#1 Einhunderteinundvierzigstes Speedbasteln am 20. Juni 2020: Eugenik von Nharun 17.06.2020 16:22

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Fühl dich weiter so froh wie die Robbe und sei am Samstag ab 20 Uhr im Chat live bei der Themenbesprechung dabei oder dann ab 20:30 beim einstündigen Speedbasteln!


P.S.: Meine Marketingabteilung empfiehlt mir, mehr Druck aufzubauen um Teilnehmer für das Event zu gewinnen, also: Wer nicht mitmacht ist ein Babyrobbenklopper!

#2 RE: Einhunderteinundvierzigstes Speedbasteln am 20. Juni 2020 von Elatan 20.06.2020 20:30

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Das Thema lautet: Eugenik!

#3 RE: Einhunderteinundvierzigstes Speedbasteln am 20. Juni 2020 von Elatan 20.06.2020 21:02

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Die Erschaffung der Elben


»Und in jener Zeit nach Niederwerfung der Scharen Cevarins blühte das Land auf und die Menschen lebten im Frieden, welchen die Merohim ihnen gebracht hatten. Die Merohim wandelten durch die Lande, welche die Sentarim ihnen überlassen hatten. Bald jedoch ließen sie sich nieder im Schutze des Tales Gesevaman und sie wohnten dort zusammen und schickten bald auch Boten zu den Menschen aus, um sie einzuladen, sich ihnen anzuschließen: Doch sollte nicht jeder bei den Merohim leben dürfen, sondern jene, welche sich besonders unter den Menschen hervortaten. So holten sie denn die Klügsten, die Schönsten, die Stärksten und die Weisesten zu sich und in den Siedlungen der Menschen blieben jene zurück, die lediglich danach streben konnten, dereinst ihnen nachfolgen zu dürfen. Die Menschen aber, die bei den Merohim lebten, wurden zu einem eigenen Volk und dieses wurde genannt das Volk der Alohim (Edle), denn edel war es, waren diejenigen, die ihm angehörten, doch nur die besten unter den Menschen, welche von den Merohim handverlesen waren. Und die Alohim ähnelten den Merohim schon bald mehr als den anderen Menschen und so unterschied man sie schon bald von diesen, denn sie überragten sie zu sehr, als dass man sich noch mit ihnen auf eine Stufe stellen könnte: Und die Merohim waren nicht nur in ihrem Äußeren den Merohim ähnlicher als den Menschen, sondern auch in ihren Fähigkeiten, denn die Merohim schenkten ihnen das ewige Leben, welches sie nutzten, sie zu meistern, wie es kein Mensch während seines kurzen Daseins auf der Erde je könnte. Und die Alohim waren dankbar für das, was die Merohim ihnen geschenkt hatten und so dienten sie ihnen und bauten ihnen Städte und setzten ihre Ordnung durch in ergebenster Treue.«

Aus den Heiligen Schriften des Sentarismus

#4 RE: Einhunderteinundvierzigstes Speedbasteln am 20. Juni 2020 von Nharun 20.06.2020 21:18

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Rede des Eugnesas Goussakaphas vor der Hohen Arvelischen Ratskammer (1903)

