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#1 Einhundertdreiundvierzigstes Speedbasteln am 22. Juli 2020 von Elatan 20.07.2020 14:38

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Wie bitte?! Schon so lange kein Speedbasteln mehr? Dann wird es aber mal wieder Zeit! Am 22. Juli um 20:00 Uhr geht es im Chat los und um 20:30 Uhr wird das Thema hier verkündet!

#2 RE: Einhundertdreiundvierzigstes Speedbasteln am 22. Juli 2020 von Nharun 22.07.2020 20:30

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Zückt eure Messer, das Thema lautet: Kannibalismus

#3 RE: Einhundertdreiundvierzigstes Speedbasteln am 22. Juli 2020 von Elatan 22.07.2020 21:06

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Heiliges Fleisch

So zeigten die Merohim der Sippe Verens den Menschen, wie sie Feuer machen konnten, um des Nachts nicht zu frieren, wie sie aus Getreide Brot machen konnten und sie gaben ihnen die Tiere, um über sie zu verfügen. Und Veren sprach: »Diese Tiere sind von den Sentarim und so ist ihr Leben wie jedes Leben heilig, darum ehrt sie, wenn ihr euch an ihrem Fleische labt und ihre Haut zu der euren macht.« – Heilige Schriften des Sentarismus


Die Bedeutung jener Worte war nie ein Streitthema unter den Gläubigen, die verstanden, was sie heißen sollten: Es gilt, das Leben zu schützen und es nicht aus niedrigen Beweggründen zu nehmen. So essen die Sentarier durchaus Fleisch, sie töten allerdings nicht völlig ohne Maß: Wenn ein Edelmann nach einer Gänseleber verlangt, so wird die Gans nicht nur für diese geschlachtet, sondern ihr Fleisch wird, so er es denn nicht für sich oder seine Familie will, der Dienerschaft oder dem armen Volk gegeben und auch die Federn und all das, was gebraucht werden kann, wird noch benutzt. Dies ist auch der Grund, weswegen Elfenbein in den sentarischen Ländern Arens ein seltenes Gut ist, wenngleich es dort mit dem nemerischen Nashorn oder dem Mammut im Norden durchaus Tiere gibt, welche für jenes weiße Gold getötet werden können: Das Fleisch dieser Kreaturen ist wenig schmackhaft und kaum genießbar, weswegen ein redlicher Sentarier sie nicht nur des Elfenbeines wegen töten würde. Aus jenem Grund wird Elfenbein meist aus Ilranuh importiert; was dort mit dem Fleisch der Tiere geschieht, fragt jedoch kaum jemand.

Und gerade weil dieser Vers so verständlich erscheint, ist es so verstörend, wie ihn einige wenige Irregeleitete auslegen: In den Wäldern Triviens, nicht fern der Stadt Gendelen, wurde eine ketzerische Sekte zerschlagen und ihre Mitglieder dem reinigenden Wasser Elons übergeben, welche einer unheiligen und falschen Lehre anhingen. Sie lasen den Vers und interpretierten ihn folgendermaßen (und gänzlich falsch): Tiere wurden von den Sentarim geschaffen und ihr Leben daher heilig, weswegen auch ihr Fleisch heilig sei. Menschen stammten aber von den gefallenen Merohim ab, welche von den Sentarim erschaffen worden waren und diesen ähnlicher waren als alles andere auf unserer Erde; und wenn die Menschen den Merohim ähnlicher sind als alles andere und die Merohim wiederum den Sentarim und diese wiederum dem Geiste Gottes direkt entstammen, so ist auch das Fleisch der Menschen das heiligste, dass jemand mit seinen Sinnen wahrnehmen könne. Und daher sei es nur recht, sich dieses einzuverleiben, um Gott näher zu sein.

Doch diese Lehre ist falsch und verdorben, denn kein Mensch muss oder darf einen anderen töten, um durch den Verzehr seines Fleisches Gott näherzukommen, denn durch seine Untat entfernt er sich von unserem Herrn lediglich.

