#1 Einhundertvierzigstes Speedbasteln am 13. Juni 2020 von Elatan 09.06.2020 16:45

avatar




Aber natürlich! Die nächste Lieferung kommt am Samstag um 20:30 Uhr rein, ihr könnt aber schon ab 20:00 Uhr mit uns im Chat auf den Dealer warten!

#2 RE: Einhundervierzigstes Speedbasteln am 13. Juni 2020 von Elatan 13.06.2020 20:28

avatar

Holt die Steckbriefe hervor und liefert eure Speedbastelbeiträge ab - tot oder lebendig! Das Thema lautet: Kopfgeldjäger!

#3 RE: Einhundervierzigstes Speedbasteln am 13. Juni 2020 von Nharun 13.06.2020 21:03

avatar

Hufgeller
In den modernen arbischen Staaten wird auf flüchtige oder anderweitig gesuchte Verbrecher vom Gericht ein „Hufgallen“ (Kopfgeld) ausgesetzt, das bei ihrer Ergreifung ausgesetzt wird. Die sogenannten „Hufgeller“ (sinngemäß „Kopfgeldjäger“, Sg. „Hufgaller“) verdienen ihren Lebensunterhalt mit der Jagd nach solchen Verbrechern, aber anders als in vergangenen Jahrhunderten, in denen jeder sich aufmachen konnte, um ein Hufgallen zu erbeuten, sind die Hufgeller heute eine reguläre Einheit, eine Unterabteilung der Gebrekgeder (Kriminalpolizei). Daher Hufgeller auch mit polizeilichen Befugnissen ausgestattet und das Hufgallen wird nicht öffentlich bekannt gegeben.

Kaphsymertes
Im modernen Arvelien werden Kopfgelder („Kaphysmes“) auf flüchtige Verbrecher öffentlich bekannt gegeben und jeder Bürger, der eine Lizenz als Kaphsymertas (Kopfgeldjäger) erworben hat, darf Jagd auf sie machen. Da die arvelischen Kaphysmertes Freischaffende sind, die keine einheitliche Ausbildung genießen und außer einer gewissen Geldsumme für die Lizenz keine Bedingungen erfüllen müssen, haben sie keinen besonders guten Ruf. Dass Kaphsymertes auch private Aufträge erfüllen, ist ein offenes Geheimnis, doch meist arbeiten sie nebenher als Privatdetektive. Sie fallen wie Kairelertes („Abenteurer“), freischaffende Schatzsucher, unter eine besondere Gesetzgebung, die ihnen das Recht gestattet, ihre Identität zu verbergen und bei dringendem Verdacht Grundstücke zu betreten und Flüchtige „zu entführen“ – allerdings müssen sie für Sachschaden dabei aus eigener Kasse aufkommen.

#4 RE: Einhundervierzigstes Speedbasteln am 13. Juni 2020 von Elatan 13.06.2020 21:21

avatar

Kopfgeldjagd im 23. Jahrhundert


Spätestens mit der immer größer werdenden Verbreitung ziviler Raumfahrt wuchs auch das Problem der Strafverfolgung. Wenn ein Verbrecher bzw. ein Verdächtiger erst einmal einen Planeten verlassen hat (was mehr oder weniger schwierig sein kann), ist es für die Polizei oder andere Strafverfolgungsbehörden oft ein Graus, seiner noch habhaft zu werden; vor allem dann, wenn der Flüchtige die Kernsysteme verlässt und sich in die Kolonien, unbewohnte Systeme oder gar Territorien fremder Mächte absetzt.

Manchmal gibt es mit letztgenannten Abkommen zur Auslieferung Straffälliger, doch ist dies eher selten. Da auch keine Polizisten oder Streitkräfte einfach in die Gebiete anderer Mächte eindringen können, um sie zu ergreifen, kommen an dieser Stelle Kopfgeldjäger ins Spiel. Wo sie in den Kolonien oder generell im Gebiet der Union noch völlig legal operieren, ist das, was sie in fremden Systemen tun, in der Regel illegal: Ein Kopfgeldjäger, der z.B. einen in der Union gesuchten Schmuggler auf einem Planeten der Tschirk ergreift und dann zur Erde bringt, ist für die Tschirk ein Entführer und damit ein Krimineller, gegen den sie vorgehen – das allerdings nicht unbedingt immer mit dem größten Eifer. Dies gilt übrigens auch andersherum und Kopfgeldjäger dürfen im Gebiet der Union nicht einfach Leute festnehmen, die von den Hazanti, Tschirk oder irgendeiner anderen Fraktion gesucht werden werden. Gerade Kopfgeldjäger, die am Anfang ihrer Karriere stehen, geraten recht oft mit dem Gesetz in Konflikt, da ihnen misstraut wird; namhaftere und erfolgreiche hingegen werden eher ignoriert: So wissen die Behörden der Union, dass einige Kopfgeldjäger, die in gewissen Kreisen durchaus Berühmtheit genießen, nicht nur für sie auf die Jagd gehen, nutzen allerdings keine Gelegenheit, sie im Nachhinein zu ergreifen. Diese Kopfgeldjäger sind ihnen zu viel wert, als dass sie sie tatsächlich ergreifen und bestrafen würden. Doch handeln viele Kopfgeldjäger nicht nur für Staaten, sondern auch für Privatleute; und damit in der Regel völlig illegal.

