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#1 Einhundertvierundzwanzigstes Speedbasteln am 18. Februar 2020: Auge um Auge, Zahn um Zahn. Fehde und Rache in deiner Welt von Teja 17.02.2020 13:12

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Ab 20:05 plaudern wir im Chat über die Themen!

#2 RE: Einhundertvierundzwanzigstes Speedbasteln am 18. Februar 2020 von Elatan 18.02.2020 20:30

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Grabt den Kriegsstuhl aus! Das Thema lautet: Auge um Auge, Zahn um Zahn, Fehde und Rache in deiner Welt!

#3 RE: Einhundertvierundzwanzigstes Speedbasteln am 18. Februar 2020 von DrZalmat 18.02.2020 20:53

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Die Port Verdan Mechanikoper


Die Oper in Port Verdan ist das wohl modernste Gebäude seiner Art auf dem Kontinent, ein riesiges Haus für 2000 Gäste und einer gigantischen Bühne, die mittels Maschinen in kürzester Zeit umgebaut werden kann, was ihr den Namen Mechanikoper eingebracht hat. Doch die Idee solch ein Gebäude zu bauen entstand aus einer kleinlichen Fehde zweier Nachbarn, die eskalierte.

Prof. Emion Harness war eigentlich ein ruhiger Mensch. Er mochte seine Ruhe und er mochte Musik und nutzte seinen Ruhestand dafür Geräte zu basteln, die Musik abspielen konnten. Er war der Erfinder des Zylindergrammophons. Doch eine Sache störte ihn. Sein Nachbar hatte zwei Hunde, die nicht besonders gut erzogen waren, denn sie waren ständig am bellen und das störte ihn in seiner Ruhe und machte die Konzentration die für sein Hobby nötig war, recht schwer. Doch Gespräche mit dem Nachbarn brachten nichts, also schlug er zurück. Er baute den größten Grammophontrichter den er herstellen konnte und schloss ihn an eines der Geräte an, das er so modifiziert hatte dass es die Oper "Die Tanzende Maschine" nonstop in einer Schleife spielen konnte. Und genau das tat er auch. In Richtung seines Nachbarn ausgerichtet dröhnte für Monate ohne Unterbrechung die Oper aus der Muschel, nur um ihn zu nerven.

Leider war der Nachbar nicht weniger kleinlich und kaufte sich einfach mehr Hunde um mehr Gebell zu erzeugen. So ging das über drei Jahre hin und her, bis Prof. Harness schwor: wenn wir das jetzt nicht beenden werde ich eine so große Musikmaschine bauen dass der Nachbar nie wieder seine Ruhe haben wird.
Für einige Zeit war auch tatsächlich Ruhe, aber dann fing der Nachbar wieder an und der Professor wurde wütend. Er kaufte alle Grundstücke um den Nachbarn herum auf und begann eine gigantische mechanische Konstruktion zu schaffen, in dessen Mitte das Haus des Nachbarn stand. Sie hatte eine Bühne auf der, wie bei Uhrwerken, ganze Szenen mechanisch nachgebildet werden konnten, dutzende Grammophone die ohne Unterbrechung in großer Lautstärke spielen konnten und eine riesige Anzahl an Lichtern in den unterschiedlichsten Farben, kurz, Prof. Harness stellte sicher dass sein Nachbar nie wieder eine ruhige Minute haben konnte.

Und tatsächlich wirkte es. Nach nur einem Monat gab der Nachbar auf und zog aus.

Jetzt stand aber diese riesige Maschine, die in sich selbst eine gewisse Attraktion geworden ist, auf einem leeren Gelände und hatte keine Funktion mehr. Also entschied er sich, ein Gebäude außen rum zu bauen und die Maschine so zu modifizieren dass sie alle möglichen Stücke aufführen konnte, unterstützt von echten Schauspielern und Musikern. Die Mechanikoper war damit geboren... mit hunderten Sitzplätzen dort, wo einst das Haus des Nachbarn war.

#4 RE: Einhundertvierundzwanzigstes Speedbasteln am 18. Februar 2020 von Teja 18.02.2020 21:05

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Partyspiele


„Vergelte Gleiches mit Gleichem“, heißt ein altes Sprichwort. Das gilt in allen Lebenslagen, guten wie schlechten. Wenn man zu einem Geburtstag eingeladen wird, muss man den Ladenden später selbst einladen, sonst begeht man einen gesellschaftlichen Faux Pas.

