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Nharun
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Stefan
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    • Nharun hat das Thema "Fundstück aus dem Notizbuch" erstellt. 18.04.2021

    • Nharun hat einen neuen Beitrag "Sprö klol Runs - Ich spreche Runsisch [Ein simples Sprachtutorial]" geschrieben. 18.04.2021

      Zitat von Elatan im Beitrag #2
      Vielen Dank für dieses Tutorial! Es gibt ja bereits so einige (die auch sicherlich nicht schlecht sind), aber ich finde es gut, dass du hier wirklich Basics lieferst, mit denen man dann eine brauchbare Sprache basteln kann, ohne sich viel mit Theorie zu befassen. Manch anderen Sprachbaukurs fand ich da eher etwas abschreckend. Ich bin gespannt, wie es weitergeht!


      Ja, es gibt in den Weiten des Internets viele gute Tutorials, auch in Form von Youtube-Videos; ich glaube einige davon dürften auch in unserer Linkliste verlinkt sein. Mein Tutorial ist "quick and dirty", eben weil ich Theorie wenn möglich weglasse und einen eher praktischen Ansatz habe. Ich würde es als "Einstiegsdroge" sehen, die man nutzen kann, wenn man sonst eher keine Lust zum Sprachenbasteln hat und auf die Tutorials mit mehr Theorie kann man dann zurückgreifen, wenn man festgestellt hat, dass Sprachenbasteln Spaß macht und man sein Erlebnis vertiefen möchte.

      Die Theorie, die teil vieler anderer Tutorials ist, bietet in der Regel eine gute Grundlage um Entscheidungen zu treffen, wie man eine Sprache gestalten und verändern kann, ohne dass sie linguistisch gesehen seltsam wird. Aber da muss man schon ein bisschen mehr Zeit und Lust mitbringen, um das zu verarbeiten, und manchen merkt man auch an, dass eine Zielgruppe mit akademischem, vielleicht sogar irgendwie linguistischem Hintergrund angesprochen wird. Ich glaube bei dieser Zielgruppe würde mein "simples" Tutorial keine Schnitte Brot gewinne :D

    • Bei Nekides ist es sicher der Grund der Einladung, dass Katouras ihn vorführen kann. Und für Nekides ist der der Grund, dahin zu kommen, dass er Werbung für sein Buch machen kann.


    • Nharun hat einen neuen Beitrag "Einhundertneunundfünfzigstes Speedbasteln am 09. April 2021: Zeitmessung" geschrieben. 17.04.2021

      Zitat von Elatan im Beitrag #9
      Wurde während der Renaissance oder später eigentlich auch versucht, nicht-magische Uhren zu bauen, wie sie auch bei uns benutzt wurden und wenn ja; wie erfolgreich war man damit?


      Es gibt seit dem Revolutionszeitalter auch wieder mechanische Uhren, die sind aber eher Liebhaberstücke und werden in der Regel nicht auf Masse produziert. Sie sind ein Hobby.

      Zitat von Aguran im Beitrag #10
      Wie sieht das in der Gegenwart aus? Sind dort magiache Uhren der "Standard" oder gibt es daneben noch andere verbreitete, oder aber spezialisierte Technologien (zum Beispiel Atomuhren, wie in Teilen der Wissenschaft in Gebrauch).


      In der Gegenwart sind magische Uhren soweit Standard, dass in den meisten Sprachen "Uhr" eine "magische Uhr" bezeichnet und eine anderweitige Uhrenform speziell ausgedrückt werden muss. Spezialisierte Uhren sind mir derzeit nicht bekannt. In Teilen der Wissenschaft werden eigene Zeitzauber-Uhren genutzt, anstatt eine Uhr zu verwenden, die auf einen nationalen Zeitzauber zurückgreift; ähnlich Atomuhren ist die Zeit hier präzisier, weil kleine (im nicht-wissenschaftlichen Alltag vernachlässigbare) Abweichungen durch den Fernwahrnehmungszauber entfallen.

      Zitat von Chrontheon im Beitrag #12
      Wie erneuern sich denn die moderneren Uhren in begrenzten Maße? Oder ist das ein Werksgeheimnis?

      Magische Uhren für den Hausgebrauch bedienen sich eines Fernwahrnehmungszaubers, der die Zeit bei einem nationalen Zeitzauber abliest; diese müssen lediglich mit einem Kraftspeicher versehen werden, um diesen Zauber zu erhalten oder zu aktivieren. Das funktioniert also so wie bei uns mit Batterien.
      Die eigentlichen Zeitzauber der Moderne werden kontinuierlich neugewirkt, wobei das Neuwirken durch die modernen magischen Möglichkeiten quasi "programmiert" werden kann und auch hier vor allem eine Kraftzufuhr notwendig ist.
      Bevor das Usus wurde, gab es vermehrt Uhren, die auf einem eigenen Zeitzauber basierten und die dann "stehen blieben", wenn der Zauber endete. Da gab es dann Varianten dieser Zauber, die ihre Wirkungskraft aus dem Anderdunkel zum Teil regenerieren konnten und so der Zauber wesentlich länger erhalten blieb, ohne neugewirkt zu werden. Da ist man in der Moderne von abgekommen, weil das die Uhrzeit beeinflusst - zwar nicht genug um einer Privatperson im Alltag große Probleme zu bereiten, aber doch zu groß, um in einer modernen Gesellschaft Sicherheit zu bieten, weil hier Abweichungen von der "Standard-Zeit" entstehen und Sekunden mal langsamer oder schneller vergehen.
      Viel genauer kann ich es aber stand meines aktuellen Wissens nicht beschreiben.

