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Nharun
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    • Nharun hat einen neuen Beitrag "Halloween - Das Imaginarium des Grauens 2: Das Grauen kehrt zurück" geschrieben. Gestern

      Der Wind in den Bäumen

      Wenn ich aus meinem Küchenfenster blicke, sehe ich die betonierten Weiten der Stadt, wenn es offen ist, höre ich den Lärm der Hauptstraße. Doch die Vorhänge meines Wohnzimmers halte ich geschlossen. Dahinter liegt der Stadtpark. Dort gehe ich nicht hin. Das Fenster ist immer geschlossen, denn ich ertrage das Rauschen in den Baumwipfeln nicht, und an windigen Tagen drehe ich meine Musik laut auf, damit ich es nicht hören muss.

      Ich wohne erst seit ein paar Monaten hier in der Hauptstadt, seit … Ich kam her, um zu vergessen, stürzte mich in das Nachtleben. Aber immer, wenn ich den Wind in den Blättern höre, erstarre ich in grenzenlosem Entsetzen.
      Seit …

      Ich stamme aus dem Norden, Narhus, einem so kleinen Kaff, dass es nur auf wenigen Karten überhaupt auftaucht. Es liegt inmitten der Wälder. Kein Zug fährt dorthin, es gibt keine Schnellstraße, nur eine ewig lange, sich windende Landstraße verbindet das Dorf mit der nächsten Stadt. Als Kind liebte ich Narhus und die es umgebende Natur. Mit meinen Brüdern streifte ich ewig lange in den Wäldern umher. Es war eine Idylle und ich konnte mir nicht vorstellen, Narhus jemals zu verlassen.

      Kurz nach meinem zwanzigsten Geburtstag ging ich mit Tremir und Senrion, meinen Brüdern, wandern. Wir hatten uns zwei Wochen Zeit genommen, unsere Rucksäcke gepackt und eine Route zum Djevurim geplant, den wir besteigen wollten um dort, auf dem höchsten Berg der Gegend unser Erwachsenwerden zu feiern. Es fing echt gut an. Es waren tolle Tage. Die letzten des Sommers, warm und trocken, aber nicht mehr so heiß – ideal zum Wandern. Die Natur war atemberaubend und obwohl wir jeden Fleck genossen, an jedem kleinen See auf dem Weg anhielten, um zu baden und jeden interessanten Ort genau betrachteten, kamen wir gut voran. Schon nach einer Woche erreichten wir den Fuß des Djevurim. Und dann endete die Idylle.

      Auf einer Lichtung stießen wir auf das, was wir für die Überreste eines Camps verwöhnter Touristen hielten, die keine Achtung vor der Natur hatten. Da lagen Zelte, Campingstühle, Mjuddosen und anderer Müll wild verstreut herum – wilde Tiere mussten das Zurückgelassene geplündert haben. Wir sammelten das meiste von dem Zeug zusammen und nutzen das Brauchbare für unser Lager. Bis zum Abend war noch alles okay. Doch abends, als wir am Lagerfeuer saßen, begann es.

      Der Wind frischte auf und im Flackern des Feuers glaubte ich zwischen den Bäumen eine gehörnte Gestalt zu sehen. Trem und Sen machten sich über mich lustig. Ich war immer der Ängstlichste von uns dreien gewesen. Sie redeten mir ein, dass ich nichts gesehen hätte und ich glaubte ihnen, auch wenn mein Unterbewusstsein sich damit nicht zufriedengeben wollte. Ich lag noch lange wach, starrte in die Dunkelheit des Waldes und weiß nicht, wann ich endlich einschlief.

      Am nächsten Morgen war Trem fort. Einfach weg. Ich erinnerte mich noch vage daran, dass er mitten in der Nacht aufstand, um abseits des Lagers zu pinkeln. Doch nun war er fort. Keine Spur von ihm, seine Sachen waren noch da. Wir verbrachten den ganzen Tag damit, ihn im Umkreis des Lagers zu suchen. Liefen durch den Wald und riefen seinen Namen. Doch es kam keine Antwort. Als es dunkel wurde und wir zum Lager zurückkehrten, hatte ich die Hoffnung er säße einfach dort. Doch er war nicht zurückgekommen. Sen versuchte unseren Horger zu kontaktieren, doch er war zu aufgewühlt und konnte sich nicht auf den Zauber konzentrieren. Dass er versuchte sich mit Mjud zu beruhigen, verbesserte die Aussichten nicht.

