Alle Namen, Orte und Taten sind frei erfunden und sind spontan entstanden, was ihre Absurdität erklären dürfte. Ähnlichkeiten zu Schöpfungen aus anderen hier bekannten Welten oder Namen von Imaginaristen sind daher rein zufällig und nicht als Plagiatsversuche intendiert. Sollten dennoch Aufnahmebeschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Autor Ihres Vertrauens!
Epilog
Eine Gestalt, gehüllt in einen dunklen Umhang, schritt über den sauber gepflasterten Weg. Das Haus, das sie im Auge hatte, war aus weißen Ziegeln gebaut, und ragte drei Stockwerke hoch. Ihr Ziel war die Dritte Ebene des Gebäudes, in dem sie Ihn vermutete. Der Vollmond beschien die Gestalt, als wollte er Ihm ihre Ankunft verkünden.
Die Gestalt betrat das Haus, und wurde von mehreren maskierten Gestalten umzingelt. Die verhüllte Gestalt hatte gehofft, ihr Gesicht erst im obersten Stockwerk offenbaren zu müssen; doch schienen die Wachen ihr keine andere Wahl zu lassen. Sie nahm ihre Kapuze ab und zeigte den Maskierten ein Gesicht eines jungen Mannes, das von Schrammen und Kratzern gezeichnet war. Zufrieden, seine Identität zu kennen, ließen ihn die Wachen passieren.
Die Erste Ebene war gefüllt mit Tischen und Sesseln; an einer Wand war eine Art Bar, an den anderen Bilder von diversen Landschaften, Personen, und Szenen. Es waren nur wenige Gäste anwesend, alle waren jedoch maskiert, nur anders als die Wachen.
Als der Sucher die Zweite Ebene betrat, war es, als befände er sich in einem anderen Gebäude. Die hölzernen Wände von unten waren durch steinerne ausgetauscht, und das Mobiliar war auf einige gepolsterte Bänke reduziert. Anstatt der Bilder hingen Banner an den Wänden, doch konnte der Sucher die Schrift darauf nicht lesen. Es waren weniger Gäste als unten anwesend, ebenfalls maskiert, doch keine Wachen.
Während er sich über die Beschaffenheit und Zweck dieses Hauses wunderte, ging er zur Dritten Ebene, die sich bei weitem von den anderen Beiden unterschied. Die Wände und der Boden - wenn sie als solche erkennbar waren - waren weiß, wie aus Marmor oder Schnee, und waren nur mit Nebel dekoriert. In der Mitte des Raumes war ein einzelner, runder Tisch, auf dem zwei Würfel lagen - ein roter und ein weißer, die entgegengesetzte Augenzahlen zeigten. Um den Tisch herum standen drei Männer; der mittlere trug keine Maske, sein Gesicht war dennoch nicht erkennbar.
„Du bist weit gereist, um hier zu sein”, sagte der Gesichtslose, nachdem er den Sucher gemustert hatte. „Was ist es, das du suchst?” „Antworten.” „Muss dafür keine Frage gegeben sein?” „Ich glaube, du kennst sie schon”, sagte der Sucher, dem die Mundwinkel nach oben wanderten. Er lächelte ebenfalls.
„Sieben ist eine besondere Zahl in unseren Landen. Sie kann mit Komplementären dargestellt werden”, sagte Er, auf die Würfel am Tisch verweisend. „Schaffst du es, mit einem Versuch ein Komplement zu würfeln, gewähre ich dir eine Antwort. Wenn du dieses wiederholst, gebe ich dir alle.” „Und wenn ich es nicht schaffe?” „Dann wirst du nicht mehr in deine Heimat zurückkehren und ... sie nie wieder sehen ...”
Der Sucher zögerte. Er hatte die Gelegenheit, alle Antworten zu erhalten, die er sich je erhofft hatte, doch riskierte er, seine Familie für immer zu verlieren - sie für immer zu verlieren. Langsam nahm er die Würfel, spielte mit ihnen, ließ sie in seiner Hand herumwandern. „Du hast deine Entscheidung getroffen, indem du sie genommen hast. Es gibt kein Zurück mehr, du musst würfeln”, sagte Er beiläufig. Der Sucher dachte kurz nach. „Nur Antworten?” „Wenn du einen Gefallen willst musst du ihn erwidern.” „Wie?” „Indem du Sie findest.” Der Sucher nickte, und ohne zu zögern warf er die Würfel.
