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#1 Einhundertneunundzwanzigstes Speedbasteln am 27. März 2020: Gespenster von Teja 26.03.2020 17:17

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Auch in Corona Zeiten braucht man mal eine Auszeit, darum gibt's wieder gutes altes Speedbasteln!

Finde dich ab 20 Uhr im Chat ein, um bei den Themen mitzureden, oder sei ab 20:30 Uhr hier im Forum dabei!

#2 RE: Einhundertneunundzwanzigstes Speedbasteln am 27. März 2020 von DrZalmat 27.03.2020 20:30

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Das Thema ist: GESPENSTER

Aufauf, ihr fleißigen Bastler, möge es uns GRUUHUUUUUUUSELN!

#3 RE: Einhundertneunundzwanzigstes Speedbasteln am 27. März 2020 von DrZalmat 27.03.2020 20:57

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Der Unterschied zwischen einem Geist und einem Gespenst


Auf Lhanid gibt es viele geisterhafte, schemenhafte oder durchwegs gruselige Gestalten die Erdlinge wohl als Geister bezeichnen würden. Schatten in der Dunkelheit, dumpfe Schritte hinter einem die zu niemandem gehören, all das kann passieren und hat oftmals eines von beiden, einen Geist oder ein Gespenst, als Ursache.

Doch auch wenn sich diese sehr ähnlich sein können und in gewissem Maße sich auch ähnlich sind, gibt es dennoch gewisse Unterschiede. Geister und Gespenster haben gemeinsam, dass sie Seelen sind. Seelen ohne einen festen Körper die aus unterschiedlichen Gründen im Diesseits umherwandern, doch das was wir traditionell als Geister bezeichnen würden, also die Seelen verstorbener, die aus irgendeinem Grund nicht ins Jenseits übergegangen sind, werden auf Lhanid Gespenster genannt.
Jedes Wesen hat eine Seele und wenn es stirbt sollte im Normalfall die Seele ins Jenseits übergehen. Aus diversen Gründen kann dies jedoch fehlschlagen. Sei es dass die Seele noch eine unerledigte Aufgabe hat oder durch Magie oder Trauma so sehr in Mitleidenschaft gezogen wurde dass der reibungslose Übergang nicht möglich ist. Solchen Gespenstern kann geholfen werden indem man Sendungsrituale durchführt die Priester beherrschen oder den Grund für ihr Bleiben entfernen.

Geister auf der anderen Seite waren niemals sterbliche Wesen. Es sind von Natur aus körperlose Wesen, die sich entweder einen Körper suchen oder sich eine Art Körper erschaffen, mit dem sie mit der Umwelt interagieren können. Dies können Naturgeister wie Feen oder Schutzgeister sein oder "böse Geister" die wie Parasiten sterbliche Körper besetzen. Auch wenn sie gerne böse Geister genannt werden muss man aber sagen dass es auch nur Wesen sind die existieren möchten und als solche ebenso wenig böse sind wie ein Virus oder Bakterium, das dasselbe macht.
Diese Geister können nicht ins Jenseits gesendet werden, einfach weil sie nicht tot im engeren Sinne sind.

Wenn ihr auf Lhanid also zum Beispiel einen schemenhaften, durchsichtigen Hund seht, müsst ihr euch fragen: ist es ein Naturgeist der einfach nur über das Gebiet wacht oder ist es vielleicht ein Gespenst das die Seele eines Hundes ist der auf der Suche nach seinem Herrchen ist... und entsprechend unterschiedlich ist es, wie damit umgegangen werden kann.

