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#1 Einhundertsechsundfünfzigstes Speedbasteln am 3. Februar 2021: Arachniden von Elatan 24.01.2021 11:44

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Stimmt bis Samstag, 30. Januar 2021, um 18:00 Uhr hier ab, wann ihr in der Woche zwischen dem 1. und 7. Februar 2021 speedbasteln wollt!

---> Link zur Umfrage <---

#2 RE: Einhundertsechsundfünfzigstes Speedbasteln am 3. Februar 2021: Arachniden von Teja 30.01.2021 15:34

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Die Investoren haben gesprochen! Am Mittwoch, 3. Februar um 18:00 ist Speedbasteln!

#3 RE: Einhundertsechsundfünfzigstes Speedbasteln am 3. Februar 2021 von Elatan 03.02.2021 18:30

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Was krabbelt denn da auf uns zu? Unser heutiges Thema: Arachniden!

#4 RE: Einhundertsechsundfünfzigstes Speedbasteln am 3. Februar 2021 von Teja 03.02.2021 18:57

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Senimari

Solltet Ihr einmal in den Süden Nelanders kommen, müsst Ihr unbedingt Senimari probieren! Senimari heißt in etwa "Knuspriger Bissen" und kommt wohl ursprünglich aus Usbat.

Gewöhnliche Senimari werden aus Wasserkäfern oder Heuschrecken gemacht, indem man die noch lebenden Tiere zusammen mit Feuerbeerensamen in heißem Öl brät. So ziemlich jedes Haus kennt diese Leckerei, die oft mit kühlen Getränken zusammen gereicht wird. Durch die Feuerbeeren brennt dem Genießer rasch der Hals, so dass ein weiteres Bier schnell nötig wird!

Die besten Senimari soll es in der Arnak geben, wo schon die Kinder sich etwas dazu verdienen, indem sie Wüstenskorpione sammeln und verkaufen. Die achtbeinigen Krabbler sollen wohl besonders knusprig und darum beliebt sein!

#5 RE: Einhundertsechsundfünfzigstes Speedbasteln am 3. Februar 2021 von Elatan 03.02.2021 19:05

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Die Uhaikuari


Die Kishatunesen sagen, dass zwischen zwei Bäumen in den Dschungeln Zentralilranuhs mehr unterschiedliche Kreaturen zu finden sind, als in ihrem ganzen Heimatland. Kennenlernen möchte jedoch kaum jemand die Wesen, die dieses erbarmungslose Land, diese grüne Hölle ihr Zuhause nennen. Unvorsichtige Wanderer können hier rasch Opfer eines Angajahimbun werden oder sich im Magen eines Leoparden oder Krokodils wiederfinden, doch diese Kreaturen können nicht das Grauen hervorrufen, das die Erwähnung des Uhaikuari auslöst. Der Name dieses Wesens könnte als Lebenlasser übersetzt werden und wer bei dieser Übersetzung nun glaubt, es sei eine barmherzige Kreatur, der könnte nicht falscher liegen.

Die Uhaikuari ist eine spinnenartige Kreatur, deren Leib in etwa die größer einer Melone hat. Acht lange, mit Widerhaken versehene Beine ragen aus diesem heraus, die bis zu vier Fuß lang werden können. Eine ganze Traube an Augen lässt die Spinne ihre Opfer selbst in schwärzester Nacht sehen und mächtige Kauwerkzeuge sorgen dafür, dass sie selbst dickes Leder zerfetzen kann, um an das weiche Fleisch ihrer Beute zu kommen.