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Haldrin trat von hinten auf Eldran zu. „Sie wissen zu viel. Sie werden alles herausfinden. Wir können das Geheimnis nicht ewig wahren.” „Glaubst du, Endvin hat uns nicht alles gesagt?” „Das nicht. Er ist der ehrlichste Mann, den ich je getroffen habe - dich eingeschlossen. Aber er und seine Freunde sind zu schlau, um die Hinweise, über die wir keine Kontrolle haben, zu übersehen.”
Eldran stand auf und drehte sich zu seinem Stellvertreter um. „Kannst du Asten vertrauen?” „Wie du mir. Seit seiner Rekrutierung ist er mein treuester Untergebener. Der Kampf gegen die Horten hat den Bund zwischen uns nur gestärkt. Er hat Tebrin die Geschichte erzählt, die du geschrieben hast. Sie werden nicht so schnell an die Wahrheit über deinen Großvater herankommen.” „Gut. Ich will sein Vermächtnis nicht in Gefahr bringen.”
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Endvin, gestützt durch Krücken, stand neben Haldrin in einer kleinen Kammer, deren Wände vollständig durch Kästen und Regale bedeckt waren. Vor ihm auf einen Tisch stand eine offene Truhe, aus der ein blaues Leuchten kam.
„Ihr könnt ihn doch richten, oder? Ihr könnt ihm helfen?” Haldrin wandte seinen Blick ab. „Es ist unwahrscheinlich. In Anbetracht dessen, was wir bisher erlebt haben, kann ich nicht ausschließen, dass es eine Möglichkeit gibt, doch haben wir weder die Informationen, noch die Ressourcen, um etwas für ihn zu tun.”
Endvin lehnte sich an die Wand, und schüttelte seine Arme. „Kann ich ihn wenigstens mitnehmen?” „Ich befürchte, das ist nicht möglich”, meinte Haldrin. Er schloss die Truhe und stellte sie zurück ins Regal. Endvin nahm seine Krücken und ging zur Tür. „Dafür, dass ihr so viel von uns verlangt, gebt ihr recht wenig zurück.” „Sagt der, den wir vor dem Tod gerettet und mit seinen Freunden hier beschützen. Sobald wir wissen, was mit ihm passiert ist, kannst du ihn haben. Bis dahin, sei geduldig ß andernfalls kann ich nicht verhindern, dass du vor den Toren landest.” Endvin konnte nicht erkennen, ob das eine Anspielung auf die Südlinge war, oder ob er ihn einfach rausschmeißen würde. Er verließ die Kammer ohne ein weiteres Wort.
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In luftigem Gewand stand der Befreite auf der Weide. Er breitete seine Arme aus, und die weiten Ärmel flatterten im Wind. Die Sonnenstrahlen brannten auf seiner Haut; Gesicht und Hände verdunkelten sich allmählich und nahmen seine ursprüngliche Farbe an.
Ein anderes Gefühl ereilte ihn, als sich eine wurmartige Wolke zwischen ihn und die Sonne schob. Er war da. Nicht hinter ihm, wie er vermutet hatte. Nein, er musste den Hügel hinabgehen, ihn abfangen, denn er wusste noch nicht, dass der Befreite schon da war.
Ostno hielt inne, als er im Begriff war, ein Scheunentor zu öffnen. „Du brauchst keinen Zweig, um zu wissen, dass jemand da ist”, sagte der Befreite. „Du konntest also auch entkommen?”, fragte Ostno, während er sich umdrehte, um dem Befreiten ins Gesicht zu sehen. „Und du hast dir einen eigenen Körper gemacht. Ich hätte den Erzfelsen besser vergraben sollen!”
Der Befreite ging nicht darauf ein. „Deine Augen verraten dich. Du hättest nicht ihn wählen sollen.” „Er ist selbst schuld. Und nun, geh mir aus dem Weg, bevor ich dein Werk vernichte!” Der Befreite starrte sein Gegenüber an und baute eine Aura auf, die einem Vulkan hätte standhalten können.
„Unterschätze meine Kraft nicht! Ich bin dir einen Schritt voraus!” „Du magst einen eigenen Körper haben, doch ich besitze die Quelle”, rief Ostno und warf den Befreiten mit einer Geste mehrere Schritte nach hinten. Schmerz. Der Befreite hatte jede Erinnerung an physischen Schmerz verloren, doch nun konnte er wieder fühlen! Er stand auf, klopfte sich Erde und Gras vom Rücken, und ging erneut auf den anderen zu, seinen Rückstand nicht länger ertragen konnte. Ostno schnipste, und ein goldener Funke erschien über seiner Hand.
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