#4 RE: Einhundertneunundzwanzigstes Speedbasteln am 27. März 2020 von Elatan 27.03.2020 21:23

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Die Seelen der Toten

Als die Amnúrer zurück nach Aren kamen, fanden sie in dem Volk der Nurnen treue und enge Verbündete. Die Nurnen hatten sich nach der Zerstörung Elciras und dem Fortgang der Elben vom Festland im Stich gelassen gefühlt; denn die Elben waren für sie immer Beschützer gewesen. Als König Amdil die aus dem Westen kommenden Amnúrer nun mit dem Land belehnte, welches er aufgegeben hatte, nahmen diese recht schnell die Rolle der Elben ein. Gemeinsame Erfolge im Krieg und Ehebünde sorgten dafür, dass die beiden Völker miteinander verschmolzen. Recht schnell nahmen die Nurnen dabei auch den Sentarismus an, der in vielen wichtigen Aspekten ihrer Religion ähnelte. Ein bedeutender Unterschied war allerdings der Umgang mit den Toten.

Die Nurnen hatten ihre Toten seit jeher begraben und für ihre Helden und Stammesführer hierfür sogar große Hügelgräber aufgeschüttet, in die sie neben den Leichnamen auch Waffen, Schmuck und viele andere Dinge legten. Diese Dinge sollten den Toten von Nutzen sein; nicht jedoch im Jenseits, sondern im Diesseits. Denn die Nurnen glaubten daran, dass sich in der Stunde der größten Not die toten Helden wieder aus ihren Gräbern erheben würden, um ihrem Volk beizustehen.

Die Amnúrer hingegen vertraten – wie alle Sentarier – die Ansicht, die Körper der Toten müssten zerstört werden, um ihre Seelen zu befreien, sodass diese ihren Frieden finden könnten, weswegen es zu einem Streit zwischen Amnúrern und Nurnen bzw. Sentariern und Heiden kam, wie denn nun mit den Toten zu verfahren sei. Die Nurnen sahen in der Verbrennung der Toten eine scheußliche und entehrende Barbarei, die Amnúrer hingegen empfanden es als grausam, eine Seele in einem toten und verfallenden Körper eingesperrt zu lassen.

Erst König Kalen konnte den Streit schlichten, indem er den Glauben der Nurnen ernstnahm und auf diesen einging. So unterhielt er sich lange mit heidnischen Priestern und fragte diese, ob die Toten ihre Körper selbst überhaupt noch bräuchten. Zunächst bejahten die Priester dies, doch Kalen konnte sie davon überzeugen, dass dies sicherlich nicht der Fall sein könne, da die Nurnen an ein ewiges Leben nach dem Tod glaubten, doch keiner der bestatteten Körper ewig existieren könnte; die Seele also unabhängig von Körper bestehen würde. Der Schluss, der von den Priestern und dem amnúrischen König gezogen wurde, war nun, dass der Körper also lediglich dafür noch gebraucht werden würde, damit die Seele ein Gefäß hätte, indem diese für ihre Nachfahren kämpfen könnte. Die Frage, die sich aber darüber hinaus stellte, und auf die keine zufriedenstellende Antwort gegeben werden konnte, war, ob die Seele zwischen ihrer Existenz im Jenseits und dem Körper hin- und herwechseln könnte, oder ob sie im Körper gefangen war, so wie die Amnúrer es glaubten.

Kalen schaffte es jedoch, die Nurnen davon zu überzeugen, dass es nicht richtig sei, die Helden von einst nur deshalb wohlmöglich in verrottenden Körpern gefangen zu halten, nur damit sie in zukünftigen Schlachten kämpfen könnten; denn diese Schlachten wären die Aufgaben der Lebenden.
Obwohl Kalen es nicht schaffte, die Nurnen davon zu überzeugen, dass Körper Gefängnisse der Seelen seien, so setzte sich der Glaube durch seine Vorarbeit mit der Zeit jedoch durch und so kam es, dass die Nurnen die Grabhügel öffneten, um die Überreste der Toten zu vernichten. Nicht nur der Wunsch, ihren Vorfahren zu helfen, trieb die Nurnen hierbei allerdings an, sondern auch die Angst: Denn bald kamen sie zu dem Glauben, dass eine Seele in einem verwesenden Körper dem Wahnsinn anheimfallen und einen Zorn entwickeln würde auf diejenigen, die sie zu diesem Schicksal zwangen; sie glaubten auch, dass die Seele nun nicht mehr einfach ins jenseits gehen würde, sondern als Gespenst das Grab verlassen würde, um sich an den Lebenden zu rächen.

