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Efyriel
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    • Efyriel hat einen neuen Beitrag "Mittelalterliche Kleidung als Anregung zum Weltenbau" geschrieben. 14.02.2024

      1.2. Farben

      Farben waren von günstig bis nahezu unerschwinglich in allen Varianten zu finden.
      Besonders teuer sind dabei Farben die aus Rohstoffen hergestellt werden, die nicht heimisch sind.
      Bei den Farben für Kleidung muss man darüber hinaus aufpassen, dass sie nicht (zu) giftig sind.

      Farben für Kleidung konnten direkt bei der Herstellung entstehen, oder die Textilien im Nachhinein gefärbt werden. Sie wurden aus Mineralien (z.B. Lapislazuli), Pflanzen (Färberkamille, Krapp) oder Tieren (Purpurschnecke) gewonnen.
      Dann gibt es noch Erden die zur Farbherstellung genutzt wurden, diese wurden jedoch eher in der Malerei genutzt (z.B. Umbra, Ocker).

      Manche Fasern lassen sich nicht sehr gut färben, sie müssen vorbehandelt werden, damit sie die Farbe gut aufnehmen und diese zumindest einige Zeit bestehen bleibt.
      Ein Problem bei vielen dieser Farben ist nämlich die eher geringe Lichtechtheit.
      Lichtechtheit: Damit ist die Zeit gemeint, die ein gefärbtes Textil bunt bleibt, wenn es Licht ausgesetzt ist. Holunderbeeren können Blaugrau bis Blau bzw. Lila färben, das Material wird jedoch nicht sehr lange diese Farbe haben, wenn es Tageslicht ausgesetzt wird. Das ist Beispielsweise bei Kleidung der Fall.

      Ich bleibe hier sehr grob und ungenau, da das Färben eine Wissenschaft für sich ist. Dabei gehe ich nicht näher auf den eigentlichen Vorgang des Färbens ein, da dieser je nach Materialien sehr unterschiedlich sein kann. Wer mehr darüber wissen möchte, kann unter den Links etwas mehr Informationen finden.

      Rot:
      - Purpur ist die wohl teuerste Farbe, die aus den Häuschen der Purpurschnecke gewonnen wird. Margarete Bruns schreibt, dass man für 1 Gramm Farbe ca. 8000 Schnecken benötigt. Das Purpur wird erst richtig sichtbar, wenn der Stoff in der Sonne trocknet. Dieser Stoff war jedoch nicht nur wegen der vielen benötigten Schnecken teuer, sondern auch wegen der aufwändigen Verarbeitung.
      - Scharlach und Kermesrot entsteht durch die Verwendung der Kermesläuse, die diesen Farbstoff in sich tragen.
      - Krapprot wird ein Stoff durch die Verwendung der Wurzel der Krapp-Pflanze (auch als Färberröte bezeichnet). Alte Färberezepte sind die einzige Quelle alter Farben und Färbemethoden. Margarete Bruns nennt eine Zeit von 5 bis 8 Tagen für eine Färbung, die in dieser Zeit zwischen 10 und 17 Arbeitsgänge benötigte. Dabei wurden teilweise auch nicht so leckere Zutaten wie ranziges Olivenöl, Pottasche und Schlämmkreide verwendet.
      - Es gibt auch einige andere Pflanzen die rot Färben: weiße Melde, Labkräuter, Mosse, Flechten, Laub des Holzapfels.
      (Quelle: Ploss, Emil Ernst: Ein Buch von alten Farben. Daraus: Margarete Bruns: Von rotem Ocker, Karmesläusen und Purpurchnecken. Zur Geschichte der roten Farbe.)


      Blau:
      - Ultramarin wird aus dem Halbedelstein Lapislazuli gewonnen und ist dadurch sehr teuer. Es heißt Ultramarin, da der echte Lapislazuli über das Meer kam.
      - Azur aus dem Halbedelstein Azurit als Ersatz für Ultramin.
      - Indigo (indische Farbe, Anilin) wird zu einem kräftigen Blau, jedoch ist der Färbevorgang aufwändig und stinkt. Man muss das Ganze gären lassen und mehrfach kochen.
      - Färberwaid enthält weniger des blauen Farbstoffes als die Indigo-Pflanze.
      - Farben aus Beeren wie Brombeeren, Holunderbeeren und Heidelbeeren sind zwar möglich, aber nicht sehr kräftig und schlecht haltbar, nicht sehr lichtecht.
      (Quelle: Ploss, Emil Ernst: Ein Buch von alten Farben. Daraus: Margarete Bruns: Von Azurit, Indigo und Anilin. Zur Geschichte der blauen Farbe.)

      Gelb:
      Nahezu jede Pflanze ergibt eine gelbe Farbe. Manche davon sind kräftiger und haltbarer, sie wurden darum vermutlich eher verwendet. Z.B. Färberkamille, Hundskamille, Birkenblätter, Sauerampfer
      Bei diesen Pflanzen wird oft die Blüte, oder das Blatt verwendet.

      Grün:
      Ein kräftiges Grün zu färben ist gar nicht so einfach. Ich habe Wolle zuerst Gelb gefärbt und dann mithilfe von Eisenvitriol in Grün verwandelt. Das hat ziemlich gut geklappt, allerdings braucht man eben Eisenvitriol dafür.
      Für kräftiges Grün muss man ansonsten immer Gelb und Blau kombinieren und das wurde wohl auch im Mittelalter so gemacht.

      Beige/Braun:
      Entweder es ist die natürliche Farbe des verwendeten Materials, oder man nutzt Pflanzen um zu färben. Verschiedene Rinden und Blätter können Beige und Braun ergeben.
      Ich habe mit Walnussblättern schöne Ergebnisse auf Wolle erzielen können.

