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#16 RE: Sklaverei von DrZalmat 09.02.2019 18:39

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Dein System ist ziemlich kompliziert macht aber total Sinn!

Darf ich kleinere Aspekte dafür für mich übernehmen?

Eine Frage aber: gibt es Freigelassene? Also ehemalige Sklaven die jetzt keine mehr sind? Oder ist das Beste was ein Sklave schaffen kann Freier Sklave zu sein.

#17 RE: Sklaverei von Chrontheon 09.02.2019 18:41

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Zitat von Thalak im Beitrag #15
Verwachsen entspricht etwa unseren Senioren. In Esiria in menschlicher Rechnung ist das etwa Ü60.

Warum sind sie dann nicht "dem Alter nach" aufgezählt?

#18 RE: Sklaverei von Thalak 09.02.2019 18:53

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Zitat von Chrontheon im Beitrag #17
Zitat von Thalak im Beitrag #15
Verwachsen entspricht etwa unseren Senioren. In Esiria in menschlicher Rechnung ist das etwa Ü60.

Warum sind sie dann nicht "dem Alter nach" aufgezählt?


Ich habe es nach dem Wert ihrer Güte aufgezählt. Und ein Ü60 Mensch ist jawohl wirklich nichts wert... wohingegen du einen Jugendlichen schon eine Menge Arbeit aufdrücken kannst - im Gegensatz zu einem Kind - aber auch noch formen kannst, anders als Erwachsene. So die Idee dahinter.

Zitat von DrZalmat im Beitrag #16
Dein System ist ziemlich kompliziert macht aber total Sinn!

Darf ich kleinere Aspekte dafür für mich übernehmen?

Eine Frage aber: gibt es Freigelassene? Also ehemalige Sklaven die jetzt keine mehr sind? Oder ist das Beste was ein Sklave schaffen kann Freier Sklave zu sein.


Selbstverständlich darfst du das. Ich sitz auch schon an einem Schaubild das ich dann gern zur Verfügung stelle. Aber ich glaube eine so neue Erfindung ist das alles nicht. Dachte eher das mein System zu den langweiligeren gehört.

Ja, zu den Freigelassenen schreibe ich gleich auch noch was.
Sollte ich das in meinem ursprünglichen Text ergänzen oder als neuen Beitrag verfassen?

#19 RE: Sklaverei von Elatan 09.02.2019 18:58

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Zitat von Thalak im Beitrag #11
Das Zwergenimperium ist komplett auf Sklaverei aufgebaut.

Uh, sowas kenne ich gar nicht von "normalen" Zwergen, sondern nur von so finsteren Duergar (Tiefenzwergen) aus den Vergessen Reichen. Du hast aber wirklich ein sehr interessantes System da zusammengebastelt: Respekt dafür!

Zitat von Chrontheon im Beitrag #14
Ich will jetzt auch irgendwie ganz komplizierte Regelungen und Kategoriensysteme einführen!

Willkommen im Club!

#20 RE: Sklaverei von Teja 09.02.2019 18:58

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Zitat von Thalak im Beitrag #18
Sollte ich das in meinem ursprünglichen Text ergänzen oder als neuen Beitrag verfassen?

Ich glaub, ein neuer Beitrag ist da besser, sonst übersieht man die Änderung zu leicht. Du kannst ja einen Link einbauen, damit man gleich das neue auch noch anschauen kann.

#21 RE: Sklaverei von Vindir 29.04.2020 12:54

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Hey, nun auch von mir mal etwas zu diesem Thema.

Meine Welt ist groß und die Sklaverei ist an manchen Orten präsent, an anderen wiederum gar nicht. Rein auf die ganze Welt bezogen kann man also die Frage beantworten:

Zitat von DrZalmat im Beitrag #1
Habt ihr Sklaverei?

Ja.
Zitat von Elatan im Beitrag #2
Gibt es gesetzliche Regelungen zur Behandlung von Sklaven?

Ja, die gibt es. In einigen Ländereien sind Sklaven nichts mehr als Ungeziefer das von ihren Besitzern wie Ware, Dreck oder Dergleichen behandelt wird. In anderen Ländern nehmen Sklaven eher die Rolle von (unfreiwilligen) Dienern ein. Sie können Putzkräfte, Vorkoster, sogar Köche und Soldaten sein. Viele Sklavenbesitzer behandeln ihre Sklaven gut und schenken ihnen nach einer "Dienstzeit" die Freiheit. In den kultivierteren Ländereien ist Sklaverei allerdings eher geächtet, manchmal toleriert, jedoch keineswegs "normal". Hin und wieder hat ein reicher Fürst einen Sklaven, doch man merkt schon, dass die Sklaverei so langsam ihren Platz in der Welt verliert.

Zitat von Elatan im Beitrag #2
Welche Formen von Sklaverei habt ihr?
Die meisten Sklaven sind Diener, Putzkräfte, Küchenhilfen, ein unfreies Äquivalent zum "Tagelöhner", also Aushilfskräfte oder auch Wachkräfte. Manchmal gibt es auch Arenakämpfe in welchen auch Sklaven kämpfen müssen. Die seltenste Form der Sklaverei ist wohl der freiwillige Verkauf seiner Freiheit zugunsten der eigenen Familie (Vater verkauft seine Freiheit an einen reichen Herren, damit sein Sohn von dem Geld leben kann).

Zitat von Elatan im Beitrag #2
Wie wird sie gesehen?
In den meisten (zivilisierteren) Regionen ist sie gänzlich abgeschafft worden, allerdings gibt es sie noch in weiten Teilen der Welt.
Je nach Ort ist sie entweder "normal" oder eben nur "toleriert".
Weltweit betrachtet kann man allerdings einen Umbruch spüren und stellt fest, dass es lange nicht mehr so viel Sklaverei gibt, wie einst.