    • Nharun hat einen neuen Beitrag "Flanieren in Cantree" geschrieben. 17.04.2021

      Also ich würde einen Bericht über die Hauptstadt schon gerne lesen.

      Aber mal eine Frage zur Einwohnerzahl der Hauptstadt: 200.000 Einwohner empfinde ich für eine moderne (Haupt-)Stadt als recht klein; meine Heimatstadt hatte 2019 156.374 Einwohner und ist fern davon "quirlig" zu sein oder ein Ort an dem man seinen gesamten Urlaub verbringen möchte ... es sei denn man ist nur ein Wochenende hier. Jetzt ist meine Heimatstadt auch keine Hauptstadt, aber irgendwie würde ich bei so einer schon so um die 500.000 im Minimum erwarten. Gibt es einen Grund, warum du die Einwohnerzahl so (subjektiv) gering hältst?

    • Nharun hat einen neuen Beitrag "Vorstellung der Republik Cantree/Teil 2" geschrieben. 17.04.2021

      Zitat von M.Huber im Beitrag #1
      Eine detailgetreue Landeskarte wird in den nächsten Tagen nachgebracht l


      Es sind ja nun ein paar Tage vergangen und du hast uns lange genug auf die Folter gespannt , wann kriegen wir die Karte zu sehen?

    • Nharun hat einen neuen Beitrag "Vorstellung der Reupublik Cantree/ 1.Teil: Das Cantronische Meer" geschrieben. 17.04.2021

      Da du deine Welt hier in einzelnen Threads vorstellst (was völlig legitim ist), fände ich es ganz hilfreich, wenn du in diesem Thread (oder in einem separaten Inhaltsverzeichnis-Thread) ein Inhaltsverzeichnis zu deinen Threads erstellst; so erleichterst du es anderen Lesern alle Teile deiner Weltbeschreibung zu finden.

      Das könnte bspw. so aussehen:






      und sieht im Foren-Code so aus:

      1
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      3
      4
      5
      6
      7
       
      [ul]
      [h1]Die Vorstellung meiner Welt[/h1]
      [li][URL=https://www.das-imaginarium.de/t368f14-Vorstellung-der-Reupublik-Cantree-Teil-Das-Cantronische-Meer.html]Das Cantronische Meer[/URL][/li]
      [li][URL=https://www.das-imaginarium.de/t370f14-Vorstellung-der-Republik-Cantree-Teil.html]Vorstellung der Republik Cantree[/URL][/li]
      [li][URL=https://www.das-imaginarium.de/t371f14-Vorstellung-meiner-Welt-Teil.html]Die Länder des Mittelmeerraumes[/URL][/li]
      [li][URL=https://www.das-imaginarium.de/t375f14-Flanieren-in-Cantree.html]Flanieren in Cantree[/URL][/li]
      [/ul]
       

    • Nharun hat einen neuen Beitrag "Einhundertneunundfünfzigstes Speedbasteln am 09. April 2021: Zeitmessung" geschrieben. 10.04.2021

      @Aguran Sehr spannende Gestalt und ominöse Sprüche - gibt es nur diese Epochensprüche oder ist das eine Auswahl?
      @Elatan Dass deine langlebigen Elben in größeren Zyklen rechnen wirkt plausibel; haben diese Elbenjahre auch eine kulturelle Bewandtnis, also gilt ein Elb erst ab X Elbenjahren als "erwachsen" oder sind sie bereits innerhalb des ersten Elbenjahres ausgewachsen und werden als (wenn auch junge) Erwachsene betrachtet?
      @Chrontheon Sehr mysteriös.

    • Nharun hat einen neuen Beitrag "Einhundertneunundfünfzigstes Speedbasteln am 09. April 2021: Zeitmessung" geschrieben. 09.04.2021