Die Ketzer behaupteten bei der Befragung, sie hätten nur jene verspeist, die sich freiwillig opferten, doch wollten sie mit dieser Lüge lediglich verzweifelt versuchen, ihre Haut zu retten, denn von Freiwilligkeit kann bei so etwas nicht die Rede sein; viel mehr mussten ihre Opfer verwirrt gewesen sein, sich solch einem abscheulichen Ritus hinzugeben.

#4 RE: Einhundertdreiundvierzigstes Speedbasteln am 22. Juli 2020 von Teja 22.07.2020 21:11

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Der seltsame Fall der Nilin Kanba

Im Jahre 1181 war es in der besseren Gesellschaft von mitka üblich, sich mit exotischen Tieren zu schmücken, vor allem in Form von Pelzen, Trophäen und anderen Gegenständen. ganz besonders reiche Persönlichkeiten Boten ihren Gästen bei Feierlichkeiten Speisen aus exotischen und seltenen Tieren an, um ihren Reichtum zur Schau zu stellen.

Zu jener Zeit gab es fruchtbare handelsbeziehungen mit Usbat, und für Persönlichkeiten mit dem entsprechenden Kleingeld gab es reichlich Gelegenheit sich exotischer Geschöpfe zu bemächtigen.

Gerade im Winter kam es in der besseren Gesellschaft zum Verschwinden einiger Persönlichkeiten. zunächst schenkte man dem keine größere Beachtung, denn es war damals üblich dass junge Leute auszogen, um heldentaten zu begehen und anschließend damit anzugeben. ein unangekündigtes verschwinden für einige Tage gehört also durchaus zur Norm.

Jedoch tauchten die verschwundenen Personen nicht wieder auf, und schließlich schlüpfte man doch Verdacht. schließlich schlossen sich die Familien der Vermissten zusammen, und hörten gemeinsam einige Ermittler an, um das Verschwinden ihrer familienmitglieder aufzuklären. Im Verlaufe der Zeit gelang es den Ermittlern, eine Gemeinsamkeit unter den verschwundenen festzustellen. Sie alle hatten an Dinner Parties teilgenommen, die als etwas besonderes gehalten, dass ich stets neue und exotische Gerichte aus unbekannten Tieren Servierten.

der Veranstalter Jener Partys wurde natürlich umgehend festgenommen. Man führt ihn zur peinlichen Befragung dem Richter vor, doch er beteuerte seine Unschuld. Jedoch war die beweislage so erdrückend, dass ich der Richter gezwungen sah ihn des Mordes in elf Fällen schuldig zu sprechen. Er wurde kurz darauf hingerichtet.

Niemand kam damals auf die Idee, die Diener jenes Hauses zu überprüfen. Vor allem in der besseren Gesellschaft, war es üblich, Diener lediglich als eine Erweiterung ihres Herrn zu betrachten. So kam niemand auf die Idee, dass der hingerichtete tatsächlich unschuldig sein könnte. Dieerst seit kurzem neu eingestellte Köchin Nilin Kanba, deren kochkunst die Parties erst so berühmt gemacht hatte, verließ das Haus ihres ehemaligen Herren unbehelligt.

#5 RE: Einhundertdreiundvierzigstes Speedbasteln am 22. Juli 2020 von Nharun 22.07.2020 21:12

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Aufruf für eine humanere Medizin
Ein offener Brief des Medizingelehrten Karnas Demphallas. Erschienen am 22.7.1984 in der Arvelischen Allgemeinen Zeitung.

