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#1 Vierundachzigstes Speedbasteln am 7. März 2019: Testamente von Teja 03.03.2019 12:34

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Wenn ihr nicht mit Mehrheit abstimmt, muss ich entscheiden!
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Also gibts Speedbasteln am Donnerstag! Ab 20:30 wie immer im Chat! Seid dabei!

#2 RE: Vierundachzigstes Speedbasteln am 7. März 2019 von Elatan 07.03.2019 10:41

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Auch wenn mir dieses Bild eine Heidenangst macht, werde ich heute dabei sein!

#3 RE: Vierundachzigstes Speedbasteln am 7. März 2019 von Teja 07.03.2019 20:30

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Macht euer Testament! Denn heute ist das unser Thema!

#4 RE: Vierundachzigstes Speedbasteln am 7. März 2019 von Teja 07.03.2019 21:07

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Eine Warnung vor Totengräbern


In Mitka ist „Totengräber“ eine herablassende Beleidigung. Damit wird ein Mensch bezeichnet, der sich während der letzten Lebensjahre bei seinem Veden* lieb Kind macht. Totengräber gibt es vor allem in den besseren Familien, wo es auch etwas zu erben gibt, obwohl wohl auch andere Gesellschaftsschichten dieses Phänomen kennen. Besonders gerne werden damit Leute tituliert, die sich sonst wenig mit den Angelegenheiten des Familienoberhauptes beschäftigt haben.

Das hängt mit der Art und Weise zusammen, in der in Mitka vererbt wird. Hier erbt nämlich nicht das älteste Kind einer Familie den Besitz. Es ist noch nicht einmal gegeben, dass überhaupt ein eigenes Kind den Besitz erbt. Segretarn lehrt, dass ein kluger Vede seinen Erben mit Sorgfalt auswählen und sich nicht von Blut verwirren lassen soll. Mit anderen Worten, ein fähiges Adoptivkind ist einem unfähigen Blutsverwandten vorzuziehen.

In früheren Zeiten hielt man sich noch mit größerer Strenge an dieses Modell, als heutzutage. Viele unserer Nachbarvölker praktizieren ein simples Erbschema, in dem das erstgeborene Kind bevorzugt wird – selbst wenn es von den Göttern nicht mit Scharfsinn gesegnet ist. Leider besitzen viele Eltern – und Veden oft eine Zuneigung zu ihrem ältesten Sprößling, die nicht von Weisheit geprägt ist und daher breitet sich diese primitive Methode immer weiter im Reich aus.

In Gegenden, in denen noch Sitte und Ordnung herrschen, wird jedoch nach wie vor vom Veden erwartet, dass er oder sie ein Testament verfasst, in dem der Nachfolger bestimmt wird. Nach alter Sitte soll dieses Dokument bis zum Ableben des alten Veden geheim bleiben.

Der Segretarn-Tempel dient nach alter Tradition den Veden sowohl beim Verfassen, als auch bei der Aufbewahrung des Testaments. Ein Diener des Segretarn soll nach Möglichkeit anwesend sein, wenn das Leben des Veden zu Ende geht und sobald er seinen letzten Atemzug ausgehaucht hat, ist es Aufgabe des Segretarn-Dieners, das Testament zu verlesen und zu verkünden, wer der nächste Vede sein soll.

Totengräber nutzen es oft aus, dass ihre alternden Verwandten nicht mehr gänzlich über ihre Geisteskräfte verfügen und versuchen, in den letzten Jahren noch den begehrten Platz im Testament zu ergattern. Die Betätigung als Totengräber wird von allen Gesellschaftsschichten als äußerst schändlich angesehen. Die meisten von ihnen besitzen nicht die Fähigkeiten, die ein Vede braucht und haben es nur auf den Besitz der Familie abgesehen. Leider gibt es bisher kein Gesetz, so ein Verhalten zu verbieten. Ein weiser Vede wird daher Abdanken, bevor ihn seine geistigen Kräfte im Stich lassen.

