#1 Gedichte, Lieder, Reimereien von Elatan 26.01.2021 12:13

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Ich habe den Eindruck, dass gerade zu Fantasy-Welten Gedichte und Lieder einfach dazugehören; und ich spreche nicht davon, dass es sie in diesen Welten gibt, sondern dass die Autoren auch welche präsentieren können. Wenn ich einen Roman lese, kommt es durchaus mal vor, dass ellenlange Gedichte mich ein wenig "nerven" können, wenn ich wissen will, wie die Geschichte weitergeht und irgendein Charakter dann erstmal auf die Idee kommt, eines zum Besten zu geben. Es beeindruckt mich allerdings immer wieder, wie schnell hier einige Gedichte zusammenschustern und dann z.B. beim Speedbasteln präsentieren und es wurmt mich ein wenig, dass ich nichts zustandebekomme, was meinen Ansprüchen genügt, da ich finde, dass Gedichte und Lieder besonders gut Stimmung transportieren können.

Was ist eure Meinung zu Gedichten/Liedern im Weltenbau? Ein must-have oder unnützes Beiwerk? Wie geht ihr vor, wenn ihr ein Gedicht schreibt? Küsst euch einfach die Muse und ihr schreibt etwas runter oder wie geht ihr es an?

#2 RE: Gedichte, Lieder, Reimereien von Aguran 26.01.2021 13:52

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Mein persönliches Problem mit Gedichten ist das ich mich nicht dazu zwingen kann eines zu schreiben.
Meistens ist es eher so dass ein Gedicht tage bevor ich etwas schreibe beginnt zu entstehen, in meinem Kopf. Die Frage ist dann ob ich es auch verschriftliche, oder nicht. In den meisten Fällen nein.

Wenn aber doch, dann bin ich mit dem Geschriebenen nicht im Reinen, war noch nie der Fall.
Was dann zur Folge hat das ich es entweder dann entgültig fallen lasse oder erst wieder eon halbes Jahr später drauf schaue um daran zu werkeln.
Was auch der Grund ist weshalb ich Hedichte kaum verwende, der betrieben Aufwand spiegelt sich in keinster Weise im Ergebnis wieder.

Das einzige woran ich mittlerweile etwas Gefallen gefunden habe sind Haikus, die einfach in einem Moment entstehen um diesen Moment fest zu halten. Bin ich darin gut?
Garantiert nicht. 😅

#3 RE: Gedichte, Lieder, Reimereien von Teja 27.01.2021 06:00

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Ich hasse es, Gedichte im Roman zu lesen , die stören für mich einfach den Lesefluß. Daher schreibe ich eigentlich auch nie welche (mit Ausnahme des Limericks beim Speedbasteln).

Gedichte und Lieder sind allerdings wirklich wichtige kulturelle Dingsda und gehören mMn dazu. Meine Völker haben viele Erzählungen in diesem Stil, allerdings weiß ich von keiner den Wortlaut.

#4 RE: Gedichte, Lieder, Reimereien von Nharun 28.01.2021 18:16

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Ich mag Lyrik.

Das ist ein Satz, von dem ich in Schulzeiten wohl nie gedacht hätte, dass er mir mal über die Lippen kommt.

Daher mag ich auch Gedichte, Lieder und Reimereien im Weltenbau; Lyrik scheint es in verschiedenen Formen in so gut wie allen Kulturen zu geben und wenn man bedenkt, dass lyrische Elemente wohl als Mnemotechnik für die mündliche Geschichtenerzählerei ihren Ursprung hatten, dann liegt es nahe, dass sie in einer Vielzahl erschaffener Völker wohl auch vorkommt.

Gute Lyrik ist jedoch schwer und geht über den reinen Reim hinaus - und Lyrik ist nur schwer übersetzbar, weil die Sprache bildhafter ist und weil sie durch Dinge wie Versmaß und/oder Reim gebunden sind. Das bedeutet was sich in der Fantasy-Sprache Xyz gut anhört, klingt auf Deutsch vielleicht schlecht - und umgekehrt (es sei denn man steckt einen Haufen Mühe hinein und schreibst zwei Gedichte).

Ein gutes Gedicht zu schreiben ist sehr Zeit intensiv und erfordert viel Arbeit und Überarbeitung. Ich glaube sogar noch mehr als beim Schreiben von Prosa, weil man eben nicht nur mit Inhalt und Bildlichkeit zu kämpfen hat, sondern auch mit den formalen Vorgaben des Rhythmus oder des Versmaßes. Da ist es ähnlich, wie mit dem Zitat von Blaise Pascal: "meine Briefe pflegten nicht so schnell auf einander zu folgen und auch nicht so lang zu sein. Die wenige Zeit, die ich hatte, ist Ursache von dem einen wie von dem andern. Ich habe diesen Brief nur deshalb länger gemacht, weil ich nicht Muße hatte ihn kürzer zu machen."

