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#1 Sklaverei von DrZalmat 07.02.2019 22:21

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Derzeit überlege ich ob ich nicht Sklaverei in weiten Teilen meiner Welt legal mache. Der Hauptunterschied zwischen "gut" und "böse" wäre dann in erster Linie wie mit Sklaven umgegangen wird, nicht ob es welche gibt.
Deshalb Fragen an euch:

Habt ihr Sklaverei?

Wie wird sie gesehen?

Welche Formen von Sklaverei habt ihr?

Gibt es gesetzliche Regelungen zur Behandlung von Sklaven?

#2 RE: Sklaverei von Elatan 07.02.2019 23:00

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Zitat von DrZalmat im Beitrag #1
Derzeit überlege ich ob ich nicht Sklaverei in weiten Teilen meiner Welt legal mache. Der Hauptunterschied zwischen "gut" und "böse" wäre dann in erster Linie wie mit Sklaven umgegangen wird, nicht ob es welche gibt.
Deshalb Fragen an euch:

Habt ihr Sklaverei?

Wie wird sie gesehen?

Welche Formen von Sklaverei habt ihr?

Gibt es gesetzliche Regelungen zur Behandlung von Sklaven?



Ja, in meiner Welt gibt es Sklaverei in ganz verschiedenen Formen bei etlichen Völkern. Oft werden Kriegsgefangene versklavt; auch Schuldsklaverei ist weit verbreitet. Ich will mal ein paar Beispiele nennen:
In Atamerés bzw. auf der atamerischen Halbinsel gab es schon immer Sklaven. Hauptsächlich waren dies bis zum Gildenkrieg, in dem im späten 8. Jahrhundert VZ die Magierfürsten die Macht erlangten, völlig verschuldete Kleinbauern. Durch Erbteilung waren deren Ländereien immer weiter geschrumpft und die Bauern mussten Kredite von mächtigen Grundbesitzern aufnehmen, die sie in der Regel gar nicht zurückzahlen konnten: Dadurch kamen sie in die Schuldknechtschaft und durften fortan als Sklaven auf ihrem einstigen Eigentum weiterarbeiten. Die Kinder dieser versklavten Kleinbauern waren von Geburt an frei, doch hatten sie eigentlich gar keine Wahl als sich später ebenfalls in die Knechtschaft zu begeben, um irgendwo arbeiten und leben zu können. Die späteren Magierfürsten nutzten diesen Umstand aus, um die Kleinbauern auf ihre Seite zu ziehen und den Kaiser zu stürzen. Nach dem Umsturz gab es offiziell keine Sklaven mehr. Inoffiziell wurden jedoch bald alle nicht-magischen Atamerer zu Knechten.

Nachdem diese sich wiederum 300 Jahre später von ihrem Joch befreit hatten, wurden wiederum jene versklavt, die bis zum Ende auf Seiten der Magier standen. Natürlich waren dies nicht alles böse Menschen, die noch böseren Hexenmeistern dienten, um böse Dinge zu tun; viele hatten einfach Angst, sich gegen ihre mächtigen Herren zu stellen. Das war letztendlich aber egal, denn sie und alle ihre Nachfahren wurden bis zum heutigen Tage zu Sklaven gemacht, die ein abgewandeltes Symbol der Magierfürsten nun tragen mussten; ein geschlossenes Auge.

Sehr bekannt für ihre Sklaverei sind außerdem die Vimeari. Diese Elben sehen die Versklavung der Menschen als ihr gutes Recht an, aber auch ihre Pflicht, da sie der Ansicht sind, als »überlegene« Wesen für sie verantwortlich zu sein. Für sie ist es daher auch mitunter verwunderlich, wenn ihre Sklaven fliehen wollen oder sich gar gegen sie wenden, da sie der Ansicht sind, die Menschen hätten es unter ihrer »Obhut« besser als in ihren eigene Reichen (was mitunter sogar nicht einmal so falsch ist). Doch auch wenn die Vimeari ein Aufbegehren gegen sie als völlig unsinnig ansehen, sind sie nicht so blauäugig, die Möglichkeit eines Aufstandes als nicht gegeben anzunehmen: Gerade weil sie die Menschen als töricht ansehen und mit deren »Fehlern« rechnen.

