Emojis
:)
:-D
*XD*
*sweat*
*rofl*
*lol*
;-)
O:)
*love*
*blush*
*hug*
:-P
;-P
o.O
*XP*
*think*
sad
*sceptical*
*meh*
*shush*
*rollingeyes*
*:0*
*dizzy*
*mindblown*
:-O
*hmpf*
*woah*
*angry*
*curse*
*evil*
*hi*
*like*
*dislike*
*applause*
*check*
*crossmark*
Lobsbeeren
Weltenbau-Emojis
Weltpuzzleteil
Fairy
Elf
Genie
Ghost
Mage
Gun
Zombie
Temple
Unicorn
Skull
Dagger
Bow
Mermaid
Swords
Alien
Castle
Vampire
Witch
Merman
Dragon
World
Robot
scroll
Shield
DragonHead
Party-Emojis
Party
Balloon
Christmas
Confetti
[ Textformatierung ]
[b][/b]
[i][/i]
[u][/u]
[big][/big]
[small][/small]
[center][/center]
[del][/del]
[mark][/mark]
[sub][/sub]
[sup][/sup]
[strike][/strike]
[ Tabelle ]
Tabelle
[table][/table]
[tr][/tr]
[th][/th]
[td][/td]
[line]
[code][/code]
[quote][/quote]
[spoiler][/spoiler]
[url][/url]
[img][/img]
[video][/video]
Farben
[blau][/blau]
[gruen][/gruen]
[lila][/lila]
[schwarz][/schwarz]
Chrontheon
Beiträge: 732 | Zuletzt Online: 15.06.2021
Registriert am:
27.01.2019
Geschlecht
männlich
Funktion
User
Eigene Welten
Das Gefüge
Lieblingsgenres
Sci-Fi,Fantasy,Superhero,Utopien,Dystopien,Post-Apokalyptisches,Steampunk
    • Chrontheon hat einen neuen Beitrag "[Tenrasyl] Diskussionen und mehr" geschrieben. 06.05.2021

      Zitat von Aguran im Beitrag #27
      Unsachgemäße Anwendung hört sich unangenehm an, gerne mehr davon, wenn es soweit ist.

      Ja, ich werd das System ausarbeiten.

      Zitat von Aguran im Beitrag #27
      Das Grundgerüst ist das jede Magieform eine Repräsentation ihre Elements herausmutieren lässt.
      Ein Magier der sich dem Wasser verbunden fühlt kann zum Beispiel fischartige Hautschuppen, oder sogar funktionierende Kiemen entwickeln.

      Umso mehr Können in einem Element der Magie desto mehr Mutationen aus diesem Bereich.

      Was sich nicht verändert ist die grundsätzliche Humanoide Morphologie oder das Geschlecht.

      Das ergibt Sinn. Ich hatte auch grad nicht wirklich ein Bild von deinem Magiesystem vor Augen, aber jetzt kann ich mir schon einiges vorstellen.

      Zitat von Aguran im Beitrag #27
      Weshalb gelb?

      Star Wars. :D

      Zitat von Aguran im Beitrag #29
      [ . . . ] dies wird vor allem den aogenannten Wildmagiern widerfahren. [ . . . ] Ordensmagiern wird sowas maximal in Form eines magischen Unfalls widerfahren [ . . . ]

      Den Unterschied find ich auch interessant. Ich komm erst jetzt so wirklich drauf, dass ich mein Blickfeld auf die verschiedenen Optionen erweitern muss; so viele Variationen, an die ich einfach nicht denke [wenn ich nicht grad meinen Horizont verlasse]. Es gibt mir auf jeden Fall einen Grund, mehr von deiner Welt zu lesen.

    • Chrontheon hat einen neuen Beitrag "[Tenrasyl] Diskussionen und mehr" geschrieben. 05.05.2021

      Zitat von Aguran im Beitrag #25
      Magier unterscheiden sich von Nichtmagiern keineswegs nur durch ihre Fähigkeit Magie zu wirken.
      Sie mutieren auch äußerlich weithin sichtbar, weshalb einem Magier ohne Verwendung entsprechender Gestaltwandlungs, oder Tarnzauber nicht möglich ist ihr Talent zu verbergen.

      So etwas ähnliches hab ich auch mal in einer Welt gemacht - bei unsachgemäßer Verwendung Schwarzer Magie. [Ich sollte das System wiederverwenden und genauer ausbauen.] Das klingt schon recht interessant, dass man anhand der Mutationen den Wissensstand/die Erfahrung, die Macht, und Präferenzen eines Magiers erkennen kann. Hast du auch eine vollständige Liste, die zeigt, was welche Mutation aussagt?

      Zitat von Aguran im Beitrag #25
      Am Bekanntesten umd auch Verbreitesten ist wohl die Mutation der Augen.

      Da hab ich zuerst an gelbe Augen gedacht.

    • Chrontheon hat einen neuen Beitrag "Wie geht's weiter?" geschrieben. 02.05.2021

      Das Bodengewächs wich den anmutigen Schritten, die sich dem Jäger im Stillen näherten. Seinen eigenen Atem konnte er hören, und das Pochen in seinen Ohren - fast schien es ihm, als ob die Lichtung mit jedem Moment in weiterer Stille getränkt würde. Er hielt den Atem an, regte sich nicht, unterdrückte den Drang, das Jucken in seiner Nase durch einen raschen Luftzug zu beseitigen. Die Geduld, das Warten, es hatte sich ausgezahlt - da stand er, der Narganûk, im Zentrum der Lichtung, das Mondlicht auf den zarten, kurzen Haaren schimmernd, die geästete Krone ragte in dem Himmel empor, die Beine bis zu den Knien im Nebel versunken.

    • Chrontheon hat einen neuen Beitrag "Einhundertzweiundfünfzigstes Speedbasteln am 3. November 2020: Tierhandel" geschrieben. 30.04.2021

      Zitat von Teja im Beitrag #3
      Einhörner oder Schlangen mit Stummelflügeln

      Einhörner mir Stummelflügeln sind aber wirklich komisch ...

