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#16 RE: [Silaris, Nachtblumenland] Wie man Elementarmagier wird von Amanita 09.05.2019 13:52

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Zitat von DrZalmat im Beitrag #15
Also quasi sie wollten nicht nur Phosphormagier, sondern auch Phosphormagier die Tod gegenüber gleichgültig sind und als Elitesoldaten gezüchtet wurden...

Genau das war der Plan. Phosphormagier erleben durch ihre Gabe das Sterben anderer Lebewesen in ihrer Umgebung noch direkter mit als andere und haben dementsprechend häufig auch größere Hemmungen gegenüber dem Töten als Nichtmagier oder welche, mit deren Elementen, das nicht so möglich ist.
Für die Studie hat man sich dann teilweise auch gezielt Kinder ausgesucht, die durch besondere Aggressivität aufgefallen sind...
Zitat von DrZalmat im Beitrag #15
Wie hat die Öffentlichkeit drauf reagiert? Gab es Konsequenzen?


Man muss dazu sagen, dass die Betroffenen selbst weder wussten, wo sie waren, noch was mit ihnen passierte und warum. Es war dann zwar bekannt, dass sie zur Teilnahme an einer potenziell gefährlichen Studie, die viele Opfer forderte, gezwungen worden waren, was schon schlimm genug war und entsprechende Empörung auslöste, aber Details wurden und werden als eine von vielen Verschwörungstheorien abgetan...
Konsequenzen für die Verantwortlichen gab es keine, denn Militärführung und Verteidigungsministerium standen hinter der Studie und waren auch über die Einzelheiten dazu informiert. Man muss dazu sagen, dass dies aber auch schon wieder hundert Jahre her ist und noch in einer Zeit stattfand, wo die Zivilgesellschaft nicht ganz so kritisch war und die Medienmöglichkeiten auch noch nicht so groß. Im heutigen Arunien wäre es schwierig so etwas durchzuziehen, nicht zuletzt, weil sich der Umgang mit Kindern ohne elterliche Fürsorge grundlegend geändert hat. Irgendwelche Waisenhäuser, wo es nicht auffällt, wenn auf einmal ein paar Kinder fehlen und niemand deswegen Fragen stellt, gibt es im heutigen Arunien nicht mehr.

#17 RE: [Silaris, Nachtblumenland] Wie man Elementarmagier wird von Teja 10.05.2019 19:18

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Du scheinst gerade in die Chemiewaffenthematik sehr verschossen zu sein, gibt es dafür eigentlich einen besonderen Grund?

#18 RE: [Silaris, Nachtblumenland] Wie man Elementarmagier wird von Amanita 10.05.2019 20:00

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Zitat von Teja im Beitrag #17
Du scheinst gerade in die Chemiewaffenthematik sehr verschossen zu sein, gibt es dafür eigentlich einen besonderen Grund?

Das liegt wohl daran, dass ich schon seit längeren an einer Geschichte arbeite, wo sich der Konflikt um die Vertuschung des Angriffs auf Alijan dreht und da kommt momentan eben auch immer mal wieder noch was an Hintergrund und weiteren vertuschten Dingen dazu...
Dein Thread über Elfen hat mich aber dazu animiert, hier fürs Forum auch mal einen Text zur Elfenmythologie der Ruarier zusammenzustellen, also mal eine ganz andere Richtung.

#19 RE: [Silaris, Nachtblumenland] Wie man Elementarmagier wird von Amanita 09.06.2019 18:13

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So, mal wieder was Neues bebastelt, bzw. teilweise neu, manches wusste ich auch schon länger. Die Liste erhebt keinesfalls Anspruch auf Vollständigkeit.

Pflanzliche (und pilzliche) Drogen in Silaris und ihre Auswirkungen auf die Elementarmagie


Alkohol
Herkunft: Ganz Silaris außer Meraka und Tayek
Außerhalb der genannten Länder ist der Alkoholkonsum in ganz Silaris legal, in Elavien allerdings nur für Männer.
Getrunken werden verschiedene Fruchtweine, Bier und Met, die Verwendung von Brandwein als Genussmittel ist in Silaris allgemein nicht üblich und illegal. Temira ist das bedeutendste Weinland von Silaris und auch für seinen Sekt bekannt, während Weintrauben in Sarilien lediglich als Obst genutzt werden. Vergoren werden hier eher die häufigeren Äpfel.

Der Alkoholkonsum wirkt sich nicht direkt auf die Elementarmagie aus, allerdings kann ein Alkoholrausch die Manifestation einer latenten elementarmagischen Gabe auslösen, was immer wieder dazu führt, dass Partys für manche Teilnehmer mit einer unangenehmen Mischung aus Alkoholnachwirkungen und Übergangskrankheit enden. Wie bei Nichtelementarmagiern auch führt der Gebrauch dieser Droge immer wieder zu Enthemmung und entsprechend problematischen Verhaltensweisen einhergehend mit Kontrollverlust über die Magie. Betrunkene Sauerstoffmagier, die einen Feuerwehreinsatz erforderlich machen sind nicht nur ein Running Gag, sondern ein reales Problem.

Tabak
Herkunft/Hauptanbaugebiet: Arunien, Anbau auch in Ruaris und Tessmar
Arunien ist das Stammland des Tabaks, der dort traditionell reichlich konsumiert wird. Inzwischen geht die Akzeptanz jedoch durch die gesteigerte Sensibilität für die gesundheitlichen Folgen des Rauchens stark zurück, Ähnliches trifft auf Ruaris zu. In Temira ist das Rauchen grundsätzlich illegal und Tabak nichts verkehrsfähig, dasselbe gilt für Sarilien, wo Tabak als gefährliches, fremdes Rauschmittel angesehen wird. Anderswo wird er überall konsumiert.
Zigaretten, Zigarren und Co sind bzw. waren bei Mitgliedern des Alchimistenzirkels besonders beliebt, da hierdurch die elementarmagische Leistungsfähigkeit etwas gesteigert werden kann. Dieser Effekt lässt sich jedoch auch durch ausreichend Training erreichen.
Jugendliche, die früh mit dem Rauchen anfangen, erhöhen sowohl durch die chronische Exposition gegenüber giftigen Substanzen als auch durch die Wirkung des Nikotins signifikant die Wahrscheinlichkeit Elementarmagier zu werden, was jedoch heutzutage eher diskret behandelt wird, da es nicht als wünschenswert gilt, dass Jugendliche früh rauchen.

