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Riothamus
Beiträge: 128 | Zuletzt Online: 07.08.2020
Geburtsdatum
3. April 1974
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04.02.2020
Geschlecht
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    • Riothamus hat einen neuen Beitrag "Bastel Deine Welt - oder wenigstens einen Teil davon!" geschrieben. 01.07.2020

      Danke, aber ich habe das Gefühl, zu viel weggelassen zu haben.

      Und es klappt doch in zwei Teilen.

      Allgemeinen Technik:

      Da wir das Gestalten von Holz schon hatten, brauchen wir uns hier eigentlich nur die Fächer ansehen. Ich weise zusätzlich auf den Post zu den Lehmbauten hin, da sie ja auch verputzt sind. Den Zusammenbau nach dem realen Vorbild zeige ich nicht. Dabei werden zunächst die einzelnen Wände am Boden liegend zusammengesetzt und dann aufgerichtet und verbunden. Ich bin sicher, dass wer will, dies nachmachen kann. Dann käme das Flechtwerk in die Fächer, dass dann verputzt würde. Dies so nachzubauen lohnt eigentlich nur, wenn das Errichten eines solchen Baus Thema sein soll oder etwas am Modell überprüft werden soll.

      Besonders schön zeigt Mel, der Terrain Tutor einige Techniken im Vergleich:

      The Terrain Tutor, Techniken für die Fächer https://www.youtube.com/playlist?list=PLohbeH3fTP1ukLXKz_wOPD9-jK6RmMfqU

      Er zeigt hier vor allem die Gestaltung der Fächer, den Grundaufbau einer Wand hat er nur grob mit Balsaholz auf Hartschaumpappe gestaltet. So fehlt an den Kanten ein überzeugender Balken und das ganze ist einfach mit geraden und nicht richtig zugeschnittenen Hölzern zusammengeklebt. Statt der Hartschaumpappe kann natürlich anderes Material wie Wellpappe genommen werden. Letztere sollte doppelt sein, möglichst den Wellen nach rechtwinklig aufeinandergeklebt. Beschweren während des Trocknungsprozesses hilft in jedem Fall gegen das Verziehen des Materials.

      Statt des Schleifpapiers kann auch sehr feiner Sand aufgestreut werden, was weniger regelmäßig ist. Das Ergebnis sieht aber eher nach modernem Putz aus.

      Je nachdem welche Spachtelmasse oder welche Paste genommen wird, ergibt sich eine etwas andere Struktur und die Verarbeitbarkeit unterscheidet sich etwas. Aber im Grunde bleibt es dieselbe Methode.

      Auch Gips kann genommen werden, dazu gibt es unter den 'Weiteren Beispielen' ein Beispiel.

      Schön finde ich die Methode mit dem lufttrocknenden Porzellen.

      Es sollte natürlich ganz allgemein daran gedacht werden, dass sich die realen Erbauer eines solchen Hauses durchaus Mühe gaben, den Verputz flach zu gestalten. Gerade beim Strukturieren kann schnell zuviel des Guten getan werden.

      Styroduroberflächen können natürlich auch strukturiert werden. Dazu gleich mehr.

      Da es schon einen Hartschaum-Papst gibt, sollten wir uns auch über die reine Lehre hierzu informieren. Gerard zeigt, wie es nur mit Hartschaum und wenigen Werkzeugen (Bleistift, Messer und Lineal) geht:

      TT-Basement und Gerard Boom (Bei 27:49 beginnt das Fachwerk-Tutorial.): https://www.youtube.com/watch?v=51F9CQUweuE&list=PLydMENLBrqdocmY1zvBOIgDkbvUOe3jwH&index=40&t=0s

      Ganz schrecklich ist hier: die gemauerte Tür, aber er sagt ja, dass es hier nicht auf die Realität, sondern die Technik ankommt und er hier improvisiert. Dazu benutzt er nur Bleistifte, Lineal und Messer. Für die Stabilität und zum besseren Zusammenbau würde ich so ein Wand noch auf Hartschaumpappe oder Wellpappe oder anderem Material als Träger aufkleben. Klassisch hätte man Sperrholz genommen. Ob ein Material einer Dicke genommen wird, die erlaubt, dass gleich auch der Ständer an der Ecke dargestellt wird oder dieser seitlich hinzugefügt wird ist dann eine individuelle Frage, da durch den Träger in jedem Fall eine sichere Verbindung der Wände hergestellt werden kann.

      Ihr erinnert euch an das mit Sand und etwas Green Stuff beklebte Nudelholz bei Tabletop Witchcraft? https://www.youtube.com/watch?v=mJS5JjTP1P4&t=15s So etwas eignet sich auch für Putz. Aber wer den Hartschaum zuerst strukturiert, muss dann die Balken entweder aus dünnem Hartschaum oder Holz (oder Frühstückscerealienverpackungsmaterial) aufkleben.

      Landvaettr's Lair zeigt bei den keltischen Rundhäusern, dass man es sich mit den Strukturieren nicht zu schwer machen muss. https://www.youtube.com/watch?v=gVskutruDRM&list=PLWvRrM-2bS1njy_2BLjHhHyOUOG-1qw4k

      Wer genug Hartschaum hat, kann natürlich großzügig sein und statt einzelnen Wänden gleich den ganzen Block bauen:

      Ein Pfostenbau von TWS, Teil 1: https://www.youtube.com/watch?v=nvqI98YK5Uo
      Ein Pfostenbau von TWS, Teil 2: https://www.youtube.com/watch?v=V6Rj8zKMUUo

      Meiner Ansicht nach, ist diese Methode eher für Heißdrahtschneider geeignet. Aber überlegt mal, dass ihr euch, wenn die Seiten glatt sind und ihr die Methode Gerard Booms benutzt, das ganze Zusammenkleben spart. Und geschwungene Wände werden so wohl leichter als mit einem entsprechenden Rahmen erzielt. TWS geht hier wohl davon aus, dass derLehm nicht übermalt wurde. Das mag zu bestimmten Zeiten und an bestimmten Orten so gewesen sein. Doch war die Farbe ein Schutz vor der Witterung und daher sicherlich meist die Regel.

      Richard Windrow, was Landschaften angeht großes Vorbild vieler Modellbauer, hat keinen Youtube-Kanal, aber dafür Bücher geschrieben. Er wurde hierzulande auch außerhalb jener Kreise bekannt, als er in den späten 80ern Dioramen für verschiedene Museen schuf.

      Er geht wie folgt vor:

      Er schneidet zunächst die Wände aus Karton, sorgt für Fenster- und Türlöcher und klebt alles zusammen. Innen werden die Ecken durch Streichhölzer verstärkt. Dann werden Flächen für das Dach, die natürlich Raum für Rauchabzüge oder andere Löcher lassen, angeklebt.

      Auf dieser Konstruktion wird dann aufgebaut. Stroh- oder Reetdächer gießt er in einer Form. Ich habe in einem Post verlinkt, wie der Terrain-Tutor solche Dächer modelliert. Wer klug ist, macht sich diese Arbeit nur einmal und stellt dann eine Form her. Wie das geht, dazu in einem anderen Post.

      Für einige Gebäude zeigt er nur ganz leicht verputzte Flechtwände. Auch hierfür hat er eine Gußform. Einfach flechten, wie im Video oben vom Terrain-Tutor gezeigt, Löcher zuputzen so dass es aussieht, als hinge der Putz im Flechtwerk, dabei aber nicht so viel tun, als dass das Geflecht nicht mehr zu sehen ist. Und dann das ganze auch zum Formenbau benutzen.


      Für richtig verputze Flächen werden die Flächen zwischen den Hölzern einfach weiß gestrichen, die Graupappe hat schon eine passende Struktur. Hier muss natürlich aufgepasst werden, dass sich das Material nicht durch die Feuchtigkeit beim bemalen verzieht. Aber aus Erfahrung kann ich sagen, dass sich das recht leicht vermeiden lässt, indem nicht zu feucht gemalt wird. Nur kann man hier den Karton nicht erst mit einer Schicht Leim oder Mod Podge überziehen, da sonst die Struktur verloren geht.

      (Dächer und Flechtwerk müssen natürlich nach dem Guss zurechtgeschnitten werden. Statt Gips ist daher keramische Gussmasse zu empfehlen. Eine Dremel mit Trennscheibe tut hier gute Dienste, sonst dürfte dies länger dauern.)

      (Bei Holzhäusern klebt er übrigens einfach das Material für Holz auf den Kartonunterbau.)

      Für Wargamer und RPG-Spieler mögen diese Häuser zu fragil sein, aber für ein Diorama sind sie schön, vor allem, weil die Struktur des Putzes und Holzes dem Maßstab angepasst ist. (Er benutzt Basswood (Amerikanische Linde?), aber es dürfte jedes Holz mit möglichst feiner Struktur funktionieren. Demgegenüber hat Balsaholz eine sehr grobe Struktur, würde also unbearbeitet eine Vergrößerung des Originals darstellen, weshalb der Modellbauer da zur Drahtbürste greift.)

      (Nach Richard Windrow, Advanced Terrain Modelling, Oxford 2007 (Osprey Publishing). Seine Bücher werde ich gesondert vorstellen. Das 'Fortgeschritten' im Titel darf hier nicht abschrecken. Es geht eher um weitere und neuere Techniken als im ersten Band Richard Windrow, Terrain Modelling, Oxford 2001, ebenfalls bei Osprey erschienen. Wie der Name sagt, stehen eigentlich nicht die Gebäude, sondern das Gelände und dessen Bewuchs im Vordergrund. Osprey hatte das mit dem Terrain wohl eher im Sinne der Wargamer verstanden, die alles, was neben den Figuren auf den Tisch gestellt wird, als 'Terrain' bezeichnen. Auch dies ein Grund für den zweiten Band. Ich kann beide empfehlen, da sie sich durchaus ergänzen.)

      Weitere Beispiele:

      Kommen wir zu Pappe, Eisstiel und Schaschlikspieß: DM Scottys Wort zum Thema:

      Teil 1: https://www.youtube.com/watch?v=lVf2d_gYPxA
      Teil 2: https://www.youtube.com/watch?v=iIuWx2WOIxQ&t=402s

      Wie gesagt, comichaft muss nicht schlecht aussehen. Hier schon mal ein Wort zur Bemalung: Weiß wird besser mit anderen Farben unterlegt, um nicht zu knallig auszusehen. Hier liegt natürlich die Lehmfarbe nahe.

      Real Terrain Hobbies hat eine Playlist für ein Gasthaus: https://www.youtube.com/playlist?list=PLDwmD6E3696gzVuQuNoK_NoSmUa-2qbII

      Er nimmt, wie oben angekündigt Gips, arbeitet damit aber nicht so sauber. Dafür baut er das Haus innen und außen und nicht nur den äußeren Anblick.

      Als Ruine: Eric's Hobby Workshop: https://www.youtube.com/watch?v=gdT_SiVq29Q

      Er nutzt hier die Pappe des Foamboard als Putzoberfläche. Die gräulich-bräunliche Farbe sieht in meinen Augen, d.h. an meinem Bildschirm, fast perfekt nach altem, ungepflegtem Fachwerk aus. Die Farben waren ja weniger stabil als unsere Plastikfarben.

    • Riothamus hat einen neuen Beitrag "Bastel Deine Welt - oder wenigstens einen Teil davon!" geschrieben. 01.07.2020

      Fachwerk:

      Ja, endlich komme ich doch auf das mehrfach verschobene Thema und schulde dem geneigten Leser eine Erklärung für die Verzögerung. Zu dem Thema kann derart viel gesagt werden, dass ich mich schließlich auf einen Teil beschränken musste. Und es gibt auch viele verschiedene Methoden, vom richtigen Nachbau in kleinerem Maßstab bis hin zum reinen einprägen der Elemente in Hartschaum. Es folgt also, was ich für wichtig halte, euch ein paar Möglichkeiten zum Bau zu vermitteln. Zuvor aber ein paar theoretische Grundlagen, damit ich mich nicht immer wiederholen muss. Das ist zwar weitestgehend irdisch, aber Irdisches hilft ja auch die eigene Welt konsistent zu basteln.

      Da es sonst zu lang wird, muss ich es aufteilen. Heute gibt es erstmal den irdischen Hintergrund, von mir sehr kurz gefasst und für Neugierige mit Links zu Wikipedia versehen, sowie einige Erläuterungen zu häufigen Fehlern bei der Darstellung im Miniaturformat. Die Liste ist willkürlich und kann fortgesetzt werden. Da ich für Weltenbastler schreibe, wird es als Hinweis auf unsere mitteleuropäischen Sehgewohnheiten und als Anregung reichen.

      Im zweiten Teil geht es dann um die allgemeinen Techniken zum Bau. Je nachdem, wie viel oder wie wenig sich im 2. Teil gut integrieren lässt, wird es noch einen dritten Post mit Beispielen geben.

      Von Pfosten, Fächern und Rähm - Geschichte

      und

      Tudors, Normannens, Westfalens und Andere - zu den Fachwerk-Provinzen.

      Vereinfacht gesagt, waren zunächst in die Erde eingegrabene Pfosten, dann auf der Erde stehende Ständer (Übergang im 12. / 13. Jahrhundert) die tragenden Elemente. Im 15. Jahrhundert entwickelte sich die Rähmbauweise, bei der die Stockwerke einzeln auf einem von den Ständern des Geschosses unterhalb getragenem Rahmen, dem Rähm getragen wurde. In einigen Gegenden blieb die Ständerbauweise erhalten.

      Dabei gab es regional und zeitlich unterschiedliche Hausformen. Genannt seien hier aus der -äh- 'Gegenwart' nur mal das westfälisch-niederdeutsche Hallenhaus und das Ernhaus in Hessen. Pfostenbauten gab es seit der Steinzeit und die Römer bauten ebenfalls Fachwerk -meist wird es bei ihnen allerdings so rekonstruiert, dass auch das Holz verputzt war. Die unten verlinkten Beispiele mögen als Inspiration dienen.

      Und auch die Gestalt des Fachwerks ist regional unterschiedlich. In England und der Normandie (erst durch die Kriegsschäden des 2. Weltkriegs sind hier kaum Fachwerkbauten erhalten) sind die Fächer etwa hoch und schmal, in der Normandie in der Regel enger als in England. Aber auch schon in den deutschen Landschaften gibt es starke Unterschiede.