#22 RE: Sklaverei von Nharun 25.03.2021 12:22

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Der folgende Text ist sehr umfangreich und stellt eine Zusammenfassung meiner bisherigen Erarbeitungen zu diesem Thema dar. Er umfasst in aktualisierter Fassung sowohl die Informationen, die ich in einem früheren Beitrag in diesem Thread bereits machte, als auch Informationen, die über verschiedene Speedbastelbeiträge und anderen "Häppchen" verstreut waren. Der Text umfasst (inkl. Überschriften) knapp 2300 Wörter, ich habe also vollstes Verständnis dafür, wenn ihr keine Lust auf die Lektüre habt







Sklaverei





Inhaltsübersicht


  • Sklaverei in Antike und Klassik


    • Sklaven als bewegliche Habe - Echyrische & Phanechische Sklaverei

    • Sklaven als Kinder - Die Treller der Arbaren

    • Sklaven als Erweiterung des Körpers des Eigners - Iderusische Sklaverei


  • Das moderne Sklavenrecht


    • Definition des "Sklaven"

    • Rechtliche Stellung des Sklaven

    • Sklavenzüchtung

    • Internationales Auslieferungsabkommen








Sklaverei in Antike und Klassik



Sklaverei wurde in allen historischen Gesellschaften der Antike und Klassik als ein natürlicher Zustand betrachtet, der neben den „Freien“ und „Adligen“ existierte und wurde nur in Einzelfällen infrage gestellt. Bei den meisten Völkern bildeten sich im Laufe der Zeit elaborierte Umgangsformen, Bräuche oder Gesetze heraus, welche den Status der Sklaven, sowie gegebenenfalls ihre Rechte festlegten.
Obwohl die konkreten Ansichten zu und Rechte von Sklaven sich von Kultur zu Kultur, manchmal sogar von Stadt zu Stadt unterschieden, können die antiken und klassischen Sklavereiformen drei Typen oder Mischformen zwischen diesen Typen zu geordnet werden: Erstens, jenen Völkern in denen Sklaven als Dinge bzw. bewegliche Habe galten; zweitens, jenen Völkern in denen Sklaven als unmündige Kinder galten; und drittens, jene Völker in denen Sklaven als Erweiterung des Körpers ihres Eigners galten.


Sklaven als bewegliche Habe – Echyrische & Phanechische Sklaverei



Bei den Echyren und Phanechern gab es zwar verschiedene Formen der Sklaverei, bei der einerseits zwischen „Haus-“ und „Arbeitssklaven“ unterschieden wurde, andererseits aber auch die Umstände der Versklavung („geboren“, „freiwillig verkauft“, „Kriegsgefangen“, „Schuldsklaverei“, „Strafsklaverei“, etc.) und die Herkunft von Bedeutung waren, galten Sklaven jedoch allgemein als bewegliche Habe ihres Eigners und er genoss dem Gesetz nach die Verfügungsgewalt über seine Sklaven, die er auch über beliebige Gegenstände in seinem Besitz hatte; er durfte sie verkaufen, verschenken, misshandeln und sogar töten. Besonders in der Antike waren Sklaveneignern kaum Grenzen gesetzt und selbst in der Klassik handelte es sich eher um Gewohnheitsrecht als kodifizierte Gesetze; auch wenn in talyridischer Zeit zumindest Haussklaven in Arrovelosia ein Recht auf Ernährung, Bekleidung und Obdach zugestanden wurde.

Bei den Phanechern waren es vor allem die Schuldsklaven, denen ein Mindestmaß an Menschlichkeit entgegengebracht wurde, waren sie doch die einzigen Sklaven, die auch Landsleute waren; gegenüber den fremden Sklaven zeigte man sich meist weniger menschlich.

Während sich in der Klassik sowohl bei den Phanechern, als auch bei den Echyren „Staatssklaven“ herausbildeten, also Sklaven, deren Eigner nicht eine natürliche Person, sondern „der Staat“ (im klassischen Sinne) war, wurden die Staatssklaven Arrovelosias, die sogenannten „Palastsklaven“ zu einem großen Einflussfaktor in der Politik und waren ein Motor der spätklassischen Zentralisierung der Königsmacht. Da der König wichtige Ämter mit diesen Palastsklaven zu besetzen pflegte, wurde es selbst für mächtige Adelsgeschlechter lohnend, einzelne Mitglieder ihrer Familie zu versklaven, damit diese solche Ämter erhalten konnten.


Sklaven als Kinder – Die Treller der Arbaren



Bei den Arbaren waren ursprünglich alle Sklaven Kriegsgefangene oder Nachfahren solcher, erst im Verlauf der Klassik begannen die Arbaren auch Sklaven aus Arrovelosia zu kaufen. Gerade in der frühen und mittleren Antike waren die meisten Kriegsgefangenen solche, die aus benachbarten arbarischen Gemeinschaften stammten. Vermutlich war es aufgrund dieser Verwandtschaft, dass die meisten Sklaven als so genannte „Treller“ (Sg. Traller) zwar unfrei und unmündig waren, aber ansonsten wie andere Mitglieder der Sippe in der Gemeinschaft lebten. Sie waren ihren Herren zu gehorsam verpflichtet und durften körperlich gezüchtigt werden, jedoch war es allgemein verpönt, sie grundlos zu töten und man achtete darauf, ihre Familien nicht zu trennen. Sie durften sich innerhalb der Gemeinschaft recht frei bewegen, auch wenn sie die Grenzen der Siedlungen meist nicht verlassen durften; im Verlauf der Antike wurde es ihnen sogar möglich gemacht den kultischen Männer- bzw. Frauenbünden beizutreten. Da sie rechtlich weitgehend wie Kinder behandelt wurden, war es auch möglich, dass sie von ihren Eignern als „erwachsen“ erklärt werden konnten, wodurch sie zu freien Mitglieder der Gemeinschaft, „Esgern“ (Sg. Asger), wurden.

Eine Ausnahme dieser sehr menschlichen Behandlung stellten die „Gessel“ dar, Kriegsgefangene, die eine Gefahr für die Gemeinschaft darstellten oder als Druckmittel gegenüber anderen Gemeinschaften gefangen gehalten wurden. Sie wurden in Sklavengruben, sogenannten „Burren“, gehalten. Ihnen drohte oft das Schicksal als „Gesselblut“ zu enden, als Menschenopfer bei der Weihung heiliger Stätten. Jedoch war der Status des Gessel meist zeitlich begrenzt: Wurde Frieden geschlossen, wurden sie meist ausgelöst oder als Treller in die Gemeinschaft integriert.