Hinweisblatt des Segretarn-Tempels




* Vede, -n, mas. od. fem. = Familienoberhaupt

#5 RE: Vierundachzigstes Speedbasteln am 7. März 2019 von Nharun 07.03.2019 21:24

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Eine Jura-Vorlesung

Aus einer zeitgenössischen Jura-Vorlesung an der Talyras-Universität in Pellas

Wenn wir die Vielzahl der Textzeugnisse aus dem antiken Demar betrachten, können wir dieses umfangreiche Corpus in viererlei Gattungen einteilen: Die Tempelliteratur, die mathematisch-zauberische Literatur, die Steuerliteratur und den recht beschaulichen Bereich der Privatliteratur. Aus diesen vier Gattungen ragt die Tempelliteratur als größte auf uns gekommene Textgattung hervor – was aber vor allem ihrem vorherrschenden Medium, den Wänden der Tempeltürme und anderen Tempelgebäude geschuldet ist.

Nun fragen Sie sich vermutlich gerade, warum ich Ihnen hier über die antiken demarischen Literaturen referiere. Nein, Sie haben sich nicht im Saal geirrt und ich sehe ihrem Jura-Professor auch nicht nur ähnlich, ich bin es in der Tat.
Sie wissen aufgrund ihres Trimesterplanes, dass wir heute mit einer Reihe von Vorlesungen über Testamente beginnen wollen und genau hier finden wir unseren Bogen zu den demarischen Tempeltexten der Antike.
Für die alten Demarer waren Testamente bedeutsame Akte, die freilich nur für den Adel eine Rolle spielten, aber die dennoch öffentlich sichtbar angebracht wurden. Die Archäologen haben ganze Tempeltürme gefunden, die nur der Anbringung von Testamenten und nicht dem eigentlichen Kult dienten. Testamente waren Verträge, die der Erblasser nicht mit den Erben schloss, sondern zu deren Gunsten mit den Göttern selbst. Je wichtiger der Erblasser, desto mehr Götter rief er in seinem Testament an, aber das soll uns als kleine Anekdote am Rande genügen.

Vergleichen sie mal die imposanten Tempeltürme oder selbst deren spätere Nachfolger, die Testament-Obelisken, mit der heutigen Form unserer Testamente! Sie können in einer Kneipe ihr Testament auf einem Bierdeckel niederschreiben und solange sie ihre Unterschrift und einen ihrer blutigen Fingerabdrücke nicht vergessen, haben sie ein rechtsgültiges Dokument! Das können sie unter ihrem Kopfkissen lagern, in ein Buch im Regal stecken oder tagtäglich als Untersetzer benutzen, bis Sie dann irgendwann dahinscheiden. Welch ein gewaltiger Schritt! Vom Tempelturm zum Bierdeckel.

Nun mögen Sie sich denken: Erstens, heute gibt es mehr, die ihr Erbe zu regeln haben, und zweitens, es gibt ja aufgrund der heutigen Testamentsform auch mehr juristische Auseinandersetzungen.
Zu ersterem Gedanken muss ich Ihnen zustimmen. Aber beim Zweiten sind wir wieder in der demarischen Literatur, genauer in der Gattung der Privatliteratur, die uns nämlich von zahlreichen Erbstreitigkeiten berichtet! Die großen Testamentreliefs waren keine Garantie dafür, dass niemand ihre Rechtmäßigkeit anzweifelte, auch wenn die Hürden vielleicht etwas höher ausfielen.