      Das alles auszuführen würde hier zuviel Raum in Anspruch nehmen und bliebe doch unvollständig. Als erste Informationsquellen können bei diesem Thema gut die einschlägigen Wikipedia-Artikel dienen, wo auch gute Zeichnungen und Beispielfotos zu finden sind:

      Allgemein, Geschichte, "Fachwerk-Provinzen":
      - https://de.wikipedia.org/wiki/Fachwerkhaus

      Pfosten-, Ständer- und Rähmbauweise:
      - https://de.wikipedia.org/wiki/Pfostenhaus
      - https://de.wikipedia.org/wiki/St%C3%A4nderbauweise
      - https://de.wikipedia.org/wiki/R%C3%A4hmbauweise

      Hausformen (einige, zumeist eher nördlich-deutsche Beispiele):

      römisches Streifenhaus: https://de.wikipedia.org/wiki/Streifenhaus_(r%C3%B6misch)
      Niederdeutsches Hallenhaus: https://de.wikipedia.org/wiki/Hallenhaus (ganz Norddeutschland)
      Ernhaus: https://de.wikipedia.org/wiki/Ernhaus (Mitte bis Süden Deutschlands)
      Gulfhaus: https://de.wikipedia.org/wiki/Gulfhaus (Nordseeküste, teils auch das Hinterland)
      Geesthardenhaus: https://de.wikipedia.org/wiki/Geesthardenhaus (Jütland, Schleswig, auf den Inseln)

      Von Holznagel und Fachgestaltung - was oft falsch wiedergegeben wird.

      Schwelle / Fundament:

      Im Gegensatz zum Pfostenbau steht Fachwerk auf einem Fundament. Zunächst war das einfach ein Holzbalken, später kamen dann zunächst sehr niedrige, später höhere Steinlagen, oft einfacher Bruchstein, vor. Auch wenn es längst veraltet war, kamen hierzulande auch im 19. Jahrhundert so niedrige Steinlagen (5 - 10 cm) vor, dass sie an einem Modell kaum zu sehen wären. Dies alles diente dazu, dass Holz vom feuchten Erdreich fern zu halten und so das Verrotten des Holzes zu verhindern. Und tatsächlich stammen die ältesten erhaltenen Fachwerkbauten aus der Zeit, als man begann die Häuser auf Fundamentmauern aus Stein zu setzen. Dies ist also ein wichtiger Unterschied zum Pfostenbau, was die Frage nach der Zeit, bzw. nach der dargestellten Welt aufkommen lässt.

      Fachgestaltung:

      Die Fächer waren nicht ausgemauert. Punkt. Darin befand sich ein Holzgeflecht, das mit passendem Material verputzt wurde. Das lässt sich leicht merken, denn unser Wort Wand kommt vom Winden dieses Geflechts. Wo es keine geeignete Erde (Lehm/Ton) gab und sie nicht leicht besorgt werden konnte, nahm man Dung. Ich will nicht ausschließen, dass es irgendwo als Ausnahmen Ziegel und Steine in Fächern gab, aber vor 1850 dürften das sehr wenige Ausnahmen gewesen sein. Holzbretter um die Fächer (oder die Zwischenräume der Pfostenbauten) zu schließen kam demgegenüber häufiger war, war aber abgesehen von sozialen (die Hallen angelsächsischer Adliger), regionalen und zeitlichen (Skandinavien im Frühmittelalter) Ausnahmen immer noch selten.

      Farbgestaltung:

      Fächer:
      Wer noch originale Fächer kennt, weiß dass der Verputz nicht weiß war, sondern entsprechend des Materials gefärbt. Bei Lehm meist sehr gelblich ("paille"). Natürlich wurden die Fächer, schon zum Schutz vor der Witterung 'geweißelt', aber bei schadhaften Stellen sieht man eben nicht die weiße Farbe, sondern das Putz-Material.

      Holz:
      Dies war von Region zu Region unterschiedlich bemalt. Die Rezepte wimmelten zudem oft nur so von abergläubischen, für magisch gehaltenen Zutaten. In Westfalen kam Ruß hinein, so dass das Holz schwarz wurde, woanders gab es rotes Fachwerk. Wer historisch bauen will, muss sich je nach Zeit und Region erkundigen. Und für eine eigene Welt ist dies eine weitere Gestaltungsmöglichkeit. Gerade das Holz wird bei Modellen oft unbehandelt dargestellt. Doch wegen des Schutzes vor Verwitterung und Verrotten wurden die Holzelemente schon früh gestrichen.

      Türen:
      Aus Norddeutschland kennen wir vorwiegend grüne und rote Türen. Dies war nicht willkürlich, nach der Gewohnheit hing dies -meist- vom Status des Hofes ab. Woanders gab es auch blaue Türen. Hier ist also wieder eine Recherche oder Ausgestaltung der eigenen Welt gefragt.

      Schmuckelemente:
      Fachwerkhäuser waren -je nach Erbauer- häufig mit Schnitzereien versehen. Ein besonders reich verziertes Gebäude ist etwa das Adam-und-Eva-Haus in Paderborn. Beim westfälisch-niederdeutschen Hallenhaus war in der Regel die Deelentür mit Schmuck und der Angabe der Erbauer, des Baujahrs und einem Segens- oder Sinnspruch versehen. Auch diese Verzierungen konnten farblich hervorgehoben sein. Und -ihr wisst schon- verschiedene Zeit - verschiedener Ort - verschiedene Welt - verschiedene Gewohnheit hinsichtlich der Verzierungen. Und natürlich gab es unverzierte Häuser.

      Pfosten an der Ecke:

      Bei einigen Bauten wird tatsächlich vergessen, dass bei dieser Bauweise ein Holzständer an jede Ecke gehört. Nur bei Pfostenbauten gibt es schon mal Ausnahmen. Hier konnte je nach Bauweise das Dach auf eigenen Pfosten stehen, so dass die Wände nicht tragend waren.

      Gerade Balken, Maserung:

      Seit dem 18., häufiger seit dem 19. Jahrhundert gibt es Fachwerkbauten, deren Balken wirklich gerade sind. Bei älteren Bauten sollte darauf geachtet werden, dass es nicht zu gerade wird. Hinsichtlich der Maserung ist zu beachten, dass die Maserung grob längs der Balken verläuft, oft allerdings leicht schräg. Hierbei sollte nicht übertrieben werden. Selbst mit dem Stift eingeritzte Maserung sieht schnell comichaft aus, mit der Drahtbürste wirkt es eher realistisch. So wird es in den Videos gesagt, aber so ist es nicht ganz korrekt. Ein geübter Zeichner kann es mit dem Stift realistischer hinbekommen. Und wie Holz in einer anderen Welt aussieht, ist ja sowieso eine andere Frage.

      Deelentür:

      Oft wird die Haupttür eines Fachwerkhauses oben rund dargestellt. Das war aber nur selten der Fall. Die Türen wirken nur rund, weil sie von Balken eingerahmt sind, die in den beiden oberen Ecken Stützen haben, die rund gestaltet sein können. Sucht einfach unter 'Deelentür' (norddeutsch) oder 'Nuindür' (in einigen plattdeutschen Ortsmundarten) oder 'Dielentür' (hochdeutsch) nach Bildern. Wer nicht so gut schneiden kann, wird diese Stützen erst nach der Tür hinzufügen, vielleicht sogar erst, wenn die Tür bemalt ist. Beim norddeutschen Hallenhaus wird die Deelentür durch einen in der Farbe der Tür gestrichenen dünnen Balken geteilt. Ein Modell wird einfach interessanter, eine Welt farbenreicher, wenn solche Dinge berücksichtigt werden.

      Holznägel:

      Die Balken des Fachwerks sind natürlich nicht flach aufeinandergeleimt, es wurden historisch die üblichen Verbindungen des Zimmermannshandwerks genutzt. In vielen Zeiten wurden dabei auch Holznägel genutzt. Am Balkenende war eine Feder, die in eine Nut an der Seite des anderen Balkens gesteckt wurde. Beides durchbohrt und ein Holznagel eingeschlagen und die Verbindung ist gesichert. Oft befand sich am runden Nagel ein größerer Kopf, in den letzten Jahrhunderten ein Quader mit quadratischem Quer- und rechteckigem Längsschnitt, vom Durchmesser etwas größer als ein Daumen. In früheren Jahrhunderten konnten die Knöpfe auch figürlich geschnitzt sein, etwa einen Kopf zeigen. Fraglos ein kleines Detail, dass aber in 1:50 noch gut sichtbar ist und ein Modell bei recht geringem Aufwand aufhübscht. Für ein Spiel mag es übertrieben sein und nicht in jeder Zeit und an jedem Ort war der Nagel sichtbar, aber wer ein Diorama gestaltet, wird es, wenn sichtbar vorhanden, nicht übergehen wollen.

      Trauflinie:

      Früher hatten Häuser oft keine Regenrinnen. Daher gab es unter den Rändern der Dächer, dort wo das herabtropfende Wasser auf den Boden traf, die Trauflinie. Die kann man sehen. Mitunter gibt es noch alte Häuser ohne Regenrinne. Am besten ist es, sich das in Natura anzuschauen. Auf der Linie wächst weniger bis nichts und man kann klar erkennen, dass da Wasser tropft. An den Seiten der Linie, innen bis zur Hauswand, wuchert es dafür um so üppiger. Auch dies ist ein weiteres kleines Details. Und diese Linie war oft nicht unwichtig. Je nach Recht begann an der Trauflinie das Haus, dass ja regelmäßig als besonderer Raum besonderen rechtlichen Schutz genießt. Früher gab es Zäune um die Häuser, die den Hof, ebenfalls mit besonderen Rechten und besonderem Schutz, vom Dorf oder Umland abgrenzten. Mitunter gab es innerhalb von Zaun, Trauflinie und Wand drei unterschiedliche Rechtsräume. In wessen Welt das ebenso ist, wird die Trauflinie so wichtig, dass sie kein kleines, feines Detail mehr ist, während sie einem Tabletopper oder Rollenspieler unwichtig erscheinen mag. (Je nach Region und Zeit wurde die Fläche innerhalb der Trauflinie übrigens pflanzenfrei gehalten.)

      Auf dem Land bestand ein Hof in der Regel nicht nur aus einem Haus. Aber dies auszuführen, würde zu lange dauern. Als Beispiel sei gesagt, dass in Westfalen Scheune, Speicher, Wagenstall, zusätzliche Ställe, Hühnerhaus, Bienenhaus und anderes mehr vorkamen.

    • Riothamus hat einen neuen Beitrag "Bastel Deine Welt - oder wenigstens einen Teil davon!" geschrieben. 28.06.2020

      Technik in Modellen

      Ich hatte ja schon versprochen, Bücher vorzustellen und bin dann nicht dazu gekommen. Ich muss aber noch ein Thema ansprechen, das ausführlich zu behandeln im Thread nicht der Platz ist. In einem Modell kann man gut LEDs unterbringen und wenn sich etwas bewegen kann, sieht es auch gleich beeindruckender aus. Mit LEDs hat es sich in den meisten der bisher verlinkten Kanäle schon. Aber es gibt eben mehr Möglichkeiten, die dann etwas mehr Wissen erfordern.

      Leider sind dabei in Deutschland schon viele durch schlechten Physikunterricht abgeschreckt. Doch gibt es für die notwendigen Elektronikkenntnisse unterhaltsame und leicht verständliche Lektüre:

      Charles Platt, Make: Elektronik - Lernen durch entdecken, Köln 2010. (1. Auflage! Die zweite wurde verändert, es gibt teils andere Experimente und die benötigten Bauteile sollen günstiger sein. Ich gehe eher davon aus, dass es sich um Selbstzensur im Sinne deutschen Sicherheitswahns handelt. Jedenfalls wurde das mir gegenüber angedeutet. Hineinschauen konnte ich noch nicht. Wegen der neuen Experimente werde ich mir die zweite Auflage aber wohl besorgen.)

      und

      Charles Platt, Make: More Electronics, Sebastopol (das in Kanada, nicht das auf der Krim) 2014. Dieser zweite Band ist meines Wissens nach nicht übersetzt. Aber so kann man leicht die entsprechenden englischen Vokabeln lernen. Hier geht es auch um Chips und Sensoren. Für viele wird der erste Band reichen, aber ich wollte den zweiten nicht unterschlagen.

      Dann ist da noch das mit dem Bewegen. Die Mechanik ließ viele in der Schule schlafen, es kann aber auch mit interessanten Experimenten einfach gezeigt werden, wie etwas zum Laufen gebracht wird. Die entsprechenden Naturgesetze werden anhand von Beispielen, die wir alle kennen gezeigt und lernen sich dann auch durch die praktische Anwendung. Der Schwerpunkt liegt in folgendem Buch eben darauf, etwas in Bewegung zu versetzen: Dustyn Roberts, Making Things Move - Die Welt bewegen, Köln 2011.

      Wer das dann auswendig gelernt hat, kann zum Roboterbau fortschreiten. ;) Wer die Bücher nur nachvollziehend und einiges ausprobierend gelesen hat, der weiß genug, um seine Modelle mit etwas Technik zu verfeinern und kann einen Schaltplan lesen. Aus der Reihe gibt es noch so einige Bücher zu Spezialthemen.

      Aber was ihr davon umsetzt, müsst ihr selbst wissen. Wir sind hier ja sehr weit außen am Rand des Thread-Themas.

      Als Beispiel nur mal Tabletop Witchcraft und seine durch verchiedenfarbige LEDs leuchtenden 'Kristalle': https://www.youtube.com/watch?v=kPNwH1bCSYg

      E
      dit:

      Zan von Zed: https://www.youtube.com/watch?v=QEIc079RFXU


    • Riothamus hat einen neuen Beitrag "Bastel Deine Welt - oder wenigstens einen Teil davon!" geschrieben. 28.06.2020

      Ja, ich weiß, ich habe Fachwerkhäuser versprochen. Das dauert noch ein paar Tage, weil es da so eine große Auswahl an Videos gibt und ich doch kommentieren soll. Und gestern Nacht entdeckte ich noch einen Kanal mit einer Playlist, die mir viel Arbeit abnimmt. Denn vor dem Thema Figuren modellieren habe ich mich bisher weitgehend gedrückt. Gehen wir schrittweise vor. Denn wer sich nicht zuviel auf einmal vornimmt, erlebt weniger Frust. In den meisten Texten zum Thema ist nämlich eine sehr steile Lernkurve vorgesehen. Da wird schon mal von kinderleicht zu ganz schwer oder gar zum Expertenniveau gesprungen. Das ist nun kein Zeichen unserer Zeit. Gute Modellieranleitungen waren schon immer rar. Wer als Kind mit Knete gespielt hat, kann den ersten Punkt überspringen und das Thema Wachs kann auch später angegangen werden. Wachs erscheint mir nur als ideal, um die Knetfähigkeiten aus Kindertagen zu reaktivieren und gleichzeitig einen wichtigen Werkstoff kennzulernen, der für einige Sachen eine günstige Alternative zu Green Stuff und so sein kann.