Sklaven als Erweiterung der Körpers des Eigners – Iderusische Sklaverei



Die iderusische Kultur war von ihren Anfängen an sehr hierarchisch auf ein Familienoberhaupt orientiert, was sich auch in der Drunum Iscae, der „Macht der Mutter“, niederschlägt. Dieses alte Gewohnheitsrecht festigte die Souveränität des Familienoberhaupts (der Isca Lautas) gegenüber ihren Familienmitgliedern aber auch gegenüber dem Staat: Solange ein Familienmitglied nicht aus dem Drunum Iscae entlassen wurde, war es kein eigenständiger Bürger, der in der Bürgerliste der Städte geführt wurde, konnte für kein Amt kandidieren, nicht einmal für den Heeresdienst gemustert werden. Die Familienmitglieder, die unter das Drunum Iscae fielen, waren zwar einerseits die Kinder der Isca Lautas, aber auch deren Kinder, sowie Sklaven und sonstige abhängige Klienten; oft Fremde, die auf iderusischem Gebiet handeln oder arbeiten wollten. Jeder, der unter dem Drunum Iscae stand, galt nicht als eigenständiger Mensch, sondern war Teil des Körpers der Isca Lautas; was im Ursprung wohl als metaphorische Erweiterung ihres Körpers verstanden und aus dem Phänomen der Geburt heraus erklärt wurde und sich später zur juristischen Ansicht „Teil des Rechtskörpers“ zu sein entwickelte.

Da sie als Teil des Körpers glaten, waren die Sklaven einerseits vor grober Misshandlung geschützt; sowohl durch ihre Eignerin als auch durch Dritte. Andererseits wurde aber auch absoluter Gehorsam erwartet: „Meine Hand macht, was mein Geist befiehlt“. Obwohl die Isca Lautas prinzipiell das Recht besaß, jemanden unter ihrem Drunum Iscae zu töten (bzw. töten zu lassen), gab es gewohnheitsrechtliche Rahmen dafür, die auch auf Sklaven angewendet wurden, wodurch sie, vor allem während Klassik, weitgehend vor der Gefahr einer willkürlichen Tötung befreit waren.

Die Sklaven einer Isca Lautas waren rechtlich ähnlich gestellt wie ihre Kinder und sonstigen Abhängigen: So durften sie nicht nur für ihre Eignerinnen Geschäfte führen, sondern auch in einem mit ihrer Eignerin ausgemachten Rahmen eigene Geschäfte führen; sie waren auch befähigt eigene Verträge abzuschließen, wobei ihre Eignerin hier immer das Recht besaß, diese innerhalb gewisser Fristen zu widerrufen, bzw. sie nur so lange gültig waren, wie die Isca Lautas keinen Einspruch erhob. Auf dieser Grundlage war es sogar möglich, und je nach Einsatzgebiet und Kenntnisstand des Sklaven sogar üblich, dass Isca Lautas und Sklave einen Vertrag darüber abschlossen, unter welchen Bedingungen die Freilassung stattfinden sollte; oft durch Begleichung eines gewissen Betrags oder dem Dienst für eine festgelegte Anzahl von Jahren. Auch wenn die Aussichten auf Freilassung durchaus unterschiedlich waren, waren sie bei den Iderusen wesentlich wahrscheinlicher als beispielsweise bei den zeitgenössischen Echyren oder Phanechern.

Für Sklaven galten dieselben Möglichkeiten aus dem Drunum Isca und damit ihrem Sklavenstatus zu gelangen, wie für die anderen Abhängigen der Isca Lautas: Die Drunuxitio oder die Asuatio. Die Drunuxitio war die begehrteste Möglichkeit, denn durch diesen Rechtsakt wurde man nicht nur aus dem Drunum Isca entlassen, sondern auch gleichzeitig als Bürger in die Bürgerliste einer Stadt eingetragen. Die Asuatio war jener Rechtsakt, durch den die Isca Lautas jeden Abhängigen in die Sklaverei verkaufen, also in das Drunum Iscae einer anderen übertragen, konnte; sie stellte aber auch eine Möglichkeit der Freilassung dar, denn es war üblich, dass Abhängige bspw. an einen Lavitus (Heerführer) oder die Cecutores Versis (ein religiöser Orden, der quasi als Polizei gegen Magie und Verderbnis eingesetzt war) „verkauft“ wurden. Diese Verkäufe waren mehr oder weniger symbolisch und führten dazu, dass die „Verkauften“ für eine gewisse Zeit in einer bestimmten Funktion dienen mussten bzw. ausgebildet wurden, bevor sie als Bürger in die Bürgerlisten aufgenommen wurden. Dieses Verfahren wurde im Verlauf der Klassik auch generell bei Ausbildungsverhältnissen üblich.

Eine bedeutende Ausnahme im Hinblick auf Sklaven war, dass die Drunuxitio eos Lavii, die automatische Drunuxitio der erwachsenen Kinder aus dem Drunum Iscae beim Tod der Isca Lautas, die Sklaven nicht betraf. Allerdings waren verdiente oder geschätzte Sklaven häufig im Testament einer Isca Lautas bedacht und wurden testamentarisch freiglassen.

Eine Ausnahme davon stellten immer jene Sklaven dar, die zur sogenannten „Sania Esperna“ verurteilt waren, was wörtlich „ewige Sklaverei“ bedeutet, aber sinngemäß besser mit „Zwangsarbeit bis zum Tod“ zu übersetzen ist. Obwohl auch diese Sklaven nicht als Dinge galten und rechtlich unter das Drunum Iscae der Imnitrix (Fürstin) einer Sico (Provinz) (oder seit der Klassik auch unter die Drunum Iscae anderer Eignerinnen im „öffentlichen Auftrag“) fielen, bestand für sie keine Aussicht auf Freilassung und die gewohnheitsrechtlichen Regeln für den strengen, aber schonenden Umgang mit Sklaven galten für sie nicht. Ihre Arbeitskraft wurde vor allem in den Bergwerken oder Steinbrüchen ausgebeutet; die Überlebensdauer dieser Sklaven war eher gering, was ihrem Zustand, der „ewigen Sklaverei“ einen düster-ironischen Beigeschmack verlieh.



