Weil ich immer wieder Kontinuitätsprobleme* beim Basteln hab (weil A vor B gebastelt wurde aber durch C dann A gar nicht mehr passt), dachte ich mir eine andere Reihenfolge des Bastelns muss her. Besonders bei neuen, unbenutzten Landmassen sollte dies gut gehen. Also erstmal mit dem Terrain anfangen. Und dem Klima. Zu schauen was da so blüht und kreucht. Wenn irgendwas davon kulturschaffend aussieht, schnappen und die Sprache herausfinden, und...
... das ist keine besonders Weltenfeeling heraufbeschwörende Art zu basteln. Aber nur mal theoretisch. Wenn man vom ganz großen her zum ganz kleinen hin basteln würde, wo würde man da anfangen?
*Ist das ein Wort? Zumindest kennt ihr doch bestimmt das Problem das man plötzlich hat weil man zu einem anderen Zeitpunkt was anderes gebastelt hat und es jetzt nicht mehr wegzumachen ist, weil es in die komplette Kultur... *luft hol*
Naja es stellt sich halt die Frage wie groß du anfangen willst.
Theoretisch könntest du bei dem Sonnensystem anfangen und erstmal überlegen was ist es denn für eine Sonne, was für ein Planet, welche grundlegende Physik herrscht... Daraus ergibt sich dann sowas wie welche Tiere und Pflanzen vorkommen, wenn überhaupt, wie die Welt überhaupt aussieht usw.
Wenn du natürlich nicht ganz so groß anfängst sondern einfach von einem "der Erde ähnlich" ausgehst, dann würde ich mit einer Karte anfangen...
Ich persönlich mach einen Mischmasch. Ich bastel allgemein vom Großen ins Kleine aber picke immer wieder kleine Gebiete raus die ich dann vom Kleinen ins Größere bastel. Dadurch hab ich innere Konsistenz und Weltenfeeling
Ich glaube, dieser Ansatz heißt "top-down" und spontan fällt mir da der Youtuber Artifexian ein, der auch so bastelt. Allerdings hat er tatsächlich zwei Einstiegslevel, nämlich Astrophysik und Sprache. Von der Astrophysik ist er inzwischen bis zu den Klimazonen gekommen.
Hier mal von oben nach unten eine Liste von Dingen/Ebenen, die gerne von anderen ergänzt werden kann. Dabei handelt es sich um den Ansatz einer naturwissenschaftlich stichfesten Welt:
Sonnensystem (Sonne (physikalische Daten), Planeten, Anordnung, Trabanten, Habitable Zone
Also: ich hatte meist eine Idee, die dann wild bebastelt wurde. Wie bei meinen ganz Tiefen Zwergen. Und wenn es dann nicht mehr ganz so schnell geht, schaue ich mir das ganze systematischer an und überlege, zu welchen Themen etwas fehlt und was unbedingt bebastelt werden muss und was ich für die Welt überhaupt basteln will.
Der entstehende Plan ist dann aber mehr eine Liste zum abhaken. Ich musste feststellen, dass das am Besten funktioniert.
Eine Reihenfolge sehe ich problematisch, weil ja alles mit allem zusammenhängt. Zudem ist da ja auch noch der Narrativ, den ich gern berücksichtige. Aber nun nach der langen Vorrede zur Antwort auf die Frage:
Vielleicht hilft es, nicht nur von einer Art Themenliste auszugehen, sondern sich auch die Querbezüge zu notieren, denn auch bei der top-down-Methode stößt man ja irgendwann auf Probleme. Und dies ist auch wieder ein Grund, von der Grundidee auszugehen, denn wie garantiere ich sonst, dass diese sich gut einfügt?
Es müssten also erst die Bedingungen für die Grundidee geschaffen werden. Und danach kann man natürlich nach einer Liste vorgehen.
Die Frage ist auch, ob man einen Teil abtrennen will und diesen später oder gar nicht bearbeitet.
Und schließlich ist noch zu überlegen, wie realistisch es werden soll, inwieweit also das ISSO Macht hat.
Diese letzten beiden Punkte können natürlich auch als Teil der Grundidee gesehen werden.
Ich finde, ganz am Anfang stellt sich erst einmal die Frage, welche Schwerpunkte man beim Bebasteln der Welt setzen möchte. Bei mir stehen (menschliche) Gesellschaft, Politik und Magie im Mittelpunkt und ich lege eher keinen Wert darauf, viel Zeit mit spezieller Astrophysik etc. zu verbringen. Wenn man aber gerne die Auswirkungen einer bestimmten Konstellation bebasteln möchte, die sich von der Lage der Erde unterscheidet, ist es sinnvoll, damit anzufangen und dieses Thema auch ausgiebig zu recherchieren und dann darauf aufbauend zu basteln, was dort so kreucht und fleucht. Bei mir ist es aber eher so, dass ich bestimmte Dinge in der Welt haben möchte, und dann schaue, dass die Bedingungen auf der Welt das auch hergeben und nicht umgekehrt. Wobei ich auch eine Flora und Fauna habe, die sich nicht grundlegend von der irdischen unterscheidet, nur manchmal gibt es silarische Pflanzen, Tiere und Pilze, bei denen ich aber schaue, dass sie ins Ökosystem passen. (Drachen wird es in Silaris beispielsweise nie geben.) Deswegen habe ich auch nich so viel, was ich bebasteln "muss", weil ich da wo was fehlt, eben irdiische Gegebenheiten zugrunde lege.
Das älteste Element von Silaris sind tatsächlich die Sariler mit ihrer Kultur und Staatsform einschließlich des Namens der aktuellen Staatslenkerin, die, westlich-demokratisch-missionarischen Arunier als Gegenpol und die Ruarier, die einen verheerenden Krieg gegen die Arunier verloren hatten. Das habe ich schon im Teenageralter und teilweise sogar in der Kindheit bebastelt, als der Name Silaris und die Elementarmagie noch in weiter Ferne lagen. (Damals gab es auch noch zwei andere Kulturen, von denen ich mich aufgrund der weiteren politischen Entwicklung in der realen Welt getrennt habe.) Ein paar Dinge musste ich mit der Zeit auch noch modifizieren, zum Beispiel, dass es in Sarilien, was auf derselben geographischen Breite liegt wie Elavien nicht so viel kälter sein kann als dort, wie ich ursprünglich wollte. (Etwas kälter habe ich jetzt durch Bergmassive, die warme Luftmassen abschirmen und einer kalten Meeresströmung vor der Küste erklärt. Und Elavien hat eine warme Meeresströmung)
Wann ich auf die Idee mit der Elementarmagie gekommen bin, weiß ich tatsächlich gar nicht mehr, was ich etwas bedauere. Sie bedingt aber automatisch, dass ansonsten die irdischen Naturgesetze und dieselbe Chemie und elementare Zusammensetzung der Welt gelten müssen und damit habe ich dann die Basis.