Wir alle wissen, dass ein gesunder Leib das einzige ist, was der Verderbnis widersteht. Der gesunde Leib bietet die Grundlage, nicht nur den Krankheiten und anderen Verderbnissen des Körpers zu widerstehen, sondern auch den Entartungen des Geistes. Wir wissen alle, dass ein kranker Leib auch immer einen kranken Geist hervorbringt und ein kranker Geist immer auch ein Zeichen irgendeiner vielleicht nicht sichtbaren Verderbnis ist.
Die Verderbnis des Leibes und des Geistes mag den Anschein erwecken ein persönliches Schicksal zu sein. Aber wer behauptet, dass es allein ein Einzelschicksal sei, der lügt, denn das Gemeinwesen kann nur so gesund sein, wie die Menschen, die es bilden. Das Ziel des Kalgayon besteht also nicht nur darin, eine Verderbnis des Einzelnen zu verhindern, sondern eine Entartung des gesamten Gemeinwesens zu verhindern. Die Bewahrung der Reinheit fängt im persönlichen Interesse an, doch sie endet im Interesse am Gemeinwesen, ja, am ganzen Volk. Reinheit und Reinerhaltung sind daher ein Dienst am Volk und für das Volk.
Daraus folgt, dass es unabdingbar ist, das Volk bereits von frühester Jugend an mit geeigneter Propaganda dazu zu erziehen, ein moralisches Gefühl für diesen Volksdienst anzuerziehen und den Einzelnen emotional und ideologisch genauso zu erziehen, wie es physisch bereits geschieht. Das Kalgayon darf nicht nur Theorie sein, sondern muss Praxis sein.
Daher fordern wir vom König, dass er dem Land zum Gesetz gibt, dass das Kalgayon im schulischen Unterricht fest verankert wird. Es ist unzureichend, das Volk nur die Gesetze befolgen zu lassen, die von den Vorfahren übernommen wurden, denn ohne die heranführende Bildung versteht es nicht, warum Prüfungen der Ehefähigkeit notwendig, die Tötung von bereits verderbtem Leben bereits vor oder unmittelbar nach der Geburt unabdingbar ist. So haben die Südländer, in denen jeder sich mit jedem paaren darf, ein leichtes Spiel unserem Volk Zweifel und falsche Vorstellungen einzupflanzen – und ja, dies ist eine Verderbnis und dieser Verderbnis können wir nur mit Bildung entgegenwirken.
Zu meinem Bedauern hat diese Kammer den Vorschlag abgelehnt, dass dem König ein Entwurf zu einer gesetzlichen Regelung der Fortpflanzungserlaubnis vorgelegt wird; aber auch wenn die ehrenwerten Vertreter der freiheitlicheren Parteiungen dem entgegen standen, so können wir durch die Heranbildung unserer Jugend die Ziele, die wir mit unserem Entwurf verfolgten, auch ohne den von ihnen als „widerwertig“ empfunden Zwang erreichen zu können.
Wir alle, die wir hier in dieser Kammer versammelt sind, sind abgeordnet unserem Volk zu dienen. Doch in ihrer Weigerung, das Kalgayon zur Vorlage beim König zu bringen, dienen wir nicht unserem Volk, sondern führen es ins Verderben.
Viel zu lange haben wir allein dem Trieb überlassen, wer sich mit wem fortpflanzt! Sehen sie, was dadurch entsteht: Die Armen und Kranken vermehren sich, während die Gebildeten und Reinen in ihrer Zahl abnehmen! Wenn es für den Adel nur recht und billig ist, dass Karteien gepflegt werden, um die Fortpflanzung zu regeln, warum sollte es für das gesamte Volk dann falsch sein? Sie haben mir wiederholt vorgeworfen, es ginge uns bei unseren Vorschlägen nur um eine Unterdrückung gewisser Minderheiten, aber sie übersehen, dass wir um das Wohl des Volkes als Ganzem bemüht sind. Was für die einen gut ist, ist auch für die anderen gut. Und ihre Hemmnisse beweisen nur um so eindringlicher, dass das Kalgayon gelehrt werden muss. Denn Unverständnis ist in diesem Aspekt Verderbnis.
Wenn ich ihnen nun sagen: Schauen Sie nach Arbenland! So werden Sie sagen: Dort gibt es keine Gesetze, wie jene die sie fordern. Doch im Arbenland herrscht ein Verständnis, das unserem Volk noch fehlt und erst beigebracht werden muss; dieses Verständnis macht weitergehende Gesetze überflüssig! Dort paaren sich nur gesunde, reine Menschen; dort gibt es Prämien für die Geburt gesunden, reinen Nachwuchses; dort ertüchtigt man Leib und Seele der Heranwachsenden zur Reinheit und Reinerhaltung; dort ist es verderbten Menschen verboten die Ehe einzugehen!
Wenn sie also dagegen sprechen, dass wir unserem König vorschlagen, eine Reinheitsbeurkundung als Grundbedinung der Ehe zu verlangen; dass wir nicht zum Gesetz machen, dass die Fortpflanzung von Verderbten untereinander oder mit den Reinen mit Strafen belegt werden; wenn Sie auch nicht wollen, dass wir die Tötung verderbten Lebens bereits im Mutterleibe zur guten Pflicht erklären: Dann müssen Sie sich dem Vorhaben anschließen, dem König vorzuschlagen, das Kalgayon an den Schulen zu lehren. Der König muss unserem Land die Gesetze geben, die dem Volk dienen, die dem Volk auf die lange Sicht die Reinheit bewahren, die uns nicht hinter den Arben zurückfallen und zu einem durch und durch verderbten Volk machen. Ich sage Ihnen: Wenn Sie dem Vorschlag nicht zustimmen, dann stimmen Sie für die Verderbnis und sind nicht damit um keinen Deut anders, als die verderbten Anhänger der Altvorderen, die mit gutem Recht, aufgrund der von ihnen ausgehenden Gefahr für das Gemeinwesen, mit dem Tode bestraft werden!