Das moderne Sklavenrecht



Den Wendepunkt zwischen dem „alten Sklavenrecht“ und dem „modernen Sklavenrecht“ stellt die 1948 im Weltkongress verabschiedete „Allgemeine Übereinkunft über die Rechte von Unfreien“, die bis spätestens 1960 in die nationalen Gesetzeskorpora der sklavenhaltenden Mitgliedstaaten überführt wurde. Die Übereinkunft war das Ergebnis eines über ein Jahrzehnt andauernden Prozesses im Weltkongress, bei dem die sklavenhaltenden Staaten gegen die Sklaverei ablehnenden, von der Dscha’ila dominierten, Staaten um die Sklaverei an sich oder zumindest deren Rechtsstatus stritten.
Obwohl die Dscha’ila-Staaten einen großen Einfluss auf die Übereinkunft nehmen konnten, stimmte die Mehrheit von ihnen letztlich gegen die Übereinkunft, da sie weiterhin eine weltweite Abschaffung der Sklaverei forderten. Die Übereinkunft setzte sich dennoch gegen diese Gegenstimmen durch.

Die Übereinkunft beinhaltet einen weltweiten Mindeststandard an Sklavenrechten, der sich unter „Kein Sklave darf schlechter behandelt werden, als ein Haustier“ und verbietet die Folterung oder willkürliche Tötung von Sklaven.


Definition des „Sklaven“



Das moderne Sklavenrecht definiert einen Sklaven als „Menschen, der aus verschiedenen Motiven meist in der Wohnung oder in sonstigem engem Kontakt gehalten oder zum Zwecke des Arbeitseinsatzes an einem bestimmten Ort untergebracht wird“. Es wird weiter aufgeführt, dass neben dem reinen Arbeitseinsatz auch „Freude am Menschen, Zierde, Interesse an Verhaltensweisen, Züchtung, Ersatz für Sozialpartner oder Spielgefährte für Kinder“ mögliche Motive für die Haltung eines Sklaven sein können; diese Motive wurden in den einzelnen sklavenhaltenden Staaten oft auf Basis ihrer kulturellen Vorprägung beschnitten, bspw. ist die „Züchtung“ in den arbischen Staaten nicht erlaubt.


Rechtliche Stellung des Sklaven



Aus Basis dieser allgemeinen Definition wird in vielen sklavenhaltenden Staaten zwischen dem „Haussklaven“ und dem „Arbeitssklaven“ weiter unterschieden, bisweilen tritt auch der „Strafsklave“ als eigenständige Rechtsform hinzu. All diese Unterarten von Sklaven haben, auf Basis der „Übereinkunft zur Stellung und Rechtsprechung in Bezug auf Sklaven und Haustieren“ des Weltkongresses von 1951 (einer Konkretisierung der Allgemeinen Übereinkunft), das Recht als „eigenständiges Lebewesen“ angesehen zu werden, wodurch sie vor willkürlicher Zufügung von Schmerzen, Leid und Schäden geschützt sind, ein Anrecht auf eine Betäubung bei bestimmten, schmerzhaften medizinischen Behandlungen haben und nur aufgrund medizinischer Indikationen einer chirurgischen Operation oder magischen Therapie unterzogen werden dürfen. Weiterhin resultiert aus dieser Rechtsstellung als „eigenständiges Lebewesen“ ein Anspruch des Sklaveneigners nicht nur auf den sogenannten Leibwert des Sklaven, sondern auch ein Schadenersatzanspruch für etwaige Behandlungskosten und Dienstausfall, sollte der Sklave von einer dritten Person verletzt oder getötet werden.

Die rechtliche Stellung, die Sklaven aufgrund der Allgemeinen Übereinkunft genießen, schützt sie auch weitgehend vor medizinischen oder magischen Sklavenversuchen; diese sind analog zu Tierversuchen nur gestattet, wenn dies aus bestimmten Gründen unerlässlich ist; bspw. zur Vorbeugung, Erkennung oder Behandlung bestimmter Krankheiten oder Leiden.

Die Übereinkunft schützt Sklaven jeder Art vor Misshandlung und „wenig artgerechter Haltung“, woraus sich gewisse Mindeststandards für die Sklavenhaltung im Hinblick auf bedürfnisgerechte Ernährung, Pflege und Unterbringung ergeben. In den meisten sklavenhaltenden Staaten haben Sklaven sogar das Recht, diese Mindeststandards einzuklagen; wobei die nationalen Mindeststandards oft deutlich höher liegen als die in der Allgemeinen Übereinkunft (oder einer ihrer späteren Konkretisierungen) beschlossenen.


Sklavenzüchtung



Obwohl die „Allgemeine Übereinkunft über die Rechte von Unfreien“ und die auf ihr aufbauenden, späteren Übereinkünfte Sklaven ein gewisses Mindestmaß an Rechten zusprechen, ist es ein Hauptkritikpunkt der Dscha’ila-Staaten, dass der Weltkongress den Sklaven nicht auch ein Recht am eigenen Körper zugesteht. Obwohl in manchen sklavenhaltenden Staaten, wie Narva oder Veldria, Sklaven genau dieses Recht zugestanden wird, ist es eher die Ausnahme, auch wenn nationale Gesetze die Verfügungsgewalt eines Sklaveneigners über den Körper des Sklaven in gewissen Teilen einschränken. Beispielsweise wird weder in Arbeskire noch Arvelien Sklaven das Recht über den eigenen Körper zugestanden, während Arbeskire jedoch sowohl die Kastration von Sklaven als Verstoß gegen die Prinzipien der Allgemeinen Übereinkunft betrachtet und dementsprechend gesetzlich verboten hat, ist sie in Arvelien erlaubt.

Entsprechend ist Sex mit Sklaven in Narva oder Veldria nur mit Einwilligung des Sklaven gestattet, während in den meisten anderen sklavenhaltenden Staaten Sklaven auch in dieser Hinsicht kein Mitspracherecht besitzen; obwohl ihr Einsatz in Bordellen und ähnlichen Betrieben zumindest in Ansätzen gesetzlich geregelt ist. Ebenso ist die Sklavenzucht in vielen Staaten gestattet, auch wenn sie meist unter gesetzlichen Auflagen erfolgt.

Im internationalen Dialog zwischen den sklavenhaltenden Staaten spielt das Recht des Sklaven über seinen eigenen Körper, insbesondere im Hinblick auf die Sklavenzucht, vor allem im Rahmen der Sportsklaverei eine Rolle. Während es in großen Teilen der Welt als normal betrachtet wird, dass die zur Unterhaltung veranstalteten Einzel- und Mannschaftssportarten von Sklaven betrieben werden; nimmt die Debatte über die Zucht und Ausbildung dieser Sportsklaven ähnliche Ausmaße an, wie die fortgeführte Debatte darüber wo die Grenze medizinischen bzw. magischen Dopings in diesen Sportarten liegt.