      Das wirft dann die Frage auf: Was ist das für ein Ort?

      [Der Ziege vertraut der Rotzackenzwerg jedoch schon..]



      Zitat von Elatan im Beitrag #4
      Austeller aus über 50 Systemen brachten Tiere mit

      Da dachte ich zuerst, es sei wie eine Messe.

      Die genmanipulierten Tiere sind aber gruselig..

      [Die Robotertiere fänd ich allerdings ganz nett.]



      @Nharun: Gilt das nur für Hühner, oder - vielleicht in anderen Kulturen - auch für andere Tiere?

    • Chrontheon hat einen neuen Beitrag "Einhundersechzigstes Speedbasteln am 28. April 2021" geschrieben. 30.04.2021

      Zitat von Nharun im Beitrag #8
      @Chrontheon Das klingt nach einem faszinierenden Ort! Ich finde deinen Vorsatz, dein Speedbasteln auf eine Welt zu konzentrieren sehr toll und freue mich, durch weitere Speedbastel-Termine tiefer in diese Welt vorzustoßen!

      Unsere Staedte haben was gemeinsam: Die Kuppel[n] zur Verteidigung. Ich finds auch interessant, wie sie bei dir aufgebaut/verwendet werden. Ich nehm mal an, die Leute, die dort drin arbeiten, bedienen die "Schildgeneratoren" und Abwehrgeschütze? [Wobei ich mir da denk, dass vielleicht mehr einzusetzen besser sein könnte, zumindest im Kriegsfall.]

      Zitat von Elatan im Beitrag #9
      Der Magierfürst hat die Stadt nicht zerstört; er wollte sie einnehmen und das haben die Elben auf die radikalste Art und Weise verhindert, indem sie Elcira selbst niederbrannten. Dadurch war dann auch die Moral bei den Atamerern ziemlich im Keller.

      Uh, darum ist er also geblieben!


      Zitat von Elatan im Beitrag #9
      EDIT: Und hier das gewünschte Wort:

      Es ist wunderschön!

    • Chrontheon hat einen neuen Beitrag "Einhundersechzigstes Speedbasteln am 28. April 2021" geschrieben. 28.04.2021

      *Lobsbeeren verteil*

      Uh, zwei so unterschiedliche Kuppelstädte, doch ein solch gleiches Schicksal!

      @Elatan: Das war ein guter Einblick in die Geschichte Elciras [Das Wort muss ich mal in Elbischer Schrift sehen], doch welch tragisches Ende! Der Fürst war von Ehre, schützte seine Untertanen, und ... wollte die Stadt einfach nicht kampflos aufgeben? Oder warum hat er den Kampf dennoch aufgenommen, obwohl er wusste, er würde ihn verlieren? Und warum hat der Magierfürst ein solch Meisterwerk Elbischer Architektur zerstört? Dieses Monster!

      @Chrontheon: Hier sehen wir sogar etwas von der Stadt selbst! Also, die Beschreibungen in der Konversation. Sonst beschreibst du ja nicht gerade sehr viele Details beim Speedbasteln! Ein tragisches Ende gibt es hier leider auch; ich frag mich, was aus Ljinaxon geworden ist! [Und wie man den Namen ausspricht.]




      Zitat von Elatan im Beitrag #6
      @Chrontheon: Was genau ist ein Leraxin? Was genau tut das Herz und ist es wirklich ein Herz im wahrsten Sinne des Wortes? Fragen über Fragen! Mein Interesse ist geweckt!

      1. Leraxin ist hier ein herrschaftlicher Titel wie König, Monarch, Fürst, oder dergleichen. Doch soll er etwas ausdrücken, das die uns bekannten Begriffe nicht vermögen.
      2. Das Herz ist kein Herz im anatomischen Sinne, sondern im Übertragenen. Es ist jedoch ein tatsächlich existierender Gegenstand, vermutlich magischer oder ähnlicher Natur, der den Wiljoxinon das Leben in ihrer Form überhaupt ermöglicht.
      3. Ja!
      4. Das ist gut, vielleicht kommt beim nächsten Speedbasteln mehr dazu! [Ich hab mir nämlich vorgenommen, fürs Speedbasteln jetzt nur diese eine Welt zu verwenden.]

      [Little Edit: Ich finds übrigens interessant, wie keine Frage zum eigentlichen Thema des Beitrags gekommen ist. Besonders jetzt, wo ich mir aus irgendeinem Grund gedacht hab, ich muss auf jeden Fall Informationen zur Kuppelstadt an sich einbringen. Und (3.) sollte eigentlich mit "nein" beantwortet werden; zwei Fragen sind auch nicht so viele. Sogar ich hab mehr auf deinen Beitrag gestellt. Andererseits sind die Fragen nach den Fremdwörtern und dem ungeklärten Mythos auch etwas, womit ich hätte rechnen müssen. Naja, vielleicht ergibt sich später mehr. Vielleicht weiß ich später tatsächlich was fachliches über die Kuppelstadt!]

    • Chrontheon hat einen neuen Beitrag "Einhundersechzigstes Speedbasteln am 28. April 2021" geschrieben. 28.04.2021

      Der folgende Beitrag kann Spuren von Namensplatzhaltern enthalten.

      Die Zitadelle

      „Tief in den Gemäuern der Inneren Kreise liegt er, unser größter Schatz! Das Herz, welches unsere Zivilisation am Leben erhält. Seit hunderten von Jahren wird es durch die Garnison der Zitadelle beschützt. Der Leraxin und seine Garde reisen jeden Zyklus zu den Festungen der Grenze, um auch die Wächtern unseres Reiches am Segen des Herzens teilhaben zu lassen. Nun ist es jedoch in Gefahr: Die Oberen sind herabgestiegen, um es an sich zu nehmen, seine Macht zu genießen. Wir sind jedoch auf den Segen des Herzens angewiesen, wir brauchen seinen Schutz zum Überleben!”