#5 RE: Einhundervierzigstes Speedbasteln am 13. Juni 2020 von Nharun 13.06.2020 21:32

avatar

Die Kofgeldjagd ist für heute vorbei, ab jetzt werden Steckbriefe nachgereicht!

#6 RE: Einhundervierzigstes Speedbasteln am 13. Juni 2020 von Elatan 13.06.2020 21:34

avatar

@Nharun: Zwei unterschiedliche Ansätze für diesen Job; sehr schön! Bekommen die modernen Hufgeller ein normales Gehalt, oder sind sie auf ein herkömmliches Kopfgeld angewiesen?

#7 RE: Einhundervierzigstes Speedbasteln am 13. Juni 2020 von Aguran 14.06.2020 14:58

avatar

Nachreichung:

Zopfgeldjäger der Helmdhari

In den Sippen der Helmdharistämme gibt es einzelne Bùrger welche sich ihr Brot als sogenannte Zopfgeldjäger verdienen. Im Gegensatz zu zum Beispiel einem elbischen Kopfgeldjäger ist jedoch gravierend.

Während die elbischen Kopfgeldjäger vor allem nach unverurteilten Verbrechern oder nicht vor Gerichten erschienenen Zeugen suchen, um sie der Verhandlung zuzuführen, sind die Zopfgeldjäger auf der Suche nach verurteilten und flüchtigen Verbrechern um ihnen die Zöpfe abzuschneiden.
Und damit deren Verbannung (welches in den Helmdharilanden die Höchststrage ist), offiziell und damit für alle sichtbar zu machen. Denn verliert ein Helmdhari seine Stammes/Sippenzöpfe dann gilt er als Verbannt und Vogelfrei, und damit widerum ist es anderen Helmdhari verboten ihm Hilfe oder Obdach zuteil werden zu lassen.

Die Zopfgeldjäger erhalten einen Teil ihrer Bezahlung dann mit dem abliefern der Zöpfe bei dem Ältestenrat, welcher die Verbannung ausgesprochen hat.
Sie sind ebenfalls, im Gegenteil zu den elbishcen Kopfgeldjägern freischaffend, während die Elben Angestellte des Justizsystems sind.


Die Dachreißer

Ind den Vholidenlanden hingegen ist es staatlicjen Angestellten, ganz genauso wie auch jedem anderen Bürger verboten ohne eine Einladung das Haus eines anderen zu betreten. Das Bürgerrecht schützt hierbei eindeutig die Unversehrtheit der Wohnung und des Privaten.

Deshalb ist es mitunter manchmal ein Problem Angeklagte vor Gericht zu bringen, oder aber Verurteilte dazu zu bringen ihre Strafe anzutreten.
Für genau diese Fälle gibt es die Profession der sigenannten "Dachreißer".
Wenn Gerichte aufgrund der oben genannten Rechtslage nicht in der Lage sind das Recht durchzusetzen kann der Kläger in einem weiteren Verfahren das Abdecken des Daches beantragen, wird diesem statt gegeben, dann darf der Kläger die Dienstleistung des "Dach abdeckens" auschreiben.
Und er darf mit den Interessierten Dachreissern ein Honorar vereinbaren.

Die Arbeit des Dachreissers ist es dann, auch wenn er auf Widerstand des Angeklagten trifft, dessen Dach abzudecken.
Ist es komplett abgedeckt so gilt das Haus rechtlich nicht mehr als Haus und Heim, und damit könnem die Wacheinheiten in das Gebäude eindringen und den Verurteilten für seine Bestrafung heraus zerren.

Die Dachreißer sind in einer Gilde organisiert und überall dort tätig, wo das vholidische Bürgerrecht gilt.
Oft reicht es bereits schon aus, wenn der Dachreißer sich an die Arbeit macht damit ein säumiger Zahler von selbst aus dem Hais kommt.



