#1 Sechstes Spontanspeedbasteln am 10. März 2021: Volkslieder von Harbut 09.03.2021 21:50

Spontane Ankündigung für ein SPONTANES Speedbasteln im Auftrag vom Discord und so. Vorbereitung ab 21 Uhr, Startschuss dann 21:30 Uhr.





#2 RE: Sechstes Spontanspeedbasteln am 10. März 2021: noch offen von Elatan 10.03.2021 21:30

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Stimmt die Laute und ölt die Stimme, das Thema lautet: Volkslieder!

#3 RE: Sechstes Spontanspeedbasteln am 10. März 2021: noch offen von Harbut 10.03.2021 22:18

Freie Übersetzung eines Menschenkinderliedes ins zwergische von Hamina Silberzunge aus dem Clan der Brückenbauer, Botschafterin des Zwergenkönigs Zimor Brückenbauer aus dem Clan der Brückenbauer.
Dieses Lied löste im Jahr 5423 n.H. einen diplomatischen Disput aus, welcher zum Bruch des erst kürzlich vereinbarten Waffenstillstandes zwischen dem Zwergenreich des Weißsteingebirges und dem untergegangen Menschenreich Nambia aus.

Gehe nicht, wohin du nicht gehörst,
spaziere nicht den dunkl´n Wald,
klett´re nicht die Berge,
wandere nicht die Steppe du liebes Kind.

Der Wald, der Wald so dunkel und kalt,
der Elfengeist der nach dir sucht,
der Elfengeist der nach dir krallt,
der Wald der dich nicht hergibt.

Gehe nicht, wohin du nicht gehörst,
spaziere nicht den dunkl´n Wald,
klett´re nicht die Berge,
wandere nicht die Steppe du braves Kind.

Die Berge, die Berge so nass und kalt,
der Zwergling dich beraubt,
der Zwergling dich behält,
der Berg dich nicht hergibt.

Gehe nicht, wohin du nicht gehörst,
spaziere nicht den dunkl´n Wald,
klett´re nicht die Berge,
wandere nicht die Steppe du artiges Kind.

Die Steppe, die Steppe so trocken und hell,
der Ork dich finden will,
der Ork dich essen will,
die Steppe dich nicht hergibt.

Gehe nicht, wohin du nicht gehörst,
spaziere nicht den dunkl´n Wald,
klett´re nicht die Berge,
wandere nicht die Steppe du schlafendes Kind.

#4 RE: Sechstes Spontanspeedbasteln am 10. März 2021: noch offen von Chrontheon 10.03.2021 22:22

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Die folgenden Beiträge können Spuren von Namensplatzhaltern enthalten.

Seren Otonagu

Seren otunagu, tomin na agenari.
Seren oqane maro, ogu o danime!
Tan, sana mi do, oko nogame ni de?
Oqane mari vo sane, oqane mari ni de?

Nu ûn, onaga sa re valo; natare vaśareso!
Ono ma tane va śo so no? Oqa ma ni vara se!
Tu nû, oqane ma rona 'e? Hosa, na imi na de!
Oqane mari vo sane, ono ma imi na de!

Tränen treten in die Augen jener, die dieses kurze, doch bedeutsame Lied hören. Es ist, im Gegensatz zu den bisher besprochenen Volksliedern, die eine freudige oder heitere Stimmung hervorrufen, ein Stück der traurigen Seite, was es jedoch nicht bedeutungslos macht. Im Gegenteil: „Serenj Otonagu” kann vielleicht als das kulturell bedeutenste Lied Ostmanidiens sein. Die Geschichte, die es erzählt, von einer letzten Reise, deren Ende ungewiss ist, gibt den Leuten der Region Hoffnung. Hoffnung, dass auch andere unmöglich erscheinende Herausforderungen gemeistert werden können. Eine Hoffnung, die in jedem von uns geweckt werden kann.




Seien Sie auch das nächste Mal dabei, wenn wir die Schliffmeister bei der Fertigung ihrer Werke begleiten, in: „Eine Reise durch die Kultur Ostmanidiens -- Einblicke in vergehende Traditionen”!




„Hosa, hosa, ono ma ni!
Hosa, hosa, nari qona!”

„Oten mari, oten mari, kolevari ne?
Oten mari, kolevari, sana mido te!”