Cannabis
Herkunft/Hauptanbaugebiet: Tessmar, Sarilien und Temira, Anbau auch in Ruaris und Arunien
Hanf ist in vielen Ländern von Silaris ein wichtiger Rohstoff. Der Konsum als Rauschmittel ist jedoch meist illegal, in Arunien bis auf wenige Ausnahmen sogar der Anbau. In Tessmar darf Cannabis legal konsumiert werden, was neben dem dortigen Sexbusiness einige Touristen anlockt.
Der Cannabiskonsum wirkt sich nicht direkt auf die Elementarmagie aus, allerdings hat sich empirisch gezeigt, dass sich dieser auf Personen mit elementarmagischen Anpassungsstörungen ähnlich positiv auswirkt wie die in diesem Fall übliche Anwendung von Nachtschattenalkaloiden wie Scopolamin oder Atropin, aber wesentlich weniger gravierende Nebenwirkungen aufweist. Manchen der Betroffenen gelang es sogar mithilfe der Droge ihre Anpassungsstörung zu überwinden, sodass Cannabis inzwischen in Arunien und Ruaris nicht nur zur Schmerztherapie, sondern auch mit dieser Indikation verschrieben werden kann. Für Patienten ist es allerdings immer noch schwierig, Ärzte zu finden, die hierzu bereit sind.

Schlafmohn
Herkunft/Hauptanbaugebiet: Temira, Elavien, Tessmar
Opium wird in den Anbauländern als Rauschmittel genutzt, was allerdings illegal ist und in Temira empfindlich bestraft wird. In Arunien und Ruaris spielen eher synthetische Opiate eine Rolle als Rauschgift und rufen schwere Abhängigkeiten hervor.
Sowohl natürliche als auch künstliche Opiate werden überall in Silaris als Schmerzmittel eingesetzt.
Über die allgemein dämpfende Wirkung hinaus haben sie keine Auswirkung auf die Elementarmagie.

Nachtschattengewächse mit Tropanalkaloiden
Tollkirsche: Herkunft/Hauptanbaugebiet: Arunien, Ruaris, Tessmar, Sarilien
Stechapfel: Ganz Silaris außer den Wüstenregionen
Bilsenkraut: Arunien, Ruaris, Tessmar, Temira, Elavien, Avechain
Die aufgeführten Pflanzen sind in ganz Silaris bekannt und wachsen wild. Als Rauschmittel werden sie aufgrund der hohen Toxizität nur relativ selten verwendet, allerdings waren sie sowohl bei den Sarilern als auch bei den Ruash und Ladivir im heutigen Ruaris wichtiger Bestandteil schamanistischer Rituale. Ihre Anwendung war jedoch hierfür geschulten Personen vorbehalten. In Sarilien gelten die Pflanzen als Symbol für die Macht der Natur und der mit ihr verbündeten Menschen.
Schmuck aus den Blüten und Blättern war traditionell das Kennzeichen der sarilischen Schamaninnen, wurde später zu einem Symbol des Protests gegen die Industrialisierung und die Zerstörung der traditionellen Lebensweise und ist heute sowohl ein anti-arunisches Symbol als auch beliebt bei traditionsbewussten Elementarmagierinnen, die sich in die Tradition der alten Schamaninnen stellen.

Aufgrund ihrer stark dämpfenden Wirkung auf die Elementarmagie gehören sie zum Standardrepertoire von Polizei und Geheimdienst, da sie die Ausschaltung der Fähigkeiten elementarmagischer Gefangener ermöglichen.
Aus demselben Grund sind sie niedrig dosiert Teil der Therapie schwerer Formen der elementarmagischen Übergangskrankheit und müssen dauerhaft eingenommen werden, wenn Elementarmagier aufgrund von Anpassungsstörungen unter psychotischen Zuständen, schweren Depressionen oder lebensbedrohlichen körperlichen Symptomen leiden.
Viele Silarier glauben, dass Elementarmagier durch diese Wirkstoffe „geheilt“ bzw. von (unerwünschten) Gaben befreit werden können, dies ist jedoch nicht möglich.
In Elavien ist allerdings der Brauch weit verbreitet, „verdächtigen“ Kindern Stechapfel ins Essen zu mischen, um zu verhindern, dass sie zu Elementarmagiern werden.

Psilocybin-haltige Pilze
Vorkommen: Ganz Silaris
Psilocybin-haltige Pilze waren im traditionellen Sarilien Teil der Initiation junger Menschen. Nach der ersten Regelblutung bzw. dem ersten Samenerguss nahm der oder die Jugendliche in Anwesenheit der Dorfältesten und der Schamanin diese Pilze zu sich. Der Trip wurde anschließend mit der Schamanin besprochen, wobei Hinweise auf die zukünftige Rolle des Jugendlichen gesucht wurden.
Dieses Ritual wurde teilweise auch von Erwachsenen vor wichtigen Entscheidungen durchgeführt und gehörte zum Aufnahmeritual für Freiwillige und Kriegsgefangene, die Mitglieder des Stammes werden sollten.
Im Gegensatz zu den Nachtschattengewächsen durften die Pilze von allen Stammesmitgliedern konsumiert werden, allerdings nie alleine, sondern immer unter der Aufsicht von Schamanin und ranghohen Stammesmitgliedern.
Im modernen Sarilien ist diese Praxis verboten, wird aber insbesondere auf dem Land nach wie vor heimlich durchgeführt. Im restlichen Silaris ist der Konsum der Pilze illegal, findet jedoch trotzdem statt, da diese durch entsprechend kundige Personen überall gesammelt werden können.
Eine offiziell anerkannte elementarmagische Anwendung gibt es nicht, allerdings berichten elementarmagisch begabte Nutzer von neuen Erkenntnissen und besserer Anpassung an ihr Element durch den Pilzkonsum.