Tatsächlich boten unheimliche Begebenheiten, von welchen man sich in der Gegend um den Wald von Nurn schon immer erzählte, Nährstoff für diesen Glauben an Geister; die berühmteste Geschichte war später die von Ean von Nurn, die man sich noch heute gerne erzählt, und die einen wahren Kern haben soll.

#5 RE: Einhundertneunundzwanzigstes Speedbasteln am 27. März 2020 von DrZalmat 27.03.2020 21:30

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Uuuuund die Zeit ist um, Zeit zum Lobsen!

#6 RE: Einhundertneunundzwanzigstes Speedbasteln am 27. März 2020 von Riothamus 27.03.2020 21:35

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Zum Verschwinden Dr. Ontobald Geisterbergs

(Bericht seines Assistenten Magister Ahdabert Nottelhilf)

Dr. Geisterberg betrieb bekanntlich ein Langzeitexperiment zur Beobachtung biseiiger Pflanzen. Ziel war die Beobachtung des Übergangs der beobachteten Pflanze. Dabei handelte es sich um das sogenannte Geistergras, dass besonders anfällig für die Biseiigkeit zu sein scheint. Bisher konnte der Übergang selbst nicht beobachtet werden, obwohl das Experiment schon zwei Jahre andauerte und die Pflanze mehrfach, mindestens 36 mal, ihren Standort verlassen zu haben schien. Natürlich hat die standorttreue Pflanze ihren Platz nicht wirklich verlassen, sondern nur antiontiziert.

Um nun nicht kurz vor dem entscheidenden Augenblick wieder vom Schlaf übermannt zu werden, beauftragte Dr. Geisterberg mich einen Trank des Wachseins zu brauen. Da nicht alle Zutaten vorrätig waren, befand ich mich während des Vorfalls nicht nur außerhalb des Labors, sondern auch extra muros. Vor meinem Weggang bekam ich noch mit, wie Dr. Geisterberg seinen Lehrling Tohl Patsch den Auftrag gab, eine Maschine zur Fokussierung auf die Pflanze auszurichten. Trotz der Empfehlung nur noch Studenten zu unterrichten, hielt Dr. Geisterberg bekanntlich an der Tradition eines Lehrlings fest.

Als ich nach einigen Stunden zurückehrte war Lehrling Patsch in der Küche mit der Zubereitung des Abendmahls beschäftigt, und ich nutzte die Gelegenheit des befeuerten Herds, um einen Sud aus Anderskraut und Wegerich zuzubereiten, den ich für den Trank des Wachseins benötigte. Die spätere Befragung ergab, dass Lehrling Patsch die Fokusmaschine aufgebaut hat und dann ebenfalls das Labor verließ, um die besagte Mahlzeit zuzubereiten.

Zurück im Labor legte ich die Zutaten und den frischen Sud auf einen Tisch. Letzterer musste noch etwas abkühlen. Daher schaute ich mich nach Dr. Geisterberg um. Doch weder er noch das Geistergras waren zu sehen. Ich ging davon aus, dass die Beobachtung wieder nicht gelungen war und er das Labor durch den Ausgang zum Kräutergarten verlassen hatte. Dort pflegte er sich nach missglückten Experimenten kurz zu entspannen. Mir viel auf, dass die Fokusmaschine falch herum aufgestellt war. Also rief ich Lehrling Patsch und stud. mag. abs. Schreckenburg, damit die schwere Maschine korrekt ausgerichtet wurde. Schließlich wäre es auch ein großer Erfolg, die Disantiontizierung des Grases zu beobachten, was im Folgenden aber misslang. Hierbei fand Studiosus Schreckenburg die offensichtlich herabgefallene Lesebrille des Doktors am dem Pflanzgefäß gegenüberliegendem Ende der Fokusmaschine. Wahrscheinlich war sie ihm aus Ärger über die durch den Lehrling Patsch falsch ausgerichtete Maschine, die die Beobachtung vereitelt hatte, vom Kopf gefallen. Sie war ein wenig verbogen und ich empfahl Lehrling Patsch, schon mal den Tisch für das Abendmahl zu decken und im Übrigen Dr. Geisterberg für den Rest des Tages aus den Augen zu gehen.