Was wir uns – am Anfang unserer Reihe – vor Augen führe müssen: Nach dem Tod eines Geliebten Menschen, können sich auch liebende Geschwister um die Hinterlassenschaft zanken, wie ein Haufen Schäckerdrachen um einen silbernen Löffel!
Daher werden sie im Verlauf dieser Reihe einen Überblick darüber erhalten, welche Anforderungen an ein Testament gestellt werden, wann die staatliche Erbfolge, das so genannte „Zwangstestament“, eingreift und welche wichtigen Präzedenzfälle unsere heutige Rechtsauffassung gebildet haben. In diesem Zusammenhang werde auch mit einigen Mythen aufräumen – Sie haben sich sicherlich schon gefragt, ob es wirklich eine „10-Minuten-Regel“1 gibt!
Doch, um die Form dieser Veranstaltung zu wahren und dem Anspruch unserer ehrenwerten Fakultät gerecht zu werden: Holen sie sich jetzt bitte ihre Schreibwerkzeuge und Hefte, damit ich ihnen die Paragraphen zum Erbrecht aus unserem derzeit gültigen Gesetzteswerk diktieren kann!

Ja, Sie brauchen gar nicht stöhnen, ich halte dieses Prozedere auch für antiquiert, aber die Lehrväter bestehen darauf und Sie wissen, dass ihre Hefte auf Vollständigkeit geprüft werden, bevor ihnen diese Veranstaltung angerechnet wird, also: Zähne zusammenbeißen!

So, sind alle bereit: [...]




1: "10-Minuten-Regel", die Vorstellung, dass ein Testament zu Gunsten eines Alleinerben ungültig ist, wenn es innerhalb von 10 Minuten nach dem Geschlechtsverkehr verfasst wurde. Tatsächlich wird ein Testament zu Gunsten eines Alleinerben ungültig, wenn sexuelle Handlung innerhalb der letzten 24 Stunden vor Abfassung des Testaments zweifelsfrei nachgewiesen werden können.

#6 RE: Vierundachzigstes Speedbasteln am 7. März 2019 von Teja 07.03.2019 21:39

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Und Schluss ist!

#7 RE: Vierundachzigstes Speedbasteln am 7. März 2019 von Teja 07.03.2019 21:49

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@Nharun So imposante Testament-Reliefs wären sicher auch was für meine Welt. Obwohl sich da wohl die Herrscher darauf beschränken. Jedenfalls finde ich diese Idee cool, dass das in einer Vorlesung für Juristen dran kommt.
Warum gibt es in dieser Gesellschaft eine Zehn-Minuten-Regel? Ist Geschlechtsverkehr kurz vor dem Tod so häufig?

#8 RE: Vierundachzigstes Speedbasteln am 7. März 2019 von Nharun 07.03.2019 21:52

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@Teja Das ist ein schöner Begriff für etwas Trauriges, dass ich auch aus eigener Anschauung kenne. Das mitkanische Adoptiverbrecht finde ich aber an sich eine gute Sache, vor allem für Herrscherposten!

Zitat von Teja im Beitrag #7
Warum gibt es in dieser Gesellschaft eine Zehn-Minuten-Regel? Ist Geschlechtsverkehr kurz vor dem Tod so häufig?

Es geht nicht darum, dass der Erblasser innerhalb von kurzer Zeit nach dem Geschlechtsverkehr stirbt, sondern sein Testament verfasst. Das hat etwas damit zu tun, dass man sich ein Erbe nicht "erschlafen" können soll, hat aber auch historische Gründe, das es durch mit dem der Altvordoren Thuakecho verbundenen Magie möglich ist, ein Opfer durch den Beischlaf für kurze Zeit willenlos zu machen; was in der Vergangenheit natürlich gerade bei reichen und mächtigen Leuten für Probleme sorgte.

#9 Die Freiheit der Nordmark von Elatan 07.03.2019 22:07

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Wie spät ich erst abgebe! Schande über mich!

