#1 [Silaris] In-World-Fantasy von Amanita 30.05.2020 17:03

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Hallo in die Runde,

meine silarischen In-World-Fantasysettings habe ich im anderen Forum auch schonmal vorgestellt, aber ich dachte, ich könnte das hier ja auch noch tun.
Was die Beliebtheit von Literatur und Fernsehen und verschiedene Genres betrifft, unterscheidet sich das moderne Silaris nicht wesentlich von unserer Welt und entsprechend gibt es dort auch Fantasy- und Science Fiction-Literatur.
Drei besonders beliebte literarische Welten aus unterschiedlichen Ländern habe ich bis jetzt etwas näher ausgearbeitet:

Nachtblumenland ist eine postapokalyptische Science-Fictiongeschichte, die in einer nicht näher benannten Welt nach einem verheerenden Krieg mit Chemiewaffen spielt. (Ob es sich dabei um ein zukünftiges Silaris oder um eine fiktive Welt handelt, ist bei den Fans sehr umstritten.)
Jedenfalls bestehen große Teile der Welt aus einem vergifteten Ödland, wo weder Pflanzen noch Tiere gedeihen können. (In späteren Büchern entwickeln sich aber resistente Spezies...) Daneben gibt es ein relativ unberührtes Land im Süden, das sich dem ökologischen Landbau verschrieben hat und je nachdem, wen man fragt, wissenschaftsfeindlich oder zumindest restriktiv ist. Wer "gefährliche Ideen" äußert, wird ins vergiftete Ödland verbannt, wo er dem sicheren Tod entgegengeht. (Oder auch nicht...)
Daneben gibt es im Norden mehrere von Konzernen regierte Großstädte mit starker sozialer Ungleichheit, in denen die skrupellosen Konzernchefs (häufig Halogenmagier) weiterhin an Chemiewaffen arbeiten ohne Rücksicht darauf zu nehmen, dass sie die wenigen verbliebenen Lebensgrundlagen auch noch gefährden und großer sozialer Ungleichheit. Die Helden sind dann meistens Elementarmagier, die versuchen vor der Vereinnahmung durch diese Konzerne zu flüchten und bisher alle Protagonisten mit Elementarmagie haben eines der Elemente Wasserstoff, Kohlenstoff, Stickstoff, Sauerstoff oder Phosphor. Daneben gibt es noch diverse kleinere Kolonien mit verschiedenen Gesellschaftsmodellen, die mehr oder weniger erfolgreich sind.
Die Autorin ist Ruarierin, die Serie aber auch im benachbarten Arunien sehr beliebt.
Allerdings ist die Beliebtheit nicht universell, sondern es gibt auch Kritik. Manche davon richtet sich gegen die künsterlische Freiheit und die übertriebenen Wirkungen, der beschriebenen Gifte, andere stören sich eher an der Botschaft, die "ein naives grün-alternatives Weltbild propagiert" und dabei "gedankenlos gegen Halogenmagier hetzt".
Es gibt Gerüchte, dass es sich bei der Autorin selbst um eine Phosphormagierin handelt, die dies entweder nicht weiß, oder nicht zugibt, weil die Beschreibung der Wahrnehmung von Phosphormagiern in der Geschichte angeblich im Vergleich zum Rest überraschend akurat sind. Manche Interpretationen sehen darin auch eine Aufarbeitung des ruarischen Traumas aus dem Arunisch-Ruarischen Krieg, während andere fordern, das Ganze einfach nur als unterhaltsame Geschichte zu betrachten und nicht so viel hineinzuinterpretieren.

Adamanea ist eine Fantasygeschichte, die in einer magischen Parallelwelt zu Silaris spielt. Dieses Setting ist recht familienfreundlich und wendet sich in erster Linie an Jugendliche, ist aber auch bei Erwachsenen beliebt. Es wird zwar getötet und gestorben, aber die meiste Gewalt ist sehr unblutig und Themen wie sexualisierte Gewalt, oder auch Massenvernichtungswaffen jeglicher Art kommen nicht vor. (Dies trifft jedenfalls auf die Originale zu, die umfangreich vorhandene Fan-Literatur widmet sich auch diesen problematischeren Themen...)
Adamanea ist voller magischer Wesen und besitzt ein sehr universelles Magiesystem, das bist auf wenige Ausnahmen wie Tote wirklich wiedererwecken und Leben erschaffen nur wenige Grenzen hat.
Es gibt natürlich auch schwarze Magie, die Schaden anrichtet und von den Guten verfolgt wird und durchaus auch gruselige Szenen und Monster, aber einen Bezug zur realen Politik sieht darin (fast) niemand.
Die Geschichte stammt von einem arunischen Autoren, ist aber auch in Ruaris sehr beliebt, aber auch in Temira, Tessmar, Elavien und Avechain bekannt. Die erwachsenen Fans müssen sich jedoch teilweise mit der Kritik auseinandersetzen, dass die Beschäftigung mit diesen Geschichten eine Realitätsflucht darstellt und zeigt, dass die Betroffenen ein infantiles Verhalten an den Tag legen. Bei jungen Fans wird ebenfalls die Gefahr gesehen, dass sie durch die Flucht in eine Fantasiewelt den Bezug zur Realiät verlieren.
Die Fans reagieren darauf, indem sie hochphilosophische Interpretationen der Geschichten durchführen und die positiven Botschaften betonen. Politisch wird nicht über den Inhalt selbst diskutiert, sondern darüber, ob Realitätsflucht in eine magische Welt jetzt legitim ist, oder eben nicht.