Rein Silarisches

Zauberwurz
Herkunft: Avechain, Meraka
Die Zauberwurz ist eine Pflanze der Wüstengebiete von Avechain und Meraka. Es handelt sich hierbei um eine Sukkulente mit grünen, rot geäderten Blattrosetten, die nach einem der seltenen Regenfälle prächtige blau-gelbe Blüten bildet.
Die Blätter der Pflanze enthalten einen halluzinogenen Wirkstoff, der unter anderem zu einer scheinbaren Schärfung der Sinne, dem Sehen zusätzlicher Farben und dem Aufsteigen von Traumbildern aus dem Unterbewusstsein.
Die Pflanze wird von den Wüstenstämmen als Rauschmittel zu Festen genutzt und findet in Avechain als Bestandteil der Psychotherapie Anwendung, unter anderem auch zur Behandlung von Patienten mit Elementarmagieproblemen.
In anderen Ländern sind Einfuhr und Anbau wirkstoffhaltiger Pflanzen jedoch verboten.
Aufgrund ihres Aussehens und ihrer geringen Ansprüche ist die Zauberwurz jedoch eine beliebte Zierpflanze. Zu diesem Zweck wurden eigens wirkstoffarme Varianten gezüchtet, die sich nicht als Rauchmittel eignen.

Dergomstränen und Alchimistenkraut/Dämonenspucke/Fliegenkraut
Herkunft/Hauptanbaugebiet: Elavien, Dageyra
Wie man den Namen dieser Pflänzchen schon anmerken kann, sind sie zumindest in Elavien nur wenig beliebt und gelten dort schlicht als Giftpflanzen, die nicht freiwillig konsumiert werden.
In Dageyra kommt dies jedoch gelegentlich vor und seit neustem sind die Pflanzen auf dem Schwarzmarkt von Arunien und Ruaris sehr beliebt. Dies liegt (genau wie die elavische Ablehnung der Pflanzen) daran, dass das enthaltene Carbamatderivat eine stimulierende Wirkung auf die elementarmagischen Fähigkeiten hat, wodurch die Pflanze der neuste Schrei auf den so genannten „Stickstoffmagierpartys“ wurde.
Im elavischen Volksglauben gelten sie als „verfluchte“ und „widernatürliche“ Pflanzen, die im Krieg der Elemente künstlich geschaffen wurden, dies entspricht jedoch nicht den Tatsachen. Die Dageyraner nutzen sie als Rohstoff für natürliche Insektizide, deshalb der Name „Fliegenkraut“.
Die Dergomstränen sind krautige Pflanzen mit blutroten Blüten, das Fliegenkraut wächst krautig bis buschig und bildet viele kleine weiße Blüten. Die Blüten der Dergomstränen werden in Elavien als Teil des Blumenschmucks zu verschiedenen Festen verwendet, angeblich zum Gedenken an das vernichtete Volk der Dergom. In Wirklichkeit handelt es sich hierbei jedoch um eine ältere Tradition, wo Elementarmagie auch aus elavischer Sicht noch hochwillkommen war.

Suvitbaum
Herkunft: Dageyra
Der Suvitbaum ist eine in Dageyra heimische Pflanze, die einen dem Fliegenkraut sehr ähnlichen Wirkstoff enthält. Blätter, Rinde, und Samen des Baums sind giftig, die reifen Früchte sind jedoch nicht nur ungiftig, sondern sehr wohlschmeckend und vitaminreich. Bekannt sind gelbe, rote und blaue Suvitfrüchte, Farbe und Form erinnert an Pflaumen, die Früchte werden jedoch deutlich größer und enthalten fünf etwa Sonnenblumenkern-große Samen. Diese sind unschädlich, wenn sie ganz verschluckt werden, jedoch giftig bei Zerkauen.
Die Dageyraner kennen die elementarmagie-stimulierende Wirkung der Samen und machen sich diese gezielt zunutze. Als Faustregel gilt, dass ein Samen im Normalfall vertragen wird, ab drei wird es gefährlich und fünf bedeuten den Tod oder die Entstehung eines Neu-Elementarmagiers für Stickstoff, Sauerstoff, Kohlenstoff oder Wasserstoff.
In Dageyra befindet sich der Suvitbaum in fast jedem Garten und jedes Kind weiß, dass die Kerne vorm Essen aus den Früchten entfernt werden müssen. Aufgrund ihres Geschmacks ist die Frucht auch im Ausland in der gehobenen Küche beliebt, wird allerdings meist nur ohne Kerne in Würfeln tiefgefroren oder als Püree exportiert.
In der arunischen Alternativmedizin gibt es die Theorie, dass die Samen gegen diverse schwere Krankheiten wie Alzheimer helfen könnten und das Importverbot für die ganzen Früchte nicht zum Schutz der Bevölkerung, sondern zum Schutz von Profiten der Pharmaindustrie besteht, Früchte und auch die isolierten Samen werden illegal eingeführt und auf dem Schwarzmarkt gehandelt.
Genau wie die oben genannten Kräuter werden sie auch von Leuten konsumiert, die gerne Elementarmagier werden wollen, oder sich erhoffen ihre Kräfte so zu verstärken.

Regenbogenpilze
Herkunft: Elavien, Dageyra, geschützter Anbau in Arunien
Dieser auffällig gefärbte Pilz liebt feuchtes, warmes Klima, wie es in Dageyra und manchen Regionen von Elavien zu finden ist. Der Pilz enthält einen Amphethamin-ähnlichen Wirkstoff und wirkt angstlösend, anregend, enthemmend und verringert Hunger- und Durstgefühl. In seinen Heimatländern wird er daher teilweise zur Erleichterung harter körperlicher Arbeit genutzt, in Arunien, Ruaris und Temira ist er eine beliebte Partydroge.
Da der Pilz dort nicht wächst, kommt er getrocknet in den Handel und wird neuerdings auch heimlich angebaut, da der frische Pilz mehr Wirkstoff enthält und attraktiver aussieht.
Regenbogenpilze sind ein Symbol der arunischen Partyszene, vor ihrem Konsum wird jedoch immer wieder gewarnt, da sie zu Todesfällen durch Dehydrierung führen können.