      „Aber ... kann die Zitadelle uns allein nicht schon beschützen?”

      „Die Zitadelle ist ein Meisterwerk der Befestigungskunst. Drei ineinandergelegte Kuppeln schützen uns for Gefahren der Natur und des Feindes; errichtet aus Stützen von Kernfels und Platten des Klargesteins. Türme und Brücken sind innen, wie außen errichtet, die unsere Sicht auf die Umgebung freigeben, doch von Außen keine Einsicht gebieten. Niemand in den unsrigen Landen hat jemals einen Mann gesehen, der es vermochte, unangetastet einzudringen - doch muss dir klar sein: Die Oberen sind nicht von unseren Landen! Sie haben Gerätschaften und Werkzeuge, mit denen sie sich schützen, während sie durch unsere Steinernen Mauern dringen.”

      „Und die Garnison?”

      „Die Garnisonen auf in den Landen waren machtlos. Wahrlich, unsere Garnison ist die größte und mächtigste, doch wird sie ohne Unterstützung nicht lange standhalten. Selbst, wenn des Leraxin Garde ihre Reihen auffüllt, sind es noch zu wenige. Wir haben jedoch einen Vorteil, den die Oberen unterschätzen.”

      „Wir wohnen hier.”

      „So ist es. Wir wohnen hier. Wir leben vom Segen des Herzens, das uns die Macht verleiht, die ihnen nicht gegeben ist. Wir kennen die Umgebung; wir kennen die Zitadelle! Wir können die Kanalsysteme zu Nutze machen, die die Kuppelzonen miteinander verbindet. Wir können die Katakomben nutzen, in denen sie sich verlaufen würden - ja, wir könnten sie sogar fluten!”

      „Wir haben die Heimkuppeln!”

      „Genau! Selbst, wenn die Innere Kuppel fällt, können sich die Clans in ihren Heimkuppeln zurückziehen, und diese verteidigen! Niemand wird sie von außen von der Palastkuppel des Leraxin unterscheiden können! Sie werden ihre Truppen aufteilen müssen, während die Garde und der Rest der Garnison das Herz beschützen wird!”

      „Aber soweit muss es nicht kommen!”

      „Genau, das muss es nicht! Deswegen hat der Großmeister nach Freiwilligen gerufen. Wenn wir alle zusammenhelfen, werden die Oberen nicht einmal die Äußere Kuppel durchdringen! Willst du helfen?”

      „Ja!”

      „Gut. Die Meister haben mich bereits eingeweiht. Unser Clan wird die Parks in den nördlichen Sektoren schützen. Nur die Ältesten werden sich zu Anfang im Innersten aufhalten. Die Jüngsten werden in der Mittleren Kuppel warten, und alle anderen, uns eingeschlossen, werden außen positioniert. Dir wird eine Portion Schwefelkraut gegeben, doch sollst du es nur im Notfall zu dir nehmen. Erinnerst du dich an die Brücke, die über das Nordtor läuft und die Torhaustürme verbindet? Dort wirst du stehen, im Schutze der Scharte.”

      „Und wenn sie die Barrieren brechen?”

      „Dann kommt ihr durch das Tor zurück! Gemeinsam mit denen, die in der Äußeren Kuppel warten, werden wir die Oberen durch den Wasserpark locken, wo wir sie in den Teichen fangen können! Wenn wir an den Heimkuppeln ankommen, werden wir diese nutzen, um sie von allen Seiten abzuwehren. Die Mittlere Kuppel hat im Norden die Versorgungsgänge, ein weiteres Labyrinth, das sie aufhalten wird! Und sollten sie es doch bis in die Innere Kuppel schaffen, haben wir die Katakomben. Die wurden seit Jahrzehnten nicht mehr genutzt; wenn sie einmal da drinnen sind, kommen sie nicht mehr heraus!”

      „Ich kenne die Katakomben noch gar nicht!”

      „Ja, die wurden leergeräumt, da war dein Großvater noch kaum in deinem Alter.”

      Die beiden schauen sich eine Weile in die Augen.

      „Bist du bereit?”

      „Ich bin bereit!”




      Der Tragische Fall seines Mentors ereignete sich vermutlich vor dem Erreichen der Inneren Kuppel. Bemerkt wir er es erst am Eingang der Katakomben haben, denn er schaffte es tatsächlich im Alleingang, eine Ganze Tvemarische Legion darin zu fangen, bevor die Flutung einsetzte. Seine Eigene Heimkuppel erreichte er jedoch nicht - im Versuch, vor den vorschreitenden Truppen zu flüchten, geleitete er sie direkt zum Herrschaftlichen Palast, was letztendlich zum Untergang der Zitadelle führte. Was jedoch aus dem sagenumwobenen Herz wurde, das lässt sich nicht mehr herausfinden. Weder das Objekt des Hoheitlichen Begehrens, noch Ljinaxon selbst wurden je aufgefunden, was zur Vermutung seines Dahinscheidens in der letzten Schlacht der Kuppelstadt unweigerlich führte.

      Unzählige Abenteurer haben sich seither auf die Suche nach dem Herz der See gemacht; einige haben interessante und wahrlich wertvolle Dinge gefunden, doch das Herz selbst bleibt bis heute der Mythos, aufgrund dessen der dreizehnte Prinz den Angriff gewagt hatte.

      (Auszüge aus: „Das Leben des Ljinaxon - die Biographie eines Wiljoxinon”; von Tnepidin, dem Chronikler)

    • Chrontheon hat einen neuen Beitrag "Einhundersechzigstes Speedbasteln am 28. April 2021" geschrieben. 28.04.2021

      Sehet und staunet! Das Thema sei Kuppelstädte! Auf dass sie uns immer einschließen sollen!