Eine Uhaikuari wird meist erst dann entdeckt, wenn es zu spät ist. Sie hockt bevorzugt in den Bäumen und kann, so sagen es die Einheimischen, seine Farbe ans Blattwerk anpassen. Wenn nun Beute unter seinem Platz hindurchläuft, lässt die Uhaikuari sich auf sie fallen und sticht mit seinem am Hinterteil befindlichen Stachelschwanz zu. Das Gift tötet die Beute nicht, aber es betäubt sie. Das wirklich Grausige ist jedoch, dass die Beute bei vollem Bewusstsein bleibt, wenn die Spinne sie mit Hilfe ihrer Artgenossen an einen versteckten Ort schleift. Dort laben sich die Uhaikuari mitunter tagelang am Fleisch, während das Opfer dies alles mit ansehen muss. Schmerzen empfindet es dabei durch die Betäubung nicht, doch ist es auch nicht in der Lage, sich zu bewegen. Die Einheimischen behaupten auch, dass der Biss einer Uhaikuari das Blut schneller gerinnen lässt, sodass das Opfer nicht verblutet und stirbt und somit länger frisches Fleisch liefern kann. Ob dies alles wirklich so stimmt, kann nicht ohne Zweifel gesagt werden – man kann nur hoffen, dass es Übertreibungen sind.

Das Gift des Uhaikuari ist aufgrund seiner Eigenschaften ein begehrtes Gut, kann es doch von fähigen Heilern eingesetzt werden, um Schmerzen zu stillen. Es gibt allerdings auch Interessenten, die vielleicht weniger edle Anwendungszwecke für das Gift haben. Für wen aber auch immer es sein soll; es ist ein teures Mittel, da sich nur wenige trauen, es zu besorgen. Es gibt in Palmorak jedoch Familien, deren Mitglieder sich darauf spezialisiert haben, Uhaikuari zu finden und ihr Gift zu besorgen. Mehr noch als hohes Geschick und ein tadelloses Wissen über den Dschungel und seine Gefahren ist hier jedoch ein bereits an Wahnsinn grenzender Mut notwendig, da ein schlechter Jäger ein toter Jäger ist – allerdings nicht so schnell, wie es bei einer anderen Beute der Fall wäre.

#6 RE: Einhundertsechsundfünfzigstes Speedbasteln am 3. Februar 2021 von DrZalmat 03.02.2021 19:24

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Die Wulluspinne



Im Südwesten des Kontinents, im Flusstal des Orb, ist das Leben über das Jahr gesehen zweigeteilt. In der Regenzeit verwandelt sich das Gebiet in einen gigantischen Sumpf, eine Brutstätte für Insekten und Krankheiten aller Art, und in der Trockenzeit trocknet das Wasser bis auf einige wenige Bereiche aus.

An diese Gegebenheiten hat sich eine örtliche Spinnenart, die Wulluspinne, angepasst. Die Spinnen sind etwa fingernagelgroß, kaum behaart und metallisch grünlich schimmernd. Sie gehören zu den Jagdspinnen und nutzen ihre Netze deshalb nicht zum Fangen von Insekten. Stattdessen lauern sie auf kleinen aus Spinnenseide gebauten Flößen in den unzähligen Wasserpfützen und fangen die Mückenlarven und Mücken, die Diese als ihre Brutstätten nutzen.
Das Besondere an der Wulluspinne ist, dass sie teilweise staatenbildend sind. Sie haben keine Königin, sondern bilden eher eine Art Wohngemeinschaft aus 50 bis 100 Spinnen, die einen gemeinsamen Seidenkokon spinnen, der Ihnen als Unterkunft und Vorratskammer dient. Jede Spinne jagt mehr als sie braucht und bringt die zusätzliche Beute in das Nest zurück, wo sie für die trockenen Monate eingelagert wird. Während der Trockenzeit werden die Nester dann genutzt um sich zu paaren und die Nachkommen zu versorgen. Mit Beginn der Regenzeit verlassen die Krabbler ihr Nest und beginnen zu jagen. Erst für sich selbst, bis nach ein bis zwei Monaten an irgendeinem neuen Ort mit einer neuen Kombination aus Spinnen ein neuer Kokon gesponnen wird, der dann mit Vorräten gefüllt wird. Die Spinnen sind also die Trockenzeit über staatenbildend und die frühe Regenzeit über Einzelgänger.

Für den Menschen ist die Spinne harmlos und die größte Gefahr ist in die Nester zu laufen, die in Büschen und niedrigen Bäumen hängen, doch außer dem Schreck plötzlich zig Spinnen im Gesicht zu haben hat das keine Konsequenzen.