Die Freiheit der Nordmark
Die dunklen Wolken am Himmel passten zu der Stimmung, die im Turm von Elcira herrschte. Es war lange her, dass ein König hier Hof hielt. Denn wenngleich dies tatsächlich die erste Festung der Amnúrer in Aren gewesen war, so war er doch bald schon mehr oder weniger in der Bedeutungslosigkeit versunken, lag er doch hoch im Norden im Reich, wo kein Feind zu erwarten war, aber auch Ruhm und Reichtum nicht zu finden war. Doch nun war der Zeitpunkt gekommen, an dem Elcira und die Nordmark wieder alle Blicke auf sich zogen.
»Mein König, seit vielen Jahren gärt es in der Nordmark nun schon«, versuchte es noch einmal Arreus Manning. Der König hatte rasch gemerkt, dass er ihn nicht aufgrund seines Alters unterschätzen durfte. In seinem Alter empfingen andere gerade erst den Ritterschlag – den er bereits vor fünf Jahren erhalten hatte. Er hingegen regierte bereits an der Seite seiner Frau, der jungen Herzogin von Ribiken das nördlichste Herzogtum überaus erfolgreich. »Nach Valim Elatans Verschwinden vor all den Jahren hätte Eure Mutter bereits handeln müssen und die Nordmark einem der großen Häuser des Nordens übertragen müssen. Doch verstehe ich, warum sie es nicht tat; denn wenngleich das Haus Elatan im Kronenkrieg gegen sie aufbegehrt hatte, so war es doch zuvor immer treu gewesen und der Respekt vor dieser Treue ließ sie in der Hoffnung, er möge dereinst zurückkehren.«
»Was er auch schließlich tat«, sagte nun Giorn Galdere, der Erzmagier, der ein guter Freund Valims gewesen war. »Und er äußerte in seinem Testament den Wunsch, die Nordmark möge weiterhin von den Bürgern und Bauern regiert werden.«
»Und ich bin mir sicher, dass er diesen Wunsch mit bestem Willen formulierte, doch war er sein ganzes Leben fort. Als Kind wurde er Markgraf, nur um als junger Mann über Nacht vor seinen Verpflichtungen zu fliehen, Meister Galdere«, sagte der junge Herzoginnengemahl. »Ihr, der ihn dabei begleitet habt, kamt wenigstens nach ein paar Jahren zurück, um König und Reich – und damit auch dem Volk – zu dienen, doch Valim erschien erst im vergangenen Jahr wieder hier. Über sechzig Jahre war er fort und es interessierte ihn nicht, was für ein Chaos, was für eine Unruhe sein Verschwinden auslösen würde!«
»Chaos?«, fragte der Magier. »Gute Männer vertraten Valim durchaus gut und Unruhe wurde höchstens von Eurem Haus und Euren Verbündeten verbreitet.«
Wenn der junge Mann sich dadurch beleidigt fühlte, so ließ er es sich nicht anmerken. Er lächelte nur.
»Es ist nun einmal so, dass die Territorien des Reiches in einer gewissen Konkurrenz zueinanderstehen«, sagte er. »Eheliche und freundschaftliche Bande zwischen den Herrscherhäusern jedoch vermögen es, die Untertanen miteinander verbinden. Dort aber, wo das Volk meint, ohne einen Herrscher regieren zu können, dort ist so etwas nicht möglich. Ihr kennt doch das Sprichwort, Meister Galdere: Viele Köche verderben den Brei. Und so ist es auch beim Herrschen. Ein Fürst soll über ein Gebiet herrschen; nicht eine Schar Bauern. Oder wollt Ihr als nächstes Vorschlagen, der König möge seine Krone abgeben, auf dass die Handwerker in Niturin herrschen sollen?«
»O Arreus«, sagte da Herr Sibrand, der Ritter, welcher der Waffenmeister Elciras war, »Eure Worte klingen wahr, doch sind sie vergiftet. König Arelob ist völlig rechtens auf dem Thron, den seine Ahnen sich erstritten. Doch Ihr wollt die Nordmark durch Intrigen gewinnen, um Eurer Frau endlich im Range gleich zu sein. Ist es nicht so?«
»Ich habe keinerlei Ambitionen, mich zu bereichern.«
»Dann eben nicht Euch«, sagte der Ritter mit einem Schulterzucken. »Euer Sohn Leutke wird sich sicherlich darüber freuen, wenn er später nicht nur Ribiken, sondern dank Euch auch die Nordmark erbt.«