    • Chrontheon hat einen neuen Beitrag "Einfachso" geschrieben. 28.04.2021

      Daheim

      Es hatte sich tatsächlich nichts geändert. Der selbe traurige Bahnsteig, der selbe Erdpfad, der zum Dorf führte, das selbe Feld weißer Blüten, durch das Chodnik nun durchstreifte, um die Abkürzung zum Elternhaus zu nehmen. Wie hoch die Blüten nur aufragten! In der Stadt waren sie stehts gestutzt, das konnte er in den Schaufenstern der Blumenhändler erkennen. Doch hier waren sie teils größer als er selbst - was ihm nur recht war, denn so würden sie ihn nicht kommen sehen.

      Während er so durch das Feld marschierte, vorbei an den Blüten, deren Pollen in seiner Nase juckten, und von Bienen umschwärmt wurden, seinen Pfad ins Gras trat, der jedoch nicht sichtbar bleiben würde, kamen ihm erneut Erinnerungen aus der Kindheit. Sie hatten hier im Lilienfeld gespielt, doch wehe, eine der Blumen knickte um! Dann wurden sie allesamt gestraft. Um nicht entdeckt zu werden, fanden sie Wege, sich schnell im Feld zu bewegen, ohne nur eine Blume zu berühren - das Gras darunter war egal, das hatte der Vater von außen nicht sehen können.

      Rynek hatte immer die besten Ideen gehabt. Vermutlich nutzte er seine Erinnerungen, um den eigenen Kindern nun zuvor zu kommen. Einmal hatte er einen geheimen Pfad auf den Dachboden hinauf gefunden, wo sie unter den angesammelten Stücken Sachen gesucht hatten, die sie für ihre Spiele verwenden konnten. Sie hatten zwei alte Schwerter gefunden, die Rynek und Piórnik an sich genommen hatten, bevor mit den anderen Geschwistern in den Wald gegangen waren. Die jüngeren hatten dann Stöcken gesucht, die als Speere dienen sollten. Dann hatten sie zwei Teams gebildet, die um den Wald kämpften.

      Bis heute fragte sich Chodnik, wie sein Bruder dem Vater die Verletzungen erklärt hatte. Schnitte, Abschürfungen, blaue Flecken ... Jajko hatte sich fast ein Bein gebrochen. Er bewunderte Rynek wahrlich dafür, immer die passende Lösung für ein Problem zu finden.

      Im Lauf der Jahre hatten sie alle möglichen Wege durchs Haus und durchs Dorf gefunden. Sie waren nie immer alle dabei gewesen, aber Chodnik glaubte, dass Rynek das Haus am besten kannte; kein Pfad, kein Zimmer, keine Ecke war ihm unbekannt - nun, bis auf den Geheimgang im Keller, den hatte Chodnik alleine entdeckt, und seither niemandem davon erzählt. Im Dorf kannten sich wahrscheinlcih Piórnik und Czosnek am besten aus. Dziecko war am häufigsten mit seinen Freunden im Wald jenseits des Bahndammes gewesen; die Bäume waren ihm ein zweites Zuhause geworden.

      Als das graue Dach des Elternhauses sein Blickfeld betrat, hielt Chodnik kurz inne. Zu gut erinnerte er sich noch daran, wie seine Geschwister auf seine Abreise reagiert hatten, welche Worte sie ihm entgegengeworfen hatten. Er wollte gar nicht erst daran denken, was seine Cousins nun von ihm halten würden, was ihnen gesagt worden war. Ob ihn nach all den Jahren nur einer freudig empfangen würde?

      Rynek war nicht einmal da gewesen, als er das Haus ein letztes Mal hinter sich gelassen hatte. Am Tag zuvor war er nach Kastenstein gefahren, um mit einem Geschäftspartner des Vaters zu sprechen. Chodnik hatte ihn bis zum Bahnsteig begleitet, weil er hoffte, ihm von seinen Plänen zu erzählen. Sie waren allein gewesen, nur zu zweit! Doch als ihn die graubraunen Augen seines Bruders trafen, konnte er es ihm doch nicht sagen. Nicht nach dem, was sich die beiden nur wenige Wochen zuvor ausgemacht hatten.

      Er war nun am Ende des Feldes. Nun ging es noch den Hang hinauf, wo ihn die weißen Wände um die Eingangstür begrüßen würden. Der Hang, ebenfalls voller Erinnerungen. Doch nicht diese waren es, die ihn zögern ließen. Es waren seine Erwartungen, seine Vorstellugen, seine Befürchtungen, die ihm zurückhielten, sich dem Haus zu nähern. Konnten sie wirklich noch wütend auf ihn sein? Immerhin würde nicht mehr jeder im Elternhaus wohnen, zumindest nicht mit Familie!

      Es war so ruhig. Zu ruhig! Im Brief war von einer Familiensammlung die Rede gewesen, doch nun schien es, als ob das Haus verlassen wäre. Keine Kinderstimmen, die ihm von den Fenstern oder vom Garten entgegen kamen, keine Diskussionen der Erwachsenen, kein Hundebellen. Beinahe schien ihm sogar das ganze Dorf verlassen, bis ihm einfiel, welcher Tag heute war.

      Chodnik atmete einmal tief durch, bevor er die Straße überquerte. Er ging am Rasen und den Blumenbeeten vor dem Haus vorbei, hin zur überdachten Eingangstür. So nah war er nun an der Rückkehr, und doch konnte er sich kaum überwinden, die Hand zu erheben. War das der Grund gewesen, weshalb Rynek ihm nicht geschrieben hatte? Weil er, ohne sich zu verabschieden, das Haus verlassen hatte? Ein letztes Mal atmete er noch durch, hob die Hand, und klopfte. Nun gab es kein Zurück mehr. Er musste sich der Realität stellen - und wenn sie das Urteil seiner Verwandten war. Plötzlich hörte er, wie das Schloss gedreht wurde, und die Tür ging auf - und mit ihr kam der Lärm von spielenden Kindern, diskutierenden Erwachsenen, und bellenden Hunden entgegen. Als er aufschaute, erblickte er direkt das Gesicht seines Bruders, und die grau-braunen Augen starrten verächtlich zurück, während seine Miene die zuvor angesammelte Freude verlor. „Ach, du bist es.”