Nachdem der Doktor auch nach einer Weile nicht wiederkehrte, schickte ich den Studiosus Schreckenburg in den Garten, um ihn an das Abendmahl zu erinnern. Doch war Dr. Geisterberg nicht aufzufinden und ward seitdem nicht mehr gesehen. Die Obrigkeit wurde benachrichtigt, nachdem er bis zum folgenden Mittag nicht aufzufinden war. Zur selben Zeit wurde Lehrling Patsch als Bote zur Gilde geschickt, wie es beim Verschwinden eines Magus vorgesehen ist.

Dr. Neiphoff fand bei der Untersuchung mehrfach die erwähnte Brille, wo sie von Studiosus Schreckenburg gefunden wurde. Da er der unsinnigen Theorie anhängt, dass es auch uns möglich sei zu antiontizieren, behauptete er, der umgekehrte Fokus habe Dr. Geisterberg antiontizieren lassen. In den folgenden Nächten kam es zu Lärm im Labor und bei Inaugenscheinnahme wurde wiederholt ein gewisses Durcheinander festgestellt. Dies bestärk¼e Dr. Neiphoff in seinen Ansichten. Ich begann schon, ein Protestschreiben gegen diese unwissenschaftliche Untersuchung aufzusetzen, als auch Dr. Neiphoff verschwand.

Er hatte mit Hilfe des Lehrlings Patsch und des Studiosus Schreckenburg die Situation zur Zeit des Verschwindens von Dr. Geisterberg nachgestellt und will wohl nun seine eigene Antiontizierung vortäuschen. Daher melde ich nicht nur sein Verschwinden, sondern bitte darum, diesmal mehrere echte wissenschaftliche Magier zu entsenden, die nicht nur das Verschwinden Dr. Geisterbergs aufklären, sondern auch die Täuschung Dr. Neiphoffs. Solch irrationale Vorgehensweisen schädigen nur den Ruf der Wissenschaft und ich muss darum bitten, zu betonen, dass Dr. Geisterberg mit den Machenschaften Neiphoffs nicht in Verbindung steht.

Edit: Das mit Biseiigkeit und dem Antiontizieren wird hier erklärt.

#7 RE: Einhundertneunundzwanzigstes Speedbasteln am 27. März 2020 von DrZalmat 27.03.2020 21:41

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@Elatan Tolle Geschichte Gibt es in der Gegend tatsächlich viele Untote? Weil gefnagen im Körper und umherlaufen klingt so nach Zombies und Skeletten...

@Riothamus Jetzt bin ich wirklich neugierig ob der Doktor sich selbst zum "Geist" gemacht hat oder was anderes passiert ist und ob er das mit Absicht gemacht hat... Aber sich selber zum Geist machen ist cool

#8 RE: Einhundertneunundzwanzigstes Speedbasteln am 27. März 2020 von Riothamus 28.03.2020 02:43

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Heute gibt es getrocknete Lobsbeeren.

@DrZalmat : Deine Gister sind ein interessantes Konzept, präsentiert in einer klaren Beschreibung. Zusammen mit den Gespenstern dürfte es dort genügend Anlässe zum Gruseln geben. Wie häufig sind diese Erscheinungen denn? Und können auch die Gespenster gefährlich sein?