Die Medizin ist unserer Tage bei Weitem nicht so entwickelt, wie manch einer glauben mag. Wir vermögen es in der modernen Medizin zwar viele Leiden zu kurieren, doch geschieht dies durch Magie und nicht durch Verständnis. Die Mediziner von heute sind großartige Magier, die sich darauf verstehen komplizierte Rituale zu errechnen, um dieses oder jenes Leiden zu beheben, ob es nun eine schmerzhafte Ansammlung von Mineralien in den Organen ist oder ein verlorenes Bein. Doch wie gering ist ihr Verständnis des menschlichen Körpers im Vergleich zu jenem Wissen, dass bereits in der Antike von den Erseven erlangt wurde. Betrachten wir allein das Vokabular der Medizin, so stellen wir fest, dass beinahe alle Bezeichnungen für die Innereien des Menschen von diesem Volk auf uns gekommen sind und Berichte, noch aus der Klassik, zeugen von der Handwerkskunst der ersevischen Mediziner, die zunächst eine Ursache für das Leiden, ganz ohne Magie, ergründeten und dazu nicht nur Anschauung sondern auch Eingriffe in den Menschen vornahmen, um das Leiden dann gezielt mit einem Eingriff zu behandeln – und auch hier ganz ohne Magie.
Doch dieses Wissen ist für uns heute in großen Teilen verloren und manch ein Historiker besitzt mehr davon, als ein behandelnder Mediziner. Unsere Mediziner folgen der seit langem akzeptierten Lehrmeinung, dass jegliche Krankheit auf die Verderbnis zurückzuführen ist und deshalb wird die Verderbnis behandelt, egal ob das Leiden im Leib oder der Seele liegt. Und jene Fälle, die nicht durch Magie behandelt werden können, werden als „unrettbar verderbt“ klassifiziert.
Wundert es da, dass es noch heute eine verbreitete, wenn auch verbotene, Praxis vieler Erkrankter ist, ihr Heil in der Alchemie zu suchen? Doch meist nicht der wissenschaftlichen Alchemie, sondern der volkstümlichen. Da werden die Zutaten der zahlreichen Gebräue nicht nach ihren Wirkungstoffen unterschieden, sondern nach ihren Eigenschaften. Und während dies bei Pflanzen- und Tierpräparaten im besten Falle harmlos ist, so trägt diese Alchemie doch schreckliche Früchte: Sind Präparate gegen Zeugungs- oder Gebärunfähigkeit aus Sperma vielleicht noch einfach unwirksam, sind jene Formen bei denen ganze Körperteile verzehrt werden, im tiefsten Sinne verderbt. Man könnte meinen, kein zivilisierter Mensch würde das Herz eines gesunden Mannes verzehren, um sein eigenes krankes Herz zu kurieren oder einen Braten vom Oberschenkel verspeisen, um ein lahmes Bein wieder mit Leben zu füllen. Und doch: Dergleichen geschieht. Solche Praktiken mögen zwar verboten sein, aber es gibt viele organisierte Gruppen, die menschliche Sklaven geradezu ab- und ausschlachten, um die gewonnen Teile auf dem schwarzen Markt an Hilfesuchende zu verkaufen. Und diese Kunden sind nicht nur die Ärmsten, die sich keine magische Behandlung leisten können, nein, es sind auch gute Bürger, Adlige sogar, die gegen ihre Altersbeschwerden Menschenblut trinken.
Doch wie kann man diesen Hilfesuchenden, diesen Erkrankten ihr verderbtes Handeln vorwerfen, wenn sie es einfach nicht besser wissen! Wir müssen unser ganzes Denken von der Medizin erneuern, wollen wir dieser Verderbnis inmitten unser Gesellschaft begegnen. Wir müssen abkehren, von den alten Vorstellungen, dass Leib und Seele eine untrennbare Einheit bilden, dass Verderbnis nur durch Magie behandelt werden kann. Ja, ich streite nicht ab, dass die Krankheiten eine Verderbnis sind, doch die Verderbnis verändert unseren Körper und wir müssen unseren Körper verstehen, um sie zu entfernen. Verstünden mehr Leute wie ihr Körper wirklich funktioniert, sie würde nicht aus Gründen der analogen Wirkungen ihresgleichen verspeisen.
Anstatt ein gesundes Herz zu essen, um ein krankes Herz zu heilen, müssen wir ergründen wie das Herz eigentlich funktioniert und herausfinden wie eine bestimmte Verderbnis diese Funktion beschränkt. Dann könnten wir diese Verderbnis gezielt mit guten Mitteln und gutem Handwerk entfernen. Wenn eine Quelle versiegt, dann stellen wir doch auch keinen runden Stein an ihr auf, nur weil ein solcher neben einer noch sprudelnden Quelle zufällig liegt.
Wenn wir schon Sklaven töten, um ihre Innereien zu nutzen, warum dann nicht sinnvoll. Anstatt das Sklavenherz zu verspeisen, wäre es da nicht sinnvoller das kranke Herz durch das Sklavenherz zu ersetzen? Die medizinische Magie könnte hier behilflich sein, doch nur, wenn wir den Körper verstehen.
Ich rufe daher dazu auf, die bisherigen Methoden zu überdenken. Forschungen müssen gefördert werden, den menschlichen Leib zu versehen, so wie ihn einst die Erseven verstanden und noch darüber hinaus. Wir stehen kurz davor unsere Toraja zu verlassen, aber wir verstehen uns selbst immer noch nicht. Das muss sich ändern!