      Schwarz:
      Richtiges Schwarz war schwer zu bekommen. Man verwendete möglichst schon dunkles Ausgangsmaterial und färbte es. Oft war die Farbe trotzdem eher dunkelbraun/dunkelgrau, wies Flecken auf oder war Farbstichig.


      Meine eigene Färberei auf Wolle:
      [[File:IMG_3499.JPG|none|600px|400px]]
      Wie oben erwähnt konnte ich das Grün durch Zugabe von Eisenvitriol erzielen. Darunter waren die gleichen Gelbtöne wie daneben. Diese sind aus Birkenblätter, Sauerampferblätter und Kamillenblüten (helles Gelb)
      Das Beige und das Braun habe ich mit Walnussblättern erzielt. Dabei stand das Beige kalt über Nacht mit der Wolle in der Färbeflüssigkeit, während das Braune gekocht wurde.
      Außer bei Walnussblättern habe ich meine Wolle mit Alaun im Vorfeld gebeizt, damit die Farbe besser aufgenommen wurde.



      - Ploss, Emil Ernst: Ein Buch von alten Farben. Technologie der Textilfarben im Mittelalter, mit einem Ausblick auf die festen Farben. Moos, 1989.
      Daraus:
      Margarete Bruns: Von rotem Ocker, Karmesläusen und Purpurchnecken. Zur Geschichte der roten Farbe.
      Margarete Bruns: Von Azurit, Indigo und Anilin. Zur Geschichte der blauen Farbe.

      - Dissertation (Chemie): Annemarie Elisabeth Kramell: Faser- und Farbstoffanalysen an historischen und prähistorischen Textilien. https://opendata.uni-halle.de/bitstream/1981185920/8841/1/Dissertation%20Kramell.pdf

      - Universität Zürich Purpur & Weiß https://www.zora.uzh.ch/id/eprint/117149/1/Anna%20B%C3%BCcheler%2C%20Purpur%20und%20Weiss-Farbdeutungen%20im%20Mittelalter.pdf

      Weitere Informationen zum Thema kann man z.B. auf folgenden Seiten finden:
      Diese Frau hat sich ausführlich mit Farben und Färben beschäftigt: https://www.lustauffarben.de/Heilende-Farben/

      Eine Färberin über ihre Projekte und Erfahrungen: https://wh1350.at/de/category/handwerk/pflanzenfarben/

      Naturfarbstoffe. Das PDF verlinke ich vor allem für die Abbildungen: https://www.cup.lmu.de/ac/rusan/site/assets/files/1032/naturfarbstoffe_1.pdf

      Wurzelweib, Blog mit Erfahrungsberichten u. Co. Zum Färben.
      https://wurzelweibblog.wordpress.com/blog/
      https://wurzelweibblog.wordpress.com/2017/04/21/grundlagen-des-pflanzenfaerbens/
      Lichtechtheit/Haltbarkeit
      https://wurzelweibblog.wordpress.com/2016/09/30/lichtechtheit-in-der-pflanzenfaerberei/

    • Efyriel hat einen neuen Beitrag "Texte schreiben: Wie sprichst du den Leser an?" geschrieben. 09.02.2024

      Ich nutze ganz verschiedene Arten.
      - Einmal schreibe ich Sachtexte, die von niemand bestimmten an niemand bestimmten geschrieben wurden. Es sind einfach Texte, die ich mehr oder weniger für mich schreibe um alles festzuhalten. (Hier im Forum findet ihr einige dieser Texte und die sind dann für euch geschrieben.)
      - Dann gibt es solche Sachtexte, die von einer bestimmten Person meiner Welt meist für eine speziellere Zielgruppe geschrieben wurden. Oft sind es Texte für Anfänger, oder umfassende Handbücher, damit auch jemand etwas mit den Texten anfangen kann, der nicht so weit eingelesen ist und nicht so viel über die Welt weiß. (Die Texte über Magie hier im Forum sind in dieser Art.)
      - Erzählende Texte wie Märchen und Sagen die in der Welt bekannt sind und dadurch eine Personengruppe in der Welt ansprechen. Reisetagebücher usw. würde ich ebenfalls hierzu zählen, da sie von einer Person in der Welt verfasst wurden und entweder einige Personen, oder niemanden als Zielgruppe haben. (Hier zählt Ilathals Tagebuch oder seine Reiseberichte dazu.)
      - Kurzgeschichten, Erzählungen und halbe Romane die in der Welt spielen, aber einen Außerweltlichen Leser haben. (Der eigentliche Grund der Existenz Biokas sind diese Texte. Sie verbinden oft viele Informationen, gehen aber nicht in die Tiefe des Wissens.)

      Viel mehr andere Möglichkeiten würden mir jetzt nicht einmal einfallen.

      Die Personen in meiner Welt schreiben natürlich in ihrer Sprache und Schrift. Wenn ich das jedoch festhalte, dann nutze ich meistens Ihr/Euch weil das nicht so alltäglich für heutige Leser klingt. Es kommt der sehr höflichen Anrede Biokas sehr nahe. Sonst verwende ich auch einfach Du/Dir.
      Meine Leser spreche ich sonst immer mit "Du" an, weil ich das persönlicher finde, jedenfalls wenn der Leser überhaupt direkt angesprochen wird.
      Ich liebe es zudem, dass in Gruppen/Gemeinschaften meistens selbstverständlich ist, dass man das Du nutzt. Unter sportiven Bogenschützen und unter verrückten Mittelalterlagernden ist das in der Regel so und man muss gar nicht erst fragen. Das ist für mich dann einfach entspannter und es fühlt sich gleich an wie eine große Familie in der alle ein gleiches Interesse haben.

    • Efyriel hat einen neuen Beitrag "[Lhannd] Soft Reset" geschrieben. 09.02.2024

      Welcher Fuß soll es zuerst sein? Soll ich erst auf den rechten, oder den linken Fuß treten wenn es soweit sein sollte?
      Ich hoffe dass es hilft und du wieder weiter kommst.
      Auf jeden Fall bin ich schon neugierig darauf neues über Kormyr zu erfahren.