»Ihr könnt sagen, was Ihr wollt«, sagte Arreus, dessen Augen sich für einen Moment doch zu Schlitzen verengt hatten. »Es ist aber einfach eine Tatsache, dass Valim Elatan in seinem Testament nicht einfach verfügen konnte, wer ihn beerben sollte – und schon gar nicht konnte er aus einer Grafschaft eine Volksherrschaft machen. Die Nordmark war nur sein Lehen, dass sein Haus von dem des Königs erhielt.«
»Und Ihr sprecht die Wahrheit, Herr Arreus«, meldete sich nun einer zu Wort, der die ganze Zeit geschwiegen hatte. Etwas abseits hatte Ithrenor, der Gesandte des Elbenkönigs von Alvâryn, mit verschränkten Armen gestanden, nun aber schritt er in die Mitte des großen Saals. »Doch meint Ihr das falsche Königshaus. Denn nicht das Haus Viatar hat das Recht, dieses Lehen zu vergeben. Dies gebührt einzig dem Hause Amdils.«
König Arelob strich sich durch den Bart. Es gefiel ihm absolut nicht, was dieser Elb dort sagte, aber er war nicht uninformiert in den Norden gekommen. Er wusste, dass Elcira den Amnúrern vor über einem Jahrtausend als Lehen von König Amdil gegeben worden war. Nach all den Jahrhunderten wäre dies bei den Menschen wohl in Vergessenheit geraten, doch jener Elbenkönig, der einst die Amnúrer Willkommen geheißen hatte, regierte immer noch – und Arelob wusste, dass er es inzwischen bereut hatte, die Amnúrer einst in Aren angesiedelt zu haben.
»Die Nordmark gehört faktisch zu Thyonien«, sagte Arreus, doch Ithrenor beachtete ihn kaum und schaute stattdessen den König an.
»König Amdil wünscht eine Liste mit den Edlen, die Ihr gedenkt mit der Nordmark zu belehnen, sodass er sie absegnen oder ablehnen kann.«
»Nun«, sagte der König und schaute erst zu Arreus, der ihn erwartungsvoll ansah und dann zu Giorn Galdere, dessen Miene undurchsichtig war. »Ich denke, es wäre durchaus angebracht, Herrn Arreus mit der Nordmark zu belehnen. Es wäre nicht falsch, wenn der Norden vereint …«
»König Amdil bat mich, Euch darüber in Kenntnis zu setzen, dass der Markgraf natürlich elbisches Blut haben muss«, sagte der Gesandte mit einem Lächeln. »Wenn Ihr also jemanden dort im Sinn hättet …?«
Es war eine Frechheit, wie dieser Elb mit ihm sprach, aber trotzdem wusste der König, dass er keine Wahl hatte, als den Forderungen Amdils nachzugeben. Nach der großen Pest waren die Völker der Menschen geschwächt, doch die Elben hatten sie natürlich unbeschadet überstanden. Das schlimmste jedoch war, dass die Elben den Menschen geholfen hatten – wie also sollte er es vor seinem Volk und den anderen Königen rechtfertigen, sich nun dem Wunsch jenes Königs zu widersetzen, dem die Amnúrer ihre schiere Existenz zu verdanken hatten?
Arelob dachte nach, welcher Adlige in seinem Reich überhaupt in Frage käme. Thalin. Oh nein, Earon Thalin würde er nicht wählen. Dieser Halbelb gierte gerade zu danach, immer mehr Macht anzuhäufen und Arelob befürchtete, dass dies nicht zum Wohle seiner eigenen Herrschaft war. Er ließ den Blick durch den Raum schweifen, in dem viele Höflinge und Adlige standen und ihn beobachteten. Er schaute eine Weile Giorn Galdere in die Augen. Dessen Sohn Erlendur … Doch dies würde ihm nur Ärger mit Ribiken einbringen.
»Edler König, wenn Ihr Bedenkzeit braucht, so möchte ich doch vorschlagen, dass Ihr vielleicht tut, was Valim Elatan wünschte – lasst das Volk sich selbst regieren, bis Ihr einen geeigneten Markgrafen gefunden habt.«
Arelob verzog das Gesicht. Er wusste, dass er keine bessere Wahl hatte, als diesen Status quo aufrechtzuerhalten und er nickte schließlich. Doch entgingen ihm nicht die verschwörerischen Blicke, die sich Ithrenor und Galdere zuwarfen.

