dir zu. Aber im Allgemeinen waren Gladiatoren Sklaven. Ursprünglich ließ man Sklaven oder Kriegsgefangene gegeneinander kämpfen, aber mit der Beliebtheit des Sports während der Republik wollten auch Freie Gladiatoren werden, diese gaben ihre Freiheit aber bei Eintritt in dieses Berufsleben auf (und wurden somit rechtlich eben doch Sklaven); das schreckte aber recht wenig Freigeborene ab und der Senat musste Gesetze dagegen erlassen, um das einzudämmen. Gerade in der späten Republik in der Hannes Geschichte spielt, dürften zwar einige Gladiatoren sich nicht naus Kriegsgefangenen rekrutieren sondern ehemals freie Römer oder Bundesgenossen sein, die aus diesem oder jenem Grund den Weg des Gladiators einschlugen, aber sie waren zu diesem Zeitpunkt doch Sklaven - da diese eine sehr heterogene Gruppe im alten Rom darstellten und es Möglichkeiten der Freilassung und des Freikaufs gab, klingt sogar eine Befristung plausibel ("für zwei Jahre", "bis ich durch deine Kämpfe X verdient habe, um die Schulden zu begleichen" oder so).

#14 RE: Plotdoktor Rom Söldner von Efyriel 28.12.2019 16:59

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Ich glaube, so ein Text würde man als "Erzählung" bezeichnen, auch wenn wenige daran denken, dass dies auch eine lit. Gattung ist.
vgl.: https://wortwuchs.net/erzaehlung/
Bei Romanen kommt es nicht wirklich auf die länge des Textes an, sondern mehr auf die Form des Textes.
(Entschuldigt, ich hatte wohl zu viele Literaturwissenschaftliche Seminare...)

Anstatt einer richtigen historischen Erzählung, könntest du auch eine solche Erzählung im historischen Stil schreiben.
Du hältst dich an die grundlegenden Dinge, baust aber Elemente ein, die dir einfach gefallen. Das würde dann weniger Recherchearbeit bedeuten, die sonst schon einmal ein paar Jahre in Anspruch nehmen kann.

#15 RE: Plotdoktor Rom Söldner von DrZalmat 28.12.2019 20:59

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stimmt du hast Recht Nharun

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