      Bioka heißt auch nur so, weil ich gefragt wurde, wie meine Welt heißt und ich mir flott etwas einfallen ließ.
      Erst danach habe ich mir einmal länger Zeit genommen und mehr darüber nachgedacht wie die Leute zu dem Ding sagen, auf dem sie da leben.
      Je nach Kultur sagen die Leute ziemlich unterschiedlich und Bioka ist nur ein Begriff aus einem weit verbreiteten Sprachzweig - dem der Elfensprachen.

    • Efyriel hat einen neuen Beitrag "Dachbodenfunde und Kellerrelikte - Einblicke in DEINE Vergangenheit als Weltenbauer" geschrieben. 03.01.2024

      Zitat von Nharun im Beitrag #9
      Sehr cool! Die Notizseite könnte fast eine Ingame Notizseite aus dem Buch einer Zauberschülers sein
      Ich glaube, das war sogar die Idee dieser Seite, darum auch die Verzierung oben.
      Wobei der natürlich nicht in unserer Schrift schreiben würde.


      @Sirion Tond Hübsche Karten hast du da. Ist ja nicht verkehrt den Stil beizubehalten, wenn man ihn mag.

    • Efyriel hat einen neuen Beitrag "Der Fielder News Jahresblick 2021" geschrieben. 03.01.2024

      Inzwischen sollte man wohl den Titel dieses ganzen Themas ändern, denn jetzt gibt es schon den dritten Jahresblick.
      Eine interessante Form des Blicks auf die Welt.

      Weißt du mehr über die einzelnen Punkte, oder kreierst du das nur so Stickpunktartig? (nur aus Neugierde)

    • Efyriel hat einen neuen Beitrag " Der Imaginariums Gabentisch 2023" geschrieben. 03.01.2024

      Danke für eure Worte zu meinem Text.
      Er passt erstaunlich gut in die weihnachtliche Zeit, obwohl er im Sommer spielt und ich ihn gar nicht für Weihnachten geschrieben habe. Ich bin froh, dass ich ihn in meiner Sammlung gefunden habe.

      ---

      @Sirion Tond Eine interessante Sage von der ich mir vorstellen kann, dass man sie sich an langen Abenden erzählt.

      @Elatan Lange lange Sätze, die mich an alte Chroniken erinnern. Leider dadurch etwas schwer zu lesen. Vielleicht machst du einfach einige Punkte mehr?

      @Nharun Interessanter Einblick in die Glaubenswelt. Mir gefällt, wie das Bild sich in die Reihe deiner anderen Werke eingliedert.

    • Efyriel hat einen neuen Beitrag " Der Imaginariums Gabentisch 2023" geschrieben. 24.12.2023

      Fühlen zu sein


      „Was siehst du, wenn du die Augen schließt? Eine undurchdringliche Schwärze, Flackern oder vielleicht ein Licht?“
      Ihr Blick ruhte auf mir, als könne sie selbst durch meine geschlossenen Augenlider besser sehen als ich selbst. Manchmal machte es mir Angst, doch meistens war es eher beruhigend. Ich musste ihr nie etwas erklären, sie schien immer zu verstehen, was ich meinte. Hingegen fiel es mir selbst schwer sie immer zu verstehen.
      „Nimm dir Zeit eine Antwort zu finden, doch frage nicht nach ihr. Sie liegt vor dir, doch siehst du sie vielleicht nicht. Es gibt viele Dinge, die da sind, doch wir sehen sie nicht. Der Mensch hat verlernt zu sehen, indem er älter wurde.“
      Die Stimme klang ruhig und ich begann mich mehr und mehr zu entspannen. Obwohl sie mir Aufgaben übertrug und mir Fragen stellte, vermittelte sie mir, dass ich die Antworten so finden würde.
      „Vermutlich kann jeder von uns sich an das ein oder andere aus der Kindheit erinnern. War die Welt da nicht noch viel aufregender, spannender und wunderbarer? – Dann schau doch nochmal hin, sieh es mit den Augen eines Kindes und sag mir dann, was du siehst.“
      Mit geschlossenen Augen zu sehen war, als würde ich eine ganz neue Welt entdecken. Doch nein, ich kannte sie bereits. Ich hatte sie nur vergessen.
      Auch wenn ich sie nicht durch meine eigenen Augen sah, ich wusste genau wie die Vögel aussahen, die hoch über uns in den Zweigen der Bäume saßen und uns mit ihrem Gesang unterhielten.
      „Fühle wie du bist. – Fühle zu sein.“
      Genau so hatte ich sie kennengelernt. Unter einem großen prächtigen Baum, an einem Sommertag im Juni. Ich konnte mich nicht erinnern, wie viele Jahre seitdem vergangen waren. Es war unwichtig, wie oft wir uns bereits getroffen hatten, wichtig war nur, was ich mit ihrer Hilfe erkannt hatte. Ich öffnete die Augen, doch ich sah sie nicht. Noch nie hatte ich sie gesehen, würde sie nie sehen, denn sie lebte wohl nur in mir.
      Die Sonne zeichnete wogende Muster auf den Boden. Ein leichter Wind war aufgekommen und die Blätter über mir rauschten zum Vogelgesang. Eigentlich war es ein Tag wie jeder andere und doch war er durch diesen einen Moment zu einem besonderen geworden.
      Mit den Augen eines Kindes, des Kindes, dass ich einmal gewesen war, sah ich hinauf. Ich ließ mich nach hinten ins Gras fallen und breitete die Arme aus. Ein Käfer krabbelte mir über die Hand und ich hielt ganz still, um ihn nicht zu erschrecken. Ich drehte nur den Kopf, damit ich ihn beobachten konnte, wie er meine Hand erklomm, sich zu putzen begann und anschließend brummend abhob.
      Dann schloss ich wieder die Augen und konnte sogleich wieder ihre Anwesenheit spüren. Immer war sie da, still und geduldig.
      „Hast du es gesehen?“
      Ich nickte. Ja, ich hatte es gesehen, ich hatte es gefühlt und ich wollte es immer fühlen. Zu sein war unglaublich. Es war viel zu groß um es je ganz zu erfassen. Warum ich diese Großartigkeit erst erkannte, wenn ich versuchte nicht alles erfassen zu wollen?
      „Du versuchst zu viel zu sehen.“
      Wie konnte sie mir nur immer wieder mit solch einfachen Worten vorhalten, dass ich zu erwachsen dachte? Konnten Kinder die Welt mit anderen Augen sehen, weil sie eben nicht alles hinterfragten, sondern mit Neugierde aufnahmen? Aber der Mensch sollte doch fragen, denn sonst könnte er sich nicht weiterentwickeln.
      Worin also bestand mein Fehler?
      Nachdenklich sah ich wieder in die Baumkronen hinauf. All das Wissen, das ich mir angeeignet hatte, war unwichtig, wenn ich darüber meine Neugierde auf die Welt vergaß, wenn ich vergaß ihre Großartigkeit zu sehen.
      Wie immer hatte sie recht behalten. Doch konnte ich weit mehr erfassen, als ich es als Kind getan hatte, eben weil ich gelernt hatte anders zu sehen. Sich darauf zu besinnen, wie es damals gewesen war, half mir dabei es zu begreifen.
      Ich war.