Die Hohe Arvelische Ratskammer überreichte nach einer Abstimmung mit einfacher Mehrheit dem König den Vorschlag zur Einführung der Kalgayon-Lehre an den arvelischen Schulen; dieser nahm den Vorschlag noch im selben Jahr an und erließ ein Gesetz. Zwanzig Jahre später wurden von seinem Nachfolger, nach entsprechenden Eingaben der Ratskammer, weitere Kalgayon-Gesetze erlassen, die bislang nur für den Adel geltende Regeln zur Ehe und Fortpflanzung für die gesamte Bevölkerung verpflichtend machten: Eine "Ehetüchtigkeitsprüfung" zur Feststellung der sittlichen und moralischen Befähigung zu einer Ehe [de Facto "Freiheit von gravierenden Geistesverderbnissen"], eine "Reinheitsprüfung" [de facto "Freiheit von chronischen Verderbnissen und Krankheiten"] und eine Pflicht zum Eintrag in eine staatliche Geburten- und Abstammungskartei.

#5 RE: Einhunderteinundvierzigstes Speedbasteln am 20. Juni 2020 von Elatan 20.06.2020 21:30

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Schluss! Aus Ende! Nun lobset und reichet nach!

#6 RE: Einhunderteinundvierzigstes Speedbasteln am 20. Juni 2020 von Nharun 20.06.2020 21:35

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@Elatan Der Auszug aus der Heiligen Schrift ist sehr spannend und ein gutes Beispiel dafür, wie derartige Eingriffe in eine Population später verstanden und erklärt werden.

#7 RE: Einhunderteinundvierzigstes Speedbasteln am 20. Juni 2020 von Elatan 20.06.2020 21:44

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@Nharun: Eine eigentlich nachvollziehbare Rede, die unseren eigenen Vorstellungen aber massiv widerspricht und gerade dadurch besonders interessant ist und zum Nachdenken anregt. Was ist eigentlich, wenn Leute sich außerehelich fortpflanzen?

#8 RE: Einhunderteinundvierzigstes Speedbasteln am 20. Juni 2020 von Teja 16.07.2020 11:12

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*nachlobs*

@Elatan Endlich erfahren wir mal wieder etwas aus den Schriften des Sentarismus! Wie haben die Alohim denn die Unsterblichkeit erhalten? Gibt es dafür ein spezielles Ritual oder ist das einfach die Nähe der Merohim?
@Nharun Es ist schon unheimlich, wie überzeugend der Sprecher ist. Gelten denn Arme dort automatisch als verderbt?