@Riothamus : Wieder mal über die Wissenschaft herziehen, was? Und dann noch statt ernsthafter Darstellung so eine Gespensterpistole! Langsam weiß ich wirklich nicht mehr, was ich noch dazu sagen soll, was du hier so verzapfst.

@Elatan : Trotz des Themas ist dir ein sehr lebendiger Bericht gelungen. Auch ich interessierte mich für die Frage DrZalmats: Was steckt hinter den Gerüchten und Legenden um die unheimlichen Toten? Oder gibt es etwa die Fantasy-Lösung, dass beide Ansichten wahr sind?

Zu meiner Bastelei:

@DrZalmat : Nun, ich fürchte, die Antwort wird erst die Zukunft zeigen. Irgendwie steckt in dem Thema noch mehr und ich glaube, das sollte ich hier nicht so schnell festlegen, bzw. verraten.

#9 RE: Einhundertneunundzwanzigstes Speedbasteln am 27. März 2020 von Elatan 28.03.2020 10:09

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@DrZalmat: Diese Unterscheidung klingt für mich schlüssig und mir kommt auch gleich eine Frage in den Sinn. Wenn es körperlose Seelen gibt, gibt es dann auch seelenlose Körper, die dann ideale Wirte für Geister wären?
@Riothamus: Ach herrje, der arme Dr. Geisterberg ... Ob er mal wieder auftauchen wir? Disantiontizierung ist übrigens ein sehr schönes Wort. :D

Zitat von DrZalmat im Beitrag #7
@Elatan Tolle Geschichte Gibt es in der Gegend tatsächlich viele Untote? Weil gefnagen im Körper und umherlaufen klingt so nach Zombies und Skeletten... *w

Nein, dort laufen gar keine Zombies oder Geister herum.

Zitat von Riothamus im Beitrag #8
@Elatan : Trotz des Themas ist dir ein sehr lebendiger Bericht gelungen. Auch ich interessierte mich für die Frage DrZalmats: Was steckt hinter den Gerüchten und Legenden um die unheimlichen Toten? Oder gibt es etwa die Fantasy-Lösung, dass beide Ansichten wahr sind? *o

Was nun mit der Seele nach dem Tod geschieht, ist nicht bekannt und daher kann man auch nicht sagen, ob eine Seele tatsächlich in einem Körper gefangen sein kann und befreit werden muss. Auch gibt es eigentlich keinen Anlass für die Nurnen, zu glauben, dass ihre gefallenen Helden von sich aus wieder aufstehen und für sie kämpfen könnten. Dass es im Wald von Nurn aber vielleicht tatsächlich Geister oder irgendetwas anderes "Böses" gibt, wird von den Leuten in der Region geglaubt und es gibt auch Indizien dafür, dass es dort nicht ganz mit rechten Dingen abgeht. Der Tod Eans, der etwa im 5. Jahrhundert dort lebte und mit Schätzen aus dem Wald die Stadt Nurn (die nach dem Volk benannt wurde) zu einer Blühte führte, wird immer wieder gerne in diesem Zusammenhang erwähnt (ich kann die Geschichte auch nochmal posten bei Interesse). Ein wesentlich stärkerer Hinweis ist allerdings folgender: Am Ende des Kronenkrieg in der zweiten Hälfte des 11. Jahrhunderts schickte der neueingesetzte Herzog von Ribiken, Soldaten direkt durch den Wald hindurchzuschicken statt den sogenannten Waldtunnel zu benutzen, um so schneller und an unerwarteter Stelle zuschlagen zu können. Obwohl es eigentlich nur ein Tagesmarsch hätte sein sollen, verschwanden die Soldaten einfach spurlos.

#10 RE: Einhundertneunundzwanzigstes Speedbasteln am 27. März 2020 von DrZalmat 28.03.2020 15:28

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Zitat von Riothamus im Beitrag #8
Wie häufig sind diese Erscheinungen denn? Und können auch die Gespenster gefährlich sein?