„Qo ono mari do, qo, qo, qo?
Qo vari tono me? Qo vari, qo?”

(Ausschnitt aus „Eine Reise durch die Kultur Ostmanidiens -- Einblicke in vergehende Traditionen”, Episode 23)






Altkaltonische Volkslieder

Historiker sind sich über ein bestimmes Thema im Besonderen uneinig. Man möge glauben, alle Völker hätten Volkslieder, was die Diskussion beenden sollte. Doch haben wir den Beweis, dass die Südsuniden, so klein und scheinbar unbedeutend ihre Zahl auch sein mag, keine Lieder hatten, die unter die Kategorie „Volkslieder” fallen. Archeologisch belegbar sind nur wenige Stücke, die man als „Nationalhymne” und dergleichen bezeichnen kann.

Kann man also sagen, dass die Alt-Kaltonen ebenso keine Volkslieder hatten? Nein. Es gibt nämlich aus einer früheren Epoche einen Fund bei den nahegelegenen Meranen eine Sammlung von Liedern, die in diese Kategorie fallen: der „Epos des Waldhelden Toqoni”*, der in 51 überlieferten Liedern und einem verlorenen Stück in musikalischer Form weitergegeben wurde. Da es sich um direkte Nachbarn handelte, gehen einige Historiker davon aus, dass auch die Kaltonen zu frühesten Zeiten Volkslieder gehabt haben mussten. Der Mangel an Funden lässt diese Theorie jedoch unbewiesen.

Zu welchem Zeitpunkt können wir sicher sein, dass die Kaltonen Volkslieder gesungen haben? Die ältesten Funde gehen auf den Übergang von der Antike auf die Zeitenwende zurück, und sind in den Gebieten Ost-Manidiens und West-Aridiens angesiedelt. Das ist eine lange Zeit, wenn man bedenkt, dass die Meranischen Heldenlieder ihren Ursprung vermutlich vor der Antike hatten.




Seien Sie auch das nächste Mal dabei, wenn wir die Schliffmeister bei der Fertigung ihrer Werke begleiten, in: „Volkslieder der Alt-Kaltonen -- Mythos oder Wahrheit?”, Teil 2!




*Die Übersetzung des Namens ist umstritten. Variationen sind „Toqono”, „Tokono” und „Otokono”.

(Ausschnitt aus dem ersten Teil von „Volkslieder der Alt-Kaltonen”, Episode 47 der Reihe „Mythos oder Wahrheit?”)

#5 RE: Sechstes Spontanspeedbasteln am 10. März 2021: noch offen von Elatan 10.03.2021 22:53

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Schluss! Aus! Ende! Das Speedbasteln ist vorbei!*

Nun lobset und reicht nach!

*Und trotz Überlänge habe ich keinen Beitrag fertig ... ich werde in Schande nachreichen ...

#6 RE: Sechstes Spontanspeedbasteln am 10. März 2021: noch offen von Archont 10.03.2021 23:48

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@Harbut Bei dem Liedtext kann ich aufjedenfall verstehen, dass es da Stoff für Streitigkeiten gab, besonders wenn man dieses besungene Feindbild in Form eines Kinderlieds an die nächste Generation weitergibt. Sehe da für einen Waffenstillstand wenig Zukunft. Definitiv ein gelungener Liedtext, der die politische Lage gut näherbringt.

@Chrontheon Besonders vom Klang und der Aussprache fand ich die Lieder schön. Das vokallastige hat mich sehr an Suahili erinnert und die Message hinter den Texten hat das Ganze schön abgerundet. Zu wissen, wie es momentan um die Geschichtswissenschaften steht, war auch interessant, besonders wenn es zu Streitigkeiten bezüglich der Existenz von Volksliedern gibt. Das unterstreicht die Schwierigkeit bei der Erforschung von Kultur aus lang vergangenen Zeiten sehr gut und ist äußerst realistisch. In der Realität fängt es ja teilweise schon bei der Datierung an.