      In der Dunkelheit sah ich zwischen den Bäumen die gehörnte Gestalt wieder und im Rauschen der Blätter hörte ich ihre Stimme: Bring ihn um. Töte ihn.
      Ich verkroch mich in meinem Schlafsack und zitterte. Ein Kinderlied summend versuchte ich zu schlafen, doch mit jedem Windzug hörte ich die Stimme in den Blättern:

      Bring ihn um. Töte ihn.

      Ich glaubte irgendwann doch Schlaf zu finden, aber ich weiß nicht ob ich wirklich schlief oder mein Verstand einfach ausgeblendet hat, was sich ereignete. Ich kam zu mir mit einem warmen Gefühl an den Händen. Tatsächlich erinnere ich die wohltuende Wärme um meine Fingerknöchel zuerst, bevor … bevor das grausige Bild erscheint, das sich vor meinen Augen abspielte: Wie meine Hände in den blutigen Eingeweiden von Sen herumwühlten. Und sein Blick. Dieser schreckliche Blick. Seine Augen verfolgen mich noch heute. Diese Augen in denen sich Entsetzen, Hilfesuche und Unglauben mischten.

      Ich weiß nicht mehr was dann geschah. Aber dass ich noch Tage lang diesen Eisengeschmack im Mund hatte, lässt mich nichts Gutes ahnen. Ich muss dann tagelang durch die Wildnis geirrt sein. Als die Wildhüter mich fanden war ich mit einer Mischung aus zerfetzten Kleidern, Blut und Dreck bekleidet. Aber das weiß ich nur aus Erzählungen, denn ich erinnere nichts davon.

      Ich verbrachte Wochen im Gesundungshaus, wie ich später herausfand, unter einem Delir leidend, wie der Heiler sagte. Die Polizei hatte wohl mehrfach versucht irgendetwas über meine Brüder von mir zu erfahren, doch ich war zu keiner Aussage fähig. Meine Brüder wurden nie gefunden. Die Polizei schloss den Fall mit dem Hinweis darauf, dass wir wohl von einem Bären angegriffen worden seien. Ich weiß noch, dass die Wildhüter diese Erklärung bezweifelten, dann aber Klein beigaben.

      Nachdem ich aus dem Gesundungshaus entlassen wurde, organisierte ich meinen Umzug in die Hauptstadt. Alle hatten Verständnis für mich, für den Tapetenwechsel. Es sollte sogar eine Abschiedsparty geben, aber ich zog mich zurück, wollte allein sein. Ich wusste, dass ich keine Party verdiene. Selbst mit meinem Horger sprach ich nur das nötigste.

      Der Ortswechsel tat mir gut. Der kalte Beton der Hauptstadt ließ mich vergessen. Doch wann immer ich an einem Baum vorbeigehe und der Wind durch seine Blätter streift, höre ich in den Blättern, über den Lärm der Großstadt, die Stimme des Gehörnten.

      Ich werde bald umziehen. Ich kann nicht länger in der Nähe des Parks wohnen. Zu viele Menschen verschwinden dort spurlos.

    • Nharun hat einen neuen Beitrag "[Toraja] Schriften" geschrieben. 24.10.2020

      Zitat von Aguran im Beitrag #8
      Auf welchen Systemen beruhen die Schriften?

      Also sind es Lautschriften, Silbenschriften, Piktogramme usw.?

      Und wie sind sie mit Kultur umd Sprache verwoben?
      Wenn ich mich selbst daran mache ertrinke ich in diesen Fragen umd erreiche am Schluß nix substantielles.