Ich gebe zu, dass die meisten meiner Gedichte meinen hohen Ansprüchen selbst nicht genügen, weil ich nicht die Muße habe, so lange daran zu sitzen

#5 RE: Gedichte, Lieder, Reimereien von Elatan 29.01.2021 11:09

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Zitat von Aguran im Beitrag #2
Das einzige woran ich mittlerweile etwas Gefallen gefunden habe sind Haikus, die einfach in einem Moment entstehen um diesen Moment fest zu halten. Bin ich darin gut?
Garantiert nicht. 😅


Ja, ich überlege auch grade, ob ich mich daran mal versuchen sollte in einer Sprache meiner Welt. Ich würde die Regeln dafür aber eventuell anpassen.

#6 RE: Gedichte, Lieder, Reimereien von Efyriel 12.07.2021 09:57

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Ich wollte sogleich antworten "Nein, ich habe noch nie ein Gedicht (oder Lied) für die Welt geschrieben."
Ganz stimmt das aber dann doch nicht.
In einem Textschnipsel rezitiert Ilathal aus etwas, das sich "Das Schwert des Schicksals" (oder so ähnlich) nennt.
Es reimt sich zwar nicht (ist in gewissem Maße ja auch die Übersetzung aus der Weltensprache), klingt für mich aber trotzdem ziemlich nach Lyrik.

Für ein Muss beim Weltenbasteln halte ich es aber nicht.
Selbst in dem Fall, dass man einen Text schreibt in dem jemand ein Lied singt, muss man nicht zwangsläufig den ganzen Text des Liedes kennen.
Ein Gedicht/Lied komplett in einem Buch wiederzugeben macht vermutlich auch nur dann Sinn, wenn es sich direkt auf das Geschehen bezieht
und sich jemand Gedanken um den Inhalt des Textes macht. Wenn es wichtig ist, und nicht nur schmückendes Beiwerk.

#7 RE: Gedichte, Lieder, Reimereien von Elatan 12.07.2021 16:19

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Zitat von Efyriel im Beitrag #6
Ein Gedicht/Lied komplett in einem Buch wiederzugeben macht vermutlich auch nur dann Sinn, wenn es sich direkt auf das Geschehen bezieht
und sich jemand Gedanken um den Inhalt des Textes macht. Wenn es wichtig ist, und nicht nur schmückendes Beiwerk.

Grade bei den Osten Ard-Büchern von Tad Williams nervten mich die Gedichte und Lieder ehrlich gesagt sogar. Beim Herrn der Ringe fand ich sie nicht so schlimm (oder besser gesagt: gar nicht schlimm), aber bei Tad Williams hatten sie dann irgendwie meist wirklich nicht allzu viel mit der Geschichte zu tun, oder aber es kamen dort so viele fremdartige Namen und Anspielungen vor, dass man das nicht wirklich registriert. Ich hab bisher ein Gedicht geschrieben, und das kam wohl gar nicht mal so schlecht an, aber da überkam mich auch irgendwas, erzwingen kann ich es nicht.

#8 RE: Gedichte, Lieder, Reimereien von DrZalmat 15.08.2021 16:39

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Was ich gerne mache ist nicht Geschichten schreiben sondern Zusammenfassungen oder Ausschnitte aus Geschichten zu schreiben und die dann zu nutzen.

Ich schreibe also nicht das wunderbare Buch "Dr. Zalmat und das Rennen zum Westpol" (ja, das gibt es wirklich... Dr. Zalmat ist ein echter Abenteurer über den, meistens auf wahren Begebenheiten, oft aber übertrieben dargestellt, Geschichten geschrieben werden... quasi Groschenromane im Abenteuergenre, also dasselbe was auch z.B. die Indiana Jones Filme inspiriert hat). Ich schreibe aber eine Zusammenfassung des Buches die ich dann meinen Spielern oder so in die Hand gebe. Inspiriert wurde ich durch eine Szene (die ich auch gleich ziemlich kopiert habe) aus Girl Genius, in dem über zwei Seiten die Oper "Der Sturmkönig" beschrieben wird:

Seite 1

Seite 2

Ich finde diese Methode an sich gut, weil man bekommt einen Abriss über eine längere Geschichte und bekommt auch gleich den Ton zu spüren in dem es geschrieben ist.


Lyrik finde ich in Theorie recht toll, in Praxis ist das ein Thema an das ich mich nicht wirlich herantraue, also habe ich bisher nur kurze Gedichte verwendet, so 2 bis 4 Zeilen lang. Meistens arbeite ich da auch eher mit Referenzen, wie: "Das Gedicht ist ein Memento Mori über ein altes Ehepaar" anstatt es genau zu schreiben

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