Aus diesem Grund ergreifen die Vimeari verschiedenste Maßnahmen, um einen solchen Aufstand im Keim ersticken zu können. So nehmen die Vimeari beispielsweise Geiseln, denen es an nichts mangelt, und die eine gute Ausbildung erhalten, aber eben ihr Leben verlieren würden, wenn es zu einer Rebellion käme. Einige dieser Geiseln werden mit der Zeit sogar zu besonders treuen Anhängern der Elben, da sie von diesen indoktriniert werden und bald schon deren Ansicht teilen, dass potentiell unsterbliche Wesen mit einer so hohen Lebenserfahrung besser als Herrscher geeignet sind als kurzlebige und ungestüme Sterbliche. Diese Menschen sind es dann auch, die für die Vimeari spionieren (was nicht immer funktioniert, da ihre Mitmenschen natürlich oft so etwas wissen oder zumindest ahnen) und Rädelsführer direkt melden oder selbst ausliefern und dafür, wie alle anderen Menschen, die dies tun auch, eine gute Belohnung erhalten; sei es ein (größeres) Haus oder eine Wohnung, mehr Land für den Eigengebrauch, Gold, etc.

Im Ausland wird die Sklaverei unter den Vimeari oft besonders schlecht dargestellt. Fakt ist jedoch, dass es den Sklaven dort mitunter besser geht als den freien Bauern in einigen Reichen der Menschen.

#3 RE: Sklaverei von Chrontheon 07.02.2019 23:14

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Uh, einmal vier Fragen! Na dann wolln wir mal...

Betrachten wir hierfür mal die LBW, die Magierwelt, eine Namenlose Fantasywelt und meine Sci-Fi-Welt.

Zitat von DrZalmat im Beitrag #1
Habt ihr Sklaverei?

LBW: Hier habe ich keine/kaum Sklaverei reingebastelt. Wenn es welche gibt/gab, dann wahrscheinlich in der Wüste.

Magierwelt: Hier ist anscheinend noch niemand auf die Idee gekommen, Sklaven zu halten. (Mal abgesehen von Nekromanten, die Zombies halten, was aber auch wieder vom Thema abgeht.)

Namenlose: Im Zentralen Land (dem meist, und bisher einzig bebastelten Land) war Sklaverei ein Teil des Alltags wie die Sonne zum Tag, und der Mond zur Nacht gehörten, bis sie abgeschafft wurde. Doch nur wenige Jahrhunderte später wurde dem Drängen der Reichen und Mächtigen nachgegeben und sie wurde wieder eingeführt - unter strengen Regelungen.

Sci-Fi: Die Welt ist noch recht neu. Möglicherweise gibt es Sklaverei in den Randgebieten der Galaxie oder außerhalb, oder illegal in den Kernsystemen.

Zitat von DrZalmat im Beitrag #1
Wie wird sie gesehen?

LBW: Die Bürger von Lyz stehen der Sklaverei überwiegend negativ gegenüber. Einige Adelige und andere Machthaber fänden es jedoch angenehm, sie zu legalisieren - manche ohne, manche mit Regelungen.

Namenlose: Die öffentliche Meinung änderte sich wie oben benannt. Auf einzelne Personen bezogen war jede Meinung auf der Skala möglich.

Sci-Fi: Die Bewohner der Kernsysteme sind (laut eigener Aussage) "modern" und "menschlich", und lehnen Sklaverei offiziell ab. Für mehr Details über einzelne Meinungen müssten wir die Bewohner direkt befragen.

Zitat von DrZalmat im Beitrag #1
Welche Formen von Sklaverei habt ihr?

Die Recht-des-Stärkeren-Sklaverei: In Teilen der LBW (Wüste) und Randgebieten der Sci-Fi-Welt.