Umgekehrt gilt auch, dass man Beleidigungen nur auf gleichwertige Weise heimzahlen darf, wenn man den eigenen gesellschaftlichen Stand erhalten will. Jeder Straßenschläger kann sich mit anderen prügeln, doch ein Mitglied der Gesellschaft muss sich für eine Rache etwas einfallen lassen.

Manches Mal kommt beides zusammen und man muss sich dann sowohl erkenntlich zeigen, als auch eine angemessen subtile Beleidigung vorbringen. So zum Beispiel wenn eine Dame der Gesellschaft zum Geburtstag lädt und dabei Delikatessen serviert, die ihre Rivalin sich nicht leisten kann – warum auch immer. Die Rivalin steht dann vor der Herausforderung, sowohl eine angemessene Party zu schmeißen, auf die die erste Dame natürlich geladen werden muss – als auch ein Menü zu präsentieren, die sie auf subtile Weise beleidigt. Natürlich darf es nicht zu subtil sein – sonst wirkt es ja nicht. Aber auch nicht zu plump.

Jede Gesellschaftsschicht hat ihre eigenen Ansprüche. Die oben genannte Dame etwa könnte ihre Rivalin mit Biernusssaft bewirten. Die Beleidigung besteht darin, dass dieses Getränk aus der Schlucht stammt und damit zu bürgerlich für ihren Geschmack ist. Die Entgegnung dabei ist ein Fruchtsalat aus den unteren Bereichen der Zitadelle – mit der Botschaft, dass die erste Dame es nicht zu mehr gebracht hat.

Hin und wieder kommt es vor, dass diese Gesten missverstanden werden und daraus entstehen dann wieder neue Fehden. Im Laufe der Zeit entstehen äußerst komplexe Netze aus Fehde und Gegenfehde, die langsam aber sicher eskalieren. Die beleidigenden Getränke werden immer exotischer und berauschender und die beteiligten Personen bedienen sich immer ausgefallener Drogen und schließlich Giftstoffe, um den anderen zu übertrumpfen. Die letzten Stufen der Eskalation sind eine feine Balance zwischen Vollrausch und Vergiftung.

Einen Sieger gibt es dabei nicht. Wer seinen Gegner zuerst ins Grab bringt, beweist lediglich die eigene Unzulänglichkeit.

#5 RE: Einhundertvierundzwanzigstes Speedbasteln am 18. Februar 2020 von Elatan 18.02.2020 21:30

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Die Hühnerfehde

Goldheim im Westen Merydiens war niemals besonders bedeutsam oder bekannt gewesen. Weder lag Goldheim an einer bedeutsamen Handelsstraße, noch war der Ort strategisch bedeutsam. Es heißt, die Stadt war einst in den Bergen gegründet worden, da dort Gold gefunden worden war, doch waren die Minen rasch erschöpft und konnten von Anfang an nicht mit denen Gelrids mithalten. So war es wenig erstaunlich, dass das ambitioniert gegründete Goldheim rasch wieder verfiel. Und wenig erstaunlich war es auch, dass Neid und Missgunst gegenüber der blühenden Nachbarstadt in den Herzen der Goldheimer wuchs, deren Karren immer durch ihre Stadt fuhren und ihnen jedes Mal zeigten, dass andere wesentlich erfolgreicher waren als sie.

Mit dem Wissen um diesen Hintergrund wirkt der Auslöser für die Fehde, die mehrere Jahrzehnte andauerte, vielleicht nicht mehr ganz so lustig, sondern eher wie der tragische Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte: Es geschah nämlich, dass ein Huhn vor das Pferd einer der Wachen eines Gelrider Goldtransportes lief und getötet wurde. Es kam darauf zu Handgreiflichkeiten und Waffen wurden gezogen; im letzten Moment jedoch besonnen sich alle Seiten und ließen die Situation nicht eskalieren. Der Besitzer des Huhnes forderte Entschädigung und der Anführer der Gelrider warf ihm mehrere Goldmünzen vor die Füße – natürlich war das Huhn niemals so viel wert gewesen. Und dies war der Grund, aus dem die Wut in den Goldheimern aufstieg, nachdem die Truppe weitergezogen war. Sie fühlten sich verspottet und gedemütigt durch diese Demonstration des Reichtumes ihrer Rivalen.