#6 RE: Einhundertdreiundvierzigstes Speedbasteln am 22. Juli 2020 von Aguran 22.07.2020 21:17

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"Du vermachtest dein Fleisch deinen Söhnen, lediglich die bleichen Knochen bleiben dem Chaos! Möge Balmhor deiner Seele gnädig sein, wir sind es nicht!"

Orkschamane bei der Totenzeremonie des Großhäuptlings Fnarik, welcher sich für eine Speisezeremonie entschieden hat, um seinem Stamm nach seinem Tod, an der Stärke und Macht welcher er besaß teilhaben zu lassen.
Solche Speisezeremoniem werdem vom den Schamanen abgelehnt, jedoch von Schattenwirkerinnen durch geführt.

"Die Macht seines Fleisches wird euch leiten, und den nächsten großen Häuptling offenbaren! Drum genießt, esst sein Fleisch und sauft sein Blut! Tod den Schwachen, Ehre den Starken!"

Wenn eine Schattenwirkerin wirkliche Magie dabei einsetzt, wird die Speisezeremonie eine blutige Angelegemheit. Denn durch den Genuss des schattengewirkten Fleisches, verfallen eie Krieger die davon essen in einem Blutrausch umd beginnen kurz darauf sich gegenseitig zu töten. Last Man standimg, wird danm der neue Großhäuptling und hat einen dauerhaften Pakt mit einem Schattenwesen geschlossen, welches ihn fortan beschützt, oder eventuell sogar berät.

Diese Praxis ist nur bei den Orks auf Medrasyl anzutreffen. Ihre Verwandten auf Endrasyl schaudern sich davor, aber auch vor allem was mit den Schazten zu tun hat.

#7 RE: Einhundertdreiundvierzigstes Speedbasteln am 22. Juli 2020 von Chrontheon 22.07.2020 21:23

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Der folgende Beitrag kann Spuren von Namensplatzhaltern beinhalten. Alle Personen, Orte und Handlungen sind frei Erfunden.




Nach einer wahren Begebenheit…

Der Absturz

Dunkelheit umgibt mich. Kalte Luft kriecht über meine Haut. Stille drängt sich in meine Ohren. Mein Mund ist ausgetrocknet. Ich brauche Wasser. Der Boden scheint aus glattem Metall zu sein. Bin ich draußen? Meine Hand greift in etwas Feuchtes. Wasser? Nein, es riecht nach Blut. Vielleicht bin ich der letzte.

Eine Flasche! Glas, wie es scheint. Sie ist voll. Mit Mühen öffne ich sie. Der Inhalt gießt sich über meinen trockenen Rachen, kühlt mich von innen. Der Schmerz in meinem Bauch wird spürbar. Was ist passiert?