Die "standesgemäße" Sklaverei (Namenlose): Zu den Anfängen der zentral gebastelten Nation waren die Sklaven die unterste Bevölkerungsschicht. Der Legende nach waren sie dazu bestimmt. Historischen Quellen zufolge stammen diese Sklaven von einem einst feindlichen Volk ab.

Die regulierte Sklaverei: Namenlose und möglicherweise in Zukunft in einer oder mehreren Zeitlinien der LBW.

Zitat von DrZalmat im Beitrag #1
Gibt es gesetzliche Regelungen zur Behandlung von Sklaven?

Die geregelte Sklaverei der Namenlosen: Es wurden mit der Wiedereinführung der legalen Sklaverei Unmengen an Gesetzen eingeführt, die diese kontrollieren sollten. So muss man jeden Sklaven und dessen Angehörige registrieren, man braucht eine Krankenversicherung für ihn und jene, bei schweren Arbeiten auch eine Unfallversicherung, man muss regelmäßig zum Arzt gehen, im Krankheitsfall jedes nötige Medikament selbst bezahlen, wenns die Versicherung nicht macht, man muss ihn anständig ernähren, pflegen und sauberhalten (oder ihm die Gelegenheit geben, dies selbst zu tun), unabhängig vom "Stand" oder Arbeitstätigkeit des Sklaven, man muss ihm Auslauf und Erholung geben und auf seine psychische Gesundheit achten.
Und dann erst die Verbote: Die Verletzung der physischen oder psychischen Gesundheit ist verboten, man darf ihn nicht schlagen oder einschüchtern, oder die Lebensumstände menschenunwürdig gestalten. Das sind nur einige der Regelungen, die die Sklaven vor ungeregelter Ausbeutung schützen sollen.

#4 RE: Sklaverei von Nharun 08.02.2019 12:16

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Zitat von DrZalmat im Beitrag #1
Habt ihr Sklaverei?

In der torajanischen Antike und Klassik habe ich mehrere Völker, die Sklaven halten, ob und wie weit sich das in den folgenden Zeitaltern fortsetzt weiß ich noch nicht; ich vermute jedoch, dass es spätestens nach der Magischen Revolution immer weniger Sklaverei gab, weil magische Haushaltsmittel günstiger und moderner waren. Im Folgenden nehme ich daher nur Bezug auf antike/klassische Sklaverei.


Zitat von DrZalmat im Beitrag #1
Wie wird sie gesehen?
Welche Formen von Sklaverei habt ihr?
Gibt es gesetzliche Regelungen zur Behandlung von Sklaven?