#7 RE: Einhundertsechsundfünfzigstes Speedbasteln am 3. Februar 2021 von Elatan 03.02.2021 19:40

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SCHLUSS! AUS! ENDE!


Jetzt lobset!

#8 RE: Einhundertsechsundfünfzigstes Speedbasteln am 3. Februar 2021 von Elatan 03.02.2021 19:44

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@Teja: Wohl bekommt's! Die Feuerbeeren würde ich wohl probieren, den Krabbelkram eher nicht ...
@DrZalmat: Och, die klingen ja niedlich. Das mit den Flößen ist eine sehr coole Idee!

#9 RE: Einhundertsechsundfünfzigstes Speedbasteln am 3. Februar 2021 von DrZalmat 03.02.2021 20:44

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@Teja Das würde ich echt gerne mal probieren, klingt nach einer leckeren Knabberei. Sind die Skorpionschwänze inklusive Gift dabei oder werden die abgezwickt?

@Elatan Also denen möchte ich nicht begegnen, auch wenn ich im ersten Moment eine Melone mit Beinen im Kopf hatte Ich finde es interessant dass die gelähmten Opfer angeblich Schmerzen empfinden, aber das Gift genutzt wird um ein schmerzstillendes Mittel herzustellen. Klingt ein wenig als ob da Geschichten und Tatsache nicht so ganz überein stimmen...

#10 RE: Einhundertsechsundfünfzigstes Speedbasteln am 3. Februar 2021 von Elatan 03.02.2021 20:47

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Zitat von DrZalmat im Beitrag #9
@Elatan Also denen möchte ich nicht begegnen, auch wenn ich im ersten Moment eine Melone mit Beinen im Kopf hatte Ich finde es interessant dass die gelähmten Opfer angeblich Schmerzen empfinden, aber das Gift genutzt wird um ein schmerzstillendes Mittel herzustellen. Klingt ein wenig als ob da Geschichten und Tatsache nicht so ganz überein stimmen...


Muddu richtig lesen.
Zitat von Elatan im Beitrag #5
Dort laben sich die Uhaikuari mitunter tagelang am Fleisch, während das Opfer dies alles mit ansehen muss. Schmerzen empfindet es dabei durch die Betäubung nicht, doch ist es auch nicht in der Lage, sich zu bewegen.

#11 RE: Einhundertsechsundfünfzigstes Speedbasteln am 3. Februar 2021 von Nharun 04.02.2021 00:26

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Im Netz des Yphentras



Der Mond warf sein fahles Licht auf den Wald, das zwischen Wolken hervorquellend und den Bäumen hindurchbrechend wie geisterhafte Säulen in der Dunkelheit wirkte. Sylas setzte jeden Schritt mit Bedacht, um nicht über unsichtbares Wurzelwerk zu stolpern, dabei klammerte er sich noch immer an die längst erloschene Laterne, als würde ihr Licht wieder scheinen, wenn er sie nur fest genug hielte.

Bald spürte er einen Schleier auf seiner Haut, wie aus feiner Seide. Er fragte sich, ob es nur Einbildung war. Doch noch bevor sein Verstand zwischen Wahrheit und Trug eine Entscheidung treffen konnte, stellte er fest, dass er sich immer weniger bewegen konnte. Es kam ihm vor als wäre die Luft wie Wasser, das seine Bewegungen schwerer und träger machte. Wie Wasser das langsam um ihn herum gefror und jede Bewegung zum Halt bringen wollte. Er versuchte große, schnelle Bewegungen zu machen, doch je mehr er sich bewegte, desto mehr wurde er in der Dunkelheit gefangen. Bis er sich gar nicht mehr rühren konnte. Bis seine Kraft nachließ und er erschöpft in der Luft hing.

„Es ist gefährlich, nachts allein hier in diesem Wald herum zu irren. So ganz ohne Licht“, weckte ihn die Stimme eines Mannes. Eine ruhige, wohlklinge Stimme, gleichsam wie Balsam, der die Furcht von seiner Seele wusch. Und jede Frage, wer dieser Mann wohl sein könnte, oder was er hier tat.