    • Efyriel hat einen neuen Beitrag "Stadtgröße und Magie" geschrieben. 18.10.2023

      Stadtgröße hängt bei mir auch von der Größe und Beschaffenheit des Landes ab.
      Koras-Stadt (Hauptstadt von Koras auf Eslas) ist mit seinen ca. 70.000 Einwohnern schon groß, ist aber auch von Wüste umgeben.
      Vermutlich hat Faduráh (in Famfahin, Eslas) eine größere Fläche, hat aber nicht mehr Einwohner, da es ganz anders gebaut wurde. Es ist eher wie ein riesiges Dorf mit vielen Gärten und liegt im Wald.

      Auf anderen Kontinenten gibt es größere Städte glaube ich und da spielt dann auch die Entwicklung magischer Aparaturen eine größere Rolle.
      Wobei man damit auch immer sehr vorsichtig sein sollte, da solche Teile auch sehr gefährlich sein können.
      Vermutlich ist die Entwicklung in diesem Bereich auch aus diesem Grund sehr langsam und spielt da keine sehr große Rolle.
      Das betrifft nicht nur Aparaturen und Magietechnologie, sondern auch Zauber die in die natürlichen Gegebenheiten deutlich eingreifen.
      So etwas hat schon einmal zu einer riesigen Katastrophe geführt, aber das ist ein eigenes Thema und niemand weiß wie "das große Unglück" wirklich ausgelöst wurde und ob es wirklich passiert ist.

    • Efyriel hat einen neuen Beitrag "Der Ton einer Welt" geschrieben. 21.09.2023

      Ich kann mir gut vorstellen, dass eine Welt eine ganze Fülle verschiedener Tonarten enthält und die auch in den Geschichten auftauchen.
      Es kommt sicher auch auf die Art und Inhalt der Geschichte an (z.B. das Genre), ob sie finster und bedrohlich, oder leicht und spaßig ist. Dabei handelt es sich um den Grundton und nicht die Abwechungen davon in alle möglichen Richtungen, die auch vorkommen können.
      Ein Erzählstil kann ebenfalls die Geschichte und ihren Ton verändern. Man könnte auch einmal einen eher fröhlichen Grundton anschlagen und dann eine tragische Wendung einbauen (oder umgekehrt), wodurch sich womöglich auch der Grundton ändert.
      Seltsam wäre es unter Umständen, wenn der gleiche Protagonist, der sonst oft nachdenklich war in einer anderen Geschichte ein totaler Spaßvogel ist und wilde Scherze treibt.

      Das wir von der eigenen Welt und dem, was darin passiert und schon passiert ist beeinflusst werden, ist bestimmt normal. Man kann ja nicht einfach ausblenden, was um einen herum los ist. Wenn man dann direkt damit konfrontiert wird, ist das manchmal ganz schön heftig und wir müssen uns damit beschäftigen. Wie wir das tun, ist ganz unterschiedlich. Manche schreiben gerade dann eine Geschichte darüber um das zu verarbeiten, andere brauchen mehr Abstand.
      Ich glaube, ich kann sowohl @M.Huber als auch @Harbut verstehen.
      Mir geht es mit vielen meiner Geschichten ähnlich und manchmal brauche ich Abstand - entweder zu einer Geschichte, oder zur Wirklichkeit - um mich nicht zu sehr hineinzusteigern.
      Vermutlich habe ich darum mehrere begonnene Geschichten herum liegen und kann nicht einfach an dieser einen weiter schreiben, die ich fertigstellen möchte.