Keriaja ist dagegen eine völlig andere Art von Fantasywelt. Hier gibt es Sklaverei, Vergewaltigungen, ein Amazonenvolk, das Männer zur Reproduktion gefangenhält und in verfluchten Gegenden ums Überleben kämpfende Völker... Genau wie Adamanea verfügt auch Keriaja über Magie, die allerdings seltener auftritt und weniger universell ist. Sie wird in drei Kategorien aufgeteilt. Rote Magie wird an Akademien und in Institutionen gelehrt und gelernt und folgt genauen Regeln und Formeln, während Grüne Magie intuitiv und durch die Situation bzw. Natur inspiriert und mithilfe von Pflanzen, Pilzen etc. praktiziert wird. In manchen Regionen wird die eine oder andere Form als böse betrachtet und ihre Anwender verfolgt, in Wirklichkeit sind aber beide nur verschiedene Arten, mit derselben Magie umzugehen. (Das Ganze erinnert etwas an die frühsilarischen Magiekonzepte, die existiert haben, bevor die elementare Natur der Magie bekannt wurde.)
Daneben gibt es aber auch noch verbotene Künste, die "widernatürlich" sind, darunter Nekromantie sowie Alchimie, durch die verfluchte Gegenstände, "widernatürliche Gifte" und magische Massenvernichtungswaffen hergestellt werden. Als Ergebnis davon befindet sich im Westen des Kontinents ein verfluchtes Land und Versuche dies zu durchqueren sind öfter Handlung der Geschichten. (Das verfluchte Land ist auch der Grund für das Amazonenvolk, da Männer in dessen Randgebiet auf Dauer unfruchtbar werden.)
Die Autorin der Keriaja-Romane ist Sarilerin und lebt auch in Sarilien. Die Bücher sind bei der sarilischen Zensur immer mal wieder angeeckt, bisher gelang die Veröffentlichung ohne größere inhaltliche Veränderungen am Ende jedoch immer. Ihre größten Erfolge feiert sie jedoch im Ausland, denn in Sarilien selbst ist das Interesse an Fantasyliteratur nicht so groß.
Insbesondere in Arunien sind die Bücher sehr begehrt, was teilweise auch daran liegt, dass es als reizvoll empfunden wird, etwas aus einem so fremdartigen und gefährlichen Land zu lesen. Allgemein halten sich Keriaja-Fans in Arunien für wesentlich reifer und cooler als Adamanea-Fans, was sich aber objektiv nicht bestätigen lässt.
Kritisiert wurde die Serie für die aus arunischer oder ruarischer Sicht nicht genügend verurteilte Darstellung von sexualisierter Gewalt, aber auch wegen der bösen Alchimisten, die insbesondere beim arunischen Alchimistenzirkel nicht so gut ankommen. Auch sarilische Elementarmagiervertreter sehen darin elementarmagophobe Tendenzen, die von der Autorin jedoch abgestritten werden. Sie versichert, dass sie keine Anspielungen auf reale Elementarmagier beabsichtigt, sondern sich aus verschiedenen Mythologien Inspiration geholt hat, einschließlich der elavischen, wo der Begriff "Alchimist" synonym mit "Schwarzmagier" verwendet wird.

#2 RE: [Silaris] In-World-Fantasy von Nharun 01.06.2020 16:01

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Mir gefallen deine Fiktionen in der Fiktion sehr. So etwas ist ja immer die Möglichkeit, Ideen auszuprobieren die nicht zum Hauptwerk passen, aber gerade durch die Einbettung und Auseinandersetzung mit den kulturellen Aspekten der Hauptwelt, gewinnt beides

#3 RE: [Silaris] In-World-Fantasy von Aguran 01.06.2020 17:56

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Adamanea und Keriaja sind also von den Fanverhalten her ähnlich anzusiedeln wie zum Beispiel Star Trek und star Wars in unserer Welt? :D

Fantasy und Sci-Fi sind also sehr beliebt?
Wie sieht das mit Historienromanen aus?