      Von den oben präsentierten Sprachen sind Arbarisch, Echyrisch und Gisuvatisch Lautschriften, die sich im Fall von Echyrisch und Gisuvatisch aus Piktogrammen entwickelt haben. Sprache und Kultur sind hier in der Auswahl der Piktogramme, die zu Buchstaben verwurzelt, weil ich versucht habe hier Piktogramme zu wählen, die etwas mit der Lebenswirklichkeit der Kulturen zu tun haben.

      Die Arbarische Schrift hat keine Piktogrammvorstufe, weil sie vom Echyrischen angestoßen wurde, wobei die Arbaren die Idee übernahmen und eigene Symbole in Holz ritzten; die spätere Handschrift hat dann wieder einen echyrischen Einschlag, da die echyrische Kultur sie beeinflusste.

      Die Humbaba-Schrift ist eine Silbenschrift, die ebenfalls auf Piktogramme zurückgeht (aber ich finde die Piktogramme nicht mehr :-( ).

      Insgesamt sind andere Aspekte der Sprachen, insbesondere das Vokabular, aber eher mit der Kultur verwoben, so dass ich im Arbarischen Vokabeln für Konzepte habe, die nicht im Echyrischen oder Gisuvatischen vorkommen (oder anders herum). In manchen Sprachen schlägt sich das auch auf die Grammatik aus, bspw. hat das Ersevische (zu dem ich sträflicherweise keine Schrift habe) ein komplexes Genussystem, weil die Erseven einerseits zwischen biologischem Sexus und sozialem Gender unterscheiden.

    • Nharun hat einen neuen Beitrag "Halloween - Das Imaginarium des Grauens 2: Das Grauen kehrt zurück" geschrieben. 24.10.2020

      Mein Beitrag ist auch fertig ... hoffentlich frisst er mich bis Halloween nicht ...

    • Nharun hat einen neuen Beitrag "[Toraja] Verschiedenes" geschrieben. 23.10.2020

      Ja, ich denke auch, das verschiedene Versionen der Geschichte kursieren, sowohl bei verschiedenen Stämmen, als auch zu verschiedenen Zeiten

    • Nharun hat einen neuen Beitrag "[Toraja] Schriften" geschrieben. 23.10.2020

      Ich habe mal ein paar Seiten meiner Schriften abfotografiert und stelle sie hier ohne großen Kommentar rein. Wenn ihr Fragen zu irgendwas habt, fragt einfach. Entschuldigt, das einige Bilder etwas verschwommen sind.

      Arbarische Schrift
      [[File:20201023_162356.jpg|none|auto]]
      [[File:20201023_162404.jpg|none|auto]]
      [[File:20201023_162421.jpg|none|auto]]


      Echyrische Schrift
      [[File:20201023_162537.jpg|none|auto]]


      Humbaba-Schrift
      [[File:20201023_162644.jpg|none|auto]]

      Gisuvatische Schrift
      [[File:20201023_162819.jpg|none|auto]]
      [[File:20201023_162831.jpg|none|auto]]
      [[File:20201023_162846.jpg|none|auto]]
      [[File:20201023_162853.jpg|none|auto]]
      [[File:20201023_162902.jpg|none|auto]]

      Wenn Interesse besteht habe ich auch noch 25 Seiten mit demarischen Glyphen und irgendwo noch was zur phanechischen Schrift.

    • Nharun hat einen neuen Beitrag "[Toraja] Verschiedenes" geschrieben. 23.10.2020

      Ich habe beim durchstöbern meiner Unterlagen eine bislang (von mir) vergessene Version der Geschichte vom Toten Gott (der Arbaren) entdeckt:

      Zitat

      Einst beschloss ein Gott die Menschen zu besuchen. Er machte sich ihnen gleich und ging zu ihnen. Die Menschen aber erkannten den Fremden nicht als den Gott, der er wahr, und nicht als den Menschen, als den er sich ausgab, und dachten, er sei ein Djevul, ein böser Geist. Sie ergriffen ihn und fesselten ihn an einen Eichenbaum. Sie fragten ihn nach seinem Namen. Dreimal fragten sie ihn. Doch ein Gott darf seinen Namen einem Menschen nicht nennen und so schwieg er dreimal. Die Menschen stießen daraufhin Lanzen in seinen Leib, so dass sein Blut aus ihm floss. Sofort eilten Vögel herbei, um dem Gefieder ihrer Hälse die Blutwogen zu stillen, doch ihr bemühen war vergebens. Noch heute mahnt der rote Fleck am Hals der zutraulichen Rotkehlchen den Menschen jene Bluttat der Vorväter.
      Die Menschen erkannten aber, dass das Blut des Getöteten heilende Kraft hatte und das Korn aus dem Boden sprießen und die Bäume Früchte tragen ließ. Sie sammelten das göttliche Blut und zerteilten den Leichnam, um die segensbringende Kraft des Gottes an alle Stämme zu verteilen.
      Die Götter aber waren erschrocken aufgrund des Mordes an einem der ihren. Der Götter Ratschluss war erstens, dass von nun an, sich jedes Jahr die Blätter des Waldes rot färben müssen, um den Menschen die Bluttat zu mahnen. Zweitens, dass von nun an Kaller, der Bruder des Toten, an seine Stelle treten würde: So verging der zweite Sommer und an seine Stelle trat die Zeit der Stürme und der Kälte, und das Sterben der Früchte und der Fortgang der Tiere und die Angriffslust der Zurückgebliebenen wurden von Kaller als Strafe für die Menschen beschlossen für den Mord am geliebten Bruder; selbst Ertius wendet sich in Kallers Zeit von den Menschen ab und schläft. Drittens ward beschlossen, dass kein Gott mehr als Mensch unter die Menschen kommen dürfe.
      Die Menschen aber bereuten ihre Tat und seit dem flehen sie zum Toten Gott um Beistand, Gnade und Vergebung, besonders wenn das Jahr dunkel und kalt wird.



      Dieser Version steht die schon länger bekannte "Prosafassung vom Lied des Toten Gottes" entgegen, die zwar Parallelen aber auch Unterschiede aufweist:

      Zitat

      Das Lied des Toten Gottes (Prosafassung)

      In der Urzeit war der Kraken noch nicht im Meer und der Wald erstreckte sich überall auf dem Land. Die Menschen kannten noch keine hölzernen Zäune und keine steinernen Bauten. Sie lebten im Wald mit den Tieren und waren selbst wie Tiere; kannten keine Wörter und keine Götter.

      In den Leuchtenden Hallen des Himmels lebten die Götter und blickten auf die Menschentiere herab. Hin und wieder fuhren sie nieder, um die Menschentiere zu besuchen und waren von ihnen nicht zu unterscheiden. Einer von ihnen, Vîrvarder, hatte Mitleid mit den Menschentieren und wollte ihnen einen kleinen Teil des göttlichen Wissens schenken. Er wollte ihr Ausbilder sein und sie lehren feste Behausungen zu errichten, wollte sie Worte lehren, damit sie sich miteinander und mit den Göttern verständigen können.

      Vor dem Rat der Götter trug er seine Bitte vor, doch die anderen Götter lehnten seinen Wunsch ab. Doch Vîrvarder missachtete den Ratschluss und fuhr herab auf die Erde. Er irrte durch die Wälder und stieß nach drei Tagen auf eine Gruppe der Menschentiere. Sie hatten einen Hirsch erlegt und labten sich an seinem rohen Fleisch und waren durch ihr Festmahl so ergriffen, dass sie zunächst nicht bemerkten, dass Vîrvarder sich ihnen näherte.

      Als Vîrvarder zu den Menschentieren trat, schreckten sie auf und richteten ihre Speere fauchend und kreischend in seine Richtung; ihre Beute vor dem Fremden schützend. „Ich bin Vîrvarder“, sprach der Gott, „ich komme in Frieden und will euch lehren, wie die Götter zu sein.“ Doch die Menschentiere, die kein Wort kannten, verstanden den Gott nicht und fauchten und kreischten nur umso wilder.

      Vîrvarder hob seine Hände und ging näher heran. „Ich will euch nichts tun, ich will euch helfen“, sprach der Gott. Die Menschentiere aber fauchten und kreischten und hüpften wild umher. Der Gott lächelte sie an, doch da schrie der Anführer des Menschenrudels laut und stieß ihm den hirschblutigen Speer zwischen die Rippen. Und auch die anderen Menschentiere kreischten und stieße ihre Speere in den Leib des Gottes.