Sklaverei wurde weitgehend als "natürlich" betrachtet, der Stärkere oder "Bessere" habe eben Macht über die Schwächeren oder "Schlechteren". Es gab immer wieder Einzelne, die sich für Sklaven einsetzen, aber dabei ging es vor allem um die Behandlung oder die Rechte von Sklaven, nicht die Sklaverei selbst; die wurde als Sache kaum angezweifelt. Das ist ein bisschen paradox, weil gerade in der Antike die mythologisierte Erinnerung an die menschliche Sklaverei unter den Altvorderen noch sehr wach und durch große Verderbnisse wiederzukehren schien; allerdings schlug sich dies eher darin nieder, dass Sklaven nicht so behandelt werden sollten, wie die Altvorderen es taten. D.h. die meisten Völker entwickelten aus diesem Hintergrund heraus entweder gesellschaftliche Normen oder kodifizierte Gesetze, die Sklaverei reglementierten.
Bei den Arbaren waren Sklaven ursprünglich nur Kriegsgefangene oder Nachfahren solcher, erst im Verlauf der Klassik begannen die Arbaren auch Sklaven aus Arrovelosija zu kaufen. Diese Sklaven wurden als "Treller" (Sg. "Traller") bezeichnet, unterschieden sich aber selten von den "Esger" (Sg. "Asger"), den Freien; während Esger irgendwann "erwachsen" und eigenständig wurden, sich also nur noch bedingt anderen Unterordnen mussten, blieben Treller ihr Leben lang "Kinder" und mussten ihrem Herren oder ihrer Herrin gegenüber gehorsam sein. Obwohl sie "Bürger zweiter Klasse" waren, lebten sie ansonsten wie andere Sippenmitglieder, waren teilweise in die Familien oder später Männer- bzw. Frauenbünde integriert und konnten sich einigermaßen frei bewegen, soweit es ihnen gestattet war. Eine Sonderform bildet die "Gessel", der Kriegsgefangene, der - da er eine Gefahr für die Sippe ist - wirklich gefangen und gefesselt ist; er wurde in Grubenkäfigen gehalten und teilweise auch zu Arbeiten gezwungen - in der Antike drohte manchem noch das Schicksal als "Gesselblut" zu enden und als Menschenopfer der Weihung einer heiligen Stätte zu dienen. Wenn diese Kriegsgefangen den Krieg überlebten, wurden sie je nach den Bedingungen unter denen Frieden geschlossen wurde, entweder freigelassen oder verblieben als Treller.
Bei den Echyren und Phanechern gab es verschiedene Formen der Sklaverei, einerseits gab es einen Unterschied zwischen einem "Haussklaven" und einem "Arbeitssklaven" und anderseits spielten die Umstände der Versklavung hier eine größere Rolle. "Haussklaven" wurden in der Regel besser behandelt und hatten (bei den Echyren in nach-talyrischen Zeiten) sogar Rechtsanspruch auf Ernährung, Bekleidung und Obdach, während "Arbeitssklaven" zu schweren Arbeiten herangezogen und ausgebeutet wurden, sie besaßen auch in späteren Zeiten kaum Rechte und mussten sich oft zu Tode schuften. Sowohl bei Echyren als auch Phanechern gab es fremde Sklaven und einheimische Sklaven, wobei letztere im Schnitt besser behandelt wurden; außerdem gab es jene die aufgrund von Verschuldung in die Sklaverei verkauft wurden und jene, die als Strafe für Verbrechen zu Sklaven wurden - diese wurden am schlimmsten behandelt. Außerdem gab es hier wie da "Staatssklaven" und "private Sklaven", wobei Staatssklaven, wie jene der arrovelosianischen Könige teilweise große Macht und wichtige Ämter bekleideten. In der Spätklassik kam es sogar dazu, dass sich Adlige als Staatssklaven verkauften, um bestimmte Ämter besetzen zu können. Als Quintessenz könnte man sagen, dass Sklaverei bei beiden Völker sehr vielschichtig und vielgestaltig war, aber vor allem aus Gewohnheitsrecht verregelt war, das nur sporadisch in den Gesetzeswerken, die während der Klassik aufkamen, kodifiziert wurde.
Die Iderusen hatten mit ihren Eteri die vielschichtigste Sklaverei in Antike und Klassik und besaßen aufgrund der frühen Niederschrift ihrer Gesetze auch das ausuferndste Sklavenrecht. Auch wenn unter Echyren und Phanechern Freilassungen vorkamen oder Sklaven für ihre Herren Geschäfte führten, konnten iderusische Sklaven rechtsgültige Verträge mit ihren Herren abschließen, unter welchen Bedingungen sie ihre Freiheit erlangen konnten. Auch wenn je nach Einsatzgebiet und Kenntnisstand des Sklaven die Aussichten auf Freilassung unterschiedlich waren, sie bestanden für fast alle Sklaven, außer jenen die zur "Sania Esperna" (wörtl. "Ewige Sklaverei", besser übersetzt als "Zwangsarbeit bis zum Tod") verurteilt waren. Anders als bei Echyren oder Phanechern waren Sklaven in Iderusa rechtlich keine Dinge, sondern galten als Menschen, wenn auch niederen Standes. Das bedeutete, dass es weniger rechtliche erlaubte Sklaventötungen gab und ermöglichte freigelassenen Sklaven problemlos als "Ledes" ("Bürger") anerkannt zu werden.

#5 RE: Sklaverei von Teja 09.02.2019 11:07

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Ich betrachte hier mal nur Eya, weil das die einzige Welt ist, wo ich mir gründliche Gedanken gemacht habe, wenn auch eigentlich nur zu einer Nation.