Spärliche Strahlen grauen Mondlichts brachen vom Himmel herab durch die Wipfel und ließen Sylas erkennen, worin er gefangen war. Spinnweben, silbrig glitzernd im Mondlicht, um ihn geschlungen wie ein Bettlaken. Herabhängend von den Bäumen, sie gleichsam umschließend, und auf dem Boden einen edlen Teppich bildend. Und er sah sie Silhouette des Mannes, der zu im gesprochen hatte, groß gewachsen, von grazilem Körperbau und doch, so erkannte er es in den Momenten, in denen er dem Licht näher war muskulös. Wie aus Marmor gehauen, mit definierten Muskeln. Wunderschön.

„Kommt nicht näher, ich habe mich verworren, nicht dass ihr auch noch gefangen werdet“, rief er dem Fremden entgegen.
Der Fremde schien seine Warnung nicht zu berücksichtigen und näherte sich. Gemächlich und doch fast so als schwebe er.
„Sorgt euch nicht, mir wird nichts geschehen.“

Als der Fremde knapp vor ihm angekommen war, brach auf einmal das kalte Mondlicht hervor und Sylas erblickte ihn in seiner Gänze. Seine Arme, Brust und sein Bauch waren so makellos athletisch, wie er zuvor bereits erahnt hatte, doch sein Gesicht war grässlich entstellt, neben dem Mund brachen beiderseits Mandibeln hervor und neben den beiden menschlichen Augen hatte er weitere, nicht menschlich wirkende. Und er sah, warum der Fremde zu schweben schien: Sein Unterleib war nicht menschlich, sondern wie der einer Spinne. Nein, die Weben würden ihn nicht einfangen, er lief ungehindert über sie. Sie waren sein Heim und er war in seinem Netz gefangen.

„Und dann? Wie geht es weiter?“

„Hmm, ich weiß nicht. Ich würde Sylas gerne vom Yphentras fressen lassen, die Figur reizt mich längst nicht mehr. Mein Verleger möchte das natürlich nicht, weil es dann keine weitere Bücher mehr geben würde. Er will, dass ich eine wilde Sexszene folgen lasse.“

„Mit einem Typ, der halb Spinne ist? Das ist …“

„Abartig? Naja, auch nicht abartiger als ‚Sylas in den Devulhöhlen‘ … allerdings stimmte da wenigstens ansatzweise die Anatomie.“

„Wie bist du überhaupt auf die Idee gekommen, dass dieser Kerl halb Spinne ist? Es gibt solche Geschöpfe doch wohl nicht?“

„Hmm. Ich glaub nicht. Zumindest nicht mehr. In der Bibliothek von Arras gibt es aber ein altes Bestiarium, das ich aufgrund meiner Verbindungen einsehen konnte. Es ist natürlich nur die mittelalterliche Kopie einer antiken Kopie eines Bestiariums, das auf noch frühere Zeiten zurückgehen soll. Darin ist eine Beschreibung von so einem Geschöpf und noch vielen anderen abstrusen Geschöpfen. Wenn ich mich richtig erinnere, sollen diese Geschöpfe von einer finsteren Göttin verflucht worden sein, die von einem dunkelhäutigen Volk verehrt wird, das in Städten unter der Erde lebt. Ganz und gar böse sollen die sein.“

„Das klingt spannend. Vielleicht etwas für ein neues Buch?“

„Ja, daran habe ich auch gedacht. Aber ich kann ja schlecht ein Buch schreiben, dass einen bösartigen Protagonisten hat. Das käme niemals durch die Zensur. Ich hätte da aber schon eine Idee: Ein Abtrünniger dieses Volkes, der eben nicht böse ist, sondern gut. Das wäre doch etwas. Ein Kämpfer, der erkennen muss, dass ein Volk abgrundtief böse ist und er gar nicht richtig Teil davon sein kann. Vielleicht gebe ich ihm noch einen magischen Löwen als Sidekick, den er aus einem Artefakt heraufbeschwören kann. So eine Idee hatte ich schon einmal für Sylas, aber das passt nicht wirklich zu ihm.“