      „Zeit ist das, was man an der Uhr abliest“
      Uhren sind so alt wie Städte. Bereits in der Antike entwickelten Echyren und Phanecher verschiedene Geräte, um die Zeit zu messen. Am weitesten verbreitet war wohl die Sonnenuhr, die unter anderem bei den Echyren den Tag sehr genau einteilte, während die Nächte gröber eingeteilt, meistens geviertelt, wurden.
      Andere antike Uhren machten sich Wasser oder Sand zu nutzen, welches herabrieselte und in markierten Auffanggefäßen eine ablesbare Zeit lieferten; durch sie wurde auch die Nacht einteilbar.
      Mit der aufkommenden Mechanik der Klassik kamen erste mechanische Uhren in Umlauf, die die Zeit mit Hilfe von komplexen Uhrwerken maßen, aber in der Regel so groß waren, dass sie nur fest in großen Gebäuden installiert werden konnten. Mit der großen Katastrophe gerieten sie in Vergessenheit, bis das Wissen in der Renaissance wiederentdeckt wurde.
      Im Mittelalter waren Stundenkerzen verbreitet und für breite Massen erschwinglich.
      Seit der Renaissance wurden immer wieder Versuche unternommen, Uhren auf Basis von Magie zu entwickeln. Das den Verzerrungen inhärente Chaos stellte jedoch ein Problem dar, das erst mit der weiteren akademischen Erforschung der Magie während der Magischen Revolution gelöst werden konnte. Magische Uhren basieren seit dem 16. Jahrhundert auf speziellen Zaubern, deren einziger Zweck es ist, dass sie in einem messbaren und gleichmäßigen Intervall an Stärke verlieren, der auf der Uhr in Stunden und Minuten umgerechnet angezeigt wird. Diese Zauber mussten regelmäßig aufgeladen werden, weshalb es immer wieder zu Abweichungen kam. Erst seit dem 19. Jahrhundert sind die Zauber so effektiv, dass sie sich in einem begrenzten Maße selbst erneuern, doch eine wahre Gleichschaltung der Uhren ist erst seit der Großen Einheitlichen Verzerrungstheorie möglich.
      Moderne Uhren basieren auf Zaubern der Fernwahrnehmung, die auf spezielle, nationale „Zeitzauber“ ausgerichtet sind und den Stärkeverfall dieser zentral erneuerten Zauber wiedergeben.

    • Nharun hat einen neuen Beitrag "Aguran - Wochenthema-Basteln (( Politische Kultur))" geschrieben. 05.04.2021

      @Aguran Die imperiale Metropolarchitektur ist definitiv ein Wunder! Das ist mal imposanter imperialer Machtprotz. Es muss ein gewaltiger Akt gewesen sein, diese Pyramiden-Arkologien zu bauen. Werden in ihnen auch Spiegel eingesetzt um im Inneren Tageslicht zu haben?

    • Nharun hat einen neuen Beitrag "Das große Frühlingsfest der Frühlingsfeste" geschrieben. 05.04.2021

      Reggengers Urge


      Das arbische Frühlingsfest



      Reggengers Urge ist das traditonelle Frühjahrs- und Neujahrsfest der arbischen Völker und wird am 2. Slostmach gefeiert, obwohl das neue Jahr bereits am 1. beginnt.

      Am 1. Slostmach beginnen jedoch die Vorbereitungen, die einerseits daraus bestehen, dass die Arben für sich eine "Urfar" (<"Urges Far", "Festfell") genannte Verkleidung herstellen, und andererseits auf den großen Plätzen der Städte und Dörfer Scheiterhaufen errichtet werden. Das Urfar ahmt traditionell das Aussehen eines Tieres nach, in den letzten hundert Jahren haben sich aber auch andere Verkleidungen eingebürgert. Ein besonderes Element dieser Verkleidungen stellen die Valschide (<"Valsche Schide", "Fehlerzettel", Sg. Valschid) dar, kleine Zettel oder Stoffstreifen, auf die Dinge geschrieben werden, die man im vergangenen Jahr getan hat und die man jetzt bereut; sie werden an das Urfar genäht.

      Am 2. Solstmach wird das Urfar angelegt und man feiert ausgelassen in dieser Verkleidung; gerade in den Städten haben diese Feierlichkeiten einen Jahrmarktscharakters. Gruppen von Feiernden stimmen immer wieder laute Lieder an oder machen mit Trommeln und schrillen Flöten Lärm. Zum Abend hin werden diese Feierlichkeiten immer ausgelassener und wilder, jedoch gilt es als schlechtes Omen, bereits vor Einbruch der Dunkelheit so erschöpft oder betrunken zu sein, dass man nicht mehr feiern kann.

      Wenn die Dunkelheit einbricht werden die großen Scheiterhaufen entzündet und im Rahmen eines wilden Tanzes um diese Feuer werden die Urfer vom Leib gerissen und in die Flammen geworfen.

      Wenn dann das Feuer herunter gebrannt ist, springen die Arben über die Glut des Feuers, oder laufen in manchen Regionen über die Glut, um Glück für das neue Jahr zu erhalten.

      Durch das Verbrennen der Urfer erhoffen sich die Arben, sich von den Fehlern des vergangenen Jahrs rein zu machen. Dieser Tag ist auch traditionell der Tag, an dem man sich entschuldigt oder anderen verzeiht; die Könige und Fürsten der Arben begnadigen an diesem Tag auch häufig Straftäter.