@ Nharun
*lobsbeerenschalr hinstell*
Zwei Interessante Konzepte, was passiert denn wenn jemand ohne die Lizens eines Kaphsymertes tätig wird?
Was muss man für die Lizenz tun?

@Elatan
*lobsbeeren schale reich*
Erinnert mich ein bisschen an Star Wars von den Vibes her.
Was geschieht denn mit illegalen Kopfgeldjägern, wenn sie erwischt werden?

#8 RE: Einhundervierzigstes Speedbasteln am 13. Juni 2020 von Nharun 14.06.2020 16:45

avatar

@Elatan Das ist ein schönes, stimmiges Konzept - und es bringt mich zum Nachdenken, denn die internationalen Verwicklungen meiner Kopfgeldjäger habe ich gar nicht bedacht!

@Aguran Zwei sehr schöne Interpretation! Besonders die Dachreißer finde ich sehr interessant!



Zu meinem Beitrag:
@Elatan Die Hufgeller bekommen eine Grundsicherung, wenn mal nichts zu tun ist, aber im Großen und Ganzen sind sie auf das Hufgallen angewiesen, um "vernünftig" leben zu können. Der Job ist daher auch nicht sonderlich beliebt und wird vor allem von Polizisten bekleidet, die quasi "strafversetzt" wurden, - oder von Wagemutigen, die hoffen mit ein paar guten Hufgallen das große Los zu ziehen.

@Aguran Wer ohne Kaphsymertas-Lizenz tätig wird, ist ein Verbrecher und wird so schnell zum Ziel "echter" Kaphsymertes; für die Lizenz muss man tatsächlich aber sehr wenig tun, man kauft sie bei einem Gericht für einen Betrag, der etwa einem Monatslohn eines einfachen Handwerkers entspricht; mancherorts kann man diese Lizenzkosten sogar in Raten abbezahlen.

#9 RE: Einhundervierzigstes Speedbasteln am 13. Juni 2020 von Elatan 15.06.2020 11:52

avatar

@Aguran: So nehme er diese Nachreichlobsbeeren! Ich finde auch, dass die Dachreißer eine kreative Idee sind, das Gesetz doch noch durchzusetzen. Gibt es aber tiefergehende Gründe, warum das Gesetz nicht einfach geändert wird, um sich diese Prozedur zu sparen? (allerdings ist "einfach das Gesetz ändern" wohl auch einfacher gesagt als getan; man denke mal dran, wie hier über ein Tempolimit auf Autobahnen oder in den USA über ein Waffenverbot geredet wird ... )

Zitat von Aguran im Beitrag #7
@Elatan*lobsbeeren schale reich*Erinnert mich ein bisschen an Star Wars von den Vibes her.Was geschieht denn mit illegalen Kopfgeldjägern, wenn sie erwischt werden?

Ja, ich mag Star Wars-Kopfgeldjäger. Was mit ihnen geschieht, kommt natürlich immer darauf an, wo sie erwischt werden und was genau sie taten. Im Gebiet der Union, also dem größten Herrschaftsbereich der Menschen, können Kopfgeldjäger mit einer Anklage wegen Entführung rechnen, auf die dann eine mehrjährige Haftstrafe folgen kann. Wenn der Kopfgeldjäger allerdings seine Beute verletzt oder gar tötet, kann da noch wesentlich mehr auf ihn zukommen und eine lebenslängliche (was dann auch tatsächlich lebenslänglich bedeutet) Haft ist durchaus drin. In anderen Reichen kann auch die Todesstrafe unter Umständen verhängt werden. Richtig gute und erfolgreiche Kopfgeldjäger haben aber nicht selten einige Beziehungen zu Personen, die ein wenig etwas für sie drehen können - oder sie bestechen die Polizei oder Richter und kommen relativ unbürokratisch aus der Sache raus.

#10 RE: Einhundervierzigstes Speedbasteln am 13. Juni 2020 von Aguran 15.06.2020 13:16

avatar

@Elatan

Tiefergreifende Gründe gibt es natürlich. 🙂
Dein Vergleich mit den Autobahnlimits oder dem Waffenrecht liegen da gar nicht so schief.

Die Vholiden sind das einzige Reich das seinen freien Bürgern derartige Schutzrechte, auch gegen den eigenen Staat zugesteht. In allen anderen Reichen auf Tenrasyl kann sich letztlich der Staat immer direkt mit Staatsgewalt durchsetzen gegen seine Bürger. In Vhol jedoch werden viele der Bürgerrechte nicht mal durch Notstandsgesetze oder Kriegsrecht tangiert. Und darauf sind die Vholiden stolz, das ihr Staat es "nicht nötig hat" auf "barbarische Mittel" gegen das eigene Volk zurück zu greifen.