Internationales Auslieferungsabkommen



Die „Übereinkunft über die Rückführung flüchtiger Untertanen und Elemente, sowie die Rückübereignung außer Landes geführten Eigentums an seinen Besitzer“ von 1971 entstammt zwar ursprünglich der Debatte über internationale Verbrechensaufklärung, enthält aber auch einen wichtigen Passus im Hinblick auf die Sklaverei: „Keine Person, die gemäß der Gesetze eines Staates Untertan ist oder in Dienst oder Arbeit dieses Staates steht und in einen anderen Staat flieht oder verschleppt wird, soll, aufgrund irgendeines Gesetzes oder Brauchtums des anderen Staates, aus dem Dienst oder der Arbeit des einen Staates genommen oder seines Untertanenstatus im Hinblick auf den einen Staat beraubt werden, sondern, sobald ein Anspruch von jener Partei, in deren Dienst oder Arbeit die Person steht oder deren Untertan die Person ist, vorgebracht wird, in den einen Staat zurückgeführt werden.“

Dieser Punkt der Übereinkunft ist ein Spannungspunkt zwischen den Dscha’ila-Staaten und den sklavenhaltenden Staaten, die beide diesen Passus in ihre nationalen Gesetze aufgenommen haben. Einerseits verpflichtet er die Dscha’ila-Staaten (oder irgendeinen Staat) entlaufene Sklaven auf Aufforderung zurückzugeben und verbietet ihnen das pauschale freilassen entflohener Sklaven; andererseits stellt er sicher, dass die Untertanen eines Staates nicht einfach von anderen Staaten versklavt werden können und stellt somit ein Element dar, mit dem die Dscha’ila-Staaten ihre Bürger vor der Sklaverei schützen können. In dieser Hinsicht stellt er einen Kompromiss dar.

#23 RE: Sklaverei von Aguran 25.03.2021 20:16

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Phu... große Menge zuu Lesen @Nharun dennoch sehr ineressant.

Dann werf ich auch mal meinen Hut in den Ring:


Sklaverei auf Tenrasyl, hier aufgelistet nach Völkern:


Antaxminor/Das Neue Reich/Drachenkaisertum:
Die Sklaverei auf und in Antaxminor ist ein fester, ja immanenter Bestandteil des Gesellschaftssystems. Sklaven bilden innerhalb der Gesellschaft eine eigene Schicht, innerhalb derer es ebenfalls deutlichge Rangunterschiede gibt. Im System von Antaxminor beaufsichtigen und führen ranghöhere Sklaven rangniedere Sklaven, weshalb es ein enormes Machtgefälle innerhalb des Sklavenstandes gibt, welches widerum Privilegien für ranghöhrere Sklaven mitbringt.
Als Sklave wird man in der Regel geboren und bleibt es bis zum Ende seines Lebens, aber man kann innerhalb der Sklavenhierarchie aufsteigen, durch gute Leistung, Fleiss und Anstand. Somit ist es innerhalb des Sklavenstandes zumindest theoretisch möglich vom niederen Latrinensklaven zum führenden Verwaltungssklaven des Reiches aufzusteigen. Freilich ist ein derart komentenhafter Aufstieg in der Praxis nur selten beobachet worden. Gerade einmal 4-mal in über 2000 Jahren Reichsgeschichte ist ein solcher Vorgang vermerkt, und gerade in all diesen Fällen spielten neben den persönlichen Fähigkeiten des Sklaven auch noch der Einfluss seiner Besitzer und Patrone eine entscheidende Rolle. Dennoch ist es eben diese sprichwörtliche Karotte vor der Sklavennase, die den großteil der Sklaven in Ordnung hält, und auch dafür sorgt dass sie individuell ebenso auf den eigenen Vorteil bedacht handeln, wie ihre Herren es auch tun. Dieses Praxis verhinderte erfolgreich viele Sklavenaufstände, oder hielt diese sogar klein, weil sich Sklaven selbst gegen Aufstände wandten.

In Antax gibt es grob gesagt 3 Sklavenklassen, welche sich widerum im Rang unterteilen, diese sind:

- Reichssklaven
Hier ist der Besitzer das Reich selbst, sie gelten als die niederste Sklavenklasse. Unter ihnen finden sich in der Masse vor allem Sklaven zur Wartung und Instandhaltung der Reichsinfrastruktur, Minen und Schiffsklaven, aber auch die berühmt-berüchtigten 4 Sklavenregimenter der Armee des Drachenkaiser, welche seblstredend obowhl sie zu den Reichssklaven zählen auch unter den Freien ein gewisses Ansehen und Respekt geniesen.
- Haussklaven
Die Besitzer sind hier die Häuser der Freien. Sie gelten als die Zweithöchste Sklavenklasse. Unter ihnen finden sich in der Masse Arbeitssklaven in Landwirtschaft, Sanitär und Produktionsgewerbe, aber auch die "Edlen", welche plump gesagt sowas wie die "Lieblingssklaven" ihrer Herren sind, hierunter befinden sich oft Gelehrte, Akrobaten und Künstler. Im Vergleich zu den meisten anderen Sklaven leben die "Edlen" in einen erschwenderischen Luxus, und sie sind dem entsprechend auch sehr eng mit ihren Herren verbunden.
- Zuchtsklaven
Sie gehören meist Teilstaatlichen oder privaten Unternehmen und sind wie der Name schon sagt vor allem für den Fortbestand, oder die "Veredelung" des Sklavenstandes vorgesehen. Sie stehen in der Hierarchie der Sklaven an oberster Stelle. Sie erhalten meist eine Ausbildung entsprechend ihrer ausgewiesenen Stärken. Unter ihnen finden sich zum Beispiel Ingenieure oder Gladiatoren. Und sie müssen einer solchen angesehen Tätigkeit erfolgreich nachgehen um ihren Wert für die Zucht immer wieder unter Beweis zu stellen, auch ist diese Klasse natürlicherwesie nicht lebenslang zu halten, weshalb manche dieser Sklaven nach Ende ihrer Zuchtsklavenkarriere zu "Edlen" eines Hauses werden, welches sich mit den Ruhm des Sklaven schmücken wird.