      Obwohl dieses Fest auf altgläubige Rituale zum Beginn des Neujahrs zurückgeht, überdauerte dieser Brauch die Asiranisierung der Arbaren, da die Asiranisten sie umdeuten konnten. Am 1. Solstmach, dem Ercheston des Achorion des echyrischen Kalenders, wird das höchste Fest des Asiranismus, die Vergöttlichung und Wiederauferstehung des Asiranas gefeiert; der heiligen Überlieferung nach fiel an diesem Tag ein Stern vom Himmel herab auf den Großen Tempel zu Tertemes und aus dem Feuer und der Asche trat der 18 Tage zuvor verbrannte Asiranas hervor, um die verderbten Priester und ihre Schergen niederzustrecken. Daher sahen die Asiranisten in diesem Feuerfest einerseits eine Feier der Wiederauferstehung und im Verbrennen der Tierverkleidungen ein Symbol des Sieges des Asiranismus über die altgläubigen Tiergötter.

    • Nharun hat einen neuen Beitrag "[Toraja] Verschiedenes" geschrieben. 30.03.2021

      Zitat von Elatan im Beitrag #117
      Das war mal wieder ein ganzer Batzen an Informationen, aber da sie doch recht appetitlich angerichtet waren, konnte ich sie mir gut einverleiben. Ich finde es spannend, wie unterschiedlich die Familienformen sind, wobei ich die dscha'ilistischen Ansichten doch bevorzugen würde, da die anderen doch mitunter nicht besonders rosig klingen und ihre Nachteile haben können. Haben arbische Kinder eigentlich überhaupt keine Beziehung mehr zu ihren biologischen Eltern?


      Ich würde nicht sagen, dass arbische Kinder generell "überhuapt keine" Beziehung zu ihren biologischen Eltern haben, aber diese Beziehung ist generell nicht so ausgeprägt. Ein Kind weiß sehr wahrscheinlich, wer seine Eltern sind, wie sie heißen und aussehen; aber es hat keine nähere Beziehung zu ihnen. Das ist ein bisschen so, wie wenn bei einem großen Familienfest entfernte Verwandte aus dem entferntesten Wohnort kommen und dir gesagt wird "Das ist doch der Großonkel deiner Tante mütterlicherseits".

      Anders sieht es aus, wenn man denselben Horger hat wie ein Elternteil, dann hat man über die Tiner-Geschwisterschaft schon mehr Bindung zu einem biologischen Elternteil und in solchen Fällen ist die Beziehung auch nicht rein geschwisterlich sondern es kann schon so etwas wie eine Elter-Kind-Beziehung entstehen. Es ist gesetzlich zwar nicht verboten, aber gesellschaftlich streng tabuisiert als Horger sein eignes Kind als Tiner anzunehmen - das dürfte etwa die Stufe von Inzest in unserer Kultur haben, vom gesellschaftlichen Stand her.

      In der arbischen Gesellschaft ist es für Kinder, die nicht bei einem Horger aufwachsen, sehr schwer; der Horger ist ja nicht nur ein Ziehvater oder eine Ziehmutter, sondern auch der Lehrer und Ausbilder. Wirst du als arbisches Kind von deinen alternativ eingestellten (um nicht "asozialen" zu sagen) [biologischen] Eltern groß gezogen, dann hast du keine offizielle Schulbildung, keine formelle Bestätigung deiner Ausbildung und keine grundlegenden Zeugnisse, mit denen du dich irgendwo bewerben kannst.

    • Nharun hat einen neuen Beitrag "Sklaverei" geschrieben. 28.03.2021

      Es ist schön mal wieder von dir zu lesen @Amanita!

      Zitat von Amanita im Beitrag #26
      auch wenn ich dort nicht leben wollte.


      Ja, auf der Toraja würde ich auch nicht leben wollen

      Das sind interessante Aspekte, die du über die Sklaverei in deiner Welt ansprichst; insbesondere deine Ausführungen über die Sariler im zweiten Beitrag gefallen mir gut und sie fügen sich gut in das Bild ein, das ich durch frühere Beiträge von Silaris erhalten habe.

    • Nharun hat einen neuen Beitrag "[Toraja] Verschiedenes" geschrieben. 28.03.2021

      Familie



      Wenn wir uns die verschiedenen Begriffe der Vergangenheit und Moderne anschauen, die mit „Familie“ übersetzt werden, dann lässt sich die „Familie“ nur auf einen kleinen gemeinsamen Nenner bringen: „Die Familie bezeichnet eine Lebensgemeinschaft

      In vielen Kulturen spielen Partnerschaft, Heirat, Adoption oder Abstammung eine Rolle, aber sie allgemeingültig in eine Definition miteinzubeziehen löst eine lange Reihe von Oder-Verkettungen aus.


      Die arbische Familie



      Das moderinge arbische Wort für „Familie“ ist „Hôling“ und bezeichnet ursprünglich die Bewohner einer Hôl, eines arbarischen Hallenhauses; damit umfasste sie bereits in der Antike mehr als nur eine biologische Kernfamilie, sondern neben Vater, Mutter und Kindern auch Geschwister, Eltern, Diener, Sklaven (Treller) und andere Abhängige.