Und so kam es, wie es kommen musste: Als die Gelrider einige Tage später aus Mitrisun zurückkehrten, wurden sie umzingelt. Beleidigungen wurden sich an die Köpfe geworfen und schließlich auch ein Beil: Der Anführer der Gelrider fiel mit diesem im Nacken steckend vom Pferd und nach einem kurzen Moment der Stille gingen beide Seiten aufeinander los und es kam zu mehreren Toten.

Für die Goldtransporte aus Gelrid war Goldheim nun keine sichere Route mehr. Es kam immer wieder zu Kämpfen zwischen den Bewohnern der beiden Städte und schließlich schaltete sich der Herzog Merydiens ein, da das Gold aus den Minen Gelrid nun nur noch unregelmäßig bei ihm ankam. Er verbot jede weitere Kampfhandlung, ging allerdings auch kein weiteres Risiko ein, indem er nun eigene Leute schickte, um das Gold aus Gelrid abzuholen.

Den Anweisungen ihres Herrn folgten allerdings weder die Gelrider noch die Goldheimer: Bis heute kommt es immer noch zu kleineren Scharmützeln, über die der Herzog jedoch hinwegsieht, solange sie nicht zu sehr ausufern.

#6 RE: Einhundertvierundzwanzigstes Speedbasteln am 18. Februar 2020 von Elatan 18.02.2020 21:33

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Damit ist das Speedbasteln beendet! Lobset recht fein!

#7 RE: Einhundertvierundzwanzigstes Speedbasteln am 18. Februar 2020 von Riothamus 18.02.2020 21:34

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(Heute wird auch hier vor Platzhaltern und ähnlichem Gesocks gewarnt.)

LABORTIERE

=== streng geheim === === Bericht Aufklärungsabteilung, Hauptlabor B17, Station MZZ 1701-α === === streng geheim ===

Aufzeichnung des Flugrekorders der Raumkorvette MZZK 5679-Δ

Stille. Stille und Dunkelheit. Helle Punkte in der Dunkelheit. Sterne.

Plötzlich schiebt sich eine riesige Tigerklaue ins Blickfeld. Sie wächst aus der Spitze eines orange-weiß-schwarz gestreiften Raumschiffs hervor.

Eine Stimme ist zu hören: "Da, das ist so ein Schiff dieser Straßenkater."

"Tarnmodus aktivieren. Raumsprung vorbereiten."

"Warum bleiben wir nicht, Sir? Sie können uns nicht gesehen haben und wir haben doch den Auftrag, zu beobachten. Wir könnten den Dislokationsstrahl nutzen und einige der autonomen Objekte an Bord jenes Schiffs für Experimente sammeln."

"Nein, Leutnant, es gibt strikte Anweisung uns von den autonomen Objekten der Tigerklasse fernzuhalten. Sie wissen doch, was bei Panthera-7 geschehen ist."

"Aber, Sir, das war ihre ganze Heimatverteidigungsflotte, dies ist ein Schiff. Und nachdem Panthera-7 disloziert wurde, dürften ihnen Nachschub und Ersatz ausgegangen sein."

"Wollen sie die Anweisungen des Wissenschaftler in Frage stellen? Wollen sie sagen, dass sie die Situation besser beurteilen können, als er? Wir haben den Anweisungen zu gehorchen, um die Forschungen nicht zu gefährden, auch wenn es keinem von uns gefällt. Aber eine Sonde können sie vorbereiten. Das ist immerhin nicht ausdrücklich verboten."

"Aye-Aye, Sir! Yellowkirk und Bluespock, kümmern sie sich darum! Redscott, geben sie den beiden einen der neuen Lokator-Sensoren."

"Aye Sir!" Bewegung ist zu hören.

Die Stimme des Kommandanten: "Und beeilen sie sich, ich will schnell hier weg. Vielleicht schaffen wir es bis morgen Mittag zurück. Ich habe gehört, wir bekommen Nachschub. Proviant, Getränke und die neue Ausrüstung für Labor 2 sollen übernommen werden."

"Das sind gute Nachrichten, Sir! Die Männer können es kaum erwarten, das Labor endlich komplett zu haben."