#7 RE: Sechstes Spontanspeedbasteln am 10. März 2021: noch offen von Harbut 11.03.2021 07:50

@Chrontheon
Habe es schon im Discord geschrieben, sehr sehr schön die Kreativität mit den Sprachen. Finde es ebenfalls sehr gut, dass die beiden Lieder nicht ohne Kontext darstehen. *Lobsbeere verteil*

@Archont
Die Berge sind tatsächlich sehr gefährlich und werden von vielen verschiedenen Lebenwesen bewohnt. Das darunter auch Raub-Zwerge sind, welche sich vor allem aus Clanlosen und Ausgetoßenen zusammensetzen ist keine Seltenheit. Problem bei dem Lied war eher, dass die Zwerge als Zwerglinge beschrieben wurden. Dies im Kontext mit dem Vorwurf, alle Zwerge sind kriminell hat bei Zimor, der sowie so für sein cholerisches und aggressives Wesen bekannt war, gleich wieder die Hutschnur platzen lassen. ^^

#8 RE: Sechstes Spontanspeedbasteln am 10. März 2021: noch offen von Elatan 11.03.2021 11:19

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@Harbut: Dass dieses Lied bei den Zwergen nicht besonders gut ankam, kann ich mir vorstellen. Gefällt mir allerdings gut!
@Chrontheon: Innerhalb kürzester Zeit Lieder in selbstgebastelten Sprachen schreiben und dann noch mit Kontext bereichern - nicht schlecht! Kannst du die Texte auch übersetzen?




Ich war gestern recht lahm und kam nicht zum Schluss. Ich will jetzt aber auch nicht ewig weiter daran feilen und poste daher einfach mal, was ich bisher habe:

Ein Lied aus dem Högrykken:

In einem grünen Tale,
dort herrschte einst Gesang,
so fröhlich und so heiter,
bis er dann jäh verklang,
so fröhlich und so heiter,
bis er dann jäh verklang.

Ein Schatten kam von Osten,
so schwarz wie Rabenkleid,
sein Feueratem brachte,
viel Elend und viel Leid,
sein Feueratem brachte,
viel Elend und viel Leid.

Die Krieger aus den Bergen,
sie rückten furchtlos an,
mit Schilden und mit Speeren
in ihren Untergang,
mit Schilden und mit Speeren
in ihren Untergang.

Die eichenhölz'nen Schilde,
verbrannten lichterloh,
die heldenhaften Träger,
auch sie verging' wie Stroh,
die heldenhaften Träger,
auch sie verging' wie Stoh.

Die schweren Eisentore,
sie brachen rasch entzwei,
die Hallen hinter ihnen
wurden des Untiers Heim,
die Hallen hinter ihnen
wurden des Untiers Heim.

Und während jeder klagte
griff einer sich ein Schwert
und ging beherzten Schrittes
tief in den Drachenberg,
und ging beherzten Schrittes
tief in den Drachenberg.

[...]


Das Lied bezieht sich auf eine historische Begebenheit und ist zwergischen Ursprunges; hier liefere ich euch daher nur eine Übersetzung, wie sie besonders in Ostthyonien bekannt ist.

#9 RE: Sechstes Spontanspeedbasteln am 10. März 2021: noch offen von Harbut 11.03.2021 22:23

@Elatan
Danke für das Lob. Dein Lied ist aber nicht von schlechten Eltern. Liest sich sehr schön flüssig und passt zu der Geschichte. Habe sie mir vorhin durchgelesen. Sehr schön!

#10 RE: Sechstes Spontanspeedbasteln am 10. März 2021: noch offen von Archont 11.03.2021 23:02

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@Elatan kann mich da Harbut nur anschließen. Äußerst schön geschrieben, besonders wenn das Ganze noch eine Geschichte erzählt. Definitiv eine beeindruckende Leistung und lässt Neugier über die gesungenen Geschehnisse aufkommen.

#11 RE: Sechstes Spontanspeedbasteln am 10. März 2021: noch offen von Chrontheon 16.03.2021 13:48

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*Lobsbeeren verteil*

@Harbut: Das ist grauenhaft! Woher kamen denn die Annahmen, vor denen im Lied gewarnt werden?

@Chrontheon: Oh, gleich zwei Beiträge! Und der erste hat sogar ein Beispiellied! Jetzt musst du nur noch die Melodie nachliefern!

@Elatan: Das ist richtig gut geworden, die Wartezeit hat sich ausgezahlt! Ich hatte sogar eine Melodie im Kopf, was bei meinem Beitrag schwerer zu erreichen ist.