Kommt ganz auf die Gegend an. Es gibt einige Gegenden die magisch verstrahlt sind, da passiert es öfter dass Gespenster entstehen. Ja, Gespenster können gefährlich werden, vom klassischen Poltergeist zum Rachsüchtigen Schatten

Zitat von Elatan im Beitrag #9
Wenn es körperlose Seelen gibt, gibt es dann auch seelenlose Körper, die dann ideale Wirte für Geister wären?

Ja, Seelenlose Körper wären Zombies, Skelette und sowas. Aber die sind keine guten Gefäße für die Geister, weil sie dann sofort noch einmal "sterben" würden, da der Körper nicht mehr lebensfähig ist und nur noch durch Magie zusammengehalten wird.

Allerdings können sich solche Seelen gelegentlich an Gegenstände anhängen. Je älter und "geachteter" ein Gegenstand ist, desto leichter. Das ist der Grund warum man über viele ältere Schiffe und ähnliches sagt sie hätten ein Eigenleben

#11 RE: Einhundertneunundzwanzigstes Speedbasteln am 27. März 2020 von Elatan 28.03.2020 16:21

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Zitat von DrZalmat im Beitrag #10
. Je älter und "geachteter" ein Gegenstand ist, desto leichter.

Wie kommt das?

#12 RE: Einhundertneunundzwanzigstes Speedbasteln am 27. März 2020 von Riothamus 28.03.2020 18:05

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@Elatan : Nun, wir wissen ja, dass er nicht einfach weg ist. Nur ist noch die Frage, ob er antiontiziert ist. Aber, da es hier ja um Gespenster und dergleichen geht, bleibt mir wohl nichts anderes übrig. Die Frage ist jetzt, ob und wie er zurückkommt. Und ob es da finstere Machenschaften im Hintergrund gibt. Aber natürlich bleibt die Frage, ob das ein wirkliches Jenseits ist davon erstmal unberührt.

#13 RE: Einhundertneunundzwanzigstes Speedbasteln am 27. März 2020 von Nharun 28.03.2020 20:28

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Da es dem Hund wieder besser geht, hier meine Nachrreichung:




Auf der heutigen Toraja sind sich die gelehrten Wissenschaftler sicher, dass es so etwas wie Gespenster oder Totengeister nicht gibt, durch all die moderne, wissenschaftliche Magie wurde kein Hinweis darauf gefunden, dass es so etwas wie eine Seele gibt oder das etwas nach dem Tod eines Menschen weiterlebt. Bisweilen vermag die Magie noch letzte Erinnerungen eines Toten wiederaufleben lassen, wenn diese im Anderdunkel wiederhallen, doch einen Toten ins Diesseits zurückzubringen, das gilt als unmöglich und unwissenschaftlich. Dennoch gibt es auf der ganzen Toraja nicht nur in der Religion, sondern auch im Volksglauben Geschichten darüber, wie Tote nach dem Tode weiterleben und mit den Lebenden interagieren. Die folgenden Volkssagen und Berichte geben einen kleinen Einblick in diesen unwissenschaftlichen, unmöglichen Aberglauben:


Warum die Chiren toten Wöchnerinnen Gaben mit ins Grab legen.

Man erzählt sich im Arrischen, dass in alter Zeit in Pholspetis eine Wöchnerin mit ihrem neugeborenen Kinde verstarb. Man begrub die Mutter mit dem Kind in den Armen liegend. In den folgenden Nächten, so erzählte man sich, sei die Tote des nächtens ihrer Mutter erschienen und habe sie darum gebeten, ihr Faden, Schere, Fingerhut, Wachs und Seife mit ins Grab zu legen. Die Mutter habe sich so erschrocken, dass sie der Bitte zunächst nicht nachkam; doch die tote Tochter erschien ihr Nacht um Nacht und ihr Bitten wich einer flehenden Klage. Die Dörfler wussten sich keinen Rat, um den Spuk zu beenden, so dass man schließlich die Dinge einsammelte und der Toten ins Grab legte. In der darauffolgenden Nacht, erschien die Tote der Mutter ein letztes Mal und dankte ihr. Nun, so sagte die Tote, könne sie in der jenseitigen Welt doch für Kind nähen und waschen. Nach jener Nacht, ward die Tote nie wieder gesehen, doch seit dem gibt man den Müttern, die mit ihren Kindern sterben, immer die Dinge mit, mit denen sie weiter für sie sorgen können.