Eine offensichtlich über einen Lautsprecher übertragene Stimme: "Die Sonde ist bereit, Sir, wenn wir sie später per Funk starten. Das dürfte schneller gehen, als die Automatik zu programmieren."

"Gut gemacht, Yellowkirk! Und nun raus mit dem Ding!"

"Ja, sir!"

"Leutnant, sobald es geht, aktivieren sie die Sonde. Steuermann! Sobald das geschehen ist, bringen sie uns auf den Rückweg!"

"Aye Aye, Sir!" erklingt es doppelt.

"Sonde abgesetzt!" erklingt es aus den Lautsprechern.

"Aktivierung in 30, 29 , 28 ..."

"Sir, etwas erfasst die Sonde. Das sieht fast aus wie einer unserer Dislokationsstrahlen."

"Reden sie keinen Unsinn, Leutnant. Diese Technik steht nur uns zur Verfügung, keinesfalls den Untersuchungsobjekten."

Ein Knistern.

"Sir, wir scheinen erfasst zu werden. ... Sir, wo sind sie? Verdammt. Schilde hoch."

Noch ein Knistern.

"Redscott übernehmen sie die Sicherheitsstation."

Und noch ein Knistern.

"Sir, Redscott wurde disloziert."

Ein Knistern.

"Computer, Notruf Rot 3 initialisieren!"

Ein letztes Knistern.

Nach einer Weile gerät das orange-weiß-schwarz gestreifte Raumschiff allmählich wieder aus dem Blickfeld der Kamera.

Helle Punkte in der Dunkelheit. Sterne. Sterne und Stille.

Ein Knistern und ein Rauschen im Bild. Dunkelheit auf dem Bildschirm.

=== Ende der Aufzeichnung ===

#8 RE: Einhundertvierundzwanzigstes Speedbasteln am 18. Februar 2020 von DrZalmat 18.02.2020 21:45

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@Teja Sehr interessantes Konzept, gefällt mir! Besonders wie es sich langsam aufschaukelt... gibt es Methoden sowas zu deeskalieren oder steht das nicht auf dem "Menu"?

@Elatan

Zitat von Elatan im Beitrag #5
Beleidigungen wurden sich an die Köpfe geworfen und schließlich auch ein Beil
hehehehehe Ist das inzwischen eher so eine Fehde aus Gewohnheit oder sind die Leute immer noch wirklich sauer?

@Riothamus Uh, es gibt also Leute die sich gegen den Wissnschaftler wehren? Und das scheinbar auch erfolgreich? Interessant! Ich will mehr wissen!

#9 RE: Einhundertvierundzwanzigstes Speedbasteln am 18. Februar 2020 von Elatan 19.02.2020 10:52

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@DrZalmat: Dann hatte der Streit ja doch noch was gutes ... nur nicht für den Nachbarn. :D
@Teja: Die Idee gefällt mir sehr gut. Klingt nach tollen Partys! :D
@Riothamus: Das Schicksal von Redscott war besiegelt, als er seinen Namen bekam. Armer Kerl.^^

Zitat von DrZalmat im Beitrag #8
@Teja Sehr interessantes Konzept, gefällt mir! Besonders wie es sich langsam aufschaukelt... gibt es Methoden sowas zu deeskalieren oder steht das nicht auf dem "Menu"?

@Elatan
Zitat von Elatan im Beitrag #5
Beleidigungen wurden sich an die Köpfe geworfen und schließlich auch ein Beil
hehehehehe Ist das inzwischen eher so eine Fehde aus Gewohnheit oder sind die Leute immer noch wirklich sauer?

Für Außenstehende klingt es lustig, aber tatsächlich sind die Leute immer noch sauer. Die Fehde läuft seit einigen Jahrzehnten und da sie immer wieder aufkocht, kommt auch keine Ruhe rein. Niemand ist mehr sauer, dass ein Huhn sterben musste und die Sache mit der Wirtschaft ist eher in den Hintergrund gerückt; jetzt ist es eben so, dass man immer Rache für Väter und Brüder nehmen will, die Opfer dieser Fehde wurden.

#10 RE: Einhundertvierundzwanzigstes Speedbasteln am 18. Februar 2020 von Chrontheon 19.02.2020 11:01

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Die folgenden Beiträge können Spuren von Namensplatzhaltern enthalten.