      1- Wer als Kind nicht mit Knete hantiert hat, sollte das Nachholen. Denn das Zeug ist billig, wiederverwendbar, kann selbst hergestellt werden (hier finden sich Links dazu: https://de.wikipedia.org/wiki/Knetmasse) und wird in der Regel bei Kälte hart. Und dann kann es auch abgeformt werden. Gießen und Formenbau sind aber noch eigene Themen. Der große Vorteil: Damit kann jeder üben, ohne zu fürchten, teures Material zu verschwenden.

      2- Auch bei der Verwendung von Wachs -warm knetbar, aus dem Kühlschrank sogar schnitzbar- geht das Material nicht verloren. Zudem ist es das klassische Material zum Abformen und für den Modellbau schon seit ewigen Zeiten herangezogen. Mancher Erwachsener mag hier auch weniger Berührungsängste haben als bei der kindlichen Knete. Erst Green Stuff, Fimo und Co. haben Wachs als Modelliermasse im Modellbau weitgehend verdrängt. Sie härten eben selber aus, was dann doch ein Vorteil ist, weil Silicon-Formen, wenn man mit Resin gießt, eben nicht ewig halten und man dann einfach die alte Model (das Ding, von dem abgeformt wird) für eine neue Form benutzen kann. Für jeden, der mit dem Modellieren von Figuren oder dem Schnitzen (hier geht auch Seife) beginnt, ist das günstige Material aber sehr gut geeignet, um verschiedene Techniken einzuüben. Da es Old School ist, habe ich kein Video gefunden. Ich kann nur sagen, dass, wer als Kind mit Knete gespielt hat, eine gute Vorbildung hat und die Bearbeitung mit dem Messer auch nicht schwer ist. Manches, wass sich sonst schlecht Formen lässt, lässt sich aus Wachs auf einer Grundform zusammensetzen und dann Abformen, ohne das viel Geschick nötig ist. Wer wirklich noch nie mit Wachs geknetet und geschnitzt hat, sollte das wirklich mal probieren.

      3- Natürlich muss man nicht gleich schwierig anfangen und kann erstmal Figuren bauen, die sich einfacher realisieren lassen. Denn beim Thema Ungeheuer geht es ja schon einmal Richtung Unförmigkeit. Und manches lässt sich auch aus anderen Dingen machen. Manchmal auch aus Spielzeug. Das ist natürlich kein Modellieren, sondern zeigt was möglich ist, wenn man Sachen zusammenklebt.

      Black Magic Craft hat eine ganze Playlist dazu: https://www.youtube.com/playlist?list=PLSrIGfVibMhisZsnVw3TOtmUDp6wni2O8 und der Erdelementar sieht doch schon nach einem veritablen Felstroll aus.

      Und dieser Purpurwurm ist legendär: https://www.youtube.com/watch?v=mzLSXMgzWpk

      4- Wer dann einen Blick auf Modlliermasse wirft, sollte klein anfangen und erst mal kleine Objekte wie Kugeln, Hörner und Türknäufe basteln, so ist es meist zu lesen. Fell und Decken werden auch oft erwähnt. Sprich: erst mal mit dem Zeug vertraut machen. Ich beschränke mich dabei auf Green Stuff / Milliput und das sogenannte lufttrocknende Porzellan. Wer wirklich kleine Figuren kneten will, kommt an Green Stuff oder Milliput nicht vorbei. Dafür lässt sich die lufttrocknende Keramik selbst herstellen.

      Zunächst Green Stuff. Wenn ihr damit arbeitet, braucht ihr auf jedenfall ein Schüsselchen sauberes Wasser, damit Hände und (die meisten) Werkzeuge nicht kleben. Modellierwerkzeuge -einige nehmen auch gebrauchte Zahnarztwerkzeuge- gibt es in verschiedensten Formen und Preisklassen. Das günstigere ist dabei nicht das schlechteste, denn es kommt in erster Linie darauf an, was jemandem am besten liegt.

      Für Anfänge mit Green Stuff gibt es 2 Videos bei Tabletop Witchcraft:
      Ganz einfach: https://www.youtube.com/watch?v=VfqM8joAZUY&list=PL-3O9zECW30ORY659HeIEmSXLClEajErL&index=3&t=0s
      und erste Figuren: https://www.youtube.com/watch?v=OjNFL-y5ZW4&list=PL-3O9zECW30NtDZhtWQC3n4Ph92IxtAPY&index=4&t=0s (Die Slimeys kriegt jeder hin. Und die Ratte ist auch nicht so schwer.)

      (Auch Messer, Dolche und Schwerter fallen unter sehr einfach. Ich bin sicher, euch fallen noch mehr Sachen ein.)

      5- Kommen wir zur 'lufthärtenden Keramik'.

      Wie gesagt, die kann auch selbst hergestellt werden (Was wohl auch der Grund dafür ist, dass sie so günstig zu erwerben ist.):

      Bei Clay Bum gibt es dazu diese Play List: https://www.youtube.com/playlist?list=PLlRAFwDRddO1DGKjhiIyrGJ68VgtiCAOO

      und bei The DM's Craft diese Anleitung: https://www.youtube.com/watch?v=WM8eDLICd7I

      (Ich bin mir recht sicher, dass das Olivenöl gegen günstigeres Pflanzenöl ausgetauscht werden kann, habe es aber noch nicht selbst probiert.)

      Eine gute Übung ist dann der neue Purple Worm von DM Scotty: https://www.youtube.com/watch?v=Pr8oFueK0EY&list=PLMtDX54Ksm_neCsmIL6gAin-7NqIKymCc&index=5

      Hier wird es dann episch, aber ich bin sicher, ihr kriegt das gebastelt: https://www.youtube.com/watch?v=F5OucdntDtA&t=1134s

      Ansonsten bin ich mir sicher, dass jeder in der Lage ist, selbst ein Bisschen damit zu experimentieren.

      6- Bei dieser Übung sehen wir dann auch schon das Grundmuster für viele Monster: Ein fester Kern, um den Modelliermasse kommt. Andere Formen als der Wurm leben davon, dass an geeigneten Stellen Rollen oder Kugeln von Modelliermasse hinzugefügt werden.

      Dies ist schön bei den Videos des Thalasso Hobbyer zu sehen: https://www.youtube.com/channel/UCdYAt_kceIuiDwklp0EeIFw
      Daraus für den Anfang vielleicht dies Video? https://www.youtube.com/watch?v=b0nUZmPGCzM

      7- Bisher ging es darum, eine passende Grundform um einfache Formen zu erweitern. In vielen einschlägigen Texten wird da einfach nur gesagt, dass man nach den einfachen Formen Figuren umbauen sollte, was aber wohl eine gewaltige Lernkurve ist, die sich dann auch die meisten nie zumuten wollen. Hier aber noch ein Beispiel für einen solchen Umbau. Vielleicht hat ja der ein oder andere ein Monster entworfen, dass sich aus einer existierenden Figur umbauen lässt.

      Black Magic Craft: https://www.youtube.com/watch?v=yracwZG_T8E&list=PLSrIGfVibMhisZsnVw3TOtmUDp6wni2O8&index=2

      Der Umbau ist übrigens aus der schon oben verlinkten Playlist. Und ja, es gibt sicher auch Videos zu filigraneren Umbauten, aber wie gesagt, halte ich das für den falschen Weg. Ich selbst habe mich bisher nur an ehr einfachen Umbauten versucht und zeige daher ein Video von etwas, dass ich mir noch zutrauen würde.

      8- Filigranere Gestalten wie Oger, Orks, Menschen, Zwerge und auch Elfen werden nicht auf einem massiven Kern modelliert. Es wird eine Drahtarmatur, ein Drahtgestell benutzt. Diese Gestelle gibt es zu kaufen, aber sie sind auch nicht schwer herzustellen. Doch hier sind wir dann an einem Punkt, zu dem ich noch nie gekommen bin. Daher bin ich so froh, eine brauchbare Playlist gefunden zu haben, um das Thema abhandeln zu können.

      Tom Mason: https://www.youtube.com/playlist?list=PLMtDX54Ksm_neCsmIL6gAin-7NqIKymCc

      9- Der vorletzte Punkt lautet dann natürlich: Anfangen!

      10- Und der letzte lautet wie so oft: Die Übung macht den Meister.

      Woher ich den letzen Punkt kenne? Nun, das habe ich mir sagen lassen. ;)

      Hier muss ich dann noch Bücher erwähnen. Anatomie für Künstler gibt es unter verschiedenen Titeln und in verschiedenen Preisklassen, aber wer diese selbst festlegen kann, wird daran vielleicht nicht so interessiert sein. Zudem bin ich hier der falsch um Empfehlungen auszusprechen.

      Für Tonmodelle gibt es die verständlichen und sehr informativen Hefte von Philippe Chazot, z.B. Tiere modellieren für Einsteiger oder Verständlich modellieren - Der menschliche Körper. Wer nicht ganz an der Realität vorbei modellieren will, sich aber auch nicht in große Unkosten stürzen will, bekommt hier eine gute und verständliche Anleitung zu den jeweiligen Themen.

      Edit 1: Fimo und Co. sind in der Regel aus Kunststoffen. Fimo besteht z.B. aus dem hier: https://de.wikipedia.org/wiki/Plastisol

      E
      dit 2: Bis zu Punkt 7 zu kommen, ist wirklich nicht schwer. Das sind alles einfache, schöne Basteleien. Bei Punkt 8 kann ich das noch für das Drahtgestell sagen. Weiter bin ich nie gekommen, aber die verlinkten Videos sind für mich immerhin zugänglicher und anschaulicher als alles, was ich bisher dazu gesehen oder gelesen habe.

      Edit 3: Da hatte ich glatt die Ent-Bastelei von DM Scotty übersehen, der übrigens noch mehr Monster in seinem Kanal bastelt. Es ist oben eingefügt, aber hier nochmal, falls jemand nur der Edit auffällt: https://www.youtube.com/watch?v=F5OucdntDtA&t=1134s

    • Riothamus hat einen neuen Beitrag "Hilfreiche Websites für den Weltenbau" geschrieben. 27.06.2020

      Vielleicht ist auch EBIDAT, des Europäischen BurgenInstituts DATenbank hier interessant. Im Chat hatte ich die schon mal erwähnt.

      Von Vollständigkeit kann man nicht sprechen und die Suchfunktion über Orte und auch Kreise funktioniert nicht richtig, aber für eine Fundgrube ist das ja nicht weiter wichtig.

      Leider gibt es nicht zu allen Burgen Pläne und Ansichten, aber schon die Angaben zur Geschichte werden inspirieren, wenn es um die Geschichte einer erdachten Burg geht.

    • Riothamus hat einen neuen Beitrag "Bastel Deine Welt - oder wenigstens einen Teil davon!" geschrieben. 26.06.2020

      Lehmhäuser

      Frühe Häuser bestanden oft aus luftgetrocknetem Lehm und in ariden Gebieten kann das heute noch beobachtet werden. Als Schutz vor Regen sind diese meist verputzt, da Wasser luftgetrockneten Lehm schnell auflöst. Und da Fachwerk aus Holz und verputzten Flächen besteht, ist es naheliegend solche Gebäude -wie auch die Holzgebäude des Vorposts- vor jenem zu behandeln. Dabei kann es auch um verputzte Steinhäuser gehen, die nur im fraglichen Stil gestaltet sind.

      Also, rufen wir 'Gott will es!' und ziehen in den Orient, schließen uns Banditen in Mexiko an oder reisen doch her friedlich durch das Heilige Land oder Nordafrika? Okay, okay, bleiben wir dabei Youtube vom heimischen Schreibtisch aus zu erkunden.

      Eines sei schon zuvor erklärt. Bei diesen Häusern werden Dach und obere Geschosse von Holzbalken getragen. In trockenen Gebieten muss Holz meist importiert werden und ist wertvoll. Hervorstehende Holzbalken sind, so sie vorkommen, also Statussymbol. Dies ist beim Entwurf zu bedenken.

      Das Mandalorian-Diorama von Black Magic Craft ( https://www.youtube.com/watch?v=abBl5-sdwwY&t=2s ) hatte ich ja schon verlinkt. Er benutzt darin eine Airbrush und andere Dinge, die Anfänger nicht haben. Aber es geht auch ohne.

      Wüstenhütte bei TWS: https://www.youtube.com/watch?v=29QXfTIHlmI
      Star-Wars-Hütte bei TWS: https://www.youtube.com/watch?v=AXBA3tVe0Lw

      Mit Pappe (Wellpappe sollte auch funktionieren.): Wer sich schon immer gefragt hat, wofür Styroporkugeln gut sind oder sich für Kuppeln interessiert, kann auch mal beim Tabletop-Engineer reinschauen: https://www.youtube.com/watch?v=wxDYrWJ6T3U&list=PLPW-IGzHvgEV__ARpmkNHm5rjSp0_oOvr&index=3&t=0s

      Wie man sieht, ähneln sich die Vorgehensweisen. Für die Oberfläche gibt es auch verschiedenste Strukturpasten günstig im Bastelladen, auch Modelliermasse kann funktionieren und auch entsprechend struktrierter und nur bemalter Hartschaum kann gut aussehen. (Siehe z.B. unten die mit Sand und Green Stuff versehene Rolle von Tabletop Witchcraft) Einige Möglichkeiten werden noch beim Fachwerk zu sehen sein. Ich bin sicher, ihr würdet jetzt auch Rundhütten aus Lehm hinbekommen, ohne das ich danach suchen muss. Blätterdächer waren noch kein Thema. Aber die werden wie Blätter hergestellt und das gibt es unter Pflanzen.