    • Chrontheon hat einen neuen Beitrag "Einfachso" geschrieben. 26.04.2021

      Zitat von Elatan im Beitrag #10
      Das Ende war unerwartet! Spielt die Geschichte im selben Zug, also in der selben Welt?

      Nein, die unterschiedlichen Geschichten spielen in unterschiedlichen Welten [Ausnahmen würde ich bei Bedarf nennen]. Der Zug in der Lilienfeldgeschichte war ein Regionalzug, der der Bärengeschichte war ein internationaler Nachtzug.

      Es ist aber schon erstaunlich, wie viele Zuggeschichten mir so in den Sinn kommen ... hier hat es sich einfach ergeben, dass es eine Zugfahrt war, nur das Ende [das Geheimnis des Bären] war schon lange so geplant. Zumindest kann ich mich nicht erinnern, ob die ursprüngliche Idee auch in einem Zug spielte.

      Wie im Chat schon gesagt, konnte ich das Ende aufgrund des Erzählstils nicht seiner würdig schreiben, aber ich hoffe, das macht dir nichts aus.

    • Chrontheon hat einen neuen Beitrag "Einfachso" geschrieben. 24.04.2021

      Der Bär

      Słownik ging durch den dunklen Flur, den Bären hinter sich her schleifend, dem Wohnzimmer entgegen. Licht drang durch die gläserne Tür, und er konnte die verzerrten Gestalten seiner Eltern erkennen. Sie schienen über etwas zu diskutieren, doch Słownik war zu müde, um zu verstehen, worum es ging. „... zu jung! Du kannst ihn nicht die Nacht über alleine lassen”, meinte seine Mutter, doch der Vater schien eine Antwort vorbereitet zu haben. „Ich habe mit Jasin geredet. Er übernimmt die Schicht, und kann auf ihn achten.” Kurz darauf verstummten die Stimmen, und die Gestalt seiner Mutter näherte sich der Tür, schüttelte den Kopf, und öffnete sie daraufhin.

      „Kannst du wieder nicht schlafen?” Słownik nickte, und die Mutter hob ihn auf, und setzte ihn an den Tisch. „Die Monster?” Słownik nickte auf die Frage des Vaters hin, während er den Saft entgegennahm, den seine Mutter anbot. Es waren wieder die Monster unter dem Bett. „Das haben wir dir doch schon erklärt! Die Monster können dir nichts antun! Teddy beschützt dich.” Diese Erklärung hatte Słownik schon oft gehört: Teddy beschützte ihn vor den Monstern. Słownik schaute hinab in die leblosen Augen des Bären. Er zweifelte daran, da seine Angst vor den Monstern nicht verschwand, egal, was der Bär machte. Sie waren manchmal ... zu real.

      Nachdem er sein Glas geleert hatte, brachte seine Mutter Słownik zurück in sein Zimmer. „Du musst wirklich keine Angst haben”, versicherte sie ihm. „Wir jagen die Monster immer fort, wenn sie es wagen, zurückzukommen.” Ihre Worte, und das Lied, das sie ihm zum Abschluss sang, waren beruhigend genug, um Słownik beim Einschlafen zu helfen. Hoffentlich ließen sie ihn diesmal in Ruhe, die Monster in den Schatten.




      Am nächsten Morgen war die Angst des Vorabends vergessen. Nach dem Frühstück ging Słownik zum Spielen in den Garten. Den Bären hatte er wie üblich dabei, was ihn nicht gerade sauber hielt. Doch zumindest erlebten die beiden die spannensten Abenteuer: Sie verteidigten Burgen gegen Monster, ritten Drachen über Berge, und retteten Dörfer vor plündernden Hasen.

      Zur Mittagszeit wurde Słownik ins Haus gerufen, da das Mahl bereitet war. Das letzte, wie er noch erfahren sollte. Sein Vater war ebenfalls anwesend, eine rare Begebenheit, da er meist zu jener Zeit arbeitete. Doch er war da, um Zeit mit seinem Sohn zu verbringen. Die letzten Stunden, wie es sich herausstellen sollte. Słownik konnte die Stimmung seiner Eltern spüren. Keiner der beiden traute sich über die Zeit des Mahls, ihn aufzuklären. So aßen sie gemeinsam, schweigend, bis die Töpfe und Teller restlos geleert waren.

      Nach dem Mahl ging Słownik mit seinem Vater in sein Zimmer, wo ein Koffer gepackt wurde. Und da erfuhr er, warum dies der letzte Tag mit seinen Eltern war. „Słownik, du wolltest doch schon länger wieder mal den Opa am Bauernhof besuchen, stimmts?” Der Bub nickte, verwirrt über diese Frage. „Wir haben den Opa gefragt, ob du kommen kannst, und er hat gesagt, dass er sich darüber freuen wird.” Ein Lächeln erschien auf Słowniks Gesicht, denn er hatte seine Großeltern seit Monaten nicht mehr gesehen. „Wir können dich aber nicht begleiten”, erklärte der Vater in weiterer Folge, „denn wir müssen uns um die Leute hier kümmern.” Słowniks Stimmung sank, als er dies hörte. „Ich will nicht alleine fahren!” „Das musst du nicht”, versicherte sein Vater. „Kennst du noch Jasin? Er wird auch im Zug sein, mit dem du fährst. Wenn irgendwas ist, kannst du immer zu ihm gehen.”