      Der Gott wollte sprechen, doch statt Worten spuckte er Blut. Er taumelte zurück und fiel mit dem Rücken gegen einen Birkenbaum. Die kreischenden Menschentiere aber stachen weiter auf den Gott ein, bis aus dem Geäst der Bäume ein Schwarm Vögel geflogen kam. Die Vögel nämlich hatten den Gott erkannt und wussten, dass er den Menschentieren kein Feind war. Sie versuchten mit ihrem Brustgefieder die blutenden Wunden zu stillen, doch ihr Werk war vergebens. Vîrvarder starb am Birkenbaum. Den edlen Helfern blieb nur die rotgefärbte Kehle als Zeichen ihrer vergebenen Güte.

      Die Menschentiere hüpften und kreischten und labten sich weiter am Hirsch, brachen seine Knochen und schlürften sein Mark. Doch als der Hirsch verzehrt war und sie immer noch hungrig waren, blickten sie auf den toten Gott und hüpften kreischend auf seine Leiche zu. Als das erste Menschentier seine Zähne in das Fleisch des toten Gottes schlug und sein Blut die Kehle des Menschentieres hinabfloss, hielt es inne. „Vîrvarder war dies“, sprach der Mensch, „er war ein Gott und wollte uns helfen.“

      Die anderen verstanden nicht, bis auch sie vom Blut des toten Gottes gekostet hatten. Dann aber erkannten alle Menschen, was sie getan hatten und sie fürchteten sich vor dem Zorn der Götter in den Leuchtenden Hallen des Himmels. Sie schnitten den Leib des toten Gottes in Stücke und verstreuten sich. Damit der Zorn der Götter sie nicht finde, aber auch damit noch mehr Menschentiere durch das Götterblut zu Menschen würden; denn dies war das letzte Geschenk Vîrvarders.

      In den Leuchtenden Hallen im Himmel blieb die Abwesenheit Vîrvarders nicht lange von den anderen Göttern unbemerkt. Ertius, der höchste und vornehmste Götter, wies Turanas an Okuls Spiegel nach Vîrvarder zu befragen und im Spiegel sahen die Götter in den Leuchtenden Hallen was auf der Erde vorgefallen war und waren traurig. Die Einen sagten: Der Mensch muss sterben für seine Tat; doch die anderen sagten: Es waren Tiere, sie wussten nicht was sie taten, jetzt sind es Menschen und durch Vîrvarders Blut sind sie uns gleich geworden, es ist nicht recht sie zu töten.

      Darüber kam es in den Leuchtenden Hallen im Himmel zu einem großen Streit unter den Göttern. Die Menschen auf der Erde sahen viele Tage lang im Nachthimmel Blitze zucken und fürchteten sich sehr. Hier und dort fielen brennend die Trümmer der Leuchtenden Hallen herab und schlugen Lichtungen in den dichten Wald; denn der Streit der Götter war zu einem Krieg geworden.

      Als die Leuchtenden Hallen verwüstet im Himmel waren, warf Ertius jene vom Himmel herab, die den Krieg begonnen hatten: Kjahullir fiel nieder; und Kattir und Surta und auch der Alte, den man heute den Schneevater nennt. Verstoßen aus den Leuchtenden Hallen schufen sie sich auf der Erde ein Heim und weil sie den Menschen noch immer zürnten, machten sie sich daran, sie zu vernichten.

      Der Kjahullir lauerte ihnen fortan in den Gewässern auf, um sie zu ertränken. Der Kattir schlich in ihre Siedlungen, um sie zu fressen. Der Alte ließ die Gletscher wachsen und den Schnee fallen, um die ganze Welt in Eis zu hüllen. Die Surta flüsterte den Menschen ins Ohr, damit sie einander umbringen.