Warum es sich bei den Subaten nicht gehört, die Toten zu beweinen.

Wer einmal an einer Trauerfeier im Subatischen teilgenommen hat, der weiß um den ‚Tränenknecht‘, der bei der Feier einem jeden, der eine Träne vergießt einen Schlag mit seiner Rute verpasst. Die Subaten glauben nämlich, dass jede Träne, die um einen Verstorbenen vergossen wird, in dessen Leichentuch fällt und es nass macht. Der Großmutter meines Gastgebers, so erzählte er mir eines Tages, sei einmal ein Kind verstorben, welches sie sehr geliebt hatte. Sie beklagte und beweinte es sehr, doch in einer durchweinten Nacht erschien ihr das Kind und sagte: „Mutter, geliebte Mutter, hör doch auf über mich zu weinen! In meinem Leichentuch gibt es nur noch eine fingernagelgroße Stelle, die noch trocken ist und wenn auch diese nass ist, dann finde ich in meinem Grabe keine Ruhe mehr!“

Warum die Arben den Ellertun meiden.

Vor alten Zeiten einmal ging ein Horger mit seinen Jungen in das Ellertun-Tal spazieren, um dessen großen Gletscher zu sehen. Zusammen betraten sie denselben, doch kaum, dass sie ihn erstiegen hatten, verharrte der Horger und wollte auch keinen seiner Jungs weiter vorwärts lassen. Die Jungen fragten den Horger und dieser flüsterte: „Wenn ihr doch nur sehen könntet, was ich sehe, so würdet ihr gewiss keinen Schritt mehr weiter gehen wollen!“
Doch das machte die Schüler nur noch neugieriger und sie fragten den Horger, was er sehe. Da legte sich der Horger einen Finger über den Mund und wies sie an zu schweigen und sagte mit halblauter Stimme: „Weil der Ellertungletscher voll armer Seelen ist, die Schneevater gefangen hat.“
Einige der Jungs schüttelten ungläubig den Kopf und einem von diesen sagte der Horger: „Komm hinter mich, stell deinen Fuß und auf meinen und blicke mir unter der Achsel hindurch auf den Gletscher!“
Der Junge tat, wie ihm der Horger hieß, und wurde gleich darauf bleich vor Entsetzen, denn er sah, dass aus den blauen Gletscherspalten so viele Köpfe armer Seelen emportauchten, dass man hätte keinen Fuß dazwischen setzen können.


Warum die Virencos ihre Toten nicht verbrennen.