      Heute ist die Vorstellung von der Familie zwar vom Horgerwesen geprägt, dass die rein biologische Abstammung verblassen lässt, aber die Bezeichnung „Hôling“ ist geblieben. Die moderne Hôling umfasst den Horger („Ausbilder“) und seine Tiner („Ziehkinder“); es wird meist unterschieden zwischen der engeren Hôling, die den Horger und seine aktuellen Tiner meint, und der weiteren Hôling, die auch bereits ins Erwachsensein entlassene Tiner umfasst.

      Die ins Erwachsensein entlassenen Tiner leben üblicherweise weiter in einer Lebensgemeinschaft zusammen, die als „Pâring“ („Zusammenleben“) bezeichnet wird. Wie die Hôling selbst, sind auch die Pêringe gleichgeschlechtlich; sie erhalten nur selten Zuwachs aus anderen Tiner-Generationen oder von außen.

      Eine Ausnahme davon stellen Pêringe dar, in denen Arbeitskollegen zusammenleben; diese sind mitunter gemischt-geschlechtlich, vor allem bei kleinen Betrieben.
      Andersgeschlechtliche Sexualität findet im Mainstream der modernen arbischen Kultur außerhalb von Hôling und Pâring statt und ist im kulturellen Selbstverständnis eher ein Teil des Vergnügens als des Familienlebens. Andersgeschlechtliche Beziehungen werden daher als Freundschaften („Freien“) akzeptiert, aber nicht wirklich als Lebensgemeinschaft.

      Die „Mirne“ ist eine Lebensgemeinschaft zwischen einem Mann und einer Frau, mit dem Ziel Nachwuchs zu bekommen. Auch wenn die beiden diesen Bund eingehen, leben sie für gewöhnlich weiterhin in ihren Hôlings oder Pârings. Für das Zusammensein haben Mirne-Paare Anspruch darauf, gemeinsam Zeit in einem sogenannten „Mirnhûs“ zu verbringen, was üblicher stunden- oder tageweise geschieht. Nur sogenannte „Briuder“ leben dauerhafter zusammen; das sind Paare, die ihren Lebensunterhalt hauptsächlich mit der Erzeugung von Nachwuchs verbringen, denn durch die „Briuding“ genannte Geldprämie, die ein solches Paar vom Staat erhält, wenn es ein Kind im Alter von etwa 6 Jahren an einen Horger übergibt, lässt sich recht gut leben.

      Briuder werden von der größeren Gesellschaft zwar nicht direkt verachtet, diese Art des Zusammenlebens wird jedoch nicht geschätzt. Horger verstoßen ihre Tiner für gewöhnlich, wenn sie diesen Weg einschlagen und verweigern auch bereits Erwachsenen ihre Referenz, dadurch fällt es den Briudern schwer, normale Arbeitsplätze zu finden; sie müssen ihr Auskommen über das Briuding und einfache Aushilfstätigkeiten oder unbeliebte Arbeiten bestreiten.

      Alleinlebende, „Aner“, sind in den arbischen Gesellschaften stigmatisiert, auch wenn sie rechtlich keine nennenswerten Nachteile befürchten müssen. Als „Einzelgänger“, „Eigenbrödler“ oder „Kriminelle“ verunglimpft, leiden sie jedoch häufig unter sozialer Isolation. Ein Nachteil ergibt sich vor allem daraus, dass die sozialen Sicherungssysteme der arbischen Staaten darauf ausgelegt sind, dass die Hôling bzw. Pâring ein Individuum auffängt und bspw. im Krankheitsfall versorgen kann. Die Hilfen für pflegebedürftige oder erwerbsunfähige Aner sind äußerst dürftig.


      Die arvelische Familie



      Die arvelische Familie hat zwei Wurzeln: Zum einen die antike echyrische Familie, die aus einem Mann und einer Frau, sowie ihren Kindern und eventuell ihren jeweiligen Eltern besteht; sowie zum anderen den antiken ersevischen Tradition, die das biologische vom gesellschaftlichen Geschlecht trennt.

      Die Gesellschaft unterscheidet zwischen dem Trestertas (sinngemäß „Mann“, wörtlich „der Aktive (beim Sex)“) und dem Plegetas (sinngemäß „Frau“, wörtlich „der Passive (beim Sex)“). Mit beiden Rollen sind nicht nur gewisse gesellschaftliche Erwartungen verbunden, sondern auch rechtliche Aspekte: So verdient ein Trestertas beispielsweise mehr und besitzt eine Fürsorgepflicht gegenüber seinem Plegetas; der Trestertas gilt auch als rechtliches Oberhaupt seiner Familie und muss beispielsweise seine Zustimmung erteilen, wenn sein Plegetas eine Arbeitsstelle annimmt, einen Führerschein machen oder ein Konto eröffnen will.

      Die arvelische Familie besteht in der moderne immer aus einem Trestertas und einem Plegetas und wird durch das „Phaitadymon“ („Ehebund“) rechtskräftig. Auch die Kinder aus dieser Verbindung und die nicht mehr arbeitenden Elternteile der beiden Ehepartner gehören rechtlich zu dieser Familie.