      Bald war der Koffer gepackt, und die Familie beschritt den Weg zum Bahnhof. Der Vater kaufte ihm noch etwas führ die Fahrt, damit er unterwegs nicht vom Hunger geplagt wurde. Je weiter die Zeit voranschritt, je näher sie dem vorherbestimmten Bahnsteig kamen, desto unruhiger wurde Słownik. Er wusste, dass er bald von seinen Eltern getrennt war, dass er, bis auf den Bären und einen Freund der Familie, auf sich allein gestellt war. Die Eltern merkten dies, und sprachen beruhigende Worte. „Alles wird gut, wir werden uns bald wiedersehen”, versprach die Mutter. „Wenn wir Zeit haben, kommen wir auch zum Bauernhof.” „Und vergiss nicht: Teddy wird dich beschützen! Solange er bei dir ist, kann dir nichts Schlimmes passieren! Und wenn du etwas brauchst - egal was -, frag Jasin danach!”

      Nachdem sie sich verabschiedet hatten, gingen sie gemeinsam zu der vordersten Tür des Zuges, wo sie sich mit Jasin trafen. „Da ist er, mein junger Passagier”, begrüßte ihn der Schaffner, bevor er sich den Eltern zuwandte. „Die Papiere habt ihr?” Der Vater nickte und reichte ihm ein Kuvert. „Pass gut auf ihn auf.” Jasin grinste, als er die Aufforderung hörte. „Ich weiß. Wie könnte ich auch nicht? Schließlich wisst ihr ja, wo ich wohne!” „Noch etwas: Der Bär muss immer bei ihm bleiben. Egal, was passiert!” Jasin nickte, und begleitete Słownik in den Zug, nachdem sie sich von den Elten verabschiedet hatten.

      „Mein Abteil ist gleich neben deinem”, erklärte der Schaffner, nachdem er die Reservierung und das Ticket durchgelesen hatte. Er half ihm, sein Gepäck zu verstauen, und setzte sich zu ihm. „Du besuchst wieder deine Großeltern?” „Ja. Ich hab sie lange nicht gesehen.” „Verständlich. Ich sollte meine auch wieder besuchen.” Die beiden redeten eine Weile, bis Jasin beschloss, die erste Runde zu gehen. Sein Kollege, den er Linak nannte, blieb im Schaffnerabteil, und prüfte den Fahrplan.

      Kurz nachdem Jasin zurückgekehrt war, fuhr der Zug in den nächsten Bahnsteig ein. Viele Passagiere passierten Słowniks Abteil, und einige betraten es, denn ihre Liegeplätze befanden sich hier. Es waren drei: Ein junger Mann, und ein älterer Herr mit seiner Enkelin. Letztere verwickelten Słownik schnell in ein Gespräch, das andauerte, bis die Lichter schwächer wurden. Jasin schaute vor der dritten Runde noch einmal in das Abteil, und stellte fest, dass sein Schützling bereits schlief. Er hatte die Konversation mit den anderen beiden Passagieren bemerkt, und sie überprüft, um sicherzugehen, dass die Verbindung, die hier entstanden war, nicht zu Słowniks Nachteil wurde.




      Słowniks Schlaf war unruhig. Mehrere Male wachte er aus besorgniserregenden Träumen auf, und konnte länger nicht einschlafen. Die Unsicherheit, ob die freundlichen Passagiere in der Dunkelheit noch da waren, die Angst vor den Monstern unter ihm, und die Tatsache, dass Jasin nie das Abteil zu überprüfen schien, hielten ihn wach, bis die Müdigkeit ihn überwältigte und der Kreislauf von vorne begann.

      Einmal wachte er auf, als der Zug stehen blieb. Im Lichte des Bahnsteigs konnte Słownik erkennen, dass die Betten der freundlichen Passagiere leer und aufgeräumt waren. Er war allein. Fast hätte er sich auf den Weg gemacht, um Jasin zu suchen, doch unter ihm schlief der dritte Passagier, den er nicht wecken wollte. So wandte er sich an den Bär, der ihn mit seinen leeren Augen anschaute.

      Als Słownik erneut erwachte, war der Zug wieder in Bewegung, und die Luft im Abteil war kühler als zuvor. Im Mondlicht konnte er die Veränderung in der Landschaft erkennen. Der Zug war anscheinend schon über der Grenze. Słownik atmete tief ein. Der Gedanke, bald am Bauernhof zu sein, war beruhigend. Er hatte nichts gegen die Gärten und Weiden der Heimat, doch im Norden schien die Natur natürlicher zu sein - ungezähmt, ungeformt, unangetastet von der regulierenden Menschenhand.

      Plötzlich bemerkte er einen Schatten. Da, wo die Liegeplätze der freundlichen Passagiere waren, stand eine Gestalt - und schien ihn anzustarren! Das Licht war zu schwach, um das Gesicht zu offenbaren, doch Słownik wurde das Gefühl nicht los, dass die Gestalt ihn angrinste, dass die Monster erwacht waren. Kaum war ihm der Gedanke entfleucht, war die Gestalt einen Schritt näher. Słownik schrie in Panik, doch eine Hand bedeckte seinen Mund und erstickte den Schrei kurz darauf. „Sei still”, befahl eine Stimme drohend, während Słownik von seinem Platz gezerrt wurde. Lange hielt die Gestalt ihn jedoch nicht, denn ein weiterer Schatten, größer als die Gestalt, mit breiten Armen und runden Ohren, erhob sich über ihn, und wehrte den Angreifer ab.