Die Virencos verbrennen ihre Toten nicht, sondern legen sie in sogenannten „Knochenhäuser“ ab und dort besuchen sie die Toten und reden mit ihnen. Ich fragte meinen Gastgeber, warum das so sei und er sagte mir, dass die Menschen nach dem Tod ins Reich der Unausprechlichen übergingen, doch immer noch mit ihrem Körper verbunden wären. Als er meinem Gesicht ansah, dass ich ihm kein Wort glaubte, da erzählte er mir, was seinem Vater geschehen war:
Als mein Vater noch ein junger Mann war, hatte er einen guten Freund, den er sehr liebte, der aber nach einem Unfall mit dem Wagen von den Unaussprechlichen gefordert wurde. Er betrauerte den Verlust des Freundes sehr und suchte ihn fast täglich im Knochenhaus. Eines Tages musste er an die köstlichen Happas denken, die zum Fest von Laɲo gereicht wurden und die sein Freund so sehr gemocht hatte. Da sagte er den Gebeinen: „Komm doch heut‘ Abend, wenn der Mond so hell strahlt, und teil mit mir die Speisen, es gibt reichlich!“
Und als sich des Nachts die Straßen füllten und die Menschen Laɲo zu ehren zu feiern begannen, da klopfte es an der Türe und als mein Vater sie öffnete, erschrak er gar fürchterlich – bis zu seinem Tod hatte er eine weiße Strähne davon als Zeugnis – denn vor der Tür stand ein Gerippe, in dem er doch seinen toten Freund erkannte. „Lass uns die köstlichen Happas teilen, zu denen du mich eingeladen hast“, sprach das Gerippe und trat ein. Mein Vater brauchte einige Momente, aber schließlich aßen die beiden zusammen und erinnerten sich der gemeinsamen Zeit bis zum Morgen, als der Tote zurück ins Knochenhaus ging, weil er sagte: Den Unaussprechlichen zu entwischen sei nicht einfach und er wolle sein Glück nicht überstrapzieren.
Mein Gastgeber versicherte mir, es gäbe noch mehr solcher Geschichten. Er selbst ginge hin und wieder zum Knochenhaus, um seinen Vater einzuladen, doch dieser habe es bislang nicht geschafft sich für wenige Stunden aus dem Reich der Unaussprechlichen davonzustehlen.



@DrZalmat Eine gelungene, schlüssige Präsentation, die sehr gut zu dem Bild von Lhanid passt, dass ich durch vorherige Texte gewonnen habe.
@Elatan Eine sehr gut erzählte Geschichte! Sehr stimmig und passend!
@Riothamus Lass dich von den Kommentaren dieses unsäglichen Riothamus nicht herunterziehen! Dein Beitrag ist sehr unterhaltsam geschrieben und ich muss dich für deine Wortgewandtheit und Wortfindigkeit einfach nochmal extra loben!

#14 RE: Einhundertneunundzwanzigstes Speedbasteln am 27. März 2020 von Elatan 28.03.2020 20:49

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@Nharun : Das Warten auf dein Nachreichen hat sich gelohnt und du lieferst tolle Geschichten! Über den Ellertun würde ich gerne mehr erfahren.

#15 RE: Einhundertneunundzwanzigstes Speedbasteln am 27. März 2020 von Nharun 28.03.2020 21:08

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Nun, über den Ellterungletscher, weiß ich nicht viel mehr als das, was oben geschrieben steht. Die Arbaren (und später der arbische Volksglaube) glaubten daran, dass böse Götter/Ungeheuer wie der Kjahullir oder eben Niwin Oter (der Schneevater) Lebende oder auch Tote "stehlen" und für sich behalten wollen. Aus der Furcht vor Schneevater mieden die Arbaren die Gletscher im Altertum und hier wirkt diese alte Furcht vielleicht noch nach. Möglich ist, dass hier auch ein Riss in der Realität zu den beschriebenen Ereignissen führen könnte und dann missinterpretiert wurde. Das Ellertun-Tal ist jedenfalls schon seit der Antike bewohnt und war es vermutlich auch schon zuvor, was man noch im Namen erkennen kann: "Eller" ist das arbarische Wort für "Zinn", während "tun" kein arbarisches oder arbisches Wort ist, aber in vielen Ortsnamen noch vorkommt; da es manchmal mit "tus" ersetzt wurde, nimmt man an, dass auch "tun" so viel wie "Gehöft; festes Haus" bedeutet, aber das mag Volksetymologie sein. Der Namensbestandteil "tun" kommt jedoch nur in einer bestimmten Bergregion vor und es handelt sich dabei sehr wahrscheinlich um das Substrat einer ausgestorbenen Sprache (vielleicht ausgestorbener) Ureinwohner dieser Gegend.

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