#20 RE: [Silaris, Nachtblumenland] Wie man Elementarmagier wird von DrZalmat 10.06.2019 14:12

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Zitat von Amanita im Beitrag #19
Außerhalb der genannten Länder ist der Alkoholkonsum in ganz Silaris legal, in Elavien allerdings nur für Männer.

Wieso nur für Männer?

Zitat von Amanita im Beitrag #19
Betrunkene Sauerstoffmagier, die einen Feuerwehreinsatz erforderlich machen sind nicht nur ein Running Gag, sondern ein reales Problem.

Die letzten Worte des Sauerstoffmagiers: Kuck mal was ich mit der Kerzenflamme machen kann

Zitat von Amanita im Beitrag #19
Aufgrund ihrer stark dämpfenden Wirkung auf die Elementarmagie gehören sie zum Standardrepertoire von Polizei und Geheimdienst, da sie die Ausschaltung der Fähigkeiten elementarmagischer Gefangener ermöglichen.

Wie flößt man denen das ein? Mit einem Giftpfeil?

Du hast öfter Magierprobleme genannt. Was sind denn welche und was kann man dagegen machen?

#21 RE: [Silaris, Nachtblumenland] Wie man Elementarmagier wird von Amanita 10.06.2019 17:02

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Zitat von DrZalmat im Beitrag #20
Wieso nur für Männer?

Einerseits aus den rationalen Gründen, dass Frauen Alkohol schlechter abbauen können und weniger davon vertragen und der Tatsache, dass Trinken in der Schwangerschaft schlecht ist als auch aus dem traditionellen Grund, dass elavische Frauen sittsam und tugendhaft sein sollen und dass der Alkohol dafür erfahrungsgemäß nicht unbedingt förderlich ist.
Zitat von DrZalmat im Beitrag #20
Wie flößt man denen das ein? Mit einem Giftpfeil?

Bei der Festnahme renitenter Elementarmagier kann das schon vorkommen, manchmal kriegen sie aber auch ganz banal eins über den Schädel und bekommen das Mittel dann im bewusstlosen Zustand injiziert.
Sobald sie in Gefangenschaft sind, ist die Spritze das übliche Mittel, teilweise wird die Droge aber auch unters Essen gemischt, was aber keine hundertprozentige Erfolgsquote hat. Bei talentierten Magiern der in der Droge erhaltenen Elemente besteht aber sowieso immer eine gewisse Gefahr, dass sie resistent sind. Das funktioniert aber nicht, wenn es im bewusstlosen Zustand verabreicht wird, siehe oben.
Gerade Sauerstoffmagier sind aber ohne Dämpfung ihrer Fähigkeiten kaum gefangenzuhalten. Häufig wird aber auch versucht diese Situation überhaupt zu vermeiden, indem bei kleineren Vergehen ein Auge zugedrückt wird und der Elementarmagier bei größeren im Verlauf der Festnahme zufällig von einer Kugel getroffen wird, insbesondere wenn es um gefährliche kriminell-elementarmagische Wiederholungstäter geht.
Die Opfer von durch Sauerstoff- Chlor-und Fluormagier begangenen Sexualstraftaten haben häufig ganz schlechte Karten eine Gefängnisstrafe für den Täter zu erreichen, weil der ja sowieso nur "seiner Natur gefolgt ist" und man deswegen nicht den Aufwand betreiben möchte ihn einzusperren, was natürlich niemand offen zugibt.
Zitat von DrZalmat im Beitrag #20
Du hast öfter Magierprobleme genannt. Was sind denn welche und was kann man dagegen machen?

Das ist mir beim Schreiben auch aufgefallen und ich werde dann im nächsten Beitrag hier im Detail auf die Übergangskrankheit und die elementarmagischen Anpassungsstörungen eingehen.

#22 RE: [Silaris, Nachtblumenland] Wie man Elementarmagier wird von Amanita 10.06.2019 19:20

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So, dann fang ich mal mit der Übergangskrankheit an. Die Anpassungsstörungen kommen dann später.Übergangskrankheit und elementarmagische Anpassungsstörungen

Die Übergangskrankheit

Die Übergangsphase zwischen latenter und manifester Elementarmagie wird häufig durch Krankheitssymptome begleitet, die je nach Element und Situation von mild bis lebensbedrohlich reichen können. Hervorgerufen werden diese, weil der menschliche Körper die Verbindung zu einem Element und dessen Magie zunächst abstößt und sich erst hieran anpassen muss.

Typisch sind unspezifische Symptome wie Übelkeit, Erbrechen, Kopfschmerzen und Fieber einschließlich Fieberträumen. Begleitet werden diese Symptome von elementspezifischen Problemen. Häufig ist eine Intoleranz gegenüber dem Element, was bei lebensnotwendigen Elementen sehr gefährlich werden kann.
Am bekanntesten ist dieses Phänomen bei Natrium- und Chlormagiern, die in dieser Krankheitsphase keinerlei Kochsalz in der Nahrung vertragen, in schweren Fällen wird sogar intravenös verabreichtes Kochsalz sofort über die Nieren ausgeschieden. Hält dieser Zustand länger an und lässt sich durch Unterstützung erfahrener Magier nicht verbessern, ist hier eine medikamentöse Beeinflussung der Elementarmagie erforderlich. Meist erfolgt diese mit dämpfenden Wirkstoffen, welche die Verbindung zwischen Magier und Element auf ein erträgliches Maß reduzieren, in Dageyra ist die Nutzung stimulierender Wirkstoffe üblich, die dafür sorgen, dass dieser Zustand schnell überwunden wird.
Häufig kommt es in dieser Phase auch zu Symptomen, die mit der Reaktivität des Elements zusammenhängen, aber recht unspezifisch sind. Manche Alkalimetallmagier leiden beispielsweise unter extremem Durst, während andere panische Angst vor Wasser entwickeln. Unkontrollierte Anwendung der Gabe können ebenfalls auftreten und sind nicht nur für den Patienten selbst, sondern auch für sein Umfeld ein Risiko.
Bei Elementen, die in elementarer Form eine toxische Wirkung haben (können) treten häufig „Phantomvergiftungserscheinungen“ auf. Diese sind sehr unangenehm und wirken besorgniserregend, sind aber im Normalfall nicht gefährlich, da keine wirkliche Schädigung des Körpers auftritt und können symptomatisch behandelt werden. Insbesondere die bei Chlormagiern häufig auftretenden Atemwegsbeschwerden führen aber manchmal dazu, dass die Ursache für die Erkrankung nicht erkannt wird und beispielsweise prophylaktisch Antibiotika verabreicht werden.
Eine Ausnahme sind Phosphormagier, bei denen dem weißen Phosphor analoge Vergiftungserscheinungen auch Anzeichen für eine Anpassungsstörung sein können. In diesem Fall werden durch die Elementarmagie reale Organschäden ausgelöst, die ohne adäquate Behandlung zum Tod des Betroffenen führen können.