      Jasin, durch die gedämpften Geräusche im Nachbarabteil alarmiert, betrat jenes und hellte das Licht auf; der Anblick, der sich ihm bot, ließ ihn in seiner Bewegung erstarren. „Krzesło! Deswegen sollte der Bär bei ihm bleiben!” Besagter Bär, auf die vierfache Größe angewachsen, hielt den dritten Passagier am Boden fest, während er sich zu Jasin umdrehte. „Słownik ist sicher”, sagte der Bär mit tiefer Stimme, während er Jasin mit seinen leeren Augen zu durchbohren schien. „Ok..” Jasin wusste nicht recht, wie er auf die Situation reagieren sollte. Er wusste um die Fähigkeiten von Krzesło und Dolina, doch dass sie ihrem Sohn einen Bodyguard in Form eines Teddybären geben konnten, war ihm nicht bewusst. Gleich darauf erschien Linak in der Abteiltür. Er hatte die letzten Stunden geschlafen, während Jasin zur Erfüllung seiner von Krzesło auferlegten Pflicht wach geblieben war. Als er den Bären bemerkte, drehte er sich umgehend um. „Ich bin nicht bereit dafür”, sagte er. „Kümmere du dich darum, ich beruhige mal die anderen Passagiere.”

    • Chrontheon hat einen neuen Beitrag "Einfachso" geschrieben. 20.04.2021

      Nächster Halt: Lilienfeld

      „Nächtster Halt: Artberg!” Der Zug verließ den Tunnel, und fuhr langsam in die Station ein. Nach Artberg würde er den Pass überqueren und in das Blumental einfahren. Wenn man so darüber nachdachte, war es schon etwas merkwürdig, dass so viele Dörfer im Tal nach Blumen benannt waren. Das wird auch der Grund für den Spitznamen des Tals gewesen sein. Oder er kam durch die Blumentaler Sträuße in aller Munde. Viele Leute besuchten das Tal aber nicht. Gerade zwei Passagiere sind in Ebental zugestiegen, ansonsten wäre der Wagon leer. Diejenigen, die durchfahren würden, meideten jedoch den Regionalzug, und nahmen lieber die schnellere Strecke um die Bergkette herum.

      Als der Zug sich wieder in Bewegung setzte, wurde Chodnik zunehmend nervöser. Er war lange nicht mehr da gewesen, es könnte sich einiges geändert haben. Es wurde einge Weile dunkel draußen, als sie durch den langen Tunnel fuhren, und Chodnik riss an den Ecken seiner Zeitung herum. Sie alle mussten ziemlich angefressen auf ihn sein, denn nicht einer hatte ihm nur einen Brief geschrieben. Nicht einmal Rynek hatte ihm geantwortet. Und nun war er gezwungen, heimzukehren.

      Der Zug verließ nun den Tunnel und fuhr über den Pass. Der dunkelblaue, vernebelte Himmel jenseits der Schüssel verschwand hinter den hohen, grauen Felswenden. Einige Minuten waren nur diese zu sehen, an der engsten Stelle nur wenige Ellen vom Fenster entfernt. Doch dann öffnete sich ihm ein Anblick, den er nie vergessen konnte: Ein klarer, hellblauer Himmel, gestützt von den grünen Weiden, die von gelben, roten, manchmal auch blauen Blumen besetzt waren, in der Ferne die schneefreien, braunen oder grauen Gipfel der Berge. Um die Gletscher zu sehen, saß er auf der falschen Seite, doch störten die hier sowieso das Bild.

      „Nächster Halt: Rosental!” Einige Minuten, bevor sie in den Bahnhof einfuhren, waren die Wiesen um die Gleise herum von Rosenfeldern beinahe schon ersetzt. Inmitten des roten Meeres lag das Dorf an sich. Die Häuser waren mit Rosenblättern geschmückt, es musste ein Fest im Dorf geben. Doch wie sehr er sich auch anstrengte, Chodnik konnte sich nicht erinnern, was zu jener Zeit gefeiert wurde. Zu lange war er nicht mehr in der Gegend gewesen. Ein Mann in Schwarz hängte gerade Rosenblätterketten an die Namensschilder der Station. Neben dem Fenster zum Warteraum war ein Plakat aufgehängt: „Geburtstag des Bürgermeisters - auf viele glückliche Jahre!” Das erklärte einiges!

      Als der Zug sich wieder in Bewegung setzte, und das rote Meer sich in ein gelbes wandelte, fielen Chodniks Gedanken wieder auf seinen bevorstehenden Besuch. Vielleicht hatte sich doch nichts geändert. Das Tal war ihm ins Auge gefallen, wie er es bei seinem Abschied in Erinnerung gehabt hatte. Rosental hatte seine Traditionen, selbst den Bahnhof zu schmücken, noch beibehalten. Die Mittlandsdorfer mischten immer noch ihre Sonnenblumen zwischen die kleineren Blütenträger-

      „Nächster Halt: Mittlandsdorf!” Chodnik hatte vergessen, wie nahe die beiden Dörfer aneinander lagen. Das Bahnhofshaus von Mittlandsdorf schien renoviert zu werden. Das halbe Dach fehlte, und weite Teile der Mauer waren durch Planen verdeckt. Damals hatte er ihm schon ansehen können, dass es die ein oder andere Reparatur brauchte, doch war es im Grunde noch in gutem Zustand gewesen. Ein ungutes Gefühl breitete sich in Chodniks Magen aus. Er würde es vorziehen, nicht zu kommen, doch die Umstände ließen ihm keine andere Wahl. Warum musste es auch nur so verlaufen sein?

      „Nächter Halt: Niederwald! Bedarfshalt - zum Aussteigen, bitte Haltewunschtaste drücken!” Einer der Passagiere stand ruckartig auf, setzte sich jedoch wieder nach einigen unverständlichen Worten seines Gegenübers. Früher war Lilienfeld auch ein Bedarfshalt gewesen. Es war seinem Vater zu verdanken, dass der Regionalzug nun jedes Mal dort stehenbleiben musste, auch wenn niemand aus- oder einsteigen wollte.

      Der Bahnhof, und der kleine Wald zur Rechten des Zuges wurden ohne Halt passiert, und kurz darauf kam die nächste Durchsage. „Nächster Halt: Untersee!” Als Chodnik zehn Jahre alt war, wurde der Bahnhof zu „Unter-/Obersee” umbenannt, um auch als offizieller Bahnhof von Obersee, am nördlichen Ende des Gewässers, zu dienen. Nach einem Streit der Dörfer nur sieben Jahre später wurde der Obersee-Teil des Bahnhofes wieder gestrichen. Es war Chodnik egal, welcher Name am Bahnhofshaus geschrieben stand - so oder so kam man durch ihn immer zu beiden Dörfern.