Zitat von DrZalmat im Beitrag #1
Habt ihr Sklaverei?


Eya hat Sklaverei in unterschiedlichen Formen, in manchen Gegenden ist es üblich, in anderen wieder nicht.

Zitat von DrZalmat im Beitrag #1
Wie wird sie gesehen?


Auch das hängt davon ab, wo man sich aufhält. Die Gegend, wo ich mir die meisten Gedanken gemacht habe, ist Mitka. Dort gibt es erstmal grundsätzlich drei Formen von Sklaverei: Schuldknechtschaft, Arbeitslager und so eine Art freiwilliger Luxussklaverei (dazu erklär ich nachher noch was). Die Sklaven müssen ein Halsband tragen, dass anzeigt, zu welcher Klasse sie gehören und abhängig davon gelten sie als gefährliche Halsabschneider, arme Schlucker oder Schnösel.

Im Gegensatz dazu verabscheuen zB die Einwohner von Jamarra die Sklaverei und betrachten die fortgesetzte Praxis in Mitka als einen Grund, warum sie eigentlich immer verfeindet sein müssen, abgesehen davon, wenn es um Geld geht.

Zitat von DrZalmat im Beitrag #1
Welche Formen von Sklaverei habt ihr?


Hier kommt es zur Erklärung:

Wie erwähnt, kennt man in Mitka drei Formen, die wohl am weitesten verbreitete ist die Schuldknechtschaft. Hier geht man eine zeitlich begrenzte Form der Sklaverei ein. Der Schuldner tritt meist in den Staatsdienst (Privatdienst ist möglich, aber selten) und muss dann Arbeiten machen, die sonst keiner machen will. Solche Bronze-Sklaven sind oft für Straßenbau, Reinigung von Abwasserkanälen und ähnlich unbeliebte Sachen zuständig. Sobald die Zeit abgelaufen ist, wird die Schuld erlassen und der jetzt wieder Freie darf ein neues Leben anfangen.

Sogenannte "Eiserne Sklaven" sind verurteilte Straftäter, die oft lebenslang versklavt werden und gewöhnlich im Arbeitslager landen. Die werden von allen Typen am schlechtesten behandelt, weil sie als Untermenschen gelten und entsprechend auch nach dem Sklavengesetz wenig bis keine Rechte mehr haben. Arbeitslager gilt vielerorts als eine Todesstrafe auf Raten.

Und dann haben wir noch "Silberne Sklaven", die ich oben als Luxussklaven bezeichnet habe. Diese sind tatsächlich freiwillig Sklaven des Kaisers, Tempels oder anderer hochrangiger Institutionen. Für gewöhnlich arbeiten sie als Beamte in der Verwaltung oder als Leibdiener wichtiger Persönlichkeiten. "Sklave" ist hier eher eine traditionelle Bezeichnung, weil sie nicht viel mit dem Bild von Sklaven gemein haben, dass wir uns vorstellen. Außerdem können sie jederzeit gehen, was aber mit einem großen Ansehensverlust verbunden wäre.

Zitat von DrZalmat im Beitrag #1
Gibt es gesetzliche Regelungen zur Behandlung von Sklaven?


Mitka besitzt inzwischen ein sehr ausführliches Regelwerk für Sklaven. Das regelt Unterkunft, Versorgung mit Nahrungsmitteln, angemessene Bestrafungen, Freizeit, Zugang zu Hygieneeinrichtungen und Tempeln, etc. Durch diese Gesetze haben es Sklaven an vielen Orten tatsächlich besser, als freie Diener, weil sie für diese Dinge nicht selbst bezahlen müssen.

#6 RE: Sklaverei von Chrontheon 09.02.2019 11:20

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Zitat von Teja im Beitrag #5
Arbeitslager gilt vielerorts als eine Todesstrafe auf Raten.

Auf diese Beschreibung muss man erst kommen! :D

Zitat von Teja im Beitrag #5
"Sklave" ist hier eher eine traditionelle Bezeichnung, weil sie nicht viel mit dem Bild von Sklaven gemein haben, dass wir uns vorstellen. Außerdem können sie jederzeit gehen, was aber mit einem großen Ansehensverlust verbunden wäre.