Die Zeit vergeht, aber ich kann die Tage nicht von den Nächten unterscheiden. Mein Hunger wird größer, doch bisher konnte ich keine Rationen finden. Zumindest nicht da, wohin ich mit meinem schwachen Körper gelangen kann. Ich konnte den Stewart finden. Oder zumindest seine obere Hälfte. Er hatte ein Licht bei sich. Ich werde es sparsam verwenden müssen, denn ich weiß nicht, wie lange es noch leuchten wird.

Zurück an dem Ort, wo ich aufgewacht bin, finde ich einen Körper. Mit Hilfe des Lichts erkenne ich Maro’s Gesicht. Ich habe ihn erst auf der Reise kennen gelernt. Sein Puls ist weg. Er atmet nicht. Ein Gedanke schleicht sich ein. Nein, es muss einen anderen Weg geben. Ich kann noch warten. Bei dem Versuch, weiter zu kriechen, reißt mich ein stechender Schmerz ins Jetzt. Mein Bauch!

Ich muss all meine Glückspunkte aufgebraucht haben! Der Verband hält bestimmt nicht lange, aber ich werde noch einige Tage überleben können. Der Hunger wird jedoch immer stärker, und meine Gliedmaßen immer schwächer. Ich muss bald etwas essen.

Ich wusste gar nicht, dass Maro ein Schreiber war. Er hat ein Tagebuch bei sich gehabt, in dem er über seine Reisen geschrieben hat. Als ich das Buch zu ihm zurücklege, spüre ich ein ungutes, doch bereits vertrautes Gefühl. Ich sollte das nicht tun. Es ist falsch.

Ich schätze die vergangene Zeit auf mehrere Wochen ein. Viel zu lange, um die Gegend weiter auszukundschaften. Maro’s Geruch hat sich soweit an seinen Zustand angepasst, dass ich mich trotz meines Hungers zurückhalten kann. Genau genommen spüre ich ihn nicht mehr so stark. Ich spüre kaum noch etwas. Vielleicht werde ich nie wieder etwas spüren. Oder bald wieder alles. Wer weiß, was dann kommt? Auch wenn das das Ende sein würde, bin ich froh, die Untat nicht begangen zu haben. Du weißt schon, für den fall, dass ... naja, ich werde es schon sehen. Die Müdigkeit ist überwältigend. Ich kann meine Augen kaum offen halten.

Es ist gut, zu wissen, dass es nicht ganz vorbei ist. Das Licht gibt mir Sicherheit. Vertrauen. Wärme. Die Engel kommen herab, um mich zu holen. Das ist ein netterer Abschied als der einsame Mann mit der Sense.

(Quelle unbekannt)

#8 RE: Einhundertdreiundvierzigstes Speedbasteln am 22. Juli 2020 von Elatan 22.07.2020 21:30

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So! Alles aufgegessen und satt geworden? Dann ist jetzt Schluss mit dem Speedbasteln und Zeit zum Lobsen!

#9 RE: Einhundertdreiundvierzigstes Speedbasteln am 22. Juli 2020 von Nharun 23.07.2020 10:30

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@Elatan Es ist sehr interessant etwas über die allgemeinen Ernährungsgewohnheiten zu lesen und dann die zum Thema gehörige Fehlinterpretation der religiösen Lehre. Diese Ketzer haben schon ziemlich umständlich argumentiert, um auf den Punkt zu kommen. Hätte ich als Sentarier Appetit auf Menschenfleisch, hätte ich gesagt: Die Tiere sind von Sentarim und heilig, daher essen wir ihr Fleisch nicht, die Menschen sind aber von den Merohim und daher essen wir nur ihr Fleisch

@Teja Ein schrecklich spannender Fall! Diesen Plot könnte ich mir gut in Form einer Sherlock Holmes-artigen Detective Story vorstellen!

@Aguran Interessant, dass hier zwei konkurrierende Totenkulte existieren. Wenn nach dem Fleischverzehr sich aber die Teilnehmer des Stammes bis zum Tod bekämpfen, ist der überlebende dann nicht Großhäuptling von gar nichts? Oder ist die Zahl der Teilnehmer irgendwie beschränkt? Dürfen nur potentielle Nachfolger das Fleisch essen, wird ausgelost oder finden im Vorfeld bereits nichttödliche Ausscheidungskämpfe statt?