Ehre

Ehre ist zu verteidigen. So ist es uns Gewohnheit, jene, die sie verletzen, zum Zweikampf aufzufordern. Die Aufforderung nicht anzunehmen nimmt die eigene Ehre, sich dem Herausforderer zu stellen gibt diesem jedoch die Gelegenheit, seine Ehre wiederherzustellen.

Nun gab es aber Taromir Platumar, der sich einfach nicht entscheiden konnte. Oder wollte. Vermutlich letzteres. Nachdem ich ihn, folgend seiner schwerwiegenden Beleidigung, mit dem Handschuh zurechtgewiesen hatte, ging er ohne Wort von dannen.

Bis zum heutigen Tag erwarte ich den Zweikampf, doch er wird nicht kommen. So liegt es an seiner Nachkommenschaft, den Kampf auszutragen, doch diesen scheint es ebenfalls an Tugend zu fehlen! Und sollte der letzte seiner Linie sterben, muss sein Verein für die Untat bezahlen!

°'°'°'°'°'°'°'°'

Das ist der Grund für den Krieg, in den wir unsere Brüder schicken? Eine alte Fehde, die aufgrund eines nicht stattgefundenen Duells begann? Das ist lächerlich!“

„Ist es das?“

„Natürlich! Wir können doch nicht Generationen lang kämpfen, bis wir vergessen, weshalb!“

„In der Tat, die Fehde muss enden, doch dies kann nur auf zwei Wegen geschehen, und auch nur durch mich. Die Untat wird diesem Kleptokraten noch Leid tun! ... Wie ich dir bereits beibrachte, was ich anfing, muss ich beenden..“

„Du willst mir doch nicht sagen, dass du den Handschuh schwangst! So alt bist du doch nicht!“

Der Alte lacht nur. [/Ihm war kein graues Haar gegeben./]

(Zweitwelt, Westen)




Fe'dahn

Die beiden gingen einen langen Gang entlang.

„Er ist schon seit Äonen hier“, meinte der Eine.

„Wie hast du ihn gefangen?“, fragte der Andere.

„Kennst du das, wenn eine Phase der Nicht-Zeit aufblitzt?“

„Ja.“

„Er war in jenem Moment abgelenkt. Ich glaube, dass wir beide involviert waren. Ich hätte den Äther fast eingesetzt, doch er reagierte zu schnell, also musste ich ihn temporär einsperren.“

Sie erreichten eine massive Eichenholztür.

„Weshalb die Eiche?“, fragte der Andere.

„Weil Er sie hasst“, antwortete der Eine. „Sie erinnert ihn an mich, und meine Einigung mit Lyn.“

„Verständlich. Du sagtest bereits, wie er darüber dachte.“

Der Andere überlegte kurz.

„Hat er seine Meinung geändert? Wie steht er jetzt dazu?“

„Ich weiß es nicht“, sagte der Eine. „Vermutlich ist es ihm egal, er will nur noch Rache für alles, was ihm nicht gelungen ist. Und dafür, was mir gelungen ist. Wenn er wüsste, dass ich die Grüne Welt wieder zurückgebracht habe ... Aber du kannst ihn je selbst fragen!“

Der Andere nickte. Der Eine öffnete das Schloss.

„Mit Äther?“, fragte dieser.

„Nicht unbedingt“, meinte der Andere. „Aber halte ihn bereit, nur für den Fall..“

Der Eine nickte und zog die Tür auf. Die Bannwand war noch intakt, Er hatte keinen Fluchtversuch gewagt. Der Andere betrat die Zelle.

„So sehen wir uns wieder, ... nun, die Bezeichnung alter Freund ist hier nicht zutreffend, wenn auch du mir dies weismachen wolltest.“

Der Gefangene schaute auf.

„Also“, begann der Andere. „Wo ist sie? Wo ist die Box?“

Der Gefangene schaute den Anderen an. Er wusste, was dieser meinte, doch preisgeben wollte er es nicht.

„Frag doch den Verräter“, sagte Er mit einem Lachen und nickte zu dem Einen.

„Wir wissen, wer hier der Verräter ist!“, wies ihn der Andere zurecht.

„Natürlich, natürlich. Ich bin es, der unser Volk vor dem Verderben retten wollte. Und nun haben sie den, der mich von der Errettung abgehalten hat, zum Vorstand ernannt! Kannst du das glauben?“ Der Gefangene ließ ein trauriges Lachen von sich. „Ach, natürlich glaubst du das. Ihr seid ja wie Brüder!“

Der Eine wandte sich an den Anderen.