      Aber verputzte Häuser, weiß gestrichen, verbinden wir mit dem Mittelmeerraum. Nur gibt es da auch schöne Ziegeldächer. Daher dazu noch ein Beispiel vom Red Beard Baron: https://www.youtube.com/watch?v=2VcXoH7NSys&list=PLe9zatOWhGhLpUon1h1UxPmlpYM85FEqS&index=4&t=0s

      Ja, die Ziegel sahen bei den Römern so aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Tegula_und_Imbrex

      Halbierte und in Stücke geschnittene Strohhalme auf eine glatte, überlappende Streifen kleben, kann da die Lösung sein und ist auch nicht arbeitsintensiver, da das Auseinandernehmen der Wellpappe entfällt. (Wer aufgepasst hat, weiß allerdings schon, dass es gewellte Pappe schon in Reinform im Bastelbedarf zu erwerben gibt.)

      Materialienkunde:

      1- Recycling:

      Es soll keiner sagen können, ich hätte keinen Warnhinweis gegeben: Nunmehr war das Verbot von Wegwerfplastik im Kabinett. Damit werden viele günstige Bastelressourcen verschwinden. Strohhälme und die Halme von Wattestäbchen sind günstige Rohre. Abgebrochene Zinken von Plastikgabeln verzieren grauslige Monster, Orkzelte und dergleichen. Hölzerne Plastikrührstäbchen, die laut ARD ebenfalls verboten werden sollen haben die richtige Breite für Holzbretter. Plastiklöffel halfen beim Gipsanmischen, Cocktailspieße ergeben gute Zäune. Zumindest einen kleinen Vorrat an Rohren und Löffeln werde ich mir zulegen und für andere Bastler dürfte das ebenfalls ratsam sein. Denn so ein Rohr kostet im Modellbauladen schon mal mehr als eine 200er Packung Strohhälme. Natürlich kann es sein, dass ihr diesen Vorrat anlässlich von Grillpartys mit eurem Leben verteidigen müsst und danach der Haussegen schief hängt, aber was nimmt man und frau nicht alles für das Hobby in Kauf. ;)

      2- Nochmal Hartschaum:

      Hier muss ich ein paar Infos nachreichen. Zunächst eine einfache Methode vom Terrain Tutor, das Papier vom Foamboard zu entfernen, wenn es stärker geklebt ist. Es soll auch bei Foamboard mit Pappe funktionieren: https://www.youtube.com/watch?v=kQezLam9B40&list=PLohbeH3fTP1ukLXKz_wOPD9-jK6RmMfqU&index=31

      Ich bin da noch ein wenig skeptisch, da nicht nur Kleber, sondern auch Styrodur unter Hitzeeinwirkung schmilzt, aber wahrscheinlich muss man ein Gefühl dafür entwickeln. Also erst mal im freien mit Schutzmaske ausprobieren. Vielleicht kommt da auch noch eine Warnung von Teja. Da aber sowieso irgendwann jemand über das Video stolpert, war es besser es zu zeigen und und an die Möglichkeit übler Gase zu erinnern. Ich habe bisher immer eine Möglichkeit gefunden, anders an dünnes Styrodur zu kommen und kannte bisher eher die Methode mit dem Einweichen.


      Der Styrodur-Papst nennt sich Gerard Bloom, ist Niederländer und hält auch Workshops ab. Ich hatte schon davon gesprochen, dass der Hartschaum farbcodiert ist, dass aber nicht weiter erläutert. Hier dikutiert Gerard Boom die unterschiedlichen Eigenschaften von rosanem und grünem Hartschaum bei Black Magic Craft: https://www.youtube.com/watch?v=DaggKFg8hKY

      Und hier führt der Terrain Tutor das blaue Zeug vor: https://www.youtube.com/watch?v=Hey7wIJ7gio&list=PLohbeH3fTP1sQrKMTHT2wEevSlanLf69f&index=25&t=0s

      TWS hat einen Bericht über einen Workshop, der hier wohl eher wegen der gezeigten Beispiele interessant ist: https://www.youtube.com/watch?v=K6KUqFZYlZ8&t=2s

      Es gibt ein paar wichtige Werkzeuge, um die Oberflächen von Styrodur zu strukturieren. In den Videos sind schon einige erwähnt, doch auf einiges möchte ich noch Hinweisen:

      A- Ein Heißdrahtschneider ist für das Meiste nicht notwendig. Allerdings werden Messer beim Schneiden des Materials schnell stumpf. Nehmt also eines mit günstigen, austauschbaren Klingen.
      B- Gerard Boom stellt Rollen aus PVC-Rohren vor, um schneller strukturieren zu können. Dabei sagt er, dass er Gravierspitzen nutzt und die Anfertigung 20 Stunden dauert. Mit einem anderen, allerdings etwas -wirklich nur etwas- gröberem Werkzeug geht es schneller, wie Tabletop Witchcraft herausgefunden hat: https://www.youtube.com/watch?v=mJS5JjTP1P4&list=PL-3O9zECW30Px7oNklY8iLREZxYDh_X0b
      Modellbaubohrmaschinen, egal welcher Marke dürfte in Deutschland so weit verbreitet sein, dass ihr jemand zum Ausleihen finden werdet, wenn ihr euch diese Arbeit machen wollt. Ich erwähne das, weil ich, wenn ich mir das ausleihen müsste, die Spitze dann nicht ausleihen, sondern im Baumarkt kaufen würde. Dann gibt es keinen Ärger, falls damit etwas schief geht.
      C- In dem Video werden noch zwei weitere Strukturierungshilfen vorgestellt, die sehr leicht zu basteln sind. Für die eine braucht man kein Rohr, es reicht auch ein Nudelholz oder ähnliches, je nachdem was günstiger oder für den Zweck passender ist, wie TWS hier zeigt: https://www.youtube.com/watch?v=3d5dl6zhMX4
      Wie zu sehen ist, sind bei der Gestaltung von Strukturierungswerkzeugen der Fantasie wenig Grenzen gesetzt.
      D- Auch Steine können genommen werden, wenn sie entsprechend geformt sind. Größere können eher bei Felsen eingesetzt werden, kleinere in Kisten oder Dosen, um viele einzelne Hartschaumquader durch rütteln auf einmal zu bearbeiten.
      E- Grundlegendes Werkzeug ist der sog. vollmetallische Universalstrukturierer. Jeder, der einen alten Aluhut übrig hat, kann ihn selber herstellen. TWS hat sogar ein Video dazu: https://www.youtube.com/watch?v=A6LGxLKRY0g
      Ein Kugel aus Aluminiumfolie funktioniert tatsächlich gut. Allerdings wird sie beim Strukturieren immer gleichmäßiger, so dass sie irgendwann ausgetauscht werden muss.

      3- Balsaholz:

      Im letzten Post wollte ich eigentlich noch ein Video zu Balsaholz verlinken. Wenn jemand mit andere Holz Probleme hat, sollte er oder sie mal damit arbeiten. Eisstiele und Rührstäbchen sind zwar leicht zu sammeln oder sehr günstig, aber meist sehr hart. Und Balsaholz ist im Baumarkt ebenfalls sehr günstig. Also schaut, was TWS dazu zu sagen hat: https://www.youtube.com/watch?v=Suurw_4JcCM

      4- entsprechende Playlists:

      Die meisten der verwendeten Kanäle haben Playlists zu Grundlagenwissen, Materialien und grundlegenden Techniken. Ich bezweifele, alles verlinken zu können. Aber, wie gesagt, wer sich interessiert wird sich von dieser Youtube-Führung auch lösen können und eigene Kreuzzüge zur Befreiung des Heilige... - äh - ich wollte sagen Expeditionen durch Youtube unternehmen.

      Edit: Ich muss mal schauen, ob es vom Vorpost noch eine kommentierte Version geben wird. Das ist ja wirklich eine Linkwüste geworden.

    • Riothamus hat einen neuen Beitrag "Bastel Deine Welt - oder wenigstens einen Teil davon!" geschrieben. 21.06.2020

      Es geht weiter:

      In den letzten Tagen kam ich immer nur kurz ins Netz. Aber jetzt soll es hier weiter gehen. Da ich es heute nicht schaffen werde, die Links zu posten, die ich mir für die Gebäude ausgesucht hatte, poste ich etwas zu SciFi-Gebäuden, -Modulen und -Raumschiffen. Nun, auch da sind Gebäude enthalten und es wird mit Raumschiffen ein Thema behandelt, dass ich eigentlich ausklammern wollte. Eigentlich ist das ja nicht so mein Thema, aber es gibt da einen Youtobe-Kanal auf dem das Grundprinzip schnell klar wird: Eine Grundform aus den einfach zu konstruierenden Geometrischen Formen, die mit futuristischen Zutaten beklebt und dann mit Technik-Teilen beklebt wird. Wer, z.B. für eine Raumschiffnase, runde Formen möchte, kann auf die zahlreichen Styroporobjekte aus dem Bastelbedarf, insbesondere Eier und Kreise zurückgreifen, die es in allen Größen gibt und die recht günstig zu finden sind. Alle, die an eine organischere Form denken, seien auf das Kapitel zur Monster- und Figurenmodellation verwiesen.

      SciFi:

      So, zum Tabletop-Engineer:

      Hier seine Playlist zu Gebäuden, die -vielleicht mit anderer Bemalung- sicher auch als Raumchiffkomponenten verwendbar sind: https://www.youtube.com/playlist?list=PLPW-IGzHvgEWx6CzYZRpjJC67wpiqtj5g

      Hier baut er ein ganzes Raumschiff: https://www.youtube.com/playlist?list=PLPW-IGzHvgEW2VDPcVTvzGnCP51MxglM8

      Er verwendet extensiv Graupappe. Für SciFi sieht die rauhe Oberfläche aber nicht immer passend aus. Schon Wellpappe hat meist eine glattere Oberfläche, aber Plasticsheets sind ja auch nicht so teuer und kommen ab und an -zumindest für kleinere Flächen- als Verpackungsmaterial gratis ins Haus.

      Es liegt natürlich nahe, Raumschiffe etwas kleiner zu basteln. Und wer ganze Flotten im Kampf zeigen möchte, wird sogar sehr viel kleiner werden, wodurch andere Techniken notwendig werden. Dazu vielleicht in einem anderen Post mehr. Denn ich denke daran, evt. doch selbst eine Flotte aufzubauen. Ich habe da ja einen gewissen verrückten Wissenschaftler und der Widerstand beginnt sich ja langsam zu fomieren.

      Hier dann noch ein deutschsprachiges Video von TWS: https://www.youtube.com/watch?v=lXRy9hQ0KI8

      Da benutzen sie zwar übriggebliebenes aus SciFi-Gussrahmen, aber altes Spielzeug, Elektronikschrott und Hausmüll bergen oft auch Nutzbares und es kommt mir bei diesem Video darauf an, dass das Grundprinzip auch für diejenigen, die kein Englisch verstehen, zu erkennen ist. Bei TWS gibt es noch mehr SciFi-Basteleien, aber ich gehe davon aus, dass, wer interessiert ist, bei den verlinkten Kanälen selbständig stöbern kann. Nur eine recht direkte Müllverwertung möchte ich hier noch zeigen: https://www.youtube.com/watch?v=SGSvahb8Rys

      Und auf Black Magic Craft wird auch der Bau einer SciFi-Tür gezeigt, was bei obigen Beispielen oft fehlt: https://www.youtube.com/watch?v=TEpRKep98CM

      Das Wort zum Basteln ;) :

      Warum greife ich hier so intensiv auf 'Crafting'-Kanäle statt auf Dioramen-Kanäle zurück? Ganz einfach, weil dort vieles einfacher dargestellt wird und viele Modellbauer heute -entgegen der guten, alten Tradition des Recyclings im Modellbau- auf Technik und teure Dioramens setzen. Oft sind im Endeffekt aber nur der Detailgrad und die Maßstabsgenauigkeit der Unterschied. Und, naja, das mit dem Messen und Umrechnen kann ich, wenn gewünscht nochmal erklären, gehe aber davon aus, dass sich Weltenbastler sowieso schon mit den dazu nötigen Fähigkeiten vertraut machen mussten.

      Was den Detailgrad angeht ist es -neben der Zeitfrage- einfach eine Sache der Erfahrung. Je mehr jemand mit der Materie bekannt wird, desto mehr kann er umsetzen. Und dann erleben wir das Phänomen, dass die meisten schnell an den Punkt kommen, es mit den Details zu übertreiben. Auf der anderen Seite sind es die Details, die verhindern, dass ein Modell langweilig wirkt und ermöglichen es länger zu betrachten. Und für dies Spannungsfeld gibt es eben keine Richtlinie. Die Crafting-Community will Geländestücke für RPG, Dungeon-Crawler oder was für ein Tabletop auch immer. Da würden manche Details nur stören oder zu fragil sein. Bei einem RPG soll auch vieles der Fantasie überlassen bleiben. Der Dioramenbauer will einen bestimmten Effekt erzielen, der reine Modellbauer die Wirklichkeit abbilden.

      Für den Weltenbauer stellt sich ebenso die Frage, wass er erreichen möchte. Zusätzlich zum genannten kommt hinzu, dass er ein bestimmtes Bild seiner Welt transportieren möchte. Da mag dann nicht das Gebäude, sondern das Unkraut oder die Steine darum im Vordergrund stehen.

      Wenn Interesse besteht, dass im Rahmen dieses Threads durch ein Projekt geleitet wird, bitte ich das zu bekunden.

      Edit: Ich wurde da auf ein Problem aufmerksam gemacht. Es könnten nun viele auf die Idee kommen, alte Toaster und dergleichen für technisch aussehende Teile auseinander zu nehmen. Das sollte natürlich nur machen, wer sich mit dem Thema Elektronik entsprechend gut auskennt. Z.B. wird in manchen Geräten, wie etwa in Bildschirmen, elektrische Energie in Kondensatoren gespeichert. Dies kann für den, der ein solches Gerät auseinanderbaut, ohne die Kondensatoren fachgerecht zu entladen, gefährlich werden. Auch Netzteile können sehr gefährlich sein. Erkundigt euch also vorher, ob das Auseinandernehmen bei einem Gerät ungefährlich ist und lasst die Finger davon, wenn das nicht der Fall ist. Auch ich nehme nur solche Sachen auseinander, von denen mir sicher bekannt ist, dass das ungefährlich ist. Nun, äh, würde, da ich ja beim Thema SciFi eher nicht bastele und da schon so manche Ressource entsorgt (oder weitergegeben) habe.