Wenn es nur eine traditionelle Bezeichnung ist, werden sie dann bezahlt oder bekommen sie auch alles, was sie brauchen? Wenn ersteres, was unterscheidet sie von gewöhnlichen, bezahlten Beamten? Und warum der Ehrverlust?

#7 RE: Sklaverei von Elatan 09.02.2019 11:23

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Zitat von Teja im Beitrag #5
und abhängig davon gelten sie als gefährliche Halsabschneider, arme Schlucker oder Schnösel.


Arme Schlucker und Schnösel verstehe ich ja, aber warum gefährliche Halsabschneider? Ein Halsabschneider ist für mich in erster Linie jemand, der andere über den Tisch zieht und kein Synonym für Verbrecher.

#8 RE: Sklaverei von Nharun 09.02.2019 11:38

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Zitat von Teja im Beitrag #5
kennt man in Mitka drei Formen,


@Teja Das Konzept mit den drei, nach Metallen benannten Sklaven"rängen" finde ich sehr stimmig und interessant!

#9 RE: Sklaverei von Teja 09.02.2019 12:41

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Zitat von Chrontheon im Beitrag #6
Wenn es nur eine traditionelle Bezeichnung ist, werden sie dann bezahlt oder bekommen sie auch alles, was sie brauchen? Wenn ersteres, was unterscheidet sie von gewöhnlichen, bezahlten Beamten? Und warum der Ehrverlust?


Sie bekommen, was sie brauchen bzw sie haben auch Anspruch auf bestimmte Dinge, die über reine Notwendigkeit hinausgehen. Bezahlt in dem Sinne werden sie aber nicht. Vielleicht kann man das ein wenig mit Mönchen vergleichen: Sie gehen freiwillig bestimmte Verpflichtungen ein und gewisse damit verbundene Entbehrungen. Als Belohnung genießen sie hohes Ansehen und sicher glauben die Leute, dass sie nach dem Tod eine Belohnung dafür erhalten.

Um Elas Frage zu beantworten: Ich war auf der Suche nach einem Wort dafür und mir fiel kein besseres ein. Eiserne Sklaven sind per Definition Gewaltverbrecher und mit denen will man als Normalbürger nichts zu tun haben.

#10 RE: Sklaverei von Chrontheon 09.02.2019 16:34

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Zitat von Teja im Beitrag #9
Eiserne Sklaven sind per Definition Gewaltverbrecher und mit denen will man als Normalbürger nichts zu tun haben.

Wer andern Hälse abschneidet, ist doch ein Gewaltverbrecher, oder?

#11 RE: Sklaverei von Thalak 09.02.2019 17:20

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Zitat von DrZalmat im Beitrag #1
Derzeit überlege ich ob ich nicht Sklaverei in weiten Teilen meiner Welt legal mache. Der Hauptunterschied zwischen "gut" und "böse" wäre dann in erster Linie wie mit Sklaven umgegangen wird, nicht ob es welche gibt.
Deshalb Fragen an euch:

Habt ihr Sklaverei?

Wie wird sie gesehen?

Welche Formen von Sklaverei habt ihr?

Gibt es gesetzliche Regelungen zur Behandlung von Sklaven?



In Esiria ist es noch nicht vollkommen ausgearbeitet, aber ich kann ja mal darstellen, was ich bislang weiss, bzw. was ich glaube wie es ist.

Das Zwergenimperium ist komplett auf Sklaverei aufgebaut. Es gibt in nahezu jedem Bereich Sklaven. Von Bediensteten in Adelsfamilien, über Minenarbeiter bis hin zu Hilfstruppen beim Militär, überall sind - mehrheitlich menschliche - Sklaven anzutreffen. Wie in einem riesigen Mehrvölkerstaat vermutet werden kann, ist Sklave aber nicht gleich Sklave. Es gibt sogar das "Imperiale Gesetzbuch über Handel und Behandlung von freien und unfreien und nicht-freien Bürgern und Nicht-Bürgern deren Status noch nicht geregelt wurde". Daraus kann man bereits ableiten: Der Sklavenhandel ist legal. Sklaven werden als Handelsware definiert, können allerdings trotzdem auch Bürger des Reichs sein. Es gibt aber verschiedene "Güteklassen", ein sehr komplexes System. Beschrieben in der Imperialen Verordnung 1872 "Klassifikation von Sklaven innerhalb der Reichsgrenzen".