      Es spielt dabei keine Rolle, ob es sich bei den Ehepartnern um biologisch andersgeschlechtliche Partner handelt, oder um gleichgeschlechtliche; die Familie kann auch einer biologischen Frau, die Trestertas ist, und einem biologischen Mann, der Plegetas ist, bestehen. Verboten sind lediglich Ehen zwischen Partnern mit demselben gesellschaftlichen Geschlecht.
      Das gesellschaftliche Geschlecht wird mit der Vollendung des 16. Lebensjahrs gewählt, in einem Akt der „Phosotea“ („Erwachsenwerden“) genannt wird und meist groß gefeiert wird. Vor dieser Wahl gelten alle Menschen als „Padion“ (sinngemäß „Ungeschlechtlich“, wörtlich „Kind“). Verbindungen zwischen einem Trestertas oder Plegetas mit einem Padion sind nicht nur gesellschaftlich tabuisiert, sondern stehen auch unter Strafe; während Padia untereinander zwar Beziehungen eingehen können, diese aber keine Rechtskraft besitzen.

      Als erwachsener Arvele alleinzuleben ist möglich, auch wenn sich diese Lebensform erst in den letzten hundert Jahren langsam aus einer gesellschaftlichen Stigmatisierung herausbewegt hat und auch heute noch hin und wieder mit Vorurteilen belastet ist.


      Die drusische Familie



      Die drusische Familie geht auf alte iderusiche Formen zurück, weshalb noch heute die „Isca“ (sinngemäß „Frau“, wörtlich „Mutter“) eine dominante Rolle bildet. Die „Lauta“ („Familie“) besteht aus einer Isca, die rechtlich den Status einer „Lautrice“ („Familienoberhaupt“) besitzt, und einem oder mehreren „Mati“ (Sg. „Mato“, hier im Sinne von „Ehemann“, allgemein aber auch "Mann"), die mit ihr durch die Pulmone („Ehe“) verbunden sind; sowie den Kindern aus diesen Verbindungen.

      Während die Drusen bis in die Renaissance hinein nur das biologische Geschlecht anerkannten, gingen sie im Laufe der Neuzeit dazu über die „Ersevische Identität“ zu übernehmen und ähnlich der Arvelen mehr Gewicht auf das gesellschaftliche Geschlecht zu legen.

      Obwohl die Drusen ihr biologisches Geschlecht nicht tatsächlich wechseln, unterscheidet das drusische Recht nicht zwischen biologischem und gesellschaftlichem Geschlecht. Jeder Druse entscheidet bei der Vollendung des 18. Lebensjahres, ob er als „Cupe“ („Frau“) oder „Mato“ („Mann“) gelten will. Nur eine Cupe kann eine Isca werden, egal ob sie biologisch gesehen eine Frau oder ein Mann ist.

      Gleichgeschlechtliche Verbindungen (zwischen Cupe und Cupe, bzw. Mato und Mato) werden anerkannt und bilden eine eigene Form der Familie, die sogenannte „Darame“ (etwa „Lebensgemeinschaft“). Diese sind rechtlich einer Lauta nicht ebenbürtig und den Partnern einer Darame sind beispielsweise bestimmte Ämter verschlossen und sie genießen keine Bevorzugung im Rahmen der Steuern.

      Als erwachsener Druse kann man allein leben, ohne besondere rechtliche Einbußen zu haben; im Prinzip gelten dieselben Rechte wie für Menschen in einer Darame. Die rechtliche Bezeichnung dafür ist „Enunite“. Gesellschaftlich wird diese Lebensweise akzeptiert und ist sogar mit mehr positiven als negativen Vorurteilen belegt. Es gibt eine Reihe von Berufen, die gesellschaftlich eng mit der Enunite assoziiert werden, bspw. die meisten Lehrberufe; so erwartet die drusische Gesellschaft von einem Schul- oder Universtitätslehrer bspw., dass diese alleinstehend leben. Dadurch kommt es, dass bestimmte Ämter, wie Schulleitungsposten, bevorzugt an Alleinstehende vergeben werden, obwohl es keine rechtliche Grundlage dafür gibt.


      Die subatische Familie



      Die subatische Familie, „Basan“, geht auf traditionelle Formen der Familie unter den Gisuvaten zurück und besteht im Kern aus einer Frau, „Elva“, und zwei Männern (dem „Varik“ und dem „Vurik“), sowie den Kindern aus ihren Verbindungen. Im Ursprung geht dies auf die gisuvatische Praxis zurück, dass eine Frau sowohl einen Krieger (Varik) als auch einen Bauern bzw. „Versorger“ (Vurik) heiratet, damit die Familie Schutz und Auskommen besitzt.

      Die Übernahme der „Ersevischen Identität“ geschah im subatischem Raum trotz ihrer Nähe zum sevisch-arvelischen Kulturraum erst nach der Magischen Revolution und ist bis heute noch nicht so stark verbreitet, wie in anderen Völkern. Dennoch ist es vom Gesetz aus egal, aus welchen biologischen Geschlechtern sich genau eine solche Dreierehe zusammensetzt; rein gleichgeschlechtliche Familien leiden jedoch unter einem gesellschaftlichen Stigma.