      Edit 2: Noch etwas SciFi wurde wiedergefunden: https://www.youtube.com/watch?v=KIQH_Qd5M3s


      Edit 3: Als Illustration für höheren Detailgrad sei auch noch etwas nachgereicht.

      Zunächst von einem 'Crafter': https://www.youtube.com/watch?v=Aop-pcsfn-U

      Dann von einem Modellbauer: https://www.youtube.com/watch?v=os1SA2ZpVdE


      Edit 4: Dann ein Beispiel für ein größeres Projekt. Allerdings auch ein Beispiel, wie aus Historie Fantasy wird. Das Kolosseum ist nicht geformt wie moderne Stadien. Es bildet eine Ellipse und hat 80 Eingänge, nicht nur einen. Weitere Ungenauigkeiten sind durch vergleich mit Bildern und Plänen leicht festzustellen. Natürlich will der Erbauer kein genaues Modell erstellen, sondern eine bespielbare Arena, aber für meinen Geschmack weicht er schon sehr weit ab. Einerseits also ein Beipiel, wie einfach, wenn auch zeitaufwändig im Grunde auch so ein größeres Projekt ist, andererseits auch ein Beispiel dafür, wie leicht man abweichen kann. Für einen Weltenbauer besteht hier die Gefahr, die Welt einem ungenügenden Modell anzupassen, weil ein etwas größerer Aufwand gescheut wird. In so einem Fall, sollte überlegt werden, wie toll es wird, wenn der Mehraufwand betrieben wird.

      Arena von Tabletop WitchCRAFT: https://www.youtube.com/watch?v=ICuV9UKAQlQ&t=949s

      Wikipedia zum Kolosseum: https://de.wikipedia.org/wiki/Kolosseum


      Edit 5: Ein Beispiel dafür, dass das Kolosseum noch kein richtig großes Projekt ist, wenn hier auch fertige Häuser benutzt werden, bietet diese Playlist von Real Terrain Hobbies:
      https://www.youtube.com/playlist?list=PLDwmD6E3696gmgjs0Ar034D8hLPKXyEot

    • Riothamus hat einen neuen Beitrag "Bastel Deine Welt - oder wenigstens einen Teil davon!" geschrieben. 01.06.2020

      Zuerst muss ich darauf hinweisen, dass ich dem vorherigen Post einige Edits angehängt habe.

      Dann muss ich heute einmal innehalten und erklären, wie es weiter gehen soll. Eigentlich sollte das schon nach den Schifflein erklärt werden, aber da kam ja die Frage Dr. Zalmats, die mich zu den Dächern und einigem Anderen geführt hat.


      Als Einstiegsprojekt sind Mauern geeignet. Ob als Gartenmauern oder Ruinen gestaltet. Daher sollten dazu einige Beispiele kommen. Ebenso zu Felsen. Und dabei sollte auch das Gießen mit Formen erwähnt werden. Eben einfache Sachen, um darauf aufzubauen. Das habt ihr vielleicht schon gemerkt, denn zu den Mauern habe ich ja schon ein paar Videos verlinkt.


      Aber dann sind da noch zwei wichtige Dinge, die abgehandelt werden müssen und in den Videos bestimmt schon aufgefallen sind. Und diese Dinge sind die Bemalung und die Basierung. Denn ein Modell will Farbe und es gibt da ein paar hilfreiche Techniken. Ein Modell sieht auch einfach besser aus, wenn es in der Landschaft steht und nicht auf dem Regalboden. Und das will ich eben auch einzeln aufgreifen und weil ich faul bin von den diversen Kanälen erklären lassen. ;)


      Dann gibt es noch eine Reihe einfacher Sachen wie Hügel, Heuhaufen, Hecken und Zäune abzuhandeln. Schließlich schaue ich dann mal nach etwas komplizierterem wie Bäumen. Wobei das eine subjektive Wertung ist, denn für andere sind Bäume einfach nur einfach. Und am Schluss will ich dann hier mal ein Projekt vorstellen. Aber, falls ich von dem Weg wieder abgelenkt werde, werde ich das erst festlegen, wenn es soweit ist.

      Soweit war jedenfalls der Plan, bevor ich zu den Dächern kam. Vielleicht ziehe ich nächste Woche einfach die Gebäude vor und erkläre danach noch die Felsen. Denn für das Ausprobieren beim Bemalen ist es ganz gut nicht nur Mauerwerk, Holz und Putz zu haben, da man an Felsen, die sehr einfach und günstig (Alufolie und Gips reichen für den Anfang) zu basteln sind, viele Techniken ausprobieren kann. Mal sehen. Vielleicht gibt es dann wieder 2 Posts.


      Heute bleiben dann noch zwei Sachen zu tun. Ich habe ein paar Beispiele für Dioramen herausgesucht, die gar nicht so schwer zu erstellen sind. Und auch, wenn die jeweiligen Dioramenbauer Maschinen benutzen, geht es bei allen Beispielen auch gut ohne. Das wird noch an passender Stelle erklärt werden.


      Eines muss ich vorher noch erwähnen: Dungeons. Dungeons zu bauen kann eine Sucht werden, aber ich denke einmal, dass der Nutzen zum Weltenbau, wenn man nicht gerade Zwerge zum Objekt erkoren hat, gering ist. Ich gebe allerdings zu, dass ich schon länger an ein Zwergendiorama denke, dass nur zu sehen ist, wenn man sich auf den Boden legt und unter mein Sofa schaut. Ja, der Sport schreckt mich ab. Aber dieser Schrank neben der Tür zur Terasse muss ja nicht so nah an der Wand stehen. Und dann kann es sogar Stollen in verschiedenen Höhen geben. Mal schauen, was die Zukunft bringt. Im letzten Post habe ich ja schon die beiden Pappkarton-Dungeon-Bauer verlinkt. Hier dann als Beispiel noch das realistischer aussehende System von Black Magic Craft, das in einem Diorama wohl außer auf der Schauseite mit Wänden versehen würde:

      Was er meint, das man braucht (Nicht nur, falls es Spieler unter uns gibt, er verlinkt auch zu den jeweiligen Tutorials. Dungeon-Tiles sind eine gute Übung zur Bodengestaltung und statt Ruinenwände richtige zu bauen, schafft wer will, auch ohne weitere Anleitung.): https://www.youtube.com/watch?v=appzGty5DL0&list=PLSrIGfVibMhjlq1rzP9YeHTDGaVLeDJbF&index=21


      Statt Styrodur ginge auch billiges Foamboard, wenn es denn lokal zu bekommen ist, dass auf die dicke Wellpappe geklebt wird. Das wäre dann auch dünner. Die Seiten des Foamboard wären als Steinplatten zu gestalten und die der Pappe als Erde unter den Platten oder Fels, wenn die Seiten denn zu sehen sind. (Die Seiten der Pappe kann man nicht nur zukleistern. Auch überkleben mit Papier oder Plastik geht.) Wie gesagt, wer bei sich in der Wohnung eine entsprechende ungenutzte Ecke findet, kann ja auch Stollen und sonstige unterirdische Gänge seiner Welt thematisieren. Aber vielleicht gibt es ja auch den ein oder anderen RPGler mit besonderem Interesse am Untergrund seiner Welt im Forum. (Es sei erwähnt, dass es auch Gießformen gibt, die speziell Dungeons im Sinn haben.)


      Es droht schon wieder ein langer Post zu werden, aber einige Dioramen anderer Bastler wollen noch gezeigt werden:

      1: Einkaufsgasse nach Harry Potter. Hier wird eine Lösung für wenig Platz gezeigt. Wenn das zwischen kurzen Büchern wie Reclamheftchen steht, kann so etwas auch nach hinten breiter werden und ganze Landschaften zeigen, wenn man eine falsche Perspektive benutzt. Heißdrahtschneider, Lasercutter und Elektronikgelöte sind hier nicht nötig. Passende Beleuchtungen gibt es zur Weihnachtszeit sehr günstig, Mit etwas Geduld langt für das Styrodur, wie schon gesagt, ein Messer und es geht auch mit dicker Wellpappe und Foamboard oder dünnerem Styrodur. Statt MDF kann einiges auch durch Wellpappe dargestellt werden. Da auf einem Bücherbord schon mal größere Kräfte auftreten können, würde ich oben und unten Hölzer einsetzen und in die Seiten zumindest MDF-Platten oder Sperrholz integrieren, die es aber im Bau- oder Bastelmarkt schon in passenden Größen gibt. Hier der Link zu Nerdforge:

      https://www.youtube.com/watch?v=n4ZpkuMC29w

      2: Black Magic Craft war hier schon mehrfach verlinkt. Hier zwei eher klassische Dioramen. Ich hatte nach SciFi gesucht, weil das nicht so meine Sache ist, und war dann erstaunt gleich da etwas zu finden. Hier sieht man ganz gut, dass jedes Diorama aus einfacheren Einzelteilen besteht. Gewünschte Figuren müssen natürlich beschafft werden, aber den 3D-Drucker nutzt er eigentlich nur aus Faulheit. Und so etwas ist auch ohne Airbrush zu bemalen. Das ist wieder nur eine Vereinfachung, zumal es, wenn man nur wenig bauen will auch Sprydosen gibt.

      Mandalorian mit Baby Yoda: https://www.youtube.com/watch?v=abBl5-sdwwY
      Cyberpunk Diorama: https://www.youtube.com/watch?v=06OQmIiYQMA

      3: Daggerandbrush ist ein Blog, der verschiedene tolle Sachen zeigt. Seinem Lieblingsdiorama hat er sogar ein Youtube-Video spendiert. Es ist ein Diorama, dass seine Form den berühmten prähistorischen Tempeln in Malta verdankt.

      Crypt of the Damned: https://www.youtube.com/watch?v=nQJsRu7Hksg

      Zum Blog mit sehr interessanten Tutorials: https://daggerandbrush.wordpress.com/
      (Schaut euch da unbedingt den Vlad Dracul an. Die Figur ist nicht nur liebevoll in ein kleines Diorama gesetzt, sie ist auch umgebaut, wobei Dareios auch die Historie etwas berücksichtigt hat. Das Baumtutorial wird an entsprechender Stelle nochmal erwähnt werden.)

      4: Um das Thema unter 1 fortzuführen: Ladenfronten von Landvaettr's Lair: https://www.youtube.com/watch?v=aHL7ncloRdk
      (Generell gilt heutzutage, dass die Wahrscheinlichkeit groß ist, dass irgendwo im Netz beschrieben ist, wie etwas gebaut wird, ob es nun Riesenspinneneier, ein Märchenschloss oder eine Raumstation ist.)

      Eigentlich wollte ich noch Richard Windrow uns seine Bücher vorstellen, aber weil das hier schon lang ist, bekommt er in den nächsten Tagen einen eigenen Post.

      (Zu den Ladenfronten und dem Cyberpunk-Diorama werde ich noch etwas egänzen. Ich schreibe in dem darauf folgenden Post, wenn das geschehen ist.)

    • Riothamus hat einen neuen Beitrag "Bastel Deine Welt - oder wenigstens einen Teil davon!" geschrieben. 31.05.2020

      Oh, da kommt heute dann etwas anderes als geplant. Es geht um Dächer. Eigentlich sollten ja erst die Wände kommen. Im Gegensatz zur Bauwirtschaft und den Gesetzen der Physik bin ich da flexibel. Aber erst mal zur Frage.

      Bevor wir in einer Sprachverwirrung enden: Du meinst ja die gewellte Pappe und nicht die Pappe aus der Bananenkisten mit -sozuagen- der Welle innen? Der Sprachgebrauch geht da ja auseinander. Erst zur gewellten Pappe und Dächern und dann zur Pappe.

      Zur gewellten Pappe (und den Dächern):

      Oh ja, daraus lassen sich z.B. Dachziegel machen. Und natürlich Wellblech. Und Weinregale. Und ... (Wenn es stabil genug ist, angeblich auch Regenrinnen. Aber das habe ich nicht hingekriegt.) Es gibt dafür noch zahlreiche andere Anwendungen, auch wenn mir gerade nichts in den Sinn kommt. Schon H. G. Wells hat Wellpappe in Floor Games erwähnt, auch wenn das nur ein historischer Fakt ist, da er ja Gebäude, Pflanzen und so nur andeutet und die Fantasie der Kinder sich das dann ausmalen soll.

      Lange Streife schneiden, die seitlichen Abgrenzungen der Ziegel einzeichnen oder einschneiden (schwieriger!). Die Streifen können dann einer über dem anderen aufgeklebt werden.

      So geht man auch für Holzschindeln vor. Frühstückscerealienkarton in Streife schneiden, an einer Längsseite passend für die Holzschindeln einschneiden und übereinander auf das Modell kleben. Die einzelnen Schindeln können vor dem Aufkleben auch noch unregelmäßig eingeschnitten werden, die Ecken verlieren und so, um das Dach alt darzustellen.

      Bei Dachziegeln sieht es m.E. besser aus, die Wellen der Wellpappe längs abzuschneiden, um dann einzelne Ziegel zuzuschneiden.

      Ach ja, auch Stroh- und Reetdächer können in Streifen aufgebracht werden. Hier ein Beispiel von der Crafting-Muse, nicht dass ihr denkt, das wäre nur etwas für Männer: https://www.youtube.com/watch?v=QK4g8IgfkBQ

      Allerdings müssen die Strohstränge nicht einzeln aufgeklebt werden. Hier zu sehen, ihr kennt den Kanal Landvaettr's Lair schon von dem Wikingerschiff: https://www.youtube.com/watch?v=gM7izZHEyEU&list=PLWvRrM-2bS1njy_2BLjHhHyOUOG-1qw4k&index=18&t=0s

      Hier muss allerdings darauf geachtet werden, dass die Strohstreifen nicht zu breit werden. Armlang ist schon zu breit. Am besten an entsprechenden realen Bauten orientieren. Gerade viele Tabletopper sind da zu faul. Bei runden Dächern, sind die Pappstreifen kreisförmig zuzuschneiden. (Ich habe den Eindruck, sie nutzt einfache Strohbänder, während er Jute benutzt. Probiert einfach aus, was euch besser zusagt.