Alle Magier nicht lebensnotwendiger Elemente sollten und können ihr Element während der Zeit der Übergangskrankheit strikt meiden, wodurch schwere Symptome im Normalfall komplett verhindert werden können. Eine Ausnahme sind Fluormagier, deren Reaktion oft so schnell und heftig ist, dass sie bereits schwer erkranken, bevor die Ursache hierfür gefunden wird.

Übergangskrankheit und Elemente

Magier der „organischen“ Elemente Wasserstoff, Kohlenstoff, Stickstoff, Sauerstoff, Phosphor und Schwefel haben es im Normalfall gut. Bei ihnen tritt häufig gar keine oder nur eine leichte Form der Übergangskrankheit auf, die sich meist auf eine schlaflose Nacht oder eine an einen leichten Infekt erinnernde Erkrankung beschränkt.
Gaben für diese Elemente können sich auch ganz ohne Krankheitssymptome manifestieren, oft wird dies als angenehmes Naturerlebnis erfahren, bei dem der Neumagier zum ersten Mal die zahlreichen Aufgaben seines Elements in der Natur bewusst wahrnimmt, dieses Erfahrung kann aber auch angsteinflößend sein, wenn dem Magier hierbei die Vergänglichkeit des Lebens vor Augen geführt wird.
Dies führt dazu, dass in Ländern ohne verpflichtende Tests die „magische Dunkelziffer“ bei diesen Elementen besonders hoch ist.

Die Magier biologisch relevanter Übergangsmetalle wie Eisen oder Kupfer erleben im Normalfall auch nur eine leichte bis mittelschwere Übergangskrankheit, die meist keiner Behandlung bedarf.
Ähnlich ist dies bei wenig toxischen und nicht essentiellen Metallen, die allerdings allgemein nur selten zu Elementarmagie führen. Edelmetalle und Edelgase lösen außer in Ausnahmefällen keine Übergangskrankheit aus.

Weniger Glück haben die Magier toxischer, aber nicht biologisch relevanter Elemente wie Quecksilber oder Cadmium. Bei ihnen können schwere Formen der Übergangskrankheit auftreten und Anpassungsstörungen sind eher die Regel als die Ausnahme. Allerdings haben sie den Vorteil, dass sie ihr Element meiden können, was für manche von ihnen die dauerhafte Lösung bleibt, während andere versuchen sich daran zu gewöhnen und ihre Fähigkeiten zu nutzen

Wie oben bereits erwähnt, haben die Magier der essentiellen Alkali- und Erdalkalimetalle sehr unter der Übergangskrankheit zu leiden. Bei ihnen treten fast immer mittelschwere bis schwere Formen auf, die meistens behandlungsbedürftig sind. Zusätzlich zu den bereits beschriebenen Symptomen fügen sich diese Magier während der Übergangskrankheit häufig unbewusst selbst Schmerzen, Krämpfe oder sogar Herzrhythmusstörungen zu.
Dies ist für die Betroffenen sehr unangenehm, da aber sehr viele Magier dieser Elemente in der Medizin und Pflege arbeiten, findet die neuen Alkali- und Erdalkalimetallmagier sehr leicht fachkundige Hilfe, sodass Todesfälle durch die Übergangskrankheit praktisch nicht mehr vorkommen.

Am gefährlichsten für Neu-Elementarmagier sind die Elemente Fluor und Chlor. Fluormagier leiden unter einer plötzlich auftretenden heftigen Form der Übergangskrankheit, die mit extrem hohem Fieber einhergeht und hierdurch zum Tode führen kann, bevor die Ursache erkannt wurde. Wenn der Neumagier dann von jeglichem Fluorid isoliert und symptomatisch behandelt wird, kann er im Normalfall gerettet werden, aber durch den rasanten Verlauf kommt es hier immer wieder zu Todesfällen, da nicht schnell genug geholfen wird.
Die Übergangskrankheit der Chlormagier verläuft zwar nicht ganz so heftig, allerdings können sie ihrem Element nicht entkommen, was die Behandlung wesentlich schwieriger macht. Auch eine Chlormagie-Übergangskrankheit wird häufig zu spät erkannt und zunächst mit einer Infektionskrankheit verwechselt. Qualifizierte Chlormagier finden sich im Gesundheitswesen kaum, was die Behandlung weiter erschwert.
Selbst in Ländern mit fortschrittlichem, allgemein zugänglichem Gesundheitssystem kommt es immer wieder zu Todesfällen durch die Chlormagie-Übergangskrankheit, wobei die Patienten im Normalfall gerettet werden können, wenn rechtzeitig erkannt wird, was ihnen fehlt. Dies geschieht allerdings nicht immer.
Chlor und Fluor sind die mit Abstand gefährlichsten Elemente, was die Übergangskrankheit angeht. Diese Tatsache beeinflusst auch das Selbstverständnis ihrer Magier, die häufig davon überzeugt sind, dass nur die Stärksten mit diesen Elementen leben können und sich deshalb für eine Art Elite halten. Es gibt durchaus auch Chlor- und Fluormagier, denen es gelingt die Übergangskrankheit ohne Hifle zu überstehen. Diese genießen bei ihren Mitmagiern besonderes Ansehen und gelten (zurecht) als die talentiertesten Magier dieser Elemente. In modernen Industrienationen haben sie jedoch kaum noch die "Chance" dazu, da niemand das Risiko eingehen möchte, dass es schiefgehen könnte. Manche Vertreter dieser Elemente fordern dies jedoch, um die natürliche Auslese wieder zu gewährleisten.