@Chrontheon Eine sehr emotionale, atmosphärische Schilderung! Gut geschrieben und eingängig, die durch die Offenheiten (Was ist genau passiert? Wo spielt diese Geschichte? Wer ist der Ich-Erzähler? etc.) viel gewinnt!

#10 RE: Einhundertdreiundvierzigstes Speedbasteln am 22. Juli 2020 von Elatan 23.07.2020 12:04

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@Teja: Urgh, na lecker. Mit dem Ende hätte ich nicht wirklich gerechnet, ich dachte tatsächlich, der Herr des Hauses sei der Kannibale gewesen (oder die ganzen Gäste hätten dort freudig mitgemacht). Und die Spracherkennung funktionierte bei deinem Beitrag doch ganz passabel. :D
@Nharun: Düstere Praktiken und mir "gefällt" das Fazit, man solle Sklaven doch nicht töten, um ihre Organe zu essen, sondern lieber, um die Organe als Ersatz zu nutzen. Das zeigt mal wieder, wie anders die Menschen der Toraja ticken.
@Aguran: Ziemlich brutal aber passend für solch ein Volk. Ich finde, dass das ganze durch den anschließenden Blutrausch und das Last-Man-Standing-Prinzip sogar nachvollziehbar ist, um nachher den (vermeintlich) stärksten neuen Häuptling zu bekommen. Was würde passieren, wenn dieser aber danach seinen Verletzungen auch erliegt?
@Chrontheon: Ich kann mich Nharuns Lob (und seinen Fragen) nur anschließen! Sehr schön geschrieben!

#11 RE: Einhundertdreiundvierzigstes Speedbasteln am 22. Juli 2020 von Chrontheon 23.07.2020 15:51

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*Lobsbeeren verteil*

@Elatan: Aber ... die Merohim sind von den Sentarim geschaffen und die Menschen sind derer Nachkommen ... sind sie dann nicht - in gewissem Maße - heilig?

@Teja: Bis zum Schluss dachte ich nicht, dass es nur die Köchin gewesen sein könnte. Ein guter Plot Twist mit einer Brise Unbehagen.

@Nharun: Eine überaus moderne Einstellung, die durchaus zu unterstützen ist. Nur ... wenn des Sklaven Herz entnommen ist, ist der Sklav' dahin! Natürlich eine Frage des Preises und des Wertes, doch sei darauf verwiesen.

@Aguran: Das ist ... ork ... Scheint aber in deine Orkischen Kulturen zu passen - zumindest in eine. Bezüglich Nharuns Frage nehme ich an, dass an den Kämpfen nur die "Oberschicht" teilnimmt? Bei Elatans Frage hab ich keine Vermutung, da schließ ich mich ihm an.

-.-.-.-.-.-.-.-.

Zitat von Nharun im Beitrag #9
@Chrontheon Eine sehr emotionale, atmosphärische Schilderung! Gut geschrieben und eingängig, die durch die Offenheiten (Was ist genau passiert? Wo spielt diese Geschichte? Wer ist der Ich-Erzähler? etc.) viel gewinnt!

Zitat von Elatan im Beitrag #10
@Chrontheon: Ich kann mich Nharuns Lob (und seinen Fragen) nur anschließen! Sehr schön geschrieben!

Danke.


    • Wer ist der Ich-Erzähler: Ein namenloser Passagier.
    • Wo spielt diese Geschichte: In einer kalten, teils vereisten, vermutlich bergigen Gegend. Genauer: In einer Höhle/einem Felsspalt.
    • Was ist genau passiert: Ein Flugzeugabsturz. Der Protagonist - soweit bekannt - der einzige Überlebende.


Das Licht und die Engel am Ende die Rettungsmannschft.