„Das klingt gut, aber ich glaube das würde doch auch Probleme mit der Zensur bekommen, oder meinst du nicht? Nicht dass man dir noch vorwirft, das böse Volk in diesem unterirdischen Reich wäre eine Parabel für Arvelien.“

„Pff. Du hast recht. Diese Zensur ist echt ein verworrenes Netz für einen kreativen Geist, als das Netz meines Yphentras.“

#12 RE: Einhundertsechsundfünfzigstes Speedbasteln am 3. Februar 2021 von Nharun 04.02.2021 00:30

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@Teja Jetzt habe ich Hunger, das klingt nach einem Leckerbissen, den ich gerne probieren würde.
@DrZalmat Das ist eine coole Idee mit tollen Details!
@Elatan Die Viecher klingen ja richtig fies. Denen möchte ich definitiv nicht begegnen.

#13 RE: Einhundertsechsundfünfzigstes Speedbasteln am 3. Februar 2021 von Elatan 05.02.2021 09:43

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@Nharun: Also die Geschichte klingt doch sehr spannend und ich habe das Gefühl, genau zu wissen, wie die Geschichte über den Abtrünnigen des bösen Volkes, die sich der Autor hier erspinnt, weitergehen könnte.

#14 RE: Einhundertsechsundfünfzigstes Speedbasteln am 3. Februar 2021 von Chrontheon 05.02.2021 10:08

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*Lobsbeeren verteil*

@Teja: Njomnjomnjom. Wie Elatan, Gerion und Nharun, würd ich auch gern die Feuerbeeren kosten [vielleicht sogar mit Skorpion]. Wie gut Bier gegen die Schärfe des Gerichts hilft, ist jedoch anzuzweifeln.

@Elatan: Was hast du getan? Jetzt kann ich nie wieder in den Dschungel von Zentralilranuh gehen, ohne mich vor den Uhaikuari zu fürchten!

@Gerion: Das ist eine nette Gemeinschaft. Und sie helfen auch noch, die Mückenpopulation in Maßen zu halten. Ein wertvoller Beitrag zu einem gesunden Ökosystem.

@Nharun: Es hat eine Weile gedauert, bis ich drauf gekommen bin, welches Bestiarium angesprochen war. Aber bei der finsteren Göttin, die von einem unterirdisch lebenden, dunkelhäutigen Volk verehrt wurde, ist es mir gekommen. Es ist immer wieder nett zu sehen, wie vortorajanische Lektüre in deiner Welt eingebaut wird, und welche Auswirkungen das hat.

#15 RE: Einhundertsechsundfünfzigstes Speedbasteln am 3. Februar 2021 von Chrontheon 05.02.2021 16:22

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Der folgende Beitrag kann Spuren von Namensplatzhaltern enthalten.

Kleine Schritte

Malin erlosch die Lichter in der Küche, und machte sich auf den Weg ins Schlafzimmer. Er war froh, dass sie die Angelegenheiten so schnell regeln konnten, denn nun musste er sich nur noch um eine Arbeit in der Stadt kümmern. „Das Erbe hat wahrlich geholfen”, sagte er sich, während er die Stiege hinaufstieg. „Ein paar Renovierungen sind notwendig, aber im Grunde ist es in gutem Zustand.”

Im Schlafgemach stellte er seinen Tee ab und legte die Nachtkleidung an. Nimi schien bereits zu schlafen, so legte er sich wortlos hin und schloss die Augen. Frühstück, Weg zur Stadt, Arbeit suchen, Baumaterialien kaufen, zurückfahren, Mittagessen, Renovierung starten. Im Kopf ging Malin die nächsten Schritte des morgigen Tages durch, um zu sehen, ob er etwas in der Planung vergessen hatte. Zufrieden, an alles gedacht zu haben, fiel er in den Schlaf.