Imperium Vhol
Die Sklaverei in Vhol ist vor allem eine Art Schuldsklaverei, neben ihr gibt es dann noch die Leibeigenschaft. Das Ideal des Reichsgründer Vholjenis war es eine Gesellschaft zu errichten, welche mittelfristig ohne Sklaverei auskommt, das Zeil war eine Gesellschaft in welcher jeder aus eigener Kraft in höchste politische Ämter aufsteigen kann. Der erste Teil seiner Vision kann als gescheitert betrachtet werden, so gibt es zwar keine Sklaverei durch falsche Geburt mehr, doch es verlieren jedes Jahr erneut sogar Freie ihre Rechte und müssen sich in die Sklaverei begeben, sowohl durch begangene Verbrechen oder durch Kriegsgefangenschaft als auch schlicht durch nicht mehr begleichbare Schulden.

Vholjenis legte in seinen Sklavenedikten jedoch fest, dass jede Versklavung für maximal 15 Jahre aufrecht erhalten werden darf. Außerdem legte er fest dass die Sklaverei nicht allein der Ausbeutung dienen darf, sondern auch der Ausbildung des Sklaven dienen soll und ihn auf die Zeit seiner Freiheit nach dieser Frist von 15 Jahren vorbereiten soll. Ebenso setzte er fest dass Sklaven ein Anrecht auf Kleidung, Gesundheitsversorgung und eine Ablöseprämie nach Ende der Sklavenzeit zustand.
In der gelebten Realität ist es jedoch so dass der größte Anteil der Sklaven nach der Ableistung ihres Dienstes in die Leibeigenschaft verfällt, da insbesondere die Prämien meist nicht ausreichen um eine Existenz auf eigenen Beinen aufzubauen werden sie von ihren bisherigen Herren "gnädigerweise" weiterbeschäftigt und so in einen Abhängigkeitsverhältnis zwischen Sklaverei und dem Stand der Freien gehalten.
Viele Staatsrechtler innerhalb Vhols halten dies für ein Unrecht, welches lediglich auf den verfrühten und gewaltsamen Tod des ersten Imperators zurück zu führen sei, und unterstellen Vholjenis er habe den Leibeigenenstand niemals gewünscht und sei zu früh gestorben als das er dies Problem erkennen häte können.
Auf der anderen Seite stehen selbstredend die wirtschaftliche Interessen der wohlhabenden Bürger welche sich sowohl Sklaven als auch Leibeigene halten um ihre Ländereien und Betriebe in Gang zu halten, und eben jene stellten sich im Senat stets gegen entsprechende Gesetzesänderungen.

Die Sklaverei als auch die Leibeigenschaft sind in Vhol also gesellschaftlich stark umstritten, dennoch auch immer notwendigerer Bestandteil des Wirtschaftssystems. Dennoch hat sich mittlerweile eien recht stabile Fluktuation aus den Sklaven und Leibeigenenstand heraus aber auch hinein entwickelt, so dass die Zahlen der Sklaven und Leibeigenen auf stabilen Niveau bleibt. Dennoch ohne einen Patron, welcher sich für den Leibeigenen oder Sklaven einsetzt ist es einen Sklaven nur selten möglich den Stand zu verlassen und zurück zu den Freien zu kommen.


Elbische Sklaverei
Die Elben halten sich vor allem Sklaven aus anderen Rassen, welche sie ohnehin als unterlegen betrachten. Im Gegensatz zu anderen Staaten jedoch ist Sklaverei hier keine staatlich gestützte Institution, sondern die freie Entscheidung eines jeden Elben selbst ob er Sklaven hält oder macht.
Dem entsprechend herrschen hier Haussklaven vor, welche ihren Herren als Diener das Leben erleichtern. Außerdem legen Elben großen Wert auf ein ästhetisches Äußeres ihrer Sklaven, weshalb man hier nur äußerst selten entstellte Sklaven beobachten kann. Ein Sklave muss repräsentabel sein, weshalbt es nicht selten vorkam dass Sklaven aus dem Dienst ihrer elbiscen Herren entlassen wurden nachdem sie sich selbst verstümmelt hatten.

Tatsächlich ist es sogar so dass Elben eigentlich keinerlei Bedarf an Sklaven haben, mittels ihrer angeborenen Magie können sie sich alles was ein Sklave für sie machen könnte selbst sehr einfach erfüllen, insbesondere durch magische Konstrukte, welche sie fast alle besitzen.
So ist es tatsächlich die Hauptaufgabe eines Sklaven bei Elben ihre Herren bei Laune zu halten, ja nicht wenige Menschen, aus insbesondere ärmlichen Verhältnissen können das Leben als elbische Sklave sogar sehr schnell genießen lernen.

Nachschub für die Sklaven kommen aus Kriegszügen, oder aber durch "Shoppingtouren" auf Sklavenmärkten.


Sklaverei unter Orks
Die Orks halten sich offiziell keine Sklaven, sondern sogenannte "Skounarg" was sinngemäß übersetzt soviel wie "Speichellecker und Fußabtreter" oder aber auch "Blutwanze/Parasit" bedeuten mag. Der Unterschied von einem Skounarg zu einem Sklaven liegt jedoch vor allem darin dass sich dieser immer freiwillig seinem Herren anschließt, ja nicht selten regelrecht an einen aufstrebenden oder starken Ork ranwanzt um ihn dienlich zu sein, und damit im Schatten eben dieses Orks selbst gesellschaftlich aufzusteigen.
Meist finden sich unter den Skounarg körperlich oder geistig Behinderte oder aber auch Frauen welche in der orkischen Gesellschaft nur selten aus eigener Kraft aufsteigen können.

Die Herren der Skounarg lassen diese in "angemessener Weise" an deren Erfolg teilhaben, zum Beispiel indem sie das Essen teilen (Abfälle nach den Skounarg werfen), oder diese einkleiden (mit Schrott schmücken). Dafür können sie sich der Dankbarkeit des Skounarg relativ sicher sein und haben darüber hinaus die Möglichkeit über die Skounarg Netzwerke zu bilden für ihr weiteres Voran kommen.
Jedoch, so frei sich ein Skounarg an einen aufstrebenen Ork "rangewanzt" hat genauso frei wird er den Ork wieder verlassen wenn sich dessen Sturz ankündigt.