Das wichtigste: Es gibt im Zwergenimperium keine zwergischen Sklaven. Es ist verboten Zwerge zu versklaven gleich unter welchen Umständen. Zwerge die auf freien Sklavenmärkten zum Verkauf angeboten werden MÜSSEN von Bürgern des Reiches gekauft und auf der Stelle freigelassen werden.

Als erstes wird unterschieden ob der Sklave Bürger ist oder nicht.
Sklaven mit Bürgerstatus gehören der Klasse A an. Sklaven ohne Bürgerstatus der Klasse B. Der Bürgerstatus berechtigt zur Teilnahme an der Wahl des imperialen Senats.

Bei der nächsten Stufe wird geprüft, ob der Sklave frei, unfrei oder nicht-frei ein Knecht, ein echter Sklave oder ein Leibeigener ist.
Knechte (Kategorie A), auch als freie Sklaven bezeichnet, haben keinen Eigentümer sondern einen Besitzer und können über die meisten Aspekte ihres Lebens (entsprechend der Gesetze) selbst bestimmen. Freie Sklaven haben sich entweder einmal selbst in die Sklaverei gegeben (Rang A) oder wurden von ihren vorherigen Eigentümern "vergütet", also aus einer niederen Kategorie in diese erhoben (Rang B). Freie Sklaven dürfen selbst unbegrenztes Eigentum haben und übertragen ihren Status nicht automatisch an Kinder oder Ehepartner.

Unfreie Echte Sklaven (Kategorie B) haben einen Eigentümer und dürfen nahezu keine Aspekte ihres Lebens selbst definieren. Ausgenommen sind die Wahl der Religion und im Fall, dass sie der Klasse A angehören, ihre politische Ausrichtung. Unfreie Echte Sklaven dürfen grundsätzlich über eigenen Besitz verfügen, dessen Eigentümer ist aber wiederum der Eigentümer des Sklaven. Hier fallen auch Kleidung und ähnliches drunter. Diese Sklaven übertragen ihres Status auf alle Personen ihrer Familie, die während der Sklaverei hinzukommen. Wenn also ein Mann versklavt wird, behalten seine Frau und seine Kinder ihren Status. Heiratet der Mann jedoch während der Sklaverei und bekommt Kinder, überträgt sich sein Status auf diese. Heirat von Sklaven ist grundsätzlich erlaubt und auch sehr häufig anzutreffen, allerdings nur mit Zustimmung des Eigentümers. Außerdem können Sklaven ausschließlich Sklaven heiraten und in der Regel gehören beide dem selben Eigentümer. Es gibt allerdings auch "Zuchtabkommen". Bei diesen beschließen zwei Sklaveneigentümer die Hochzeit jeweils eines ihrer Sklaven und deren Kinder werden dann je nach Vertrag aufgeteilt. Diese Praxis wird aber immer seltener und ist etwas in Verruf geraten. Einen Rang gibt es innerhalb dieser Kategorie nicht.

Zuletzt gibt es die Nicht-freien Sklaven Leibeigenen (Kategorie C). Diese haben im Grunde überhaupt keine Rechte und niemand schert sich um ihr Schicksal. Je nach Region werden diese schlechter behandelt als Tiere. Nicht-freie Sklaven Leibeigene dürfen straflos gefoltert und getötet werden, wenn sie Klasse B angehören. Für die Tötung eines Nicht-freien Leibeigenen-Klasse-A-Sklaven wird ein Bußgeld erhoben und ein Verbot zum Erwerb von Klasse A Sklaven für 1 bis 5 Jahre ausgesprochen. Wenn eine Person in diesen Status kommt und der Eigentümer die Möglichkeit hat, dann kann er die gesamte Familie versklaven. In dieser Kategorie gibt es noch eine Rangordnung nach Herkunft. Sonstige Herkunft: Rang A, Kriminelle Herkunft: Rang B, Feindliche Herkunft: Rang C.