„Glaubst du, er gibt dir noch etwas?“

„Das bezweifle ich“, sagte der Andere. „Gehen wir!“

Die beiden verließen die Zelle, der Eine schloss die Tür und versiegelte das Schloss. Sie gingen den Gang entlang zurück.

„Was gibt es sonst noch neues bei dir“, fragte der Andere.

„Nicht viel“, meinte der Eine. „Ein paar neue Welten vielleicht. Und Sicherungen. Du kannst sie gerne besichtigen!“

Nach kurzem überlegen fiel dem Einen etwas ein.

„Weißt du noch, was passierte, als Er Ram das erste Mal gegen mich entsendet hat?“

Der Andere nickte.

„Ich habe ein neues. Es ist nun das Tor zu meinen anderen Welten.“

Der Andere nickte anerkennend, während sie das Gefängnis Schritt für Schritt verließen.

(Jensseits der Welten)

#11 RE: Einhundertvierundzwanzigstes Speedbasteln am 18. Februar 2020 von Elatan 19.02.2020 11:37

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@Chrontheon: Was wohl das Geheimnis des Alten im ersten Beitrag ist? Aber ja, ein Duel muss geführt werden, da führt doch kein Weg dran vorbei! Und der zweite Beitrag ist mal wieder sehr Fragen aufwerfend. :D

#12 RE: Einhundertvierundzwanzigstes Speedbasteln am 18. Februar 2020 von Chrontheon 19.02.2020 11:41

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*Lobsbeeren verteil*

@Gerion: Das ist ja eine lustige Fehde! :D [Also, eigentlich wahrscheinlich nicht, aber der Ausgang war nett!][Er müsste das nur noch auf die Spitze treiben und dem (ehemaligen) Nachbarn eine Freikarte in den Ersten Reihen schicken! :D]

@Teja: Hm.. Die Probleme der Oberschicht "Oh nein, ich kann mir keine bessere Party leisten!", während das untere Bürgertum wie Sklaven arbeitet, um mit Biernüssen gerade so die Familie ernähren zu können! Zu welchen Mitteln würden eigentlich die untersten Gesellschaftsschichten greifen? [Wir haben je überwiegend die Methoden der Oberschicht erfahren..]

@Elatan: Eieiei! Das arme Huhn! Die Gelrider hätten ihre Mine hergeben sollen für diesen Frevel!

@Riothamus: Also ich muss sagen, das war eine unerwartete Wendung! Mir fehlen wahrlich die Worte! Ich weiß nicht, was ich sagen soll! ... Nimm meine Lobsbeeren! :O

°'°'°'°'°'°'°'°'

Zitat von Elatan im Beitrag #11
@Chrontheon: Was wohl das Geheimnis des Alten im ersten Beitrag ist? Aber ja, ein Duel muss geführt werden, da führt doch kein Weg dran vorbei!

Geheimnis?

Zitat von Elatan im Beitrag #11
Und der zweite Beitrag ist mal wieder sehr Fragen aufwerfend. :D

Fragen sind da, um beantwortet zu werden! Um welche handelt es sich denn?

#13 RE: Einhundertvierundzwanzigstes Speedbasteln am 18. Februar 2020 von Teja 19.02.2020 18:58

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@DrZalmat So eine Musikmaschine hätte ich manchmal gebrauchen können… Schön, dass es am Schluss doch ein erfreuliches Ende genommen hat.
@Elatan Wie unpraktisch, dass es nur diese eine Route gibt. Ist aber auch verständlich, dass der Besitzer des Huhns aufgebracht war.
@Riothamus Wie unheimlich, wenn plötzlich alle verschwinden!
@Chrontheon Das machen Die also!



Zitat von Chrontheon im Beitrag #12
@Teja: Hm.. Die Probleme der Oberschicht "Oh nein, ich kann mir keine bessere Party leisten!", während das untere Bürgertum wie Sklaven arbeitet, um mit Biernüssen gerade so die Familie ernähren zu können! Zu welchen Mitteln würden eigentlich die untersten Gesellschaftsschichten greifen? [Wir haben je überwiegend die Methoden der Oberschicht erfahren..]