Manchmal schaffen es Skounarg auch selbst zu Herren zu werden indem sie ihren Herren töten und dessen Besitz übernehmen, oder aber einfach nach dessen Tod als erster bei ihm sind um ihn zu plündern.


Sklaverei bei den Irdenen (Zwergen)
Die Irdenen halten sich, ähnlich wie die Elben magische Konstrukte um sich lästige nicht sinnstiftende Arbeiten vom Hals zu halten. Da es sich hierbei jedoch lediglich um Magie handelt kann man hierbie nicht direkt von Sklaverei sprechen. Was jedoch dem Sklavenstand recht nahe kommen mag ist die Praxis einiger Klans sich Goribs (Humanoide zwergenähnliche Kreaturen mit wenig Verstand) zu halten, damit diese sie beim kräfteraubenden Graben von Schächten unterstützen.
Die Gorib erhalten keinen Lohn hierfür, sie dürfen nicht frei über ihr Leben bestimmen, weshalb man dies vermutlich in anderen Landen als Sklaverei bezeichnen würde. Die Irdenen jedoch, zumindest die Klans welche dies praktizieren, benennen es eher als "Fürsorge für ihre minderbemittelten Vettern". Was man, dem Arbeits- und Lebensethos der Irdenen nach sogar so sehen kann, denn dort heißt es unter Anderem: "Wer nicht für sich sorgen kann, dem gib Arbeit dass er es kann."

#24 RE: Sklaverei von Nharun 25.03.2021 21:22

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Trotzdem Danke fürs Lesen @Aguran, dein Text hat auch eine veritable Größe erreicht und strotzt nicht weniger vor interessanten Details. Es ist faszinierend, dass die einzelnen Völker durchaus unterschiedliche Ansichten vertreten; hast du von den Goribs der Irdenen schon mal an anderer Stelle etwas berichtet? Sie kommen mir so unbekannt vor? Falls nicht, erzähle mehr über sie

#25 RE: Sklaverei von Aguran 26.03.2021 11:15

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Nein, die Gorib gehören zu "Faruns Schöpfungen" und die habe ich noch nicht sauber ausgearbeitet.
Drum bisher nichts davon im Forum

#26 RE: Sklaverei von Amanita 27.03.2021 10:16

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Ich weiß, ich habe mich in letzter Zeit ziemlich rar gemacht, weil ich sehr beschäftigt war, aber ich möchte @Nharun und @Aguran an dieser Stelle doch gerne mal meinen Respekt für diese sehr ausführlichen und durchdachten Texte zu diesem Thema aussprechen. @Nharun, die tiefe deiner Welt in verschiedenen historischen Phasen faszineirt mich immer wieder, auch wenn ich dort nicht leben wollte.

Im modernen Silaris gibt es offiziell nirgendwo (legale) Sklaverei, Fälle von Menschenhandel zum Zwecke der sexuellen Ausbeutung und auch Ausbeutung von Arbeitskräften finden allerdings durchaus statt. Solche Dinge sind überall in Silaris illegal, sie zu unterbinden funktioniert aber nicht immer ausreichend effektiv.
In der Antike war Sklaverei jedoch bei den Dergom und Elaviern verbreitet. Bei beiden Völkern wurden Kriegsgefangene und deren Nachkommen versklavt, auch Schuldsklaven kamen bei beiden vor, während in Dergomar auch Strafgefangene zu Sklaven gemacht wurden, denen dann besonders unangenehme Aufgaben zuteil wurden. Zwangsarbeit für Strafgefangene kannten die Elavier auch, diese galten jedoch nicht als Sklaven, sondern hatten einen noch niedrigeren Status.
In beiden Ländern galten Sklaven rechtlich als Menschen, denen zwar keine Freiheitsrechte zugebilligt wurden und die weiterverkauft werden konnten, die aber nicht willkürlich misshandelt oder getötet werden durften. Mord an Sklaven galt als rechtlich gleich verwerflich wie Mord an Freien und das Zufügen von schweren Verletzungen und Krankheiten ebenfalls, wenn es nicht eine unvermeidliche Folge der zu erledigenden Arbeiten darstellte. (Für die Strafgefangenen in Elavien galten diese Schutzregeln nicht.)

Nach dem Zweiten Krieg der Elemente fand die Sklavierei jedoch in beiden Ländern ihr Ende. Die Zivilisation der Dergom überstand diese Kriege nicht, während König Madori in Elavien allen Sklaven, die seine Seite unterstützt oder sich ihm ergeben hatten, die Bürgerrechte schenkte und verfügte, dass in Zukunft in Elavien keine Menschen mehr als Sklaven gehalten werden dürfen.

Ein Wiederaufflackern der Sklaverei an einem ganz anderen Ort erlebte Ruaris während der Lamkiss-Diktatur, wo in Ruaris selbst und in besetzten tessmarischen Gebieten lebende Tessmari zu Sklavenarbeit und Menschenversuchen gewzungen wurden. Dieses Kapitel dauerte jedoch auch nur wenige Jahre an und wurde mit der Niederlage von Ruaris im Arunisch-Ruarischen Krieg endgültig beendet.

#27 RE: Sklaverei von Amanita 27.03.2021 19:27

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Ich weiß, Doppelposts sind immer so eine Sache, aber hier sieht man das ja nicht so eng, oder?
Ich würde nämlich noch gerne etwas zu den Sarilern ergänzen.
Den Sarilischen Stämmen wurde von ihren Nachbarvölkern immer vorgeworfen, dass sie in deren Territorium auf Sklavenjagd gehen und teilweise hält sich diese Behauptung auch noch bis heute.

Wahr ist, dass die sarilischen Stammeskrieger auf ihren Kriegszügen Frauen und Kinder (bei anderen sarilischen Stämmen auch männliche Kriegsgefangene) verfeindeter Stämme und Völker verschleppt haben. Anders als von den Nachbarn angenommen, wurden diese Gefangenen jedoch nicht als Sklaven gehalten, sondern wurden zu vollwertigen Mitgliedern des Stammes, wenn sie aus Sicht der Mitglieder hierfür geeignet waren.
Andernfalls wurden sie teilweise getötet, meistens aber in der Wildnis ausgesetzt, da es aus sarilischer Sicht ethisch verwerflich war (und immer noch ist) Frauen und Kinder außerhalb von Kampfhandlungen aktiv zu töten. Draußen hatten sie zumindest eine gewisse Chance und manchen de Betroffenen gelang es tatsächlich, in die Heimat zurückzukehren, oder sich in eigenen Gruppen durchzuschlagen. Diese Gruppen gingen dann früher oder später meist auch in der sarilischen Stammesgesellschaft auf, da die Beteiligten ihre Tauglichkeit dann doch noch unter Beweis gestellt hatten.