      Kinder, „Apptar“ (Sg. Aptar), gehören zur Familie ihrer Eltern, bis sie selbst eine Basan gründen; die „Enja“ (Ehe, Eheschließung) ist auch der Zeitpunkt, an dem ein Subate sein gesellschaftliches Geschlecht festlegt und sich entscheidet, ob er bzw. sie als „Vurja“ (Mann) oder als „Elu“ (Frau) gesehen werden will; wobei diese Festlegung mit den drei Kernrollen der Basan übereinstimmen muss.

      Neben der „Basan“ existiert noch die „Sloman“ als weitere Familienform; die Bezeichnung bedeutet so viel wie „das Zerbrochene“ und bezeichnete ursprünglich eine Basan, bei der einer oder zwei drei Ehepartner verstorben war. Im modernen Sinn bezeichnet „Sloman“ jedoch eine Familie, die absichtlich nur aus zwei Partnern besteht. Rechtlich existieren diese Familien nicht und gesellschaftlich leiden sie unter Stigmatisierung; sie kommen jedoch durchaus häufig vor. Das Problem, dass die Partner einer Sloman haben, ist dass sie rechtlich weiterhin Apptar sind und ihre Eltern weiterhin gewisse Rechte und Pflichten ihnen gegenüber haben; eine Festlegung des eigenen Geschlechts und Emanzipierung von den Eltern ist im subatischen Raum ja nur durch die Enja vorgesehen. Wenn die drei Eltern eines Menschen, der in so einer Sloman lebt, muss ein anderer Verwandter ihre Rolle als sogenannter „Julsar“ annehmen – oder es wird einer vom Staat gestellt; es gibt zwar Möglichkeiten wie sich ein Subate in solchen Fällen emanzipieren kann, diese sind jedoch schwierig und werden daher nur selten genutzt.

      Vor ähnlichen Problemen stehen Subaten, die gar kein Interesse an einer Ehe haben: Auch sie verbleiben rechtlich im Status eines Aptar. Aufgrund dieser rechtlichen Fixierung auf die Enja, ist es in den letzten Jahrzehnten üblich geworden, dass zwei in einer Sloman lebenden Subaten über Anzeigen und Portale nach Singles suchen, um eine Enja zu schließen. Obwohl diese Idee prinzipiell nicht schlecht ist, kann es doch zu einem Problem werden, dass der Single, den ein Zweierpärchen zu sich nimmt, rechtlich auch führ etwaige Kinder des Pärchens verantwortlich ist und zudem die vollen Ansprüche genießt, die einem Enja-Partner zustehen.

      Ein verhältnismäßig neues Element im subatischen Familienleben stellt die Möglichkeit der „Otelsja“, der „Scheidung“ (wörtlich „Auftrennung“) dar. Bis ins frühe 20. Jahrhundert sah das subatische Recht keine Möglichkeit vor, eine Enja aufzuheben, sie wurde bis zum Tod geschlossen; was sich wohl nicht nur in den subatischen Kriminalromanen niederschlug, in denen zwei der drei Enja-Partner den dritten gewaltsam aus dem Weg räumten. Die Otelsja löst eine Enja auf und entlässt die drei Partner als „Edsvja“ (sinngemäß „Freie Erwachsene“) in die Gesellschaft; sie sind keine Apptar mehr, aber auf das gesellschaftliche Geschlecht festgelegt, dass sie in ihrer Enja einnahmen. Apptar aus der aufgelösten Enja gehen in die Obhut eines, zur Not staatlichen, Julsar. Somit stellt die Otelsja zwar eine gute Möglichkeit für Singles oder Kinderlose dar, sich rechtlich über eine bald aufgelöste Enja zu emanzipieren; für Sloman-Paare mit Kindern, die mit einem Single eine Enja eingingen, um rechtlich besser gestellt zu sein, ist dies jedoch kaum eine Option.

      Kinder aus Sloman-Verbindungen sind noch stigmatisierter, als die Sloman-Verbindung selbst. Die Basan eines der Sloman-Partner muss diese Kinder als ihre Apptar annehmen; und besitzt dann rechtlich auch die Erziehungsberechtigung. Aufgrund der Stigmatisierung kommt es häufig vor, dass keine Basan bereit ist, diese Kinder anzunehmen. Solche Kinder haben ein Problem, da sie rechtlich somit den Status eines Pachsja (Sklaven) haben, was ihnen nur begrenzt Möglichkeiten zur schulischen und beruflichen Bildung bietet.


      Die dscha’ilistische Familie



      In den Staaten, die von der Dscha’ila geprägt werden, gibt es keine besonders konkrete Vorstellung davon, wie eine Familie beschaffen sein soll oder muss. Rechtlich besteht die „Uma“ (Familie) aus zwei oder mehr erwachsenen Personen (Maqil), die miteinander die „Chupa“ (Ehe) geschlossen haben, sowie den Kindern die aus Verbindungen dieser Personen entstehen.