#12 RE: Einhundertdreiundvierzigstes Speedbasteln am 22. Juli 2020 von Elatan 23.07.2020 16:20

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Zitat von Chrontheon im Beitrag #11
@Elatan: Aber ... die Merohim sind von den Sentarim geschaffen und die Menschen sind derer Nachkommen ... sind sie dann nicht - in gewissem Maße - heilig?

Ja, das kann man so sehen. Wichtig in der sentarischen Theologie ist, dass Seele und Körper getrennt voneinander betrachtet werden; die Seele direkt wurde nach Lehrmeinung auch nicht von den Sentarim geschaffen, sondern von Gott. Die Körper der Menschen und Merohim (aber auch die der Sentarim selbst) wurden von den Sentarim geschaffen und sind daher auch nicht perfekt. Jetzt kann man natürlich sagen, dass die Seele auch nicht perfekt ist, der Gedanke dahinter ist aber, dass die Seele, da sie von Gott selbst kommt, zumindest das Potential hat, perfekt zu sein.

#13 RE: Einhundertdreiundvierzigstes Speedbasteln am 22. Juli 2020 von Teja 23.07.2020 18:01

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@Elatan Ich hatte da auch so etwas erwartet wie "Tiere sind also heilig, dann essen wir doch lieber Menschen...". Die Begründung dafür ist aber vollkommen nachvollziehbar, für beide Seiten!
@Nharun Dadurch sind Spenderorgane natürlich leichter verfügbar, als bei uns. Ob der Sklave davon begeistert ist, wage ich aber zu bezweifeln.
@Aguran Ja, das klingt tatsächlich sehr orkig. Aber werden dadurch nicht sehr viele Krieger "sinnlos" getötet?
@Chrontheon Hm, das klingt so, als wäre der Protagonist am Schluss der Versuchung nicht erlegen!

#14 RE: Einhundertdreiundvierzigstes Speedbasteln am 22. Juli 2020 von Nharun 23.07.2020 21:15

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Zitat von Chrontheon im Beitrag #11
Nur ... wenn des Sklaven Herz entnommen ist, ist der Sklav' dahin! Natürlich eine Frage des Preises und des Wertes, doch sei darauf verwiesen.

Naja, vermutlich würde so ein Sklave richtig ausgeschlachtet, also so gut wie alle Einzelteile verkauft; ich weiß nicht wie teuer Sklaven in der Moderne sind, aber wenn man nicht gerade das Herz eines berühmten Sportlers (Profi-Sportler auf der Toraja sind meist Sklaven) haben will, sollte man da halbwegs günstig dran kommen. Ich bin mir allerdings noch nicht sicher, ob dieser Vorschlag überhaupt in die Tat umgesetzt wird.

Zitat von Teja im Beitrag #13
Ob der Sklave davon begeistert ist, wage ich aber zu bezweifeln.

Ich glaube es liegt in der Natur dieses Zustands, dass diese Menschen wenig begeistert sind von dem was sie tun oder was man mit ihnen tut, doch es interessiert (kaum) jemanden.

Bei den modernen Arben dürften derartige Praktiken gar nicht infrage kommen, da hier schon die Sklavenzucht verboten ist. Aber in manchen chirischen Staaten, könnte sich so etwas durchaus durchsetzen - ich bin mir nur unsicher, ob es auch gerade in Arvelien geschehen könnte.




@Chrontheon Ich konnte dem Spoiler nicht widerstehen, meine Neugier war zu groß. Der Spoiler ändert meine Meinung von deiner Geschichte jedoch nicht, sie behält ihren Zauber, weil das im Spoiler geschrieben (gerade das letzte) eine mögliche Interpretation sein kann, man die Geschichte aber auch anders verstehen kann. Sowas gefällt mir.

#15 RE: Einhundertdreiundvierzigstes Speedbasteln am 22. Juli 2020 von Aguran 26.07.2020 13:07

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Sehr spät, tut mir leid! :(

@Elatan
Sekten und ihre Untersekten. ;)
Gibt nicht wenige Regionen in denen Christen vorgeworfen wird Kannibalen zu sein wegen "Leib und Blut Christi" und so. ;)
Ist die "Selbstreinigung" von dieser Unterart des Glaubens mit dem Kannibalismus mittlerweile abgeschafft?