Für die Sariler untereinander war es relativ normal nach einer Niederlage im Kampf auf diesem Wege den Stamm zu wechseln, wobei männliche Gefangene oft noch einmal durch das Ertragen von Folterungen beweisen mussten, dass sie trotz der Niederlage im Kampf tapfer und stark waren. Überzeugten sie dabei nicht, wurden sie meist getötet.
Wie ich auch schon im Beitrag zur Eugenik beschrieben habe, stellen die Sariler an Frauen keine solchen Anforderungen, da davon ausgegangen wird, dass jede Frau, die eine Schwangerschaft und die folgende Geburt durchhält, es auch würdig ist, sich fortzupflanzen. Männern wird allerdings für die Fortpflanzung biologischerweise wesentlich weniger abverlangt, weswegen sie sich anderweitig beweisen müssen. Entgegen anderslautender Behauptungen ist den Sarilern Völkermord in der Bedeutung, dass alle Angehörigen einer anderen Gruppe umgebracht werden völlig fremd, nicht aber das Konzept, das besiegte Gruppen in der Gruppe der Sieger aufgehen. Dies ist allerdings für Sariler nichts Schlimmes, sondern ermöglicht den überlebenden Besiegten eine bessere und sichere Zukunft.

Die Nicht-Sariler akzeptierten dieses Konzept aber verständlicherweise nicht. Daher wurden erwachsene Männer aus diesen Völkern im Normalfall getötet und nicht in den eigenen Stamm aufgenommen, da sie zu stark durch andere Kulturen geprägt waren und deswegen mehr Ärger als Nutzen gebracht hätten. Kinder konnte man jedoch immer noch nach den eigenen Wünschen und Maßstäben erziehen und da die Nachbarvölker Elavier, Dergom und Ladivir alle recht patriarchalisch organisiert waren oder zumindest großen Wert auf die Kontrolle der weiblichen Sexualität gelegt haben, waren die gefangenen Frauen einerseits leichter beeinflussbar, da sie weniger zu eigenständigem Denken erzogen worden waren und hatten andererseits nach der Entführung in den Herkunftsgesellschaften keine Perspektive mehr, sodass ihnen oft nicht viel anderes übrigblieb, als sich mit dem Leben dort zu arrangieren.
Von den Nachbarvölkern wurde ihr Status als der von (Sex)Sklavinnen dargestellt, was aber nicht der Realität des sarilischen Systems entsprach, auch wenn es Fälle gab, wo die Betroffenen ausgesprochen schlecht behandelt wurden. Die verschiedenen Stämme gingen dabei auch unterschiedlich vor und bei manchen war die erste Phase von einer sehr brutalen und erniedrigenden Behandlung der Gefangenen geprägt, während dies bei anderen Stämmen überhaupt nicht üblich war.
Hier lässt sich eine Tendenz feststellen, dass der Umgang mit den Gefangenen humaner war, je östlicher und nördlicher in Sarilien die entsprechenden Stämme lebten, während insbesondere im Südwesten besonders brutal vorgegangen wurde. Dies hängt damit zusammen, dass im Nordosten von Sarilien ein gewisser Austausch mit dem benachbarten Elavien stattfand (und immer noch stattfindet), sodass die Sariler auch dazu in der Lage waren, die Denkweise der Elavierinnen zu verstehen und darauf einzugehen, statt zu versuchen, ihren Willen mit Gewalt zu brechen. Mit den Ladivir und Dergom gab es solche Beziehungen nicht, wobei die Stämme des Nordostens versuchten mit Dergom-Gefangenen ähnlich umzugehen wie mit den Elavierinnen, die Ladivir erreichten sie nicht.

Zusammenfassend lässt sich also sagen, dass die Gräuelgeschichten von sklavenjagenden und zu Tode folternden Sarilern, die durch ihre Feinde verbreitet wurden, übertrieben sind. Die von der sarilischen Regierung propagierte Version, dass die Sariler ihren Gefangenen eigentlich einen Gefallen getan und ein viel besseres Leben als vorher verschafft hätten und dass die meisten Frauen freiwillig ihren Unterdrückern entflohen wären und sich den Sarilern angeschlossen hätten, entspricht allerdings auch nicht der Wahrheit.
Solche Fälle gab es zwar auch und die Sariler nahmen diese Frauen dann auch gerne auf, aber meistens geschah dies doch unfreiwillig.

#28 RE: Sklaverei von Nharun 28.03.2021 13:26

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Es ist schön mal wieder von dir zu lesen @Amanita!

Zitat von Amanita im Beitrag #26
auch wenn ich dort nicht leben wollte.


Ja, auf der Toraja würde ich auch nicht leben wollen

Das sind interessante Aspekte, die du über die Sklaverei in deiner Welt ansprichst; insbesondere deine Ausführungen über die Sariler im zweiten Beitrag gefallen mir gut und sie fügen sich gut in das Bild ein, das ich durch frühere Beiträge von Silaris erhalten habe.

#29 RE: Sklaverei von Amanita 28.03.2021 19:33

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Zitat von Nharun im Beitrag #28
Es ist schön mal wieder von dir zu lesen @Amanita!

Danke
Leider bin ich in letzter Zeit so beschäftigt, dass die Kreativität etwas leidet, aber jetzt habe ich Urlaub und tatsächlich kommt sie direkt zurück.
Zitat von Nharun im Beitrag #28
Ja, auf der Toraja würde ich auch nicht leben wollen

Da ist Silaris dann doch etwas gemütlicher, zumindest in den richtigen Regionen sprich Arunien oder Ruaris. Elavien und Sarilien machen zwar Spaß zum Bebasteln, aber leben wollte ich da nicht wirklich. So ein bisschen Elementarmagie fände ich aktuell aber sehr nützlich

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