      Die Uma ist dabei fließend, d.h. sie kann zunächst bspw. nur aus zwei Partnern bestehen, denen sich später durch eine erneute Chupa eine weitere oder sogar mehr anschließen. Die Partner einer Chupa, die Chepot, sind einander gleichgestellt und gegenüber den Kindern der Uma erziehungsberechtigt. Durch den Rechtsakt des Korisch („Scheidung“) können sowohl einzelne Chepot aus einer Uma austreten als auch die ganze Uma aufgelöst werden. Derselbe Rechtsakt entlässt zwischen dem 18. und 26. Lebensjahr ein Kind aus der Uma und macht aus diesem einen Maqil (Erwachsenen).

      In den meisten Staaten unterscheidet das Gesetz nur zwischen „Mûlq“ (Kind), „Tarûq“ („Jugendlicher“), „Maqil“ („Erwachsener“) und „Chepot“ („Ehepartner“); das Geschlecht (weder biologisch, noch gesellschaftlich) wird vom Gesetz gar nicht beachtet. Auch im Alltag spielen Geschlechter in den Dscha’ila-Staaten kaum eine Rolle, nur regional werden ihnen noch bestimmte Rollen zugeschrieben oder bestimmte Erwartungen an sie gerichtet.

      Gemäß den Lehren des Propheten Kur Kazdat werden Alleinstehende nicht benachteiligt, auch wenn Chepot gewisse Privilegien genießen. Auch Partnerschaften zwischen unverheirateten Partnern kommen vor und werden allerorts akzeptiert; auch wenn die Unkompliziertheit des dscha’ilistischen Rechts sie zu einer Randerscheinung macht.

      Eine besondere Form der Lebensgemeinschaft stellt die „Fach“ („Lehre“) dar, bei der ein oder eine Maqil (Erwachsener) eine Lebensgemeinschaft mit einem oder mehreren Tarûqin (Jugendlichen, 14 bis 26 Jährige) bilden. Diese aus der Tradition der phanechischen Ausbildung stammenden Lebensgemeinschaften stellen eine Sonderform dar, da die Tarûqin sowohl unter der Erziehungsgewalt ihrer Eltern als auch unter der ihres „Turan“ („Lehrer“) stehen. In der Moderne ist der Ausbildungsapekt dieser Lebensgemeinschaft jedoch vielerorts verblasst, es handelt sich bei diesen Lebensgemeinschaften eher um Beziehungen zu Minderjährigen; was von den meisten Nicht-Dscha’ilisitischen Staaten aufs schärfste verurteilt, von den Dscha’ilisten jedoch mit Verweis auf die Heilige Menschenwürde auch der Jugendlichen verteidigt wird.

      Ein Problem dieser Form von Familie, das auch in den Dscha'ilistischen Staaten gesehen wird, ist, dass manche die Fach verwenden, um einen der Sklaverei nicht unähnlichen Zustand zu erschaffen: Der Turan zahlt den Eltern eine Prämie und erhält dafür eines der Kinder als Tarûq, dass er in der Folge aufgrund seiner elterlichen Erziehungsgewalt für die Arbeit ausbeutet oder schlimmstenfalls sexuell ausnutzt. Eine solche Praxis und auch das Bezahlen von Eltern ist zwar verboten, wird aber von kriminellen Elementen durchaus gewerbsmäßig betrieben.

    • Nharun hat einen neuen Beitrag "Sklaverei" geschrieben. 25.03.2021

      Trotzdem Danke fürs Lesen @Aguran, dein Text hat auch eine veritable Größe erreicht und strotzt nicht weniger vor interessanten Details. Es ist faszinierend, dass die einzelnen Völker durchaus unterschiedliche Ansichten vertreten; hast du von den Goribs der Irdenen schon mal an anderer Stelle etwas berichtet? Sie kommen mir so unbekannt vor? Falls nicht, erzähle mehr über sie

    • Nharun hat einen neuen Beitrag "[Toraja] Verschiedenes" geschrieben. 25.03.2021

      Die Schuld wird eigentlich ähnlich ermittelt, wie in unserem Rechtssystem: Es gibt Gesetze und es wird zunächst objektiv geprüft, ob ein Gesetz gebrochen wurde, dann wird geprüft, ob der Gesetzesbruch aufgrund bestimmter Umstände (bspw. Notwehr) zu rechtfertigen ist. Die Schwere der Schuld ergibt sich einerseits aus dem gesetzlichen Rahmen als auch etwaigen Umständen, die diese positiv oder negativ beeinflussen - hier entscheidet schließlich der Richter. Schuldig ist man erst einmal immer gegenüber König und Staat, weil man ein Gesetz gebrochen hat; hat man durch die Tat andere geschädigt, ist man auch denen gegenüber schuldig. Der Richter entscheidet hier dann darüber, wem die Hauptschuld gilt; gibt es Geschädigte, erhalten diese meist eine höhere Wiedergutmachung als der Staat sie selbst einfordert.

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Nharun
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