#10 RE: Die Freiheit der Nordmark von Teja 07.03.2019 22:22

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@Elatan Du weißt, dass ich an dieser Stelle fast gestorben bin. Trotzdem streust du mir ständig solche Häppchen hin! Du Dealer! Politik in der Gegend scheint aber unangenehm zu sein und ich verstehe immer mehr, warum die Leute die Elben nicht mögen. Außerdem mag ich deine Namensgebung.

@Nharun Das Anderdunkel klingt aber gar nicht sexy!

#11 RE: Die Freiheit der Nordmark von Nharun 07.03.2019 22:23

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Auch Nachreicher kriegen Lobsbeeren!

@Elatan Ein toller, atmosphärischer Dialog, ich kann mich in das Streitgespräch richtig reinversetzen - aber die Geschichte hört mit einem spannenden Cliffhanger auf, erzählst du sie anderswo zu Ende?

#12 RE: Die Freiheit der Nordmark von Chrontheon 07.03.2019 22:40

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*Lobsbeeren verteil*

@Teja: Ein interessantes Erbsystem, sag ich da! Gibt es eigentlich auch Länder, wo es nicht nur Einzelerben gibt, oder nicht zwingend der Älteste, wohl aber des Verstorbenen eigen Fleisch und Blut?

@Nharun: Yay, eine Vorlesung!

Zitat von Nharun im Beitrag #5
Daher werden sie im Verlauf dieser Reihe einen Überblick darüber erhalten, welche Anforderungen an ein Testament gestellt werden, wann die staatliche Erbfolge, das so genannte „Zwangstestament“, eingreift und welche wichtigen Präzedenzfälle unsere heutige Rechtsauffassung gebildet haben. In diesem Zusammenhang werde auch mit einigen Mythen aufräumen – Sie haben sich sicherlich schon gefragt, ob es wirklich eine „10-Minuten-Regel“1 gibt!

Auf den Verlauf bin ich schon gespannt! :D

Zitat von Elatan im Beitrag #9
Wie spät ich erst abgebe! Schande über mich!

Ein Lobs für den Nachreicher!
@Elatan: Ui, das war jetzt unübersichtlich! So unvorbereitet weiß ich nicht mehr so ganz, wer von denen welche Meinung vertreten hat und wer sich wie von wo umentschied! Aber ein guter Text war das, ein sehr guter Text! :D
Zitat von Elatan im Beitrag #9
Arreus Manning. [...] In seinem Alter empfingen andere gerade erst den Ritterschlag – den er bereits vor fünf Jahren erhalten hatte.

Wie jung ist der Typ??
Zitat von Elatan im Beitrag #9
Valim Elatans

:D Der Name! Das Haus Elatan ist ja das Beste an deiner Welt! :D
Zitat von Nharun im Beitrag #11
aber die Geschichte hört mit einem spannenden Cliffhanger auf, erzählst du sie anderswo zu Ende?

Nicht nur am Ende, auch am Anfang fehlt da was! [So wie mein Kukuruz-Beitrag damals!!]

#13 RE: Die Freiheit der Nordmark von Chrontheon 07.03.2019 23:23

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Zitat von Elatan im Beitrag #2
Auch wenn mir dieses Bild eine Heidenangst macht, werde ich heute dabei sein!

Ja, warum glaubst du, war ich erst jetzt dabei?

Zitat von Teja im Beitrag #3
Macht euer Testament! Denn heute ist das unser Thema!

:D

°'°'°'°'°'°'°'°'°'°'

Der folgende Beitrag kann Spuren von Namensplatzhaltern enthalten.