#23 RE: [Silaris, Nachtblumenland] Wie man Elementarmagier wird von DrZalmat 10.06.2019 20:37

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Klingt unschön...

Wieso sind die Krankheiten für die verschiedenen Elemente so unterschiedlich? Ich hätte eigentlich gedacht als ich "Unverträglichkeit" gelesen habe, dass es Kohlenstoffmagier und sowas am heftigsten treffen müsste, immerhin werden sie quasi allergisch gegen sich selbst, wie eine Autoimmunkrankheit.

#24 RE: [Silaris, Nachtblumenland] Wie man Elementarmagier wird von Amanita 10.06.2019 21:09

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Zitat von DrZalmat im Beitrag #23
Ich hätte eigentlich gedacht als ich "Unverträglichkeit" gelesen habe, dass es Kohlenstoffmagier und sowas am heftigsten treffen müsste, immerhin werden sie quasi allergisch gegen sich selbst, wie eine Autoimmunkrankheit.

So könnte man sicherlich auch argumentieren. Diese Situation kann auch auftreten, ist aber nicht der Normalfall, das fällt dann unter die Anpassungsschwierigkeiten. Meine spontante Antwort wäre jetzt gewesen, dass es mit der Stabilität des Elements in elementarer Form zusammenhängt. Da muss ich aber zugeben, dass die Wasserstoffmagier nach dieser Theorie auch mehr Probleme haben müssten (bei den Phosphormagiern kommt das ja auf die Modifikation an)
Vielleicht ändere ich da auch noch was, die Wasserstoffmagier hätten sowieso mal noch mehr Aufmerksamkeit verdient.

#25 RE: [Silaris, Nachtblumenland] Wie man Elementarmagier wird von Chrontheon 10.06.2019 23:46

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Zitat von Amanita im Beitrag #21
aus dem traditionellen Grund, dass elavische Frauen sittsam und tugendhaft sein sollen und dass der Alkohol dafür erfahrungsgemäß nicht unbedingt förderlich ist.

Und Männer sollen nicht tugendhaft sein?

#26 RE: [Silaris, Nachtblumenland] Wie man Elementarmagier wird von Amanita 11.06.2019 12:35

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Zitat von Chrontheon im Beitrag #25
Und Männer sollen nicht tugendhaft sein?

Schon. Sie werden aber nach einer durchzechten Nacht eher selten schwanger, können sich aber an nichts mehr erinnern.


Und hier noch die Anpassungsstörungen. So langsam wird es aber mal Zeit auch positive Aspekte der Elementarmagie zu beschreiben, momentan könnte man meinen, das hätte überhaupt keine Vorteile.
Diese Anpassungsstörungen sind jedenfalls wirklich selten, zumindest die zwei schwereren Kategorien. Das betrifft vielleicht 1 % der Elementarmagier.

Elementarmagische Anpassungsstörungen

Elementarmagische Anpassungsstörungen sind ein relativ seltenes, aber häufig sehr gefährliches Problem für Elementarmagier. Sie können bei allen Elementen auftreten, ein direkter Zusammenhang der Schwere der dafür typischen Übergangskrankheit gibt es nicht.

Allgemein unterscheidet man drei Formen von elementarmagischen Anpassungsstörungen.

Typ 1: Hierbei handelt es sich um die häufigste, aber gleichzeitig auch ungefährlichste Art von Anpassungsstörungen. Sie können auftreten, wenn der Neumagier entweder grundsätzlich anti-elementarmagisch erzogen wurde, oder eine Abneigung gegen sein spezielles Element empfindet.
Störungen dieser Art sind typisch für die Magier von hauptsächlich aufgrund ihrer Giftigkeit bekannten Elementen wie Arsen, daneben treten sie je nach Region bei unterschiedlichen Elementen gehäuft auf. In Ruaris sind es als Spätfolge des Krieges häufig die Elemente Chlor und Phosphor, welche mit den arunischen Chemiewaffen assoziiert werden, in Arunien dagegen Alkali- und Erdalkalimetalle, da sich viele moderne junge Frauen nicht mehr mit den dort traditionell mit diesen Elementen assoziierten Rollenklischees identifizieren können.
Bei anti-elementarmagischer Erziehung können die Anpassungsstörungen bei allen Elementen auftreten. Weit verbreitet ist diese in Elavien, es gibt jedoch überall in Silaris entsprechende Strömungen.
Die Betroffenen empfinden häufig starken Ekel gegenüber ihrem Element, dies betrifft jedoch meist nur nicht lebensnotwendige („unnatürliche“) Verbindungen oder Modifikationen und reagieren auf den physischen und/oder mentalen Kontakt mit Übelkeit und Erbrechen. Wenn sie eine elementarmagische Ausbildung machen, tun sie sich mit der Anwendung ihrer Gabe extrem schwer, andere verleugnen oder verdrängen deren Existenz komplett, manche dieser Magier sind selbst überzeugt davon, keine zu haben. Begleitet wird dies von Alpträumen, depressiven Verstimmungen und Hadern mit dem Schicksal.
Von sehr seltenen Fällen, wo dies bis zum Suizid geführt hat abgesehen, stellt diese Form der Anpassungsstörung jedoch keine Gefahr für das Leben dar und lässt sich bei entsprechender Einsicht des Betroffenen und kompetenter Ausbildung und/oder Therapie meist zügig behandeln.