    • Efyriel hat einen neuen Beitrag "Was kostet die Welt? Preise für Basics" geschrieben. 08.09.2023

      Wenn du die Liste ergänzen möchtest fällt mir spontan ein:
      Bei Kleidung: Kleid, Stiefel, Rock, Schürze, Allgemein Stoffballen/Stoffbahn, Beutel (einmal klein für den Gürtel und einmal groß für den Rücken)

      Lebensmittel: Wasser (vl. auch im Gasthaus/am Brunnen)
      Hier sind sicher auch Mengen interessant und das Ganze auch als Waren wie z.B.: Becher, Krug, Kanne, Fass, Teller, Schüssel, Eimer, Korb, Kiste

      Waffen: Streitaxt, Spieß, Dolch, Messer, Langmesser, Armbrust/Bogen und dazu Bolzen/Pfeile
      Werkzeug: Axt, Messer, Schere, Fackel, Feuerzeug (Feuereisen/-stein und Zunder)

    • Efyriel hat einen neuen Beitrag "Was kostet die Welt? Preise für Basics" geschrieben. 07.09.2023

      Also ich vergleiche nur zwischen den Ländern, ohne direkt Preise zu haben.
      In Land A ist das teurer, dort is dies günstiger zu haben, in Land B ist das andere teurer usw.
      Es gibt selten feste Preise und die richten sich danach, was jemand kaufen will, wer etwas kaufen will, wie viel davon, an welchem Ort, welche Qualität und von wem hergestellt.
      Dazu kommt noch, dass verschiedene Währungen verwendet werden und die teilweise nicht einfach so umzurechnen sind.
      Meine Elfen nutzen gerne eine Edelsteinwährung, andere lieber Silber, oder Gold.
      Ich glaube teilweise wird zwischen den Kontinenten auch nur Tauschhandel genutzt, weil die mit der Währung von den anderen einfach nichts anfangen können.

    • Efyriel hat einen neuen Beitrag "Dachbodenfunde und Kellerrelikte - Einblicke in DEINE Vergangenheit als Weltenbauer" geschrieben. 25.08.2023

      Ich hab dann mal was ausgegraben

      Das sind einige der ersten Karten von Bioka, die es gibt. Zu sehen ist darauf ein Stück von Talan.
      Gerade habe ich festgestellt, dass da sogar irgendein Kapitelvermerk dran steht...
      [[File:karten-alt.jpg]]

      Eine Notizseite (geht auf der Rückseite weiter) und Ideen zu den Gildenzeichen der Magier.
      [[File:ideen.jpg]]

    • Efyriel hat einen neuen Beitrag "Fỳthmíìndría - Vorstellung und Ideen" geschrieben. 20.07.2023

      Zitat von Sirion Tond im Beitrag #40
      Ich überlege noch ob das Tohriyx evtl 4 Hörner hat...aber warum? Nur weil es "cool" ist? jaOder weil es exotischer ist? genauHmm
      Warum nicht, es gibt auch auf der Erde Schafe mit 4 Hörnern (Jakobsschaf/Vierhornschaf).
      Die kann man bestimmt auch fragen, warum sie 4 Hörner haben, wird sie aber wohl kaum interessieren.

    • Efyriel hat einen neuen Beitrag "Bioka - Magie" geschrieben. 20.07.2023

      Mhh, ein Experte der Magiewissenschaft vermutlich schon.
      Manches ist sich aber so ähnlich, dass die Einteilung tatsächlich nur theoretisch möglich ist.
      Das ist eben ein Teil der Magiewissenschaft (Magietheorie) und da meint man alles irgendwie einteilen zu müssen, auch wenn es teilweise wenig Sinn macht das zu tun.

    • Efyriel hat einen neuen Beitrag "Bioka - Magie" geschrieben. 19.07.2023

      2. Arten der Magie
      Es gibt verschiedene Zwecke für die Magie eingesetzt wird, hier werden sie als Arten bezeichnet. Es gibt zwar Elemente, die sich für einen Bereich und eine Art der Magie besonders gut eignen, doch ist es im Prinzip möglich mit der Magie jedes Elements auch alle Arten zu nutzen.

      2.1. Grundlagenmagie
      Die Grundlagen der Magie kann in der Regel jeder Magier ausführen, auch wenn sie nicht in seinem Spezialgebiet oder Element angesiedelt sind. Es handelt sich dabei um kleine Zauber ohne viel Aufwand oder großem Bedarf an magischer Energie.
      Einfache Aufgaben der Grundlagenmagie werden zur Prüfung der magischen Begabung eingesetzt. Dadurch lässt sich herausfinden in welchem Element und welchem Bereich die Begabung liegt. Danach kann die Person von entsprechenden Lehrern einfacher lernen die eigene Magie zu nutzen.

      2.2. Heilmagie
      Magie die zur Heilung eingesetzt wird, nennt man Heilmagie. Dabei ist es einigen Heilmagiern möglich kleinere Wunden in kürzester Zeit komplett verheilen zu lassen.
      Bei Operationen wird ebenfalls oft mit Magie gearbeitet, um die Person zu stabilisieren, Blutungen zu stillen und auch Wunden sauber zu halten. Daneben wird häufig auch mit weiteren Mitteln aus Kräutern und alchemistischen Mitteln gearbeitet. Oft arbeiten Heiler mit Apothekern und Alchemisten zusammen. Wobei Apotheker auch Alchemisten sein können, die sich auf die Herstellung von Medikamenten spezialisiert haben.

      2.3. Verteidigungsmagie
      Magie die zur Verteidigung, besonders gegen andere Magie, eingesetzt wird, nennt sich Verteidigungsmagie. Diese Magie dient dem Magier dazu sich und andere zu verteidigen. Der größte Anteil der Verteidigungsmagie besteht aus Schutzschilden und Abschirmzaubern. Verteidigungsmagie kann durch Kampfmagie sinnvoll ergänzt werden. Anders als Schutzmagie wird Verteidigungsmagie eingesetzt, wenn eine akute Gefahr durch Angreifer besteht.

      2.4. Kampfmagie
      Man kann Magie für allerlei Zwecke einsetzen, auch um zu kämpfen. Zauber, die sich dafür nutzen lassen gegen andere Personen und Magie zu kämpfen, fallen unter Kampfmagie. Diese Magie ist jedoch auch dazu geeignet sich zu verteidigen und kann Verteidigungsmagie sinnvoll ergänzen.

      2.5. Wandlungsmagie
      Magie die Gegenstände oder Teile eines Lebewesens verändern kann, wird als Wandlungsmagie bezeichnet. Verwandlungen sind dabei oft nicht dauerhaft (besonders bei Lebewesen). Ein Gegenstand kann sein Material nicht verändern, jedoch seine Form. Wandlungsmagie ist oft nicht gerade einfach und kann sehr gefährlich sein, darum sollte man vorsichtig damit umgehen.