      Oft wird einfach Teddybärfell genommen, in Streifen aufgeklebt, mit verdünntem Holzleim fixiert und dann bemalt. Das sieht nur fast immer eher so aus, als ob ein Misthaufen auf dem Haus wäre. Das Stroh muss hingegen regelmäßig liegen, wenn das Dach dicht sein soll. Es gibt eine Time Team-Folge, in der sie auch den Bau eines Strohgedeckten Rundhauses zeigen. Ich finde die nur gerade nicht.

      Ein Kupferdach wird hier gezeigt: https://www.youtube.com/watch?v=_j4FVgQdw7c

      (Die Bemalung geht einfacher. Für das Kupferoxid gibt es auch spezielle Farbmischungen zu kaufen.)

      Für verschiedene Dächer gibt es natürlich auch Formen, z.B. von Hirst Arts (www.hirstarts.com). Nur bei Stroh- und Reetdächern sieht es damit noch mau aus.

      Aber denen hat sich der Terrain-Tutor angenommen: https://www.youtube.com/watch?v=nphb83aBQds&list=PLohbeH3fTP1ukLXKz_wOPD9-jK6RmMfqU&index=2

      Auch Richard Windrow nutzt für Stroh- und Reetdächer Formen, weil es realistischer aussieht. Wer das ist? Das verrate ich im nächsten Post.

      Falls es um das Zeug geht, aus dem Bananen- und Umzugskartons sind, ist das sogar noch vielseitiger zu verwenden. Es kann innen Häuser verstärken, als Halt für dünnes Foamboard dienen und es gibt sogar ganze Dungeons daraus: https://www.youtube.com/channel/UCJLqz6kcB1gMPiVnL0XfUDg

      (Vorsicht! Sehr comichaft und nicht ganz unser Thema!)

      Auch bei DM Scotty ist dieser Karton die Grundlage. Und einiges was er baut, ist wirklich ein gutes Vorbild, auch wenn es nicht nach Comic aussehen soll: https://www.youtube.com/channel/UCF-i5kmuwyV6N3xi5z1TElg

      Das letztere ist nicht ganz unser Thema. Aber wenn der Pappkarton doppelt ist oder um 90° gedreht aufeinandergeklebt wird, ist er sehr stabil. Und daher kann er sogar als Basis benutzt werden, so dass nicht mal dafür MDF oder Holz genommen werden muss. Die Ränder können gerade oder schräg abgeschnitten und dann mit der Heißklebepistole oder irgendeiner Paste geschlossen werden, um die Löcher zu verdecken. Heute werden meist Palstikplatten aus dem Baumarkt oder Bastelgeschäfft genommen, die genauso leicht zu bearbeiten aber stabiler sind. (Dasselbe Zeug wie bei Unterlegsets. Nachdem die in verschiedenen Bastelsendungen empfohlen wurden, gibt es jetzt auch Platten zum Basteln zu kaufen.) Mit Pappkarton lässt sich einiges an teurerem Material ersetzen.

      Er kann, wo wir schon Strohdächer hatten, als Grundlage von Fachwerkhäusern dienen und er wird im Thread noch häufig erwähnt werden. Das ist auch ein Grund, warum ich immer sage, dass keine teuren Materialien gebraucht werden. Es kann z.B. viel daraus gemacht werden, was sonst aus MDF oder Sperrholz gemacht wird. Natürlich ist es nicht so stabil, aber unsere Modelle werden ja nicht so wild bespielt wie Ritterburgen. Feuchtigkeit ist ein Thema, aber wie an entsprechender Stelle die Videos zeigen, gut in den Griff zu bekommen. Insbesondere, da es Mod Podge dank Amazon mittlerweile auch bei uns gibt. In den 80ern, und Anfang der 90er Jahre war das hierzulande nicht für alles Geld der Welt zu bekommen. Es geht aber auch mit Holzleim zu versiegeln und selbst der dünne Frühstückscerealienkarton ist wieder gerade zu bekommen, wenn er sich verzieht. Der alte Trick besteht darin, ein verzogenes Stück über Nacht mit Leim auf ein gut feuchtes bis nasses Stück Küchenpapier zu stellen. Genauer erklärt in folgendem Video: https://www.youtube.com/watch?v=XFz5bCksSfs&list=PL8V7UFn3_Qs7VrPCYxbijBdwGwB2i38cP&index=10
      Das funktioniert bei Plastik natürlich nicht. Karton hat also auch so seine Vorteile.

      Edit: Es sei noch darauf hingewiesen, dass für diesen Post keine Teddy-Bären geschlachtet wurden.

      Edit #2: Des Terrain Tutors Wort zu Dachbelägen: https://www.youtube.com/watch?v=LDxQM7al1zg&list=PLohbeH3fTP1ukLXKz_wOPD9-jK6RmMfqU&index=4

      Edit #3: Auf TWS ist zu sehen, dass Teddybärfell eher nach Misthaufen aussehen kann: https://www.youtube.com/watch?v=XCF4TWQh8iY

      Edit #4: Da es erwähnt wurde, hier Fachwerkbau: https://www.youtube.com/watch?v=aJyOtwqgHz0&list=PLohbeH3fTP1ukLXKz_wOPD9-jK6RmMfqU&index=3

      Statt Hartschaumpappe geht auch die dicke Wellpappe, wenn man das Werkstück gegen das Verziehen beschwert. Es ist aber kein großes Problem, wenn rundum Holz geklebt ist. Er zeigt hier auch nur eine Wand. Für ein richtiges Häuschen gehört Holz mit viereckigem Profil an die beiden Seiten, um da keine unrealistischen Fugen zu haben. Zum problemlosen Zusammenbau kann da wieder die dicke Wellpappe dienen. Aber das wird noch in einem Video zum Hausbau zu sehen sein. Ich hatte nur das Gefühl, dass das zur Antwort gehört.

    • Riothamus hat einen neuen Beitrag "Bastel Deine Welt - oder wenigstens einen Teil davon!" geschrieben. 28.05.2020

      Wundert euch nicht, wenn ich zu einigen Sachen mehrere Videos verlinke. Nicht jede Erklärung ist für jeden etwas und manchmal kommt es auf die kleinen Unterschiede an.

      Also, wie versprochen einige Erläuterungen:

      1- Frühstückscerealienverpackungen, Reiskartons und dergleichen sind kein Müll. Es sind wertvolle Ressourcen.

      Wie wird aus der Pappe nun Holz? Dazu ein Video von Black Magic Craft: https://www.youtube.com/watch?v=uM75jA0ZfFA

      2- Das gleiche gilt für Eierwaben. Hieraus kann man Steinwände machen, was vor allem im Hintergrund nicht auffällt.

      3- Und ebenso für die Papprollen von Küchenpapier, Klopapier, etc. (mehr dazu in einem späteren Post)

      4- Alufolie, dient nicht nur für Hüte, sondern auch als Felsform und vor allem als vollmetallischer Universalstrukturierer (Siehe Punkt 5.)

      5- Hartschaum, was ist das? Es ist gechäumtes Polystyrol. (https://de.wikipedia.org/wiki/Polystyrol#Gesch%C3%A4umtes_Polystyrol)

      Expandiert wird er als EPS bezeichnet und ist unter der Marke Styropor allgemein bekannt. Dieser ist hier aber nicht gemeint. Styropor dient beim Modellbau als Füllstoff oder als Bestandteil zur Darstellung von Schutt.

      Polystyrol kann aber auch extrudiert (https://de.wikipedia.org/wiki/Extrusion_(Verfahrenstechnik)) werden. Dann wird er als XPS-Hartschaum bezeichnet, besser bekannt unter dem Markennamen Styrodur und dient z.B. zur Wärmedämmung und als Trittschalldämmung. Dies ist hier gemeint. Es gibt hier noch verschiedene Arten, die Farbcodiert werden. Am häufigsten weiß, rosa (oder 'rot') und blau. Wer brav fragt, mag übriggebliebene Reste und Verschnitt auf einer Baustelle geschenkt bekommen. Sonst im Baumarkt fragen oder auf Amazon bestellen. Im Modellbaubedarf wird es zu Apothekenpreisen angeboten. Es braucht keinen Heißdrahtschneider. Nur werden Klingen schnell stumpf. Daher Messer mit austauschbarer Klinge verwenden, wie es sie in jedem Baumarkt für ein, zwei Euro gibt.

      Erklärung auf dem deutschsprachigen Youtube-Kanal TableTopWorkshop (TWS): https://www.youtube.com/watch?v=xm3n36e6uT0

      Eklärung bei Mel, dem Terrain Tutor: https://www.youtube.com/watch?v=07AYjRG8zcw&list=PLohbeH3fTP1sQrKMTHT2wEevSlanLf69f&index=17

      Einprägen der Oberfläche bei Mel, dem Terrain Tutor: https://www.youtube.com/watch?v=jiIF1yUN3Xg&list=PLohbeH3fTP1sQrKMTHT2wEevSlanLf69f&index=18

      Handhabung bei Mel, dem Terrain Tutor: https://www.youtube.com/watch?v=Hey7wIJ7gio&list=PLohbeH3fTP1sQrKMTHT2wEevSlanLf69f&index=24

      Eine kleine Bastelei, um sich mit dem Zeug vertraut zu machen von Black Magic Craft: https://www.youtube.com/watch?v=je_ffKDWlYg

      Und gleich ein vernünftiges Anwendungsbeispiel von TWS: https://www.youtube.com/watch?v=OXpTTjROYoY

      Und zwei andere Wege zur Gartenmauer vom Terrain-Tutor: https://www.youtube.com/watch?v=Fmh8qvmXe6s&list=PLohbeH3fTP1sVLnm_SK-9mKS_7KeIxfYU&index=9

      Wie wird aus dem Hartschaum nun Holz? Dazu ein Video von Black Magic Craft: https://www.youtube.com/watch?v=DY3VRBDaXE8&list=PLSrIGfVibMhh29RjNj7cZJxXYSQHTFSjZ&index=2

      (Mauern aus einzelnen Blöcken ergeben meist ein wenig vertrauenswürdiges Mauerwerk, dass sich aber für solche Mauern und Ruinen gut eignet. Für richtige bewohnte Gebäude, empfiehlt es sich den Hartschaum einzuritzen wie im Video erwähnt. Wer ein altes Gebäude will, kann die Fugen vergrößern oder auch an den Fugenkanten einzelne Stücke herausbrechen. Es sieht sonst einfach -im Gegensatz zu odentlich verbauten Gipssteinen- nur instabil und unrealistisch aus. Wer natürlich einen Stil zwischen Comic und Brothers Grimm mag, lasse sich nicht aufhalten. Aber dazu mehr in einem anderen Post.)

      6- Hartschaumpappe ("foamboard")

      a- Im Bastelladen wird dünner Hartschaum, auf den beidseitig Papier geklebt ist, als Hartschaumpappe verkauft. Das Papier lässt sich nur schwer entfernen, was bei den meisten Nutzungen aber nötig ist. In Billig-Läden ist aber oft (nicht gleich eindecken, immer erst ein Teststück kaufen) das Papier ganz leicht abzuziehen. Das wird nicht nur für Boote genutzt. Alternativ gibt es im Modellbaubedarf ganz dünne Hartschaumplatten. Diese sind aber teurer, obwohl es ein ganz billiges Material ist.

      b- (Um das Material gleich auch zu erwähnen, damit keine Missverständnisse aufkommen.) Im Baumarkt klebt auf dickeren Hartschaumplatten richtige Pappe. Das kann für stabilere Bauten genutzt werden und ist gut geeignet, um z.B. moderne Hochhäuser darzustellen.

      Erklärung (zur Variante B, wenn ich es richtig im Kopf habe) vom Terrain-Tutor: https://www.youtube.com/watch?v=o5qHfkGC37s&list=PLohbeH3fTP1sQrKMTHT2wEevSlanLf69f&index=22

      7- PVA: Ist hiervon die Rede, ist Holzleim gemeint. Beim Modellbau ist oft die Express-Variante hilfreich. Auch für jemanden, der ihr hinsichtlich stabiler Möbel misstraut.

      Damit soll es denn auch für diesen Post gut sein.

    • Riothamus hat einen neuen Beitrag "Bastel Deine Welt - oder wenigstens einen Teil davon!" geschrieben. 28.05.2020



      2 Schiffe


      Warum gleich Schiffe? Damit der Rio erst mal 100 Wochen über Plankenbreiten, Kielaufbau und Taustärken und -drehrichtung dozieren kann? Der durchschnittliche Weltenbauer wird ja zunächst an ganz anderem interessiert sein.

      Doch nein, es geht mir eben um anderes. Ein Schiffsmodell zu bauen erfordert teure Materialien, Machinen und viel Zeit. Oder? Nun, das ist der Fall, wenn man traditionell herangeht und aus Holz, Metall und besseren Bindfäden baut, ja für einige Teile formen anfertigt und gießt. Aber das ist alles nicht nötig und der Preis ist nur insgesamt hoch, nicht wenn er auf die Bauzeit eines Modells umgerechnet wird.

      Wir schauen mal, wie es anders geht und schauen uns dabei gleich ein paar oft benötigte Techniken an.


      1- Als bestes Werk zum Thema historischer Standmodelle gilt Bernard Fröhlich - Die Kunst des Modellbaus (Verlag: A.N.C.R.E. in Nizza; Nein, trotz der verdächtigen Abkürzung keine finstere Geheimorganisation. Es ist seinen Preis von derzeit 85,- € zwar Wert, wird aber wohl kaum beschafft werden, um sich zum Thema nur mal zu informieren. Wer es dennoch will, achte darauf, die deutsche Übersetzung zu kaufen, falls er kein Französisch versteht.)

      2- Aus Deutschland sind zwei Werke zu nennen. Beide setzen eine gewisse Vertrautheit mit handwerklicher Tätigkeit voraus, die heute nicht mehr allgemein gegeben ist. Dennoch sind sie Einsteigern und Interessierten auch heute noch zu empfehlen:

      2a- Das eine stammt aus der DDR, war aber schon vor der Wende auch in Westdeutschland verbreitet: Rolf Hoeckel, Modellbau von Schiffen des 16. und 17. Jahrhunderts, Rostock 1975. Es ist mit etwas Geduld im Netz zu einem günstigen Preis zu finden. Leider sind keine Pläne enthalten, da es zu einer Reihe gehörte, in der auch Bücher mit Plänen erschienen.