Oder auch nicht. Da war dieses Geräusch, doch er konnte nicht erkennen, was es war. Minuten des Grübelns vergingen, bis ihn die Müdigkeit überkam, und er doch den Schlaf noch fand. Nicht lange danach öffneten sich seine Augen erneut. Das Geräusch war näher, lauter, klarer zu erkennen. Es war ein leises Trommeln über ihm. Er schüttelte Nimi aus dem Schlaf, da ihn eine Unsicherheit überkam. „Hörst du das?”, fragte Malin, als sie endlich erwachte. „Das ist der Regen”, war die verschlafene Antwort seiner Frau, die gleich darauf wieder in den Schlaf sank. Die Unsicherheit ließ nach, und Malin folgte ihr bald.

Seine Augen öffneten sich ein weiteres Mal, als das Trommeln immer lauter wurde. Er schüttelte Nimi erneut aus dem Schlaf, denn ihm war ein beunruhigender Gedanke gekommen. „Nimi, wir sind im ersten Stock.” „Ja, das weiß ich.” „Das Dach ist zwei Stockwerke über uns. Wie können wir den Regen so gut hören?” „Das Haus ist alt. Vielleicht hat das Dach ein Loch, und der Regen tropft rein.” Die Erklärung war ihm recht, er würde seine Einkaufsliste um ein paar Dachziegel erweitern.

Malin wachte ein drittes Mal auf, denn das Trommeln war immer lauter geworden, und bewegte sich nun auch an den Wänden entlang. An den Wänden, die Fenster hatten. Das schwache Mondlicht schien durch das einzige Fenster, das nicht vom Vorhang bedeckt war. Ein trockenes Fenster. Malin wagte es gar nicht, aufzustehen, doch überwandt sich im Ende doch. Der Anblick der Einfahrt ließ ihn geschockt ins Bett zurück stolpern. „Nimi, Nimi, wach auf”, sagte er aufgeregt, während er seine Frau ein weiteres Mal aus dem Schlaf schüttelte. „Was ist jetzt wieder?” „Das Fenster ist trocken! Es regnet gar nicht!” „Dann wird es aufgehört haben, und das Wasser fließt nur noch ab.” „Nein. Die Einfahrt ist auch trocken. Es hat die ganze Nacht nicht geregnet.” „Dann wird es irgendwas anderes sein. Du solltest schlafen, damit du morgen nachschauen kannst.”

Nimi hatte Recht, er musste schlafen. Es gab sicher eine gute Erklärung für die Geräusche, die nicht so erschreckend war. Verfallene Gemäuer, altes Holz, Gegenstände, oder vielleicht die Kinder, die ihnen im neuen Haus einfach einen Streich spielen wollten. Seine Augen schlossen sich wieder, und beinahe sank er in den Schlaf. Beinahe. Wenn das Trommeln nicht über den Fußboden des Schlafgemachs kommen würde. Weit geöffent, starrten seine Augen gegen die Decke. Sein Atem beschleunigte sich. Nimi, die noch nicht ganz dem Schlaf entgegengefallen war, rührte sich. „Was ist jetzt wieder?” „Es ist da. Hier bei uns. Es hat uns gefunden!” „Ach, du kleiner Hase! Das ist doch nur in deinem Kopf. Hier im Haus ist keine Gefahr!” Malin, bestimmt, ihr das Gegenteil zu beweisen, richtete sich auf und öffnete das Nachtlicht, als sie auf Bett gekrabbelt kamen. „Bärtiger”, rief er erleichtert aus. „Es sind nur Spinnen!” Nimi, die die unerwarteten Gäste im Schein des Nachtlichts sah, sprang mit einem Schrei auf ihren Polster. Da erinnerte sich Malin: Sie fürchtete Spinnen wie nichts anderes. Hätte er dies doch nicht so erfreulich offenbart!

(Ausschnitt aus „Kleine Schritte”, Kapitel 3 [erster Entwurf], „###x#####x##x#####” - Band 315 „Der Unvollendete”, Georg von Gutenacht, Tamin-Verlag)

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