      2.6. Alchemie
      Alchemie beschäftigt sich mit Stoffen und der Verarbeitung derselben. Um Alchemie nutzen zu können, benötigt man Kenntnisse der (chemischen) Stoffe und deren Beschaffenheit. Alchemie greift, durch Magie, in die Struktur von Stoffen ein und versucht diese zu verändern. Hier besteht eine Ähnlichkeit zur Wandlungsmagie und wie diese kann Alchemie sehr gefährlich sein.

      2.7. Weisung
      Magie der Weisung ist dazu da herauszufinden, welcher Weg (vermutlich) der richtige für jemanden ist. Weisung beinhaltet oft erlernbare Weissagung, also das Wahrsagen. Weisung ist ein eigenes Wissenschaftsgebiet der Magiewissenschaften und sollte nicht mit den Weissagungen auf dem Jahrmarkt verwechselt werden. Für eine Weisung werden intensive Gespräche mit der Person geführt, welche eine Weisung möchte. Kein ausgebildeter Magier wird einfach so eine Weisung äußern und es wird immer den Hinweis geben, dass keine Garantie übernommen werden kann. Es ist nämlich immer möglich, dass eine einzelne kleine Entscheidung alles verändert.

      2.8. Schutzmagie
      Anders als Verteidigungsmagie dient Schutzmagie dazu sich und andere vor Gefahren und Angriffen zu schützen, auch wenn noch gar kein Angriff erfolgt. Diese Zauber werden oft an Gegenstände gebunden und beschützen sowohl Orte, als auch Personen. Beliebt sind Schmuckstücke, die mit einem Zauber versehen sind und mit Magie aufgeladen werden. Sie können den Träger des Schmuckes vor bestimmten Einflüssen und Gefahren schützen. Schutzmagie kann sehr individuell sein und richtet sich nach den Vorlieben des ausführenden Magiers.

      2.9. Wahrfindung
      Es gibt Magie, die dabei hilf die Wahrheit über eine Situation oder einen Tathergang herauszufinden. Um herauszufinden, was vor wenigen Stunden an einem Ort wirklich geschehen ist, kann die Magie der Wahrfindung genutzt werden. Dabei macht sich der Magier die Erinnerung eines Ortes zunutze. Je weniger an einem Ort geschieht und je weniger Personen dort vorbeikommen, desto einfacher ist es durch entsprechende Zauber die Vergangenheit sichtbar zu machen. Dies gelingt nur, wenn an diesem Ort magische Energie zur Verfügung steht, denn nur diese Energie kann vom Magier entsprechend erahnt werden.

      2.10. Wegfinder
      Magie kann auch dazu genutzt werden den besten Weg ausfindig zu machen. Das kann ein Reiseweg, oder der Weg in einem Leben sein. Dabei ist die Ähnlichkeit zur Weisung gegeben, denn auch eine Weisung kann dabei helfen den richtigen Weg zu finden. Anders als bei der Weisung wird jedoch eine besondere Begabung vorausgesetzt. Der Magier muss nicht nur die entsprechenden Zauber beherrschen, er muss auch dazu in der Lage sein einfaches Wahrsagen und Spurenlesen anzuwenden.

      2.11. Geomagie
      Um bestimmte Gesteinsschichten und Mineralien im Boden ausfindig zu machen, werden Zauber genutzt, die als Geomagie bezeichnet werden. Durch diese Zauber kann ein Magier bestimmte Schichten im Erdboden aufspüren, solange sie nicht zu tief liegen. Auch Wasseradern können aufgespürt werden, dadurch lässt sich der ideale Standpunkt für einen Brunnen herausfinden. Geomagie ist nicht sehr einfach zu erlernen und benötigt oft viele Jahre Erfahrung.

    • Efyriel hat einen neuen Beitrag "Weltenbaustellen" geschrieben. 08.06.2023

      Die Reiche Biokas sind sehr unterschiedlich groß und einige sind noch einmal deutlich unterteilt.
      Da heißt das ganze dann zwar Königreich, aber die einzelnen Herrscher (vielleicht Fürsten) sehen sich sehr selten.
      Ich habe auch einige Reiche/Länder in denen Nomaden leben, die haben gar keine zentrale Regierung, sondern treffen sich ab und zu um wichtige Sachen zu besprechen.

      Mir wurde gesagt, dass von einem Kontinent die Länder so ziemlich gleich groß wären (was mir gar nicht aufgefallen war) und darum heißt es jetzt,
      dass die einmal alle unter einem Herrscher standen und der das für seine vielen Kinder unterteilt habe.
      Ob es wirklich so war, weiß ich nicht einmal.

      Ich würde ja auch behaupten, dass es vom Gelände abhängt, wie groß Reiche/Länder sind und von der Bevölkerungsdichte vielleicht auch.
      Eine riesige Wüste könnte komplett ein Reich sein, weil da niemand hin will, ein sehr fruchtbares Ländchen wäre hingegen wohl eher umkämpft, weil jeder das fruchtbare Land sein nennen will. (So als Beispiel)

    • Efyriel hat einen neuen Beitrag "Mittelalterliche Kleidung als Anregung zum Weltenbau" geschrieben. 05.05.2023

      Stimmt, da hatte ich etwas bei der Region und deren Namen durcheinander gebracht.
      Yakwolle ist tatsächlich ziemlich warm, meine Mutter hat da eine Decke daraus.

      Ich habe einen Pullover aus Lamawolle, ich kann jetzt nicht sagen dass der sehr kratziger als Schafwolle wäre, weiß aber auch nicht wie die Rohwolle genau verarbeitet wurde.
      Vermutlich wird die Wollkleidung aber auch über einer Unterkleidung getragen, dann liegt sie nicht direkt auf der Haut. Man kennt da ja auch diese Fotos mit den Ponchos.