      2b- Das zweite kommt ganz typisch bundesrepublikanisch daher: Wolfram zu Mondfeld, Mein Hobby: Schiffsmodelle, München 1984. Hier sind die Pläne eines "venezianischen Trabaccolo" enthalten.

      3- Pläne: Pläne für Modellschiffe werden meist teuer angeboten. Auf der Seite http://www.modellmarine.de/ werden auch einige der günstigeren Möglichkeiten, u.a. aus der schon genannten Buchreihe beschrieben.



      Aber dieser Thread soll vorwiegend auf der Verlinkung von YouTube-Videos basieren. Zumeist nutze ich dafür die Kanäle von Rollenspielern und Wargamern. Diese bauen oft 'Geländestücke', die eben nur einen Aspekt des Ganzen betrachten und sind daher gut geeignet, sich auf diesen Aspekt zu konzentrieren. Außerdem sind sie wohl am weitesten vom traditionellen Modellbau entfernt, für den grundlegende Fähigkeiten im Bereich der Holz- und Metallbearbeitung vorausgesetzt werden. Der Nachteil dabei ist, dass dabei einiges an die Funktion angepasst wird. Figuren müssen bewegt werden können und manche Regeln geben seltsame Vorgaben. Anderes wiederum wird aus nicht genügender Kenntnis falsch gemacht. So wird die Innenbeplankung eines Bootes aus den Verlinkungen unten vertikal statt horizontal dargestellt. Aber wer weiß schon, wie es darum in der Wiewunderwelt von Hans Meyer bestellt ist?

      Schauen wir uns zunächst grob das traditionelle Vorgehen an: Die große Schwierigkeit beim Schiffsmodellbau besteht für die meisten im Bau des Rumpfes. Früher war es üblich, diesen aus einem Stück Holz zu schnitzen. Heute wird eher dem realen Schiffsbau gefolgt, der den 'Kiel' (eigentlich sind es mehrere Teile, aber...) auf den Boden legt und daran die 'Spanten', die Rippen des Schiffs, sowie die 'Steven', die Dinger, die vorne und hinten nach oben ragen befestigt, wenn letztere nicht mit dem Kiel zusammen aus einem Stück bestehen. Eingeklebte Stücke zwischen den Spanten dienen dem Modell in Längsrichtung zur Stabilität und eine Verbindung zwischen den Armen der Spanten dem Deck als Auflage. Darauf werden dann die Außenplanken genagelt / geleimt. Auch diejenigen Decksaufbauten, die organisch aus dem Rumpf hervorwachsen, werden so gebaut. Andere wie Hütten einfach auf dem Deck aufgeklebt. (Die Decksbeplankung kann z.B. auf Querhölzer zwischen den Spantenden genagelt werden. Bei einem Schiff ist das Deck übrigens gewölbt.) Hier ein Bau in Zeitraffer:

      https://www.youtube.com/watch?v=8OY5A4tfsyU

      Wer möchte kann natürlich nach weiteren Videos dazu suchen, aber ich komme nun zu den Alternativen. Die ersten mögen den ein oder anderen erschrecken, aber, wer sich die Videos nacheinander betrachtet wird nicht gleich durch zuviel Komplexität geblendet. Bei dem letzten Video würde manche Modellbaufirma schon von einem "genauen" Modell sprechen, ja, ein wesentlich schlechterer Bausatz für das Osebergschiff ist seit langen Jahren am Markt erhältlich. Und es bedarf nicht viel, um aus dem Vorgehen in jenem Video ein Vorgehen zu machen, dass ohne Gewissensbisse als Modell bezeichnet werden kann. Ohne jahrelange Arbeit. Ohne teure Materialien. Und ohne handwerkliches Talent. Aber dazu später mehr.

      (Denkt dabei nicht darüber nach, wie Holzstrukturen in Pappe oder Styrodur kommen, dass wird im Anschluss, wohl in einem eigenen Post, nochmal erklärt.)

      Beginnen möchte ich mit dem comichaften "zwergischen Eisbrecher" von DM Scotty, weil wir uns etwas Humor, Pause und Zwerge sicher verdient haben. Außerdem sagt er nochmal, warum ich mit Schiffen beginne: "It's cool!". Es sind drei oder vier Teile. Schaut sie, wenn ihr die Zeit habt. Ich dan es einfach richtig mit einem klaren gebastelten Spielzeug zu beginnen. Zweifelsohne gut für D&D geeignet, aber nicht für unsere Zwecke. Allerdings kann man ja auch nie wissen, ob nicht ein Comicliebhaber unter uns genau diesen Stil sucht:

      https://www.youtube.com/watch?v=EAijiayaCSI


      Beim nächsten Crafter sieht es schon so aus, als ob das Boot schwimmen könnte:

      https://www.youtube.com/watch?v=tnfHLINOnAU

      Und er kann es auch noch eine Nummer besser. Es ist zu erkennen, aber der Crafter hat keine Ahnung wie ein Schiff, insbesondere ein Wikingerschiff, wirklich aussieht. Die Innenbeplankung ist nicht vertikal. Der Mast steht nicht in einer Art Kreis. Die Rah ist länger. Das Deck ist vollkommen falch beplankt, obwohl es für andere Schiffe so richtig wäre. Aber das sind Sachen, die mögen in euren Welten anders als in der realen sein, obwohl sie ihre in unserer ihre Gründe haben. Für den Spieltisch jedenfalls ist das Schiff schon großartig und dafür hat er es ja auch gedacht:

      https://www.youtube.com/watch?v=Cov0BHeRHO8

      Kommen wir zu dem Exemplar, dass dann schon fast ein Modell ist.

      https://www.youtube.com/watch?v=-3bNI0GJVAE


      Übrigens: Warum Wikingerschiffe? Am ehesten wird ein Weltenbauer auf die Idee kommen, einem Modell ein Ruderboot hinzuzufügen. Im Fantasybereich gerne ähnlich den Wikingerbooten gestaltet. Zudem gelten diese Schiffe als besonders schwer zu bauen, weil die Beplankung auch innen sichtbar ist. Wer das hinbekommt, sollte auch andere Schiffe schaffen. Vielleicht muss ich nochmal etwas zu Galeeren und Schebecken schreiben, weil die seitlich Kästen haben. Aber die 'sitzen' ja auch 'auf dem Rumpf auf'. Und wie zu sehen ist, ist es eben gar nicht so schwer.

      Ich schrieb davon, dass hier noch kleine Änderungen des Vorgehens nötig sein würden: Ich will natürlich keinen davon abbringen richtige Schiffsmodelle zu bauen, aber hier wende ich mich ja an Weltenbastler und nicht an Schiffsbastler. Wie wir gesehen haben, wird ein Schiff normalerweise über ein Skelett gebaut, dessen wichtigste Bestandteile der Kiel, die Spanten und die Decksbalken sind. Die Form des Rumpfs wird dabei vorwiegend von den Spanten vorgegeben. Daher liegt es nun nahe, die Beplankung nicht einfach um das Deck und an die Steven zu kleben, sondern erst noch die Spanten (bei dem Wikingerschiff aus dem Beispiel gehören die Spanten immer dahin, wo auf dem Deck die etwas dickeren Schwellen liegen) auf das Deck zu kleben. Damit die halten bietet sich stabileres Material wie Sperrholz oder richtiger Pappkarton oder Hartschaumpappe an. Je nachdem, was vorhanden ist oder bearbeitet werden kann. In meiner Kindheit hatte noch fast jeder Junge eine Laubsäge, ob nun aus der väterlichen Werkzeugtruhe oder vom Weihnachtsmann. Daher gehe ich mal davon aus, die Kunst des Sägens nicht erklären zu müssen. Richtiger Pappkarton und Hartschaumpappe können dagegen einfach mit einem richtig scharfen Messer geschnitten werden. Dabei muss man natürlich nur den oberen Teil der Spanten ausschneiden, wenn der Rumpf im Wasser gezeigt werden soll und nur, wenn der ganze Rumpf gezeigt werden soll die ganzen Spanten.

      Das ist auch schon die wichtigste Änderung. Und übrigens: Die Wikinger haben tatsächlich erst die Planken zusammengefügt und diese dann an den Spanten befestigt. Bei den älteren Wikingerschiffen wurden sie angebunden, erst bei den jügeren genagelt. Die Planken waren also nicht nur die Außenhaut, sondern auch ein wichtiges Element für die Stabilität. Dadurch war der Rumpf eines solchen Schiffes flexibler als der anderer Schiffe. Er verbog sich stärker als der anderer Schiffe, bevor er brach. Dabei wurde dann zwar viel Wasser aufgenommen, aber das Schiff schwamm weiter, während ein anderes Holzschiff untergegangen wäre. Die geschilderte Baumethode entspricht bei Wikingerschiffen also auch dem historischen Vorgehen. Dabei muss man dann ausprobieren, welche Form die Seiten haben müssen. Aber wozu gibt es Papier?

      Der Rest sind dann Kleinigkeiten, die historisch nicht korrekt sind. Aber da eure Schiffe nicht so aussehen müssen, wie in der realen Welt, ist dies unwichtig. Wegen des Schwerpunkts ist es vielleicht noch wichtig, daran zu denken, dass Masten, Rahen und Spieren an den Enden (der Mast nur oben) konisch zuliefen. Und jedes Schiff hat mehr als einen Anker. Denn, wenn der mal gekappt werden muss, muss man ja das nächstemal einen anderen haben. Und ... Bücher sind ja oben im Spoiler angegeben.

      Ach ja, wer sich keinen eigenen Spantenriss ausdenken will, kann ja den aus den Risszeichnungen zum Gokstad-Schiff nehmen: https://gdz.sub.uni-goettingen.de/id/PPN561535841

      (Die Risse finden sich ganz hinten im Buch. Ganz vorne im Buch sind Rekonstruktionszeichnungen. Natürlich alles von Anno dazumal, aber das schränkt einen Weltenbauer ja nicht ein. Es wird die Außenseite des Schiffs jeweils an den Spanten gezeigt. Die Beplanken wäre also abzuziehen. Aber ... )

      Ich hatte Erklärungen zu einigen Methoden und Materialien versprochen. Die kommen im nächsten Post, da dieser schon recht lang ist. Falls etwas unklar ist, bitte fragen.


      Als aktuelles und historisch zuverlässiges Werk sei auf

      Rudolf Simek, Die Schiffe der Wikinger, Stuttgart 2014 verwiesen.

      Bessere Detailzeichnungen enthält

      Keith Durham, Viking Longship, Westminster, Colchester 2002 (Osprey-Verlag) (illustriert von Steve Noon).

      Pläne des Gokstad-Schiffs, des Skuldelev-Schiffs 3 (ein keines Handelsschiff) und eines Boots des Gokstadt-Schiffs (sowie von Hjortspringboot (Bronzezeit), Nydam-Schiff (römische Kaiserzeit, als Kriegsbeute bei Nydam versenkt, Ursprung damit unbekannt) und Kvalsundschiff (ebenfalls noch vor der Wikingerzeit; Mit solchen Schiffen können die Angeln und Sachsen gut Britannien geplündert haben.) und eines Boots aus Kvalsund enthält

      Jochen von Fircks, Wikingerschiffe, Rostock 1979.

      Es gibt natürlich auch andere Werke mit Plänen, aber in diesem wird schön auf die Entwicklung eingegangen, daher sei auch noch auf

      Jochen von Firks, Normannenschiffe, Rostock 1986

      verwiesen, da darin mit den Normannenschiffen und den Nefs der Cinque Ports die weitere Entwicklung betrachtet werden. (Das Buch enthält Pläne einer Nef und der Mora, des Flaggschiffs Wilhelms des Eroberers, dass nach der Abbildung auf dem Teppich von Bayeux, einigen weiteren Angaben und allgemeinen Erkenntnissen zu Normannenschiffen rekonstruiert ist.) Zur Schiffsausrüstung der Zeit gibt es

      Kirsten Langenbach, Eisenzeitliche Schiffsausrüstung im Bereich von Nord- und Ostsee, Hamburg 1998.

      Am Ende ist ein Katalog der entsprechenden Funde angeführt und auch auf Häfen wird eingegangen.

      Und, da es gerade erst online gestellt wurde, ein Video zu den Wikingern (und ihren Schiffen) anhand einer Ausstellung des Britischen Museums: https://www.youtube.com/watch?v=NuL0Q0tsid4&t=2577s
      [spoiler]

    • Riothamus hat einen neuen Beitrag "Bastel Deine Welt - oder wenigstens einen Teil davon!" geschrieben. 26.05.2020

      1 Präsentation, Verwendung und Maßstab

      Was will ich mit einem Modell? Und wo bewahre ich es auf? Sicher, in einem Rollenspiel, einem Dungeon-Crawler oder einem Wargame mag ein Modell Verwendung finden und Fotos mögen einer Webseite zur Zierde dienen, aber zumeist dient es doch nur der Betrachtung und muss irgendwo stehen, wenn es seine Existenz nicht in einem Pappkarton führen soll. Daraus ergeben sich einige Notwendigkeiten.

      Wie groß darf das Modell werden? Die alte Geschichte vom Modellbauer, dessen Schiffsmodell so groß wurde, dass es nicht mehr durch die Tür passte und teilweise auseinandergenommen werden musste, sagt hier schon eine ganze Menge. Aufbewahrungs-, Präsentations- und Transportmöglichkeiten sollten bedacht werden.

      Und wozu ein Modell, dass nur alle paar Jahre einen Augenblick lang betrachtet wird - bei schlechtem Licht in seinem Karton auf einem zugigen Dachboden? Hier gibt es eine naheliegende Lösung. Es werden einfach die Punkte in der Wohnung und/oder dem Hobbyraum bestimmt, an denen ein Modell präsentiert werden soll. Hier können dann die Modelle in einem regelmäßigen Turnus gezeigt werden. Daraus ergeben sich dann auch die Größen, die die Modelle haben können. Ja, es gibt Modellbauer, die an diese Punkte Vorrichtungen setzen, in die die Modelle kommen. So kann, wenn übertrieben werden soll, ein kleiner Drehtisch in eine Vitrine mit guter Ausleuchtung gebaut werden. Wirklich sparsam und häufiger zu finden wäre ein Holzrahmen, der den (dann normierten) Untergrund des Modells aufnehmen kann und dann auch den Aufwand rechtfertigt, ihn passend zu den Möbeln zu fertigen, bzw. fertigen zu lassen. Entsprechende Leisten sollte aber jeder auf eine passend zugeschnittene Platte leimen können. Einfach den Holzleim dünn auftragen und dann die Leisten aufsetzen und für die Trocknungszeit beschweren. Wer sich nicht zutraut, solche Leisten passend winklig zu sägen, dürfte leicht einen Bekannten finden, der dies kann.