      Von der Perspektive des Bahndammes aus gesehen, schien Obersee tatsächlich höher als Untersee gelegen zu sein, obwohl dies - abgesehen von kaum merkbaren Höhenunterschieden - nicht wirklich der Fall war. Das Wasser war so blau wie der wolkenlose Himmel, der über ihm lag. Chodnik erinnerte sich noch, wie seine Familie früher im Sommer immer hierher gekommen war, um im klaren Wasser zu baden. Vielleicht hatte Rynek die Tradition beibehalten, doch was konnte Chodnik schon darüber sagen? Wenn es nach seinen Verwandten ginge, wäre er von allen Familienangelegenheiten ausgeschlossen. Was das wohl über seine Einladung aussagte?

      „Nächster Halt: Kastenstein!” Es schien also noch eine Namensänderung gegeben zu haben. Als Chodnik das letzte Mal an diesem Bahnhof vorbei kam, wurde er noch als „Altkastenstein” angekündigt. Bei der Einfahrt offenbarte sich ihm jedoch der Grund: Die beiden Dörfer Alt- und Neukastenstein waren zusammengewachsen. Zu beiden Seiten des Bahndammes waren weitere Siedlungsgebiete entstanden, und der Weg zur Burg hinauf war kaum noch als der Pfad zu erkennen, den er früher mit Rynek und seinem Vater beschritten hatte.

      Das Gefühl in seinem Magen wurde stärker, als sie auch Kastenstein hinter sich ließen. Zwei Stationen noch. Das war weniger, als er brauchte. „Nächster Halt: Mondblumental! Bedarfshalt - zum Aussteigen, bitte Haltewunschtaste drücken!” Die beiden anderen Passagiere standen auf, und brachten ihr Gepäck zur vorderen Tür. Zumindest blieben sie noch einmal davor stehen!

      Das Mondblumental war eingentlich nur eine Mulde im Bild des Blumentales. Eine Mulde, gefüllt mit hellblauen Blüten! Das Dorf an sich war recht klein, Chodnik hatte es mit seiner Familie vielleicht einmal besucht. Abgesehen von den Mondblumenfeldern hatte es aber auch nicht viel zu bieten. Die beiden Passagiere, die nun in die Bahnhofshalle, sofern diese jenen Namen verdiente, gingen, besuchten vermutlich ihre Verwandten. Sie waren eindeutig nicht von hier. Wie sehr ihn das an seine eigene Situation erinnerte ...

      Langsam setzte sich der Zug wieder in Bewegung. Das Gefühl in Chodniks Magen breitete sich in seinem ganzen Körper aus. Die wohlbekannten Wiesen mit den weißen Blüten traten ins Blickfeld des Fensters. Die ersten Häuser erschienen in der Ferne. Er wusste, er müsste sich nicht beeilen, damit der Zug halten würde, doch lange würde er nicht bleiben. Und auch nur eine verpasste Station würde eine Verspätung von Stunden bedeuten. Die Unergelmäßigkeit der Durchsagen machte alles noch schlimmer. In der Stadt waren die auf die Sekunde genau geplant, doch sobald man den Blumentaler Regionalzug betrat, schien es am Schaffner zu liegen, den „richtigen” Moment zu treffen. Schon war der Bahnhof zu sehen - nun, das, was vom Bahnhof existierte: der eine Bahnsteig. Der Grund, weshalb es ursprünglich ein Bedarfshalt gewesen war, weshalb Chodnik vorne eingestiegen war. Wenn Mondblumental auch das kleinere Dorf sein mochte, war Chodniks Heimbahnhof nicht annähernd die Bezeichnung wert. Ein Bahnsteig, zu kurz für auch nur zwei Wagons des Regionalzugs, aus einer Zeit, wo die Pässe noch keine Gleise hatten, und das Tal seine eigene, abgeschiedene Eisenbahnlinie, mit einem Schild, das den Namen der Station und den Fahrplan preisgab. Kein Bahnhofshaus, keine Wartehalle, keine Schalter - wer hier einstieg, durfte seine Fahrkarte im Zug kaufen. Und schließlich, während der Zug einfuhr, ertönten die Worte, die Chodnik am meisten fürchtete.

      „Nächster Halt: Lilienfeld!”

    • Chrontheon hat einen neuen Beitrag "[Toraja] Verschiedenes" geschrieben. 16.04.2021

      Zitat von Nharun im Beitrag #118
      "Das ist doch der Großonkel deiner Tante mütterlicherseits"

      Eine sehr komplizierte Art, "Urgroßonkel mütterlicherseits" zu sagen.

    • Chrontheon hat einen neuen Beitrag "Einhundertneunundfünfzigstes Speedbasteln am 09. April 2021: Zeitmessung" geschrieben. 13.04.2021

      *Lobsbeeren verteil*

      @Nharun: Ah, ein paar alte Klassiker, und die Erklärung, wie magische Uhren zustande kamen. Wie erneuern sich denn die moderneren Uhren in begrenzten Maße? Oder ist das ein Werksgeheimnis?

      @Aguran: Eine gröbere Zeitmessung. Ist Sevrias als "Unglücksbotin" bekannt, weil ihr Kalender reichsspaltende Sekten verursacht hat? So ein Epochenkalender mit den Sprüchen eignet sich gut, um an die Wand eines Heilpraktikanten gehängt zu werden.

      @Elatan: Elben haben aber komische Jahre. Warum haben sie kein Wort für den Jahreszeitenzyklus?




      Zitat von Nharun im Beitrag #8
      @Chrontheon Sehr mysteriös.

      In der