      Da fällt mir gerade auf, dass Lamas auch eine Züchtung sind.
      Vielleicht werden Tiere mit nützlichen Eigenschaften ziemlich bald so gezüchtet, dass die für den Menschen hilfreichen Eigenschaften zunehmen.
      Dann könnte man davon ausgehen, dass Tiere deren Fasern zur Stoff-/Kleidungsherstellung genutzt werden gezielt gezüchtet wurden.
      Wobei Lamas vielleicht nicht gerade aus diesem Grund gezüchtet wurden, Wollschafe aber schon.


      Das Yak werde ich mal bei den Haarliferanten mit aufnehmen.

    • Efyriel hat einen neuen Beitrag "Mittelalterliche Kleidung als Anregung zum Weltenbau" geschrieben. 04.05.2023

      Ich habe oben mal eine Internetseite und ein PDF zum Thema Schafhaltung verlinkt.
      Bei der Internetseite sind auch einige Bücher genannt, aus der die Verfasserin ihr Wissen hat.

      Schafwolle gab es damals in sehr unterschiedlicher Qualität, da die Rassen damals oft noch nicht so feines Haar hatten.
      Feine Wollhaare waren also nicht so leicht zu bekommen und nur die geben wirklich dichte warme Stoffe ab.
      (Achtung, es kommt hier auch stark auf die Region und die genaue Zeit an die man betrachtet!)

      Mit Lamawolle kenne ich mich jetzt nicht so gut aus, weiß aber dass die Leute in deren Heimat für warme Kleidung kaum ne Wahl haben.
      Vielleicht haben die dort eine Technik entwickelt um Grannenhaare zu entfernen. Kann man die nicht beim Kardieren heraussammeln oder so?
      Bei einer Spinnerin habe ich die Information gefunden, dass man aus den langen festeren Haaren der Lamas gut stabilere Garne und Seile herstellen kann.
      Sie schreibt "Die groben Haare glänzen sehr stark und lassen sich zu robusten Seilen, Bändern oder Teppichgarn verarbeiten."
      -> http://www.faserfieber.de/alg/tierfas/lama.html
      (Die Seite werde ich wohl auch mal oben verlinken, die ist recht interessant, da die Frau da viel aus ihrer Erfahrung beschreibt.)

    • Efyriel hat einen neuen Beitrag "Mittelalterliche Kleidung als Anregung zum Weltenbau" geschrieben. 03.05.2023

      1.1. Materialien
      (grober Überblick)

      Bei den Materialien für Stoffe kommt es auf zwei Dinge an: Verfügbarkeit und praktischer Nutzen.
      Einer Person die auf dem Feld oder im Wald arbeitet hilft es nicht, wenn die Kleidung toll aussieht, sie aber unpraktisch ist.
      Im Winter muss Kleidung warmhalten, im Sommer sollte sie nicht zu dick sein.
      Ob sie bunt ist, spielt da zunächst keine Rolle, jedoch wie sie sich trägt und aus welchem Material sie ist.

      a) Material-Verfügbarkeit
      Das Material um Stoff herzustellen muss möglichst leicht verfügbar sein.
      Ist es schwer an das Material (Rohstoff) heran zu kommen, dann wird man daraus höchstens Kleidung für besondere Anlässe anfertigen.
      Material kann man leicht finden: Man muss sich nur umschauen.
      Um aus etwas einen Stoff herzustellen muss man zunächst Garn aus dem Rohstoff gewinnen und damit das geht, sollten Fasern von einer bestimmten Länge vorhanden sein.
      Viele nennen eine Mindestlänge einer Faser von ca. 4cm damit man daraus stabiles Garn herstellen kann.
      Zudem sollte das Material in ausreichender Menge ferfügbar sein, damit man auch entsprechend Stoffe herstellen kann.

      b) Praktischer Nutzen
      Es gibt Material aus dem man zwar ein gutes Garn und vielleicht auch einen netten Stoff herstellen kann, aber das Zeug ist einfach unbrauchbar.
      Vielleicht ist es unglaublich kratzig, es ruft Allergien hervor, oder verursacht Ausschläge.
      Der Stoff kann sehr dünn ausfallen, oder sehr steif, oder aus einem anderen Grund ungeeignet sein.
      Für den Winter eignet sich Tierhaar als Rohstoff oft besser als Pflanzenfasern, da sie besser warm halten.


      Einzelne Materialien die früher verwendet wurden/ noch verwendet werden und ihre Vorteile
      a) Tierhaar/Leder

      Es gibt mehrere Tierhaare die sich in Stoffe verwandeln lassen, wenn man nur weiß wie das geht.

      Wolle
      : Sehr praktikabel ist Wolle von Schafen (oder Alpakas, Lamas usw.).
      Diese Tierhaare können vom Tier geschnitten werden, ohne dass es Schaden nimmt.
      Jedes Jahr wachsen die Haare nach und die Verarbeitung ist relativ einfach.
      Man kann diese Haare oft auch filzen und erhält dann einen sehr dichten Stoff.
      Wolle hält gut warm, besonders wenn sie dicht gewebt, oder gefilzt wurde.
      Besonderes: Wolle hält dank des Wollfetts Regen ab! Das klappt so lange, bis das Fett ausgewaschen ist.
      Wolle kann im Sommer auch isolierend nach Außen wirken, eine Plane aus Wolle kann also gegen Hitze von oben/außen helfen.