      Ein weiterer wichtiger Punkt ist Staub. Modelle müssen regelmäßig entstaubt werden, wenn sie nicht geschützt aufgestellt sind. Hier sollte der Modellbauer die Reinigung selbst übernehmen, da schon so manches Modell durch Staubwedel und Co zerstört worden ist. Puste und Pinsel ist dabei oft ratsamer als Saugen und Putzen.

      Es ist allerdings üblich, Modelle in den gängigen Maßstäben zu bauen.

      Im metrischen Bereich sind das

      1:200, 1:150, 1:100, 1:75, 1:50, 1:25.

      In jenen rückständigen Gebieten, die noch in Zoll rechnen sind es

      1:192, 1:144, 1:96, 1:72, 1:48, 1:24.

      Und natürlich sind hier auch die Maßstäbe der Modelleisenbahnspurbreiten und der Figurengrößen der Table-Top-Spieler gängige Größen, in denen zudem unzählige Figuren zur Bevölkerung des Modells gefunden werden können.

      Die Beachtung dieser Verhältnisse hat den Vorteil, Bastelhilfen und Fertigteile in diesen Maßstäben finden zu können. Und auch Modellbaubücher und Youtube-Videos sind für diese Größen eher zu finden.

      Während ein großer Maßstab (etwa 1:25) die Darstellung von mehr Details erlaubt, ist ein kleiner Maßstab (z.B. 1:200) für den Anfänger eher geeignet, dafür aber auch langweiliger. Das ist jedenfalls die traditioneller Ansicht vieler Modellbaubücher. Wer kurz im Netz sucht, wird entdecken, dass es sich auch gut im Maßstab von 28mm Figuren (oft mit 1:58 angegeben), also grob 1:50 anfangen lässt. 1:50 und 1:58 ist schon ein Unterschied. Bei Figuren wird einfach davon ausgegangen, dass ihr originales Vorbild 1,74 m groß ist. Da Menschen etwas kleiner sein können und auch Gegenstände etwas kleiner oder größer ausfallen können, gibt es hier einen gewissen Spielraum, solange keine exakten Maße vorgegeben sind.

    • Riothamus hat das Thema "Bastel Deine Welt - oder wenigstens einen Teil davon!" erstellt. 26.05.2020

    • Riothamus hat einen neuen Beitrag "Einhundertsiebenunddreißigstes Speedbasteln am 23. Mai 2020: Löhne" geschrieben. 23.05.2020

      So, das Speedbasteln ist für heute vorbei und es gibt Lobsbeeren als Lohn.

      Wenn aber jemand nachreicht, ist das gerne gesehen und auch Nachreicher mögen angemessenen Lohn erhalten.

    • Riothamus hat einen neuen Beitrag "Einhundertsiebenunddreißigstes Speedbasteln am 23. Mai 2020: Löhne" geschrieben. 23.05.2020

      Die Löhne im Umland von Mittelstedt.

      Löhne meint herrliche grüne Wiesen, Auwälder und einen mäandrierenden klaren Fluss. Und dies ist erstaunlich, da im Umland von Mittelstedt intensiv Ackerbau betrieben wird. Jedenfalls für die Verhältnisse auf der Träne. Der Grund hierfür liegt in dem speziellen Boden, der eine Art besonderen Ton darstellte, der Bach und Auen begrenzt. Dieser verhindert das Eindringen der Gülle in die Auen und bildet die Mulde, durch die die Löhne fließt und zum Klippenrand geleitet wird und über diesen hinweg ins Meer stürzt. Ein Anblick, der besonders für vorbeifahrende Schiffe eindrucksvoll ist, aber, da mittlerweile ein guter Teil der Küste erodierte, auch von einigen Punkten am Klippenrand genossen werden kann.

      Zur Zeit steht zu fürchten, dass diese Auenlandschaft verschwindet, da einige Wissenschaftler erforschen, ob der Ton nicht wirtschaftlich genutzt werden kann. Unüblich für diese wichtige Handelsstadt hat sich jedoch hiergegen eine Opposition gebildet, da die Wirte Mittelstedts befürchten mit der Löhneaue, die von den Bürgern gerne für Wanderungen genutzt wird, eine wichtige Einnahmequelle zu verlieren. Hierin haben sie Unstützer in den niedrigeren Schichten der Stadt, zu deren Entlohnung oft Getränkegutscheine für die Ausflugslokale gehören, da man so einst hoffte, ihre Freizeitaktivitäten steuern zu können.

      Die Nutzbarkeit des Tons steht noch nicht fest, dennoch haben sich schon Befürworter und Gegner quer zu den üblichen Fraktionen im Stadtrat gefunden, dessen Mitglieder bekanntlich keine Bezahlung erhalten, zu deren Privilegien aber eine Mahlzeit in den Ausflugslokalen zu einem -von der Stadt gesponsortem- günstigen Preis gehört. Dies sollte einst den Kontakt zu den unteren Schichten der Gesellschaft fördern und führt nun dazu, dass die Gegner der Tonverwertung im Rat der Stadt in der Mehrheit sind.

      Auch die Magier agieren gegen das Vorhaben, nennen aber keinen Grund und weichen diesbezüglichen Fragen aus.

      Die Gärtner der Stadt hingegen würden das Substrat gerne zur Regulierung der Bewässerung einsetzen, um Gärten zu entwerfen, deren Realisierung ohne den Ton zu teuer erscheint. Hier liegt eine echte Merkwürdigkeit vor: jahrhundertelang haben sie den Ton ignoriert und beanspruchen seine Nutzung erst, nachdem diese zum Politikum geworden ist. Dennoch gehören Diskussionen über die Nutzbarkeit des Tons für den Gartenbau und eine eventuelle Gesundheitsgefärdung durch die durch den Ton gefilterten Stoffe zur Zeit zum alltäglichen Gesprächsstoff der Stadt.

      Mittlerweile gibt es aufgrund einiger Missverständnisse Forderungen, den angeblich gefährlichen Ton nicht zu nutzen, sondern im Meer fern der Träne zu verklappen. Auch Forderung nach Sperrung der Löhneaue werden schon laut. Es ist aber noch nicht abzusehen, welchen Ausgang die Sache schließlich nehmen wird.

    • Riothamus hat einen neuen Beitrag "Einhundertvierunddreißigstes Speedbasteln am 22. April 2020: Kriegskonventionen" geschrieben. 22.04.2020

      *Warnung vor Namensplatzhaltern*

      Der Goldene Apfel der Tana

      "... und holen uns all ihr Gold!"

      "Sir, sie haben kein Gold."

      "Ist der Kriegsgrund nicht, dass sie unsere Kaufleute ausrauben?"

      "Ja, Sir, aber sie opfern alles ihren Göttern, indem sie es in den Schlund des Inselvulkans werfen. Ringopfer nennen sie das."

      "Aber unsere Soldaten kämpfen nur um Gold. Können wir ihnen irgendwie etwas zukommen lassen?"

      "Das ist schwierig, Sir. Sie opfern alles Gold, es sei denn, es komme von den Göttern, was aber noch nie vorgekommen ist."

      "Hm. Dann lasst einen Dieb Gold in ihrem Tempel platzieren."

      "Unsere Münzen würden aber sicher nicht akzeptiert, Sir."

      "Natürlich keine Münzen! Muss ich denn alles erklären. Lasst einen Gegenstand aus Gold dort ablegen. Einen Kunstgegenstand. Irgendwas einfaches. Einen Apfel vielleicht."

      Und so entstand die Tradition, dass die Tana vor dem Beginn eines Krieges einen goldenen Apfel in einem Heiligtum des Gegners versteckten, um bei seiner Eroberung sicher Gold zu erbeuten. Und mit der Zeit sprachen sie nicht mehr davon, all das Gold des Feindes zu holen, sondern seinen Goldenen Apfel zu erringen.

      Und, bevor dies als reine Formalie gesehen wurde, gelang es sogar einigen ihrer Feinde, den Goldenen Apfel rechtzeitig zu finden und über die Grenze zu den Tana zu bringen, so dass diese ihren Feldzug abbrechen mussten.

    • Riothamus hat einen neuen Beitrag "Osterbasteleien" geschrieben. 13.04.2020

      Ich habe da ein Beispiel gebastelt. Es erklärt streng wissenschaftlich das mit dem Osterhasen durch die Osterzwerge:

      Ostern, die Zwerge, die Hasen und die Eier


      Bekanntlich finden sich ganz tief unter den sieben Bergen und unter den sieben Minen noch die Stollen der ganz Tiefen Zwerge. Diesen Namen tragen sie, weil sie so tief unter der Erde leben. Und ein Tiefer Zwerg steigt nur ungern an die Oberfläche. Sie fühlen sich ohne Decke über dem Kopf sehr unwohl und wenn sie am Tag hoch oben am Himmel die Sonne sehen oder in der Nacht den Mond und die Sterne, dann fürchten sie sich vor der großen Höhe über ihren Köpfen. Und in einer solch gefährlichen und ungemütlichen Gegend wie der Oberfläche, so meinen sie, muss es vor Monstern und Ungeheuern nur so wimmeln. Darum geht so ein ganz Tiefer Zwerg nur dann an die Oberfläche, wenn es nicht anders geht, z.B. wenn sie mit den Oberflächlichen, wie sie uns Oberflächenbewohner nennen, einen Vertrag schließen müssen, um ihre Produkte zu verkaufen. Denn die ganz Tiefen Zwerge schürfen in ihren Stollen nicht nur nach Metallen und Edelsteinen, sie sind auch begnadete Handwerker, die Werkzeuge, Maschinen und auch Spielzeug in solcher Qualität herstellen, wie man sie nur selten findet.


      Doch in jedem Jahr gibt es eine wichtige Ausnahme. Zu Ostern nehmen die Zwerge an einer Feier in einem kleinen Ort tief in den Bergen teil, bei der ein Osterfeuer abgebrannt wird. Und weil der Ort so klein ist, helfen die Zwerge bei der Vorbereitung mit und liefern auch ihr berühmtes Bier. Denn gute Bierbrauer sind sie auch. Neben Starkbier, Pils und Dunkelbier bereiten sie auch ein hervorragendes Malzbier. Und so müssen sie in der Karwoche, der Woche vor Ostern, häufig an die Oberfläche und vom Ausgang ihrer Tunnel bis zu dem Osterdorf eine ganze Strecke unter freiem Himmel zurücklegen. Zwar stellen die Zwerge Wachen auf, damit sie nicht von Ungeheuern überfallen werden können, doch sind sie jedesmal froh, wenn sie den Weg unbeschadet hinter sich gebracht haben.


      Nun begab es sich eines Tages, dass einige Tiefe Zwerge, die an einem Bauernhof vorbeikamen, Nester mit Eiern fanden. Die Nester gehörten zu den freilaufenden Hühnern, die vor den Zwergen geflohen waren. Und sie wussten zwar, dass man aus den Eiern wohlschmeckende Speisen zubereiten konnte, da sie Eier in ihre Stollen geliefert bekamen, aber sie hatten keine Ahnung, woher diese kamen. So ließen sie sich von den Bewohnern des Hofs erklären, dass die Eier von am Boden lebenden Vögeln mit dem Namen Hühner gelegt werden. So erfuhren sie übrigens auch, dass die seltsamen Betten in denen die Eier lagen, Nester genannt werden. Da die Zwerge die Vorstellung von Wesen, die sich freiwillig hoch in den Himmel erheben, immer schon schrecklich gefunden hatten, hielten sie die Hühner, die am Boden leben, für klüger als die anderen Vögel.


      Doch die Hühner legten ihre Eier an die Oberfläche. Und das war für die Zwerge kaum zu begreifen. Insbesondere die Zwergenkinder fanden dies seltsam und sammelten alle Eier, die sie fanden, um sie zumindest etwas geschützt unter Sträucher und kleinen Felsen zu bergen. Einige Eier legten sie auch in die Eingänge kleiner Höhlen. Dies Taten sie, da es ihnen verboten worden war, während der Dämmerung. Sie wussten nicht, dass die Mulden unter den Sträuchern und Felsen sowie die kleinen Höhlen bewohnt waren. Die Bewohner schliefen gewöhnlich tagsüber und verließen ihre Verstecke in der Abenddämmerung, um im Morgengrauen zurückzukommen. Nur fanden die Hasen jetzt in ihren Sassen, wie die Mulden genannt werden, in denen sie den Tag verbringen und die Kaninchen in ihren Bauen, wie ihre Höhlen genannt werden, Eier vor, die sie nicht gebrauchen konnten. Und daher rollten sie diese aus ihren Heimen hinaus. Damit niemand sie in ihren Verstecken entdecken konnten, rollten sie die Eier so weit, dass sie nicht entdeckt werden konnten. Und so fanden die Kinder des Osterdorfes am nächsten Morgen, der zufällig der Ostermorgen war, Eier an den Rändern des Dorfes verteilt.


      Dies wiederholte sich einige Jahre, bis die Erwachsenen unter den Zwergen und Dorfbewohnern hinter das Geheimnis der versteckten Eier kamen. Dennoch wurden auch weiterhin am Ostermorgen Eier gefunden. Einige sagen, dass sich die Hasen an das österliche Eierrollen gewöhnt hatten und sich nun selbst Eier suchten. Andere, die nicht genug Fantasie haben und immer viel zu ernst sind, behaupten, dass es keine Zwerge gibt und Erwachsene die Eier verstecken. Aber auch, wenn vielen Leuten diese langweilige Erklärung als vernünftig erscheint, hat sie einen ganz großen Fehler: Es wird nicht erklärt, wieso an Ostern Eier versteckt werden. Und damit ist die Erklärung, dass die Hasen die Eier verstecken, die einzige Erklärung, die alle beobachteten Fakten wirklich erklärt. Wie auch immer es zuerst geschah, dass am Morgen des Ostertages Eier gefunden wurden, so hat sich diese Erscheinung doch über das ganze Land verbreitet und der Osterhase ist heute eine überall bekannte Erscheinung.

    • Riothamus hat das Thema "Osterbasteleien" erstellt. 13.04.2020

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Riothamus
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