Desweiteren können Sklaven noch in eine Gruppe eingeordnet werden: Altersstufe: Herangewachsen (A), Ausgewachsen (B), Ungewachsen (C), Verwachsen (D) - Vergleichbar mit Jugendlich (A), Erwachsen (B), Kind (C) und Senior (D).
Unterschieden wird selbstverständlich auch noch Geschlecht und Rasse. Dazu kommt das jeweilige Geschlechtskürzel bzw. die Rassenidentifikationsnummer an die Güteklasse gehängt.

Alle diese Faktoren definieren den gesellschaftlichen Status eines Sklaven innerhalb des Imperiums und - natürlich - seinen Preis.

Ich werde die Tage mal ein Schaubild zur Klassifikation erstellen.

#12 RE: Sklaverei von Chrontheon 09.02.2019 17:37

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Zitat von Thalak im Beitrag #11
"Imperiale Gesetzbuch über Handel und Behandlung von freien, unfreien und nicht-freien Bürgern und Nicht-Bürgern deren Status noch nicht geregelt wurde"

Ist "unfrei" und "nicht frei" nicht das gleiche?

Zitat von Thalak im Beitrag #11
Altersstufe: Herangewachsen (A), Ausgewachsen (B), Ungewachsen (C), Verwachsen (D)

Was bitte schön ist "verwachsen"?

#13 RE: Sklaverei von Teja 09.02.2019 18:07

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Zitat von Chrontheon im Beitrag #12
Ist "unfrei" und "nicht frei" nicht das gleiche?


Das hab ich mich auch gefragt.

Deine Sklavengesetze sind ja schon sehr ausführlich und ich dachte mein System wäre kompliziert. Es macht aber auch Sinn, die Sklaven noch in weitere Untergruppen einzuteilen, vielleicht sollte ich sowas auch noch hinzufügen.

#14 RE: Sklaverei von Chrontheon 09.02.2019 18:11

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Zitat von Teja im Beitrag #13
Deine Sklavengesetze sind ja schon sehr ausführlich und ich dachte mein System wäre kompliziert. Es macht aber auch Sinn, die Sklaven noch in weitere Untergruppen einzuteilen, vielleicht sollte ich sowas auch noch hinzufügen.

Ich will jetzt auch irgendwie ganz komplizierte Regelungen und Kategoriensysteme einführen!

#15 RE: Sklaverei von Thalak 09.02.2019 18:38

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Zitat von Chrontheon im Beitrag #12
Zitat von Thalak im Beitrag #11
"Imperiale Gesetzbuch über Handel und Behandlung von freien, unfreien und nicht-freien Bürgern und Nicht-Bürgern deren Status noch nicht geregelt wurde"

Ist "unfrei" und "nicht frei" nicht das gleiche?

Zitat von Thalak im Beitrag #11
Altersstufe: Herangewachsen (A), Ausgewachsen (B), Ungewachsen (C), Verwachsen (D)

Was bitte schön ist "verwachsen"?


Ja, habe ich als Platzhalter verwendet und dann nicht ausgewechselt. Ist jetzt angepasst im Text. Ich habe ich für Knechte, Sklaven und Leibeigene entschieden.

Verwachsen entspricht etwa unseren Senioren. In Esiria in menschlicher Rechnung ist das etwa Ü60.

Zitat von Chrontheon im Beitrag #14

Zitat von Teja
Deine Sklavengesetze sind ja schon sehr ausführlich und ich dachte mein System wäre kompliziert. Es macht aber auch Sinn, die Sklaven noch in weitere Untergruppen einzuteilen, vielleicht sollte ich sowas auch noch hinzufügen.
Ich will jetzt auch irgendwie ganz komplizierte Regelungen und Kategoriensysteme einführen!



Das war jetzt auch die vereinfachte Version des Systems :D

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