Der Test am Ent

Der Wind wehte Eladin durch die blonden Locken, als er in den Osten blickte, um den letzten Prüfling zu erwarten. El Danis trat an ihn heran, bedacht, das scheue Ross nicht zu erschrecken, auf dem der Knappe saß. "Die Herren von Alenad verspäten sich wieder. Das ist nicht schlimm. Wir beginnen einfach ohne sie!" Doch Eladin konnte sich damit nicht abfinden. "Nein, er hat versprochen, zu kommen! Er muss sein Wort halten! Der Kodex gebietet es ihm!" "Du weißt nicht, was vorgefallen sein könnte! Bis zur Aufklärung wirst du annehmen, dass es etwas wichtigeres ist als die Prüfung! Sowas kommt nunmal vor! Nicht jeder deines Ranges genießt ein ruhiges Leben in Ruhe und Wohlstand! Ela diente am Wall, so zeige ihm den Respekt, den er verdient!"

Eladin richtete seinen Blick beschämt zu Boden. Er hatte sich immer gewünscht, die Prüfung mit seinem Namensvetter aus dem Hause Alenad zu absolvieren. Sogar ein Versprechen des jungen Ela hatte er sich eingeholt, obwohl sie sich erst seit wenigen Tagen kannten. Doch nun, da die hohen Herren, die doch so viel Respekt durch ihren Dienst am Wall verdienten, sich verspäteten, waren all seine Pläne dahin!

"Halte deinen Kopf standesgemäß! Drei Runden!" Der Befehl riss Eladin aus seinen Gedanken. Er achtete wieder auf seine Haltung und ritt die drei Runden wie angeordnet. "Bereite dich auf den Lanzenstoß vor! Ned! Bring ihm die Lanze!" "Welche Lanze gedenkt Ihr, ihm zu verleihen?", kam es vom Lager her. "Ned, du musst nicht so hochgestochen reden! Wir sind hier unter uns! Gib ihm irgendeine! Eine leichte von mir aus! Und Eladin, setz dir den Helm auf!"

Kaum hatte er die Befehle erteilt, sah er zwei Reiter in der Ferne, die eilig auf ihn zugeritten kamen. Das Wappen des Hauses Umbelivere wies den Ritter als den letzten Prüfer aus. Neben ihm müsste dann Ela Dan sein! "Seid gegrüßt, El Danis! Wir entschuldigen die Verspätung, Zentral-Ost wird wieder von Räubern heimgesucht!" "Die Ehre ist ganz auf meiner Seite, El Umbelivere! Tapfere Männer wie die Euren, die ihr Leben geben würden, den Wall zu verteidigen, brauchen wir öfter. Mein Knappe Eladin, der die Lehre heute beenden sollte, ist leider keiner von ihnen. Er ist nie in eine ernste Kampfsituation gekommen, abgesehen von einem Duell mit einem Bürgerlichen, das ich nur knapp verhindern konnte."

Die beiden Ritter sprachen noch eine Weile miteinander, während Ela sich mit Neds Hilfe zur Prüfung vorbereitete. "Nun, so werden sie erwachsen", sagte Mando nachdenklich. "Ich glaube, Ela wird ein guter Ritter. Nach dem Schlag wird er Selari zur Frau nehmen." "Ihr seid bedacht darauf, Eure Weisheit in der Familie zu behalten, wie ich sehe! Überlegt Ihr, einen neuen Knappen anzunehmen?" "Wahrscheinlich nicht. Ela könnte der letzte sein, denn ich glaube, dass ich mich bald zur Ruhe setze." "Nach Euren Diensten ein verdienter Lohn! Ja, ich bin noch recht jung ... Onoi hat mir nicht nur den Enkel seines Großcousins, sondern auch den Kleinen anvertraut. Ned wurde wahrlich am Hofe erzogen. Doch er wird ein guter Ritter, sobald er die Lehre beendet hat. Nur Eladin bereitet mir Sorgen. Manchmal denke ich, Ihr hättet ihn annehmen sollen ..."