Zitat von Archont im Beitrag #6
@Chrontheon Besonders vom Klang und der Aussprache fand ich die Lieder schön. Das vokallastige hat mich sehr an Suahili erinnert und die Message hinter den Texten hat das Ganze schön abgerundet. Zu wissen, wie es momentan um die Geschichtswissenschaften steht, war auch interessant, besonders wenn es zu Streitigkeiten bezüglich der Existenz von Volksliedern gibt. Das unterstreicht die Schwierigkeit bei der Erforschung von Kultur aus lang vergangenen Zeiten sehr gut und ist äußerst realistisch. In der Realität fängt es ja teilweise schon bei der Datierung an.

Naja, so vokallastig ist es nicht. Es sind keine Konsonanten-Cluster enthalten, das kann aber auch an der Wortwahl liegen. So genau gibt es die Sprache noch nicht. Aber danke für die Lobse zur Aussprache! Zum Historischen: In der Welt gibt es acht große Zeitalter [siehe Speedbasteln "Vielvölkerstaaten"], von denen jedes mehrere tausend Jahre umfasst. Zwischen den Historikern und den Heldenliedern liegen also ungefähr 24000 Jahre [wenn ich mich nicht verzählt hab]. Da ist es, wie du schon sagtest, recht schwierig, viel herauszufinden. Der Großteil der modernen Forschung beruht daher auf Aufzeichnungen früherer Zeiten.

Zitat von Harbut im Beitrag #7
@Chrontheon Habe es schon im Discord geschrieben, sehr sehr schön die Kreativität mit den Sprachen. Finde es ebenfalls sehr gut, dass die beiden Lieder nicht ohne Kontext darstehen. *Lobsbeere verteil*

Danke! Ja, den Kontext hab ich gebraucht, weil mir recht schnell die Ideen für die Weiterführung des ersten Liedes ausgegangen sind..

Zitat von Elatan im Beitrag #8
@Chrontheon: Innerhalb kürzester Zeit Lieder in selbstgebastelten Sprachen schreiben und dann noch mit Kontext bereichern - nicht schlecht! Kannst du die Texte auch übersetzen?

Ahm... lieber nicht. Ich weiß von vielleicht zwei Wörtern, was sie bedeuten. Und die gab es schon vor dem Speedbasteln.

#12 RE: Sechstes Spontanspeedbasteln am 10. März 2021: noch offen von Elatan 16.03.2021 17:22

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Zitat von Chrontheon im Beitrag #11
@Elatan: Das ist richtig gut geworden, die Wartezeit hat sich ausgezahlt! Ich hatte sogar eine Melodie im Kopf, was bei meinem Beitrag schwerer zu erreichen ist.

Da wäre ich gespannt, wie die Melodie in deinem Kopf klingt! So in etwa klingt die, die ich im Kopf hatte:
Bild

#13 RE: Sechstes Spontanspeedbasteln am 10. März 2021: noch offen von Harbut 17.03.2021 09:18

@Chrontheon das ist dieses typische "die anderen Völker sind doof". Ich bin mir sicher, dass es in jedem meiner Völker Vorurteile gegen andere gibt. Rassismus ist ein weit verbreitetes Problem, vor allem von Menschen gegen die Rucaru, von den Elfen gegen alle, die Zwerge gegen Orkse.


@Elatan Ich kann nicht mal einen Notenschlüssel zeichnen. ^^ Respekt das so zu verpacken und zu gestalten.

#14 RE: Sechstes Spontanspeedbasteln am 10. März 2021: noch offen von Chrontheon 17.03.2021 19:45

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Zitat von Elatan im Beitrag #12
Da wäre ich gespannt, wie die Melodie in deinem Kopf klingt! So in etwa klingt die, die ich im Kopf hatte:

Bis auf die reduplizierten Vokale kommt es schon auf das hin. [Habs mir aber nicht im detailierten Vergleich angeschaut.] Wie hast du denn die schönen Noten gemacht?

#15 RE: Sechstes Spontanspeedbasteln am 10. März 2021: noch offen von Elatan 17.03.2021 20:27

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Zitat von Chrontheon im Beitrag #14
Bis auf die reduplizierten Vokale kommt es schon auf das hin. [Habs mir aber nicht im detailierten Vergleich angeschaut.] Wie hast du denn die schönen Noten gemacht?

Ich bin mir auch sicher, dass es leicht abweichende Versionen geben wird. Die Noten habe ich mit Musescore gemacht.

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