@Teja
Sehr nette Kurzgesschichte. Machte die Köchin mit ihrer Praxis danach nochweiter?

@Nharun
Joa, eine in sich logische Schlußfolgerung, ein Hoch auf den Fortschritt. :P
Sklavenhalter können wirklich reizende Ideen haben.

@Chrontheon
Die Geschichte hat mich persönlich etwas mitgenommen. Also denke ich alles richtig gemacht. ;)


Zitat von Nharun im Beitrag #9
Interessant, dass hier zwei konkurrierende Totenkulte existieren. Wenn nach dem Fleischverzehr sich aber die Teilnehmer des Stammes bis zum Tod bekämpfen, ist der überlebende dann nicht Großhäuptling von gar nichts? Oder ist die Zahl der Teilnehmer irgendwie beschränkt? Dürfen nur potentielle Nachfolger das Fleisch essen, wird ausgelost oder finden im Vorfeld bereits nichttödliche Ausscheidungskämpfe statt?

Zunächst mal, Großhäuptlinge sind dem Rang nach in etwa mit Königen gleich zu setzen, das heißt sie haben viele verscheidene Stämme und Stammesherren unter sich. Eben diese Stammesherrren haben das Anrecht darauf an der Zeremonie teil zu nehmen. Zusätzlich können daran noch verdiente Krieger teilnehmen, allerdings nur wenn sie ihren eigenen Häuptling zuvor abmurksen und damit dessen Platz einnehmen.
Zitat von Elatan im Beitrag #10
@Aguran: Ziemlich brutal aber passend für solch ein Volk. Ich finde, dass das ganze durch den anschließenden Blutrausch und das Last-Man-Standing-Prinzip sogar nachvollziehbar ist, um nachher den (vermeintlich) stärksten neuen Häuptling zu bekommen. Was würde passieren, wenn dieser aber danach seinen Verletzungen auch erliegt?

Wir nicht geschehen, weil das Ritual einen letzten Überlebenden produziert, auf die eine oder andere Art. Sehr zweischneidig, ich gehe weiter unten nochmals genauer drauf ein.

Zitat von Chrontheon im Beitrag #11
Das ist ... ork ... Scheint aber in deine Orkischen Kulturen zu passen - zumindest in eine. Bezüglich Nharuns Frage nehme ich an, dass an den Kämpfen nur die "Oberschicht" teilnimmt? Bei Elatans Frage hab ich keine Vermutung, da schließ ich mich ihm an.
Joa, wie oben bereits erwähnt die "Oberschicht" innerhalb des Stammesverbundes, wobei eben diese Oberschicht in der orkichen Gesellschaft sehr volatil ist.


Zitat von Teja im Beitrag #13
Ja, das klingt tatsächlich sehr orkig. Aber werden dadurch nicht sehr viele Krieger "sinnlos" getötet?
Das kommt sehr auf die Sichtweise an. Im orkischen Weltbild ist kein Tod sinnlos, weil er immer den Stärkeren offenbart. Und an Nachschub mangelt es nicht unbedingt. Orks vermehren sich sehr rasant.


Außerdem geht es bei dem Ritaul darum ein Bündnis mit einem Schatten zu schließen. Dieser Schatten wird den Großhäuptling nahezu unverwundbar machen und ihm auchdiverse andere Fähigkeiten schenken.
Und hier sind wir bei der Frage von Elatan, es wir immer einer überleben. Die Frage ist lediglich ob der Ork überlebt mitsamt dem Schatten, oder aber nur der Schatten selbst im Körper des Orks.
Im letzteren Fall hat man einen untoten Orkhäuptling, der allerdings auch kein Ork mehr ist, jeedoch dennoch volle Authoprität als Häuptling hat.

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