Die Prügeln sich einfach auf der Straße.
Zitat von DrZalmat im Beitrag #8
@Teja Sehr interessantes Konzept, gefällt mir! Besonders wie es sich langsam aufschaukelt... gibt es Methoden sowas zu deeskalieren oder steht das nicht auf dem "Menu"? *weat*

Wer deeskaliert, zeigt Schwäche, es ist also eigentlich nicht vorgesehen. Man kann natürlich den anderen so sehr übertrumpfen, dass der keine Chance hat, sich je zu revanchieren, aber das ist dann an sich wieder eine neue Beleidigung...

#14 RE: Einhundertvierundzwanzigstes Speedbasteln am 18. Februar 2020 von Chrontheon 19.02.2020 19:50

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Zitat von Teja im Beitrag #13
@Chrontheon Das machen Die also!

Was machen Die? :O
[Ich glaub, langsam werfen eure Lobse mehr Fragen auf als meine Texte! :O]

Zitat von Teja im Beitrag #13
Die Prügeln sich einfach auf der Straße.

Ok.

#15 RE: Einhundertvierundzwanzigstes Speedbasteln am 18. Februar 2020 von Riothamus 19.02.2020 21:28

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Heute gibt es Lobsbeertee mit Keksen. Welteroberungskeksen. Ihr wisst schon. Die aus dem Wiener Labor. Wer das alles nicht kennt, verfolge meine Posts der nächsten Tage.

@DrZalmat : Für gewisse Nachbarn wünscht man sich manchmal so etwas für die Realität. Gab es keine Gesetze gegen Ruhestörung oder ist es eher eine Sage mit -vielleicht nur- einem wahren Kern? Nun, egal wie dem ist, ist es eine schöne Idee für eine Oper und eine kreative Umsetzung des Themas.

@Teja : Hm, ein fast selbstzerstörerischer Brauch. Das erinnert ein wenig an das Potlatsh bei den Indianern der Nordwestküste mit negativen Vorzeichen? Ich wundere mich, dass sie trotz Marisus Desinteresse genug Güter für so etwas übrig haben. Ebenfalls kreativ!

@Elatan : Solche kleinen Fehden benachbarter Orte, die oft seit Jahrhunderten andauern, kenne ich hierzulande gut aus der Realität. Es gibt allerdings meist keine Toten. Auch ist es schön und kreativ, wie du verschiedene Klischees heraufbeschwörst. Was war der Grund, dass Goldheim nicht zur Geisterstadt wurde.

@Chrontheon : Du musst nicht zweimal basteln, wenn du nachreichst. Aber beide Texte sind gut geworden. Zum ersten: Gibt es andere, neuere Wege der Fehdebeilegung, wenn die Tradition als altmodisch gekennzeichnet wird? Das Andere ist sehr schön geschrieben, aber wieder mal der Rätsel voll. Willst du uns nicht mehr verraten? Ansonsten schließe ich mich Tejas Feststellung an. Ach ja, ich fürchte sie immer noch nicht. ;)


Zu meinem Geschreibsel :

@DrZalmat : Ja, aber es gibt da schon einige, die etwas gegen ihn unternehmen. Die Katzen sind neu, aber das Bundesverschwörungsamt und die Bewohner der Fliese sind ja schon älter und weben ja schon an einem Bündnis. Und dann gibt es da ja noch den Angehörigen der Gruppe "We want to believe everything." Der denkt nur momentan anscheinend noch, dass das Bundesamt auf der dunklen Seite steht...

@Elatan : Nun, das muss sich erst noch herausstellen. Sie sind ja erst alle disloziert. Genau wie Bielefeld und die Träne samt Bewohnern. Und das gilt auch für die Zwerge. Nur ist es bei ihnen länger her.

@Chrontheon : Ja, das war nicht ganz so kreativ. Eben wie ein typischer Einstieg für eine Folge Startrek oder eine ähnliche Fernsehserie. Deshalb auch die Platzhalternamen. Aber ich brauche demnächst auch so einen Einstieg, um die Spannung zu erhalten. Nur weiß ich eben noch nicht, ob sich diese Szene eignet.

@Teja : Nun, es ging ja um Rache. Talionsprinzip eben: Auge um Auge, Zahn um Zahn, wie gefordert. Als Agentin für manipulierten Tee im Wiener Labor, weißt du ja, wie der Wissenschaftler arbeitet.

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