      Die Götter aber, die in den Leuchtenden Hallen verblieben waren, blickten besorgt in die Splitter von Okuls Spiegel und sahen, wie leicht die Menschen ein Opfer der Verstoßenen, der Erdgebundenen Götter wurden. Um Vîrvarder zu ehren, beschlossen sie, den Menschen zu helfen. Doch die Götter fürchteten sich, sich den Menschen zu zeigen, fürchteten das Schicksal Vîrvarders zu teilen. Da ersann Ruck eine List: Wenn die Götter hinab zur Erde fuhren, sollten sie sich mit Fell und Feder, Kralle und Klaue als Tiere verkleiden; so könnten sie Hilfe leisten, ohne in die Gefahr zu geraten erkannt und getötet zu werden.




      Und die bislang nur fragmentarische lyrische Fassung des Liedes:

      Zitat

      Urzeit war es // als Vîrvarder lebte

      der Kraken war noch nicht im Meer // noch stürmische Wogen

      Palisaden gab es nicht // noch Steinhäuser

      der Wald war überall // und nirgends Lichtung


      Da lebten Menschen // lebten im Wald

      Tiere waren die Menschen // wie Tiere im Wald

      sie jagten, sie schliefen // sie liebten, sie lebten

      und sie kannten nicht Wort // nicht Feind, nicht Gott


      Im Himmel waren die Götter // in leuchtenden Hallen

      auf die Erde stiegen sie herab // herab die Menschen zu besuchen

      und nicht Fell und nicht Feder // nicht Kralle und Klaue gaben sie preis

      die Götter wirkten // wie Menschen auf die Menschen


      Vîrvarder sah nieder // sah herab aus Feuermutters Haus

      sah die Menschen // wollte ihr Ausbilder sein

      wollte ihr Hausbauer sein // feste Hallen ihnen geben

      ihr Wortgeber sein // sie die Götterworte lehren


      Den Göttern Vîrvarder sagte // ich helfe den Menschen

      auch gegen den Rat // den weise Ratbringer gaben

      und hinab stieg Vîrvarder // stieg hinab auf die Erde

      und nicht Fell und nicht Feder // nicht Kralle noch Klaue gaben ihn preis


    • Nharun hat einen neuen Beitrag "Inktober 2020" geschrieben. 23.10.2020

      @Elatan Danke. Nein, das Essen dort ist nicht über die Maßen geschärft, der "Teufel" im Logo wird auf der Toraja nicht mit Schärfe/Hitze assoziiert. Die Gestalt geht auf einen "Pah" genannten Mindergeist zurück, der zur Heerschar Thuakechos gehört und eigentlich ein sehr voyeuristisches Wesen ist; er steht in der Moderne als Sinnbild für Lust in jeglicher Richtung, also nicht nur sexuell, sondern auch "(Fr)Esslust" oder "Völlerei" und man verbindet mit dem Bild des Pah ein Lebensgefühl, bei dem man es sich gut gehen lässt und das Leben genießt.

      @Gerion Die extreme Ähnlichkeit ist dem Prozess des Verschliffs der einzelnen Zeichen seit ihrer ursprünglich bildhaften Form zu verdanken, wobei ich den Verschliff als Bastler natürlich ein bisschen unter Kontrolle habe und die Ähnlichkeit dieser modernen Schriftform mit unserer Schrift somit zumindest zum teil intendiert ist (Gemäß dem übergeordneten Bastelthema der Toraja "Vertraut und Unbekannt"), über die Entwicklung dieser Schrift habe ich in diesem Thread schon mal etwas geschrieben und auch Bilder dazu gepostet.

    • Nharun hat einen neuen Beitrag "Inktober 2020" geschrieben. 22.10.2020

      [[File:Inktober20 22 Chef s.png|none|fullsize]]

      Das Logo der berühmten arvelischen Fastfood-Kette "Kurnides". "Kurnides" oder umgangssprachlich "das Rote K" ist so etwas wie unser "Goldenes M". Der Unternehmensmythos führt die Kette auf eine Taverne zurück, die seit der klassischen Zeit außerhalb von Arras gestanden haben soll und auf deren Grundstück heute die Konzernzentrale ihren Sitz haben soll.