#4 RE: [Silaris] In-World-Fantasy von Amanita 02.06.2020 20:58

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Zitat von Nharun im Beitrag #2
So etwas ist ja immer die Möglichkeit, Ideen auszuprobieren die nicht zum Hauptwerk passen, aber gerade durch die Einbettung und Auseinandersetzung mit den kulturellen Aspekten der Hauptwelt, gewinnt beides

Bei Adamanea ist das tatsächlich der Fall. Da habe ich eine zeitlang erwogen, diese magische Parallelwelt mit einzubauen, was dann aber in die Hauptwelt nicht richtig gepasst hat. Die beiden anderen waren allerdings schon von Anfang an als In-World-Welten geplant.
Zitat von Aguran im Beitrag #3
Adamanea und Keriaja sind also von den Fanverhalten her ähnlich anzusiedeln wie zum Beispiel Star Trek und star Wars in unserer Welt?

Da kenne ich mich nicht so aus? Ich dachte eher ein bisschen an Harry Potter versus Game of Thrones.
Das betrifft aber vor allem Arunien und Ruaris. In Sarilien erfreut sich Adamanea aber auch großer Beliebtheit, wie ich vergessen habe zu erwähnen, jedenfalls dort, wo es erlaubt ist.
Zitat von Aguran im Beitrag #3
Fantasy und Sci-Fi sind also sehr beliebt? Wie sieht das mit Historienromanen aus?

Ich muss zugeben, dass das hauptsächlich daran liegt, dass die eben weltenbastlerich am interessantesten sind. Romanzen gehen beispielsweise in Arunien, Ruaris und Elavien auch sehr gut und ja, historische Romane auch. In Arunien sind das vor allem diverse Kriegs-und Antikriegsbücher und Filme. (In ersteren treten die arunischen Soldaten als strahlende Helden auf, letztere beschäftigen sich mit den Schattenseiten der Kriege...) in Ruaris sind dafür eher historische Frauenromane beliebt. (Bei der weiblichen Leserschaft, die männliche zieht die arunischen Kriegsgeschcihten vor.)
In Elavien gibt es kaum Fantasy, wenn man die auf der elavischen Mythologie basierenden Werke nicht mitrechnet, dafür aber jede Menge Liebes- und Familiengeschichten mit viel Herzschmerz und heiler Welt, die unabhängig vom Geschlecht bei vielen Elaviern sehr beliebt sind. Daneben ist Elavien auch noch für sprachlich und inhaltlich hoch anspruchsvolle, sich innerhalb der Handlung mit verschiedenen philosophischen Fragen beschäftigende literarische Werke bekannt, die allerdings beim Durchschnittsbürger weder in Elavien noch anderswo auf großes Interesse stoßen. In gehobenen Bildungsschichten sind sie allerdings Silaris-weit beliebt.

#5 RE: [Silaris] In-World-Fantasy von Elatan 03.06.2020 22:10

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Welten in Welten finde ich auch immer sehr interessant, weil man durch sie tatsächlich nochmal einiges über die Welt, in der die Welt ist, lernen kann. Waren das denn schon immer alles Inworld-Welten oder entstanden sie unabhängig von Silaris bzw. zeigte sich, dass die Ideen nicht direkt in die Welt passten, sodass du den Umweg nahmst?

#6 RE: [Silaris] In-World-Fantasy von Amanita 06.06.2020 14:12

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@Elatan, zur Entstehungsgeschichte von Adamanea habe ich ja schon was geschrieben. Die anderen beiden sind tatsächlich schon innerhalb von Silaris entstanden.
Für das Nachtblumenland habe ich mir gezielt überlegt, wie ein postapokalyptisches Setting in Silaris aussehen würde.
Bei uns sind die Themen da ja meistens Atomkrieg, totalitäres Regime, Maschinen übernehmen die Macht, oder Zombies.
Totalitäres Regime geht in Silaris natürlich auch, Atomkrieg nicht und Maschinen als Bedrohung ist in Silaris auch keine verbreitete Angst. Zombies sind ja auch bei uns reine Fantasie, da verstehe ich die Motivation aber nicht gut genug, um etwas Ähnliches für Silaris zu adaptieren und so wurde es totalitäre Regimes plus verheerender Krieg mit Chemiewaffen

#7 RE: [Silaris] In-World-Fantasy von Teja 21.07.2020 14:37

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Jetzt habe ich das auch endlich gelesen und ich muss sagen, mir gefällt die Idee, andere Weltenideen in einer Hauptwelt auf diese Weise zu verbasteln!

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