Somit sehen sie dieses aber auch bestimmte andere Rechte als Inbegriff dafür an was es bedeutet Vholide zu sein.
Des Weiteren ist es natürlich auch noch so, das grade auch das Recht zum Schutz von Privatem und Heim, auch und insbesondere von den Mächtigen gerne genutzt wird um sicj wenn sie z.B. politisch in die Enge getrieben wurden Zeit zu verschaffen um über z. b. Mittelsmänner wiedef aus der Breduillie zu kommen.
Heißt sowohl die Mächtigen als auch ganz hundsgewöhnlichem Freien haben was von dem Gesetz, und deshalb wird es wohl auf absehbare Zeit nicht geändert werden.

Das ist genau das was ich an anderer Stwlle mit Licht und Schatten meinte als ich mal über vholidische Herrschaft schrieb.
Sie mögen unausstehliche, arrogante, militaristische und dem Glauen verachriebene Expansionisten sein, aber sie haben auch viele Freiheiten und Privilegien im Gepäck die es sonst nirgends gibt.

#11 RE: Einhundervierzigstes Speedbasteln am 13. Juni 2020 von Teja 02.07.2020 19:28

avatar

*späte Lobse hereinroll*

@Nharun Hm, gerade das System der Kaphysmertes liest sich, als ob damit oft Schindluder getrieben werden kann.
@Elatan Ich schließe mich an, dass erinnert mich ebenfalls an StarWars. Gefällt mir jedenfalls!
@Aguaran Dachreißer sind also eine Möglichkeit, sich um das Wort des Gesetzes herumzumogeln.




*nachreich*

Moderne Kopfgeldjäger


Eines der bekanntesten Probleme in der Verfolgung flüchtiger Straftäter sind die enormen Entfernung im interstellaren Raum. Oder kurz gesagt: Sobald es einem Verbrecher gelingt, sein Sternsystem zu verlassen, gehen die Chancen, ihn zu erwischen, gegen Null.

Die meisten Systemregierungen gehen gegen dieses Problem vor, indem sie Suchmeldungen an sämtliche Raumhäfen ausgeben und hohe Belohnungen für die Erfassung von Flüchtigen ausschreiben (oder Strafen für deren Unterstützung). Doch nicht jeder Suchbefehl wird rechtzeitig ausgegeben. Außerdem enden die Kompetenzen der Lokalgouverneure in ihren eigenen Systemen.

Der nächste Schritt ist dann eine erweiterte Suche in den Systemen, die von der jeweiligen interstellaren Macht kontrolliert werden. Eine Suche im gesamten Gebiet der PDF oder der Ringallianz dauert jedoch noch viel länger, da der entsprechende Suchbefehl erst verbreitet werden muss. Viele Gesetzeshüter geben hier einfach auf, da die Kosten für derartig große Suchaktionen schnell jeden Nutzen übersteigen. Die Konsequenz daraus sind oft lange Listen von gesuchten Verbrechern in vielen Raumhäfen, die niemanden mehr interessieren.

Während die staatlichen Institutionen wegsehen, erfreut sich die Profession des Kopfgeldjägers wieder großer Beliebtheit. Dabei lauern Profis selten bestimmten Personen auf. Vielmehr halten sie sich an den einschlägigen Orten auf und suchen sich dort besonders lukrative „Opfer“, um diese dann festzunehmen und auszuliefern. Die meisten Kopfgeldjäger müssen sich bei der Auslieferung auf nahegelegene Systeme beschränken, da sich eine Passage zu weiter entfernten Orten oft nicht lohnt. Nur die wenigsten verfügen über eigene Sprungschiffe.

Einige Navid-Schwärme betätigen sich ebenfalls als Kopfgeldjäger und nutzen ihre Sprungschiffe dafür aus. Manche sind inzwischen sogar bereit, mit Menschen zusammen zu arbeiten. Gerade in kernnahen Systemen sind sie immer noch nicht gerne gesehen und hier kann man sich als Vermittler zu den Puristen des Kerns oft eine goldene Nase verdienen.

(ca. 3180, Verfasser unbekannt)

#12 RE: Einhundervierzigstes Speedbasteln am 13. Juni 2020 von Elatan 03.07.2020 11:54

avatar

@Teja: Dass die meisten Kopfgeldjäger bei dir an einem Ort auf Beute warten und nicht ein bestimmtes Ziel suchen, finde ich eine gute und für deine Welt sehr passende Abwechslung vom „Standard-Prozedere“!

Xobor Forum Software von Xobor
Datenschutz