Typ 2: Die zweite traditionell bekannte Form der Anpassungsstörung ist wesentlich gefährlicher, aber glücklicherweise auch sehr selten. Sie tritt dann auf, wenn der Patient nicht nur eine diffuse kulturell bedingte Abneigung gegenüber seinem Element empfindet, sondern es mit einer eigenen oder in seltenen Fällen auch familiär übertragenen traumatischen Erfahrung verknüpft.
Wenn dieses Thema in Silaris zur Sprache kommt, denken die meisten sofort an Elementarmagie, die durch eine Vergiftung ausgelöst wird. In Wirklichkeit fällt aber keineswegs jeder dieser Fälle in diese Kategorie, sondern es ist die absolute Ausnahme. Wenn jemand eine giftige Beere nascht, oder sich ein Insektizid über die ungeschützten Hände kippt und dank seiner neuen Elementarmagie hierdurch keine gravierenden Schäden erleidet, ist dies nicht gleich eine traumatische Erfahrung.
Anpassungsstörungen des Typs 2 durch Vergiftungen können aber durchaus vorkommen, beispielsweise wenn der Patient dem Tod schon sehr nahe war und qualvolle Vergiftungserscheinungen erlitten hat, oder wenn er den Tod von Angehörigen durch das Gift miterleben musste.
Sehr häufig folgen diese Anpassungsstörungen jedoch, wenn der zukünftige Elementarmagier einer gewaltgeprägten und an sich schon traumatisierenden elementarmagiefeindlichen Erziehung unterzogen wurde, oder wenn er aus anderen Gründen schwere Misshandlungen oder sexuelle Übergriffe mit dem Element in Verbindung bringt.
Elementarmagiebasierte Folter ist insbesondere bei der sarilischen Geheimpolizei üblich, die eigens Alkali-und Erdalkalimetall-sowie Sauerstoffmagier zu diesem Zweck beschäftigt. Wenn deren Opfer später zu Magiern des jeweiligen Elements werden, sind schwere Anpassungsstörungen sehr häufig, wofür es einige Beispiele bei nach Arunien oder Ruaris geflohenen sarilischen Regimegegnern gibt.
Auch wenn dieses Thema gerne vertuscht wird, kommt es überall in Silaris immer wieder zu Fällen, bei denen Elementarmagier ihre Fähigkeiten als Hilfsmittel zur Durchführung sexueller Übergriffe nutzen. Auch in diesem Fall leiden die Opfer, falls sie Magier desselben Elements werden, oft unter schweren Anpassungsstörungen.
Häufig erzählen diese Opfer ihrem Arzt oder Elementarmagieausbilder nicht von diesen Erlebnissen, was die effektive Behandlung erschwert und dazu führen kann, dass diese erst zu spät eingeleitet wird.

Die traumatisierten Patienten leiden auch unter den bei Typ 1 aufgeführten Beschwerden, dazu kommen persistente Übergangskrankheitssymptome und heftige körperliche Abwehrreaktionen gegen das Element. Der Körper des Magiers versucht das Element abzustoßen, was im Falle von lebensnotwendigen Elementen unbehandelt schnell zum Tode führt.
Therapiert wird dies im Normalfall durch die Kombination dämpfender Medikamente mit intensiver psychotherapeutischer Betreuung. Ziel der Psychotherapie ist es in diesem Fall dem Patienten dabei zu helfen, die Schuld für das erlittene Leid beim menschlichen Täter und nicht mehr beim Element zu suchen.
Wenn rechtzeitig erkannt wird, was dem Patienten fehlt, ist hierdurch eine Heilung möglich, es gibt jedoch auch Patienten, die lebenslang auf die dämpfenden Medikamente angewiesen sind, was aufgrund der Nebenwirkungen sehr unangenehm ist und die Lebenserwartung deutlich verkürzt.

Typ 3: Auch die künstliche Auslösung von Elementarmagie durch Organophosphat-Insektizide oder Kampfstoffe (Phosphor) sowie Wirkstoffe aus Pflanzen wie dem Fliegenkraut oder dem Suvitbaum (Stickstoff) führt häufig zu Anpassungsstörungen, insbesondere wenn der Betroffene zuvor noch nicht über latente Elementarmagie verfügt hat und der normalerweise Jahre dauernden Entwicklungsprozess deshalb innerhalb von Minuten oder Sekunden abläuft.
In Arunien, wo phosphorhaltige Insektizide dank guter Lobbyarbeit weit verbreitet sind und in Dageyra, der Heimat des Suvitbaums ist dies die häufigste Ursache für schwere Anpassungsstörungen, in Ruaris, Temira oder Avechain wo die Insektizide verboten sind und die Pflanzen nicht wachsen, spielt diese Problematik hingegen keine große Rolle.
Obwohl dies bei Stickstoff und Phosphor sonst unüblich ist, erleiden die Betroffenen immer eine Übergangskrankheit mit den üblichen Symptomen, die mittelschwer bis schwer ausfällt. Ähnlich wie bei Typ 2-Anpassungsstörungen kann es in deren Verlauf zu einer Abstoßung des jeweiligen Elements im Körper kommen, was unbehandelt sehr schnell tödlich ist. Daher müssen diese Patienten zunächst rund um die Uhr überwacht werden.
Manche der Betroffenen haben Glück, überstehen die Übergangskrankheit und sind danach gesund, oder leiden lediglich unter Anpassungsstörungen des Typ 1.
Bei anderen bleibt die Übergangskrankheit und sie müssen sich einer Langzeittherapie mit dämpfenden Medikamenten unterziehen, oder es treten Spätfolgen auf.
Stickstoffmagier entwickeln jedoch häufig eine Resistenz gegen das Medikament und zerstören dessen Wirksamkeit, wonach sie wieder an einem Scheideweg stehen. Manchen gelingt es an diesem Punkt ihre Elementarmagie zu meistern, bei anderen treten gefährliche Komplikationen auf, die nicht selten zum Tod führen. Eine dritte Gruppe leidet zwar nicht unter körperlichen Symptomen, kann ihr Element allerdings nicht kontrollieren und gefährdet sich und andere durch unkontrollierten Magieeinsatz, beispielsweise indem sie im Schlaf explosive Stickstoffpolymere aufbauen und zur Detonation bringen. Außerdem fühlen sich diese Magier stark von stickstoffhaltigen Drogen angezogen, die ihnen zwar manchmal tatsächlich helfen, häufig aber zu noch mehr Chaos führen.
(Unter diesen Umständen ist vielleicht verständlich, warum viele Länder die Einfuhr ganzer Suvitfrüchte verbieten.)