    • Nharun hat einen neuen Beitrag "[Eruon] Karten, Landschaften, Raumpläne usw." geschrieben. 22.10.2020

      Die Karte sieht sehr gut aus, mir gefallen die Seemauer und diese grotesk große Halle! Sie sieht aus, als würde die gesamte Stadt sich in ihr versammeln können; hoffentlich ohne Wolkenbildung unter dem Dach!

    • Nharun hat einen neuen Beitrag "Inktober 2020" geschrieben. 22.10.2020

      [[File:Inktober20 21 sleep.jpg|none|fullsize]]


      Schakilama ymnar krol hurg adarg shuzok ymabar lysbaschar

      ~ In seinem Haus/Versteck/Sicheren Ort Ymabar* ruht/wartet/lauert der träumende Schakilama schlafend/wartend ...
      * Ymabar wird als Eigenname präsentiert, könnte aber auch die Vokabel für "das menschliche Denken" sein

    • Nharun hat einen neuen Beitrag "Halloween - Das Imaginarium des Grauens 2: Das Grauen kehrt zurück" geschrieben. 20.10.2020

      Die Tage verfinstern sich und die Nacht des Grauens rückt immer näher ...

      Eine kleine Erinnerung alle, die das zweite Imaginarium des Grauens mit ihrem Beitrag füllen möchten

    • Nharun hat einen neuen Beitrag "Inktober 2020" geschrieben. 20.10.2020

      [[File:Inktober20 20 coral.jpg|none|fullsize]]

    • Nharun hat einen neuen Beitrag "Inktober 2020" geschrieben. 19.10.2020

      @Elatan Ja, wäre wohl klug Dein Bild ist cool, du hattest von den verfüherischen Trollinnen ja schon berichtet, das Bild passt da echt gut zu.




      [[File:Inktober20 19 dizzy_001 s.jpg|none|fullsize]]

    • Nharun hat einen neuen Beitrag "Inktober 2020" geschrieben. 18.10.2020

      [[File:Inktober20 18 trap _1_.jpg|none|fullsize]]

    • Nharun hat einen neuen Beitrag "Inktober 2020" geschrieben. 17.10.2020

      [[File:Inktober20 17 storm s.jpg|none|fullsize]]

      "Storm"

    • Nharun hat einen neuen Beitrag "Inktober 2020" geschrieben. 17.10.2020

      Hmm, so wahnsinnig viel kann ich zu dem Außenposten gar nicht erzählen. Als die Ersten Menschen auf der Toraja ankamen, gründeten sie Kolonien, indem die Kolonieschiffe auf der Planetenoberfläche landeten; sie waren so konstruiert, dass sie den Kern einer Basisstruktur bildeten. Etwas später wurden Außenposten wie der gezeigte errichtet, um Regionen und Ressourcen zu erschließen; dabei waren kleine Raketenstartplattformen nicht unüblich, um Satelliten in die Umlaufbahn zu schießen und es gab zumindest auch eine Raumstation, von der aus die Kolonisation unterstützt wurde, u.a. dadurch, dass auf ihr Androiden für diverse Tätigkeiten hergestellt wurden, die dann auf Anforderung runtergeschickt wurden. So wie der Außenposten dort zu sehen ist, wird er wohl nicht von wagemutigen Abenteurern erkundet werden können; zwischen ihnen und den Ersten Menschen liegt dafür viel zu viel Zeit; die heutige Erscheinungsform wäre sicher zerstörter und überwucherter und die Rakete läge, wäre sie noch dort, sicher umgestürzt in der Landschaft.

    • Nharun hat einen neuen Beitrag "Inktober 2020" geschrieben. 16.10.2020

      [[File:Inktober20 15 outpost rocket s.jpg|none|fullsize]]

      Die prompts von gestern ("outpost") und heute ("rocket") in einem Bild, da mir gestern Zeit und Muße fehlten; damit bin ich wieder im soll.

    • Nharun hat einen neuen Beitrag "Einhunderteinundfünfzigstes Speedbasteln am 15. Oktober 2020" geschrieben. 16.10.2020

      @DrZalmat Der arme Ormuzid! Aber eine tolle Geschichte. Wie weit verbreitet ist die Ordensgemeinschaft der Ormuziden denn "heute"?
      @Elatan Du bekommst Pluspunkte für Inklusion. Der Text ließt sich sehr gut und macht lust auf mehr, die Möglichkeit Menesander so oder so oder doch dazwischen zu bewerten ist sehr gelungen!