      Haare: Auch die Haare einiger anderer Tiere kann verwendet werden um Garn und Stoff herzustellen.
      Eine Anforderung an das Haar ist eine entsprechende Länge und eine gewisse Griffigkeit.
      Nur dann wird das Garn daraus auch stabil genug um es entsrpechend zu verarbeiten.
      Man kann Haare auskämmen, oder abschneiden um sie danach zu verarbeiten.
      Beispiele für Tierhaar das verwendet wurde/wird: Kamelhaar, Yakhaar, Angorakaninchenhaar, Mohairziegenhaar, teilweise auch Hundehaar, selten Katzenhaar
      Auch diese Tierhaare halten oft gut warm, oft kann man danach gehen, woher ein Tier kommt.
      Stammt es aus kalten Gegenden wird das Haar eher warm geben, als das Haar eines Tieres aus einer warmen Gegend.

      Fell/Leder: Felle und Leder können robuster sein als nur die Tierhaare, allerdings gibt ein Tier nur ein einziges Mal das Rohmaterial dafür her.
      Anders als bei Tierhaaren muss man deutlich länger warten bis man an das Material heran kommt und die Verarbeitung ist mit mehr Aufwand verbunden.
      Zuerst muss das Tier aufgezogen werden/muss aufwachsen, dann muss es getötet/gejagt werden, anschließend muss man die Haut abziehen und sie verarbeiten.
      Meistens verwendet man Tierhaut also eher als zierendes Material, oder dann, wenn es besonderen Anforderungen gewachsen sein muss.
      Zu den Anforderungen kann die Schürze aus dickem Leder gehören, die ein Handwerker zum Schutz seines Körpers trägt, oder auch ein Kämpfer.
      Leder kann nicht so einfach durchstochen werden, besonders wenn es in mehreren Lagen übereinander geklebt/genäht wurde.
      Durch die aufwändigere Gewinnung und Verarbeitung ist Leder und Fell oft teurer und nicht in entsprechend großen Mengen zugänglich.


      b) Pflanzenfasern
      Es gibt einige Pflanzen aus welchen man Fasern gewinnen kann, die dann zu Garn und dieses zu Stoff verarbeitet werden können.
      Bei den meisten Pflanzen muss man den Stängel mehrfach brechen damit man an die Fasern heran kommt ohne sie zu zerstören.

      Hanf: Man kann aus Hanf Stoff herstellen, doch dieser ist oft nicht sehr geschmeidig.
      Hanf ist sehr stabil und wir kennen heute noch die Stofftasche die noch ab und an aus diesem Material gefertigt ist.
      Häufiger jedoch findet man den Hanf als stabilde Schnüre und Seile in allen Dicken.

      Leinen (Flachs):
      Blau blühen die Felder die mit Flachs bepflanzt wurden.
      Die Stängel des Flachs sind nicht gerade sehr dick, also kann man aus einem Stängel auch nicht sehr viel Fasermaterial gewinnen.
      Man braucht ganze Felder voller Flachs, damit man daraus genügend Stoff herstellen kann.
      Doch Leinen hat tolle Eigenschaften als Kleidungsstück. Es fühlt sich selbst im Sommer recht kühl auf der Haut an und man schwitzt nicht so schnell.
      Leinen nimmt den Schweiß auf und hilft dadurch dabei die Körpertemperatur zu regulieren.
      Leinenstoff ist ziemlich stabil und hält dadurch lange.

      Nessel (Brennessel): Brennesseln wachsen fast überall und man muss sie nicht unbedingt speziell anbauen um an sie heran zu kommen.
      Stoff aus Brennessel ist nicht sehr geschmeidig und kann ein bisschen kratziger ausfallen.
      (Achtung: Heute verwendet man den Begriff "Nesselstoff" oft für roh belassene Stoffe aus Pflanzenmaterial, die nicht weiter bearbeitet wurden.)

      Baumwolle: Das heutzutage wohl bekannteste Material für Stoffe.
      Baumwolle wächst nicht in Europa und braucht bestimmte Bedingungen für den Anbau.
      Soweit ich weiß, kam Baumwolle erst gegen Ende des 14. Jh. im deutschsprachigen Raum vor.
      Wir kennen hier am ehesten Brokate und Samtstoffe.


      c) Sonderfälle
      Seide:
      Als Sonderfall gilt Seide, da es keine Tierhaare sind, sondern die Fäden der Seidneraupe.
      Die Raupen verpuppen sich und spinnen sich selbst dabei in einen Kokon aus Seide ein.
      Möchte man an die Faser heran, muss man die Kokons abkochen und die Faser vorsichtig abwickeln.
      Man kann sich vorstellen, dass man sehr viele Raupenkokons benötigt, um einen Stoff herzustellen.
      Es ist also auch kein Wunder, dass dieser Stoff schon immer teuer war und es auch heute noch ist.

      Viskose (Kunstfaser):
      Viskose ist eine Faser die über chemische Prozesse aus Holz gewonnen wird.
      Der Vorgang ist relativ neu und war im Mittelalter längst noch nicht bekannt.
      Dennoch möchte ich das hier kurz erwähnen, da es für Personen die Welten erfinden interessant sein kann.
      Es gibt eine ähnliche Methode bei der aus Milch Fasern hergestellt werden.


      Links zum Thema:
      Kurze Geschichte des Stoffes: https://www.planet-wissen.de/technik/werkstoffe/stoff/index.html

      Listen von Stoffarten und Materialien: https://www.talu.de/stoffarten-uebersicht/
      https://www.heine.de/styles-and-stories/stoffe-und-fasern-kleines-material-lexikon/

      Zum Thema Wolle hat sich schon jemand anders etwas Mühe gemacht:
      http://www.brandenburg1260.de/wolle-im-ma.html
      https://literatur.thuenen.de/digbib_extern/zi043732.pdf (nur ein kleines Kapitel zu Schafen im MA, aber trotzdem interessant wenn es um Schafhaltung geht)

      Seite einer Frau die schon mit einigen Materialien gesponnen und teilweise auch Stoffe daraus gewoben hat:
      http://www.faserfieber.de/ (Es gibt auch eine nette Literaturliste)

Empfänger
Efyriel
Betreff:


Text:
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