Nicht mehr viele Worte wechselten sie, denn Ela war bereit. Er war bereit für den letzten Text seiner Ritterlehre. Bereit, für den Text am Ent!

(Der Test am Ent, Abschlussprüfung der Ritterlehre Elas und Eladins, am ersten Tag der zweiten Woche im fünften Monat des Jahres 398nZ; am Ent, Süd-Ost, Lyz, LBW - 5. Zeitlinie)

#14 RE: Die Freiheit der Nordmark von Elatan 08.03.2019 10:13

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Lobse:
@Teja: Erbschleicher kennt man ja aus unserer Welt auch zu Genüge, aber du hast das ganze wirklich sehr gut auf deine Welt übertragen!
@Nharun: Die 10-Minuten-Regel ist mal eine gute Idee! Eine nette Vorlesung.
@Chrontheon: Eine schöne Prequel-Episode über meinen LBW-Charakter.^^

Zitat von Teja im Beitrag #10
@Elatan Du weißt, dass ich an dieser Stelle fast gestorben bin. Trotzdem streust du mir ständig solche Häppchen hin! Du Dealer! Politik in der Gegend scheint aber unangenehm zu sein und ich verstehe immer mehr, warum die Leute die Elben nicht mögen. Außerdem mag ich deine Namensgebung.

Naja, die Elben muss man aber auch verstehen und tatsächlich sind sie beiden meisten Leuten schon beliebt (da sie diesen auch immer mal wieder helfen wie bei der angesprochenen Pest); nur gibt es eben auch einige Adlige wie z.B. Arreus, die einfach politische Ambitionen haben, die sich mit den Ansichten der Elben beißen.

Zitat von Nharun im Beitrag #11
Ein toller, atmosphärischer Dialog, ich kann mich in das Streitgespräch richtig reinversetzen - aber die Geschichte hört mit einem spannenden Cliffhanger auf, erzählst du sie anderswo zu Ende?

Also direkt auf dieses Gespräch, das circa 1117 AZ stattfand (Tejas Geliebter funk-... Leutke war zu dem Zeitpunkt etwa zwei Jahre alt), wurde die Nordmark ganz offiziell zur Republik; eben mit dem Zusatz, das später ein Markgraf eingesetzt werden kann, wenn sich der alvarynische und der thyonische König über einen Kandidaten einig sind. Tatsächlich war das vor allem im Interesse Giorns und des Volkes der Nordmark, da es in den Jahrzehnten nach dem Kronenkrieg ohne die Herrschaft eines Fürsten ziemlich gut zurechtkam, während die Herren von Ribiken mitunter mit einer ziemlichen Strenge regierten und außerdem bestrebt waren, ihren Machtbereich noch zu vergrößern. Um das Ganze jetzt nicht in den falschen Hals zu bekommen: Giorn ist kein Feind der Monarchie per se, der für Demokratie auf die Barrikaden geht. Er ist lediglich dem Haus Manning und der Herzogin gegenüber keine besonders gute Meinung hat, da diese einst Untertanen des Hauses Elatan waren, und diesem im Kronenkrieg in den Rücken fielen und so zum Sturz beitrugen.

#15 RE: Die Freiheit der Nordmark von Chrontheon 08.03.2019 10:24

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Zitat von Elatan im Beitrag #14
@Chrontheon: Eine schöne Prequel-Episode über meinen LBW-Charakter.^^

:D

Ab welcher Stelle hast du es erkannt? :D

Zitat von Elatan im Beitrag #14
Er ist lediglich dem Haus Manning und der Herzogin gegenüber keine besonders gute Meinung hat, da diese einst Untertanen des Hauses Elatan waren, und diesem im Kronenkrieg in den Rücken fielen und so zum Sturz beitrugen.

Böses Haus Manning! (War Arreus beteiligt?)

Stell doch die Häuser im Forum vor!

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