    • Nharun hat einen neuen Beitrag "Einhunderteinundfünfzigstes Speedbasteln am 15. Oktober 2020" geschrieben. 15.10.2020

      Und die Stunde ist um: Ab jetzt wird nachgereicht!

    • Nharun hat einen neuen Beitrag "Einhunderteinundfünfzigstes Speedbasteln am 15. Oktober 2020" geschrieben. 15.10.2020

      Asirankles Elmilosas

      Heprylertas Asiranakles, der neunte dieses Namens, genannt Elmilosas, „der Barmherzige“, war einer der Priesterfürsten des arvelischen Mittelalters, die seit der späten Renaissance eine ganz schlechte Presse erhielten – bis auf ihn. Während seine Vorgänger, Nachfolger und Amtskollegen durch die Bank als verderbte Korrumpierer und Menschenfeinde dargestellt werden, gilt Elmilosas noch heute als guter Herrscher, als strahlendes Vorbild inmitten einer dunklen Zeit.

      Während man den anderen Priesterfürsten der Dritten Kirche jegliches Verbrechen zuschreibt, das nur denkbar ist, wird Elmilosas stets als Beispiel für einen idealen Fürsten ins Feld geführt. Woran das liegt? Im Gegensatz zu den anderen Priesterfürsten kümmerte er sich nicht nur um sich und einen Klüngel aus Speichelleckern, sondern sorgte für das einfache Volk: Er gab ihnen Arbeit, Nahrung und Bildung. Während seiner Regentschaft wurden keine Magier (oder Menschen, die man für solche hielt) hingerichtet und es gab keine Säuberungen aufgrund vermeintlicher Verderbnis.

      Doch die herausragende Eigenschaft Elmilosas war nicht seine Barmherzigkeit, sondern seine Fähigkeit zur Propaganda. Tatsächlich war Elmilosas wohl einer der schlimmsten Priesterfürsten der Dritten Kirche. Ja, er ließ das einfache Volk mit Nahrungsmitteln versorgen, doch die Nahrungsmittel wurden in Gebieten geplündert, die er mit Sternenkriegen überzog. Ja, er gab dem einfachen Volk Arbeit, aber es handelte sich größtenteils um Frondienste und wer sich weigerte, wurde als Fußsoldat in die Sternenkriege gezwungen. Die Bildung, die er dem Volk zugutekommen ließ, war in erster Linie eine Ausbildung für den Krieg und in zweiter Linie Leibesertüchtigung, da er ein unersättliches Verlangen nach Gespielen hatte, die seinen körperlichen Idealvorstellungen genügen sollten. Magier und Verderbte und jene, die als solche bezichtigt wurden, wurden ebenso wie andere „Verbrecher“ in den Sternenkriegen verheizt – sie alle fanden den Tod, auch wenn sie den Soldatentod starben und nicht offiziell hingerichtet wurden.

      Elmilosas war so machthungrig, dass er sogar andere Priesterfürstentümer Arveliens mit Sternenkriegen überzog und nach 25 Jahren seiner Herrschaft den Tod durch die verbündeten Armeen seiner Amtskollegen fand.

      Doch mit seinem Ende endeten auch alle vom Volk als Wohltat wahrgenommenen Taten. Hungernöte suchten sein Fürstentum heim und die siegreichen Priesterfürsten gingen mit Säuberungen gegen die Eliten Elmilosas‘ vor: In ihrer Wahrnehmung waren die anderen Priesterfürsten das personifizierte Übel und so wurde die Propaganda noch nach Elmilosas Tod befeuert.
      Wenn heute Gruppierungen nach einer Rückkehr zu den Traditionen der Dritten Kirche aufrufen, tun sie dies häufig unter Berufung auf Elmilosas – und werden dementsprechend „Elmisosertes“ genannt.

Empfänger
Nharun
Betreff:


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