Heiliges Blut


Viele Legenden ranken sich um den Ursprung des mitkanischen Kaisers. Die meisten davon sind zweifellos maßlos übertrieben. Eine besonders beliebte Geschichte erzählt, wie der Kaiser von der Sonne persönlich ausgewählt wurde, um über das großartigste Reich der Welt zu herrschen. Inzwischen ist diese Geschichte so dicht mit dem Kaiser verknüpft, dass die meisten Menschen sie für wahr halten.

Diese Legende war jedoch nicht immer so beliebt. Vielmehr zeigen Forschungen, dass sie erst mit dem achten Jahrhundert ihre jetzige Beliebtheit erreichte. Davor war sie nur eine Geschichte von vielen.

Heutzutage wird sie gerne zitiert und zu begründen, warum gerade Mitka so mächtig ist. Außerdem wird sie von den Kaisern benutzt, um eine recht persönliche Form der Eheschließung - innerhalb der eigenen Familie - zu rechtfertigen.

Jeder weiß, dass der Kaiser nur mit einem Mitglied seiner eigenen Familie nachkommen zeugen sollte, und das von der Sonne gesegnete Blut rein zu erhalten. Der Tempel des Ahai in Mitka hat unter anderem die Funktion, die Verwandtschaft des Kaisers zu verfolgen, und dafür zu sorgen, das Mitglieder des kaiserhauses sich nicht mit gewöhnlichen Menschen abgeben und dabei Bastarde hinterlassen.

Es gab in der Geschichte auch andere Reiche, die Eheschließung unter nahen Verwandten praktizierten. Allerdings sind diese ausnahmslos untergegangen. Man darf sich also die Frage stellen, ob diese Praxis für Mitka tatsächlich eine gute Idee ist. Zumal es immer mehr Kaiser gibt, die deutlich zeigen warum die eigene Schwester keine geeignete Ehefrau ist und ich meine nicht harmlose Spinner wie Kesan IV mit seiner Hutobsession. Die Kaiserin Tazmikella II wird gerne als letzte wahre Kaiserin bezeichnet. Ihr beiden Nachfolger regierten beide nur eine äußerst kurze Zeitspanne. Gefolgt von der Herrschaft von Azarin der Blutigen, die uns allen noch in schrecklicher Erinnerung ist. Sie war das Produkt der vom Tempel geleiteten Eheschließungshygiene. Wenn man an ihre Gräueltaten zurückdenkt, so wird einem klar, warum eine solche "Reinhaltung des Blutes" keine gute Idee ist.

Anmerkung: der Verfasser des Artikels wurde bei der Flucht aus Takhesis festgenommen und wartet derzeit auf seine Hinrichtung. Wir müssen sicherstellen, dass keine Abschriften dieses Textes existieren, um die Ausbreitung dieses ketzerischen Gedankengutes zu verhindern.

#9 RE: Einhunderteinundvierzigstes Speedbasteln am 20. Juni 2020 von Elatan 17.07.2020 17:30

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@Teja: Es ist doch schön, wenn alles in der Familie bleibt!

Zitat von Teja im Beitrag #8
@Elatan Endlich erfahren wir mal wieder etwas aus den Schriften des Sentarismus! Wie haben die Alohim denn die Unsterblichkeit erhalten? Gibt es dafür ein spezielles Ritual oder ist das einfach die Nähe der Merohim?

Wirklich wissen tut das niemand. Eine Theorie ist, dass Merohim mit Menschen Kinder zeugten und so die Elben entstanden, welche die Unsterblichkeit erbten. Andere behaupten, die Merohim hätten die Menschen mit Gnomen gekreuzt oder auf magische Weise irgendwie deren Unsterblichkeit auf die Menschen/Elben übertragen und tatsächlich sollen sich Elben und Gnome in ihrer Unsterblichkeit ähnlicher sein als Elben bzw. Gnome und Merohim, denn letztere können angeblich tatsächlich nicht richtig sterben, wogegen Gnome und Elben Verletzung erliegen oder irgendwann den Lebenswillen verlieren können.

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