Bei Phosphormagiern geht die Übergangskrankheit wie dort erwähnt manchmal in eine Pseudovergiftung mit weißem Phosphor über, die anders als die üblichen Pseudovergiftungen tatsächlich die inneren Organe schädigt. Diese kann akut oder chronisch sein und unbehandelt zum Tod führen.
Sehr häufig schließt sich an die Übergangskrankheit eine subakute Störung des zellulären Energiestoffwechsels an. Durch die sehr diffusen Symptome (mangelnde Ausdauer, Gewichtsverlust durch Verdauungsstörungen, Infektanfälligkeit) wurde und wird dies häufig gar nicht als elementarmagische Anpassungsstörung erkannt, sondern die Patienten gelten einfach als „schwach und kränklich“. Dieser Zustand kann sich so stark verschlechtern, dass er lebensbedrohlich wird, oder durch Folgeerkrankungen zum Tod des Patienten führen, bedeutet für viele aber ein jahrelanges Siechtum. Heilung ist möglich, erfordert aber psychotherapeutische Hilfe und/oder eine geduldige und einfühlsame elementarmagische Ausbildung, die dem Patienten langsam zur Kontrolle über sein Element (und sein Leben) verhilft. Druck, die Aufforderung, man solle sich doch „mal zusammenreißen“ etc. sind absolut kontraproduktiv.
In Arunien ist die Prognose für die betroffenen Phosphormagier sehr gut, da es dort speziell geschulte Ärzte und Ausbilder gibt und die Zusammenhänge bekannt sind, in vielen anderen Ländern sieht es deutlich schlechter aus.

#27 RE: [Silaris, Nachtblumenland] Wie man Elementarmagier wird von Chrontheon 11.06.2019 15:42

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Zitat von Amanita im Beitrag #26
Sie werden aber nach einer durchzechten Nacht eher selten schwanger, können sich aber an nichts mehr erinnern.

Tugenfhaft ist es trotzdem nicht.

°'°'°'°'°'°'°'°'°'°'
@Anpassungsstörungen: Wäre es (als Arzt) nicht sinnvoll, immer von der Möglichkeit einer Anpassungsstörung auszugehen, wenn die Patienten eh nie/kaum darüber reden?

#28 RE: [Silaris, Nachtblumenland] Wie man Elementarmagier wird von Amanita 11.06.2019 20:03

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Bei den Elaviern herrscht da eine gewisse Doppelmoral, das muss man einfach zugeben. Wobei das Alkoholverbot tatsächlich zu den Dingen gehört, die auch elavische Frauenrechtlerinnen nicht in Frage stellen. Manche halten es jedoch für wünschenswert, dieses auch auf Männer auszudehnen.

Zitat von Chrontheon im Beitrag #27
Wäre es (als Arzt) nicht sinnvoll, immer von der Möglichkeit einer Anpassungsstörung auszugehen, wenn die Patienten eh nie/kaum darüber reden?

Grundsätzlich ja und entsprechend spezialisierte Ärzte werden dies auch tun, insbesondere wenn der Patient bzw. die Patientin Symptome einer traumatischen Erfahrung zeigt, oder aus einer entsprechenden Situation stammt wie beispielsweise als Flüchtling.
Das Gesundheitssystem in den silarischen Ländern ist aber auch nicht perfekt und viele Ärzte kennen sich gar nicht mit Elementarmagie aus und haben sogar schon Mühe überhaupt eine Übergangskrankheit als solche zu erkennen...
Bei den Sarilern ist das gesamte Konzept der Anpassungsstörungen oft nicht einmal bekannt.

#29 RE: [Silaris, Nachtblumenland] Wie man Elementarmagier wird von Nharun 12.06.2019 20:00

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Deine Ausführungen zur Übergangskrankheit sind ziemlich interessant, aber für mich (mit den Chemiekenntnissen eines 4. Klässlers) teilweise schwierig zu verstehen Dass deine Magie auf der Chemie aufbaut ist ja nichts neues, aber bislang konnte ich deine Ausführungen immer einigermaßen gut folgen, auch ohne die Details zu verstehen, diesmal habe ich irgendwie den Eindruck, mir fehlt da definitiv chemisches Grundwissen

Diie Ausarbeitung der Drogen, besonders der rein silarischen, gefällt mir sehr und erinnert mich daran, dass ich das für die Toraja auch schon längst mal tun wollte!

#30 RE: [Silaris, Nachtblumenland] Wie man Elementarmagier wird von Amanita 12.06.2019 20:47

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Zitat von Nharun im Beitrag #29
Dass deine Magie auf der Chemie aufbaut ist ja nichts neues, aber bislang konnte ich deine Ausführungen immer einigermaßen gut folgen, auch ohne die Details zu verstehen, diesmal habe ich irgendwie den Eindruck, mir fehlt da definitiv chemisches Grundwissen X

Wo genau klemmt es denn? So viel chemische Detail sehe ich selber auf Anhieb gar nicht darin, am ehesten noch beim Text zur Übergangskrankheit, aber vielleicht liegt es daran, dass ich mich so lang damit beschäftige, dass es mir gar nicht mehr auffällt.

Manches ist aber auch schlicht nur silarische Elementarmagietheorie, die mit realer Chemie nur am Rande zu tun hat. Du weißt mich hier aber auf einen wichtigen Punkt hin, und zwar den, dass es problematisch wird, wenn sich das zu sehr vermischt und die Grenzen zwischen Realität und Magie gar nicht mehr so eindeutig erkennbar sind.

Ich bin jedenfalls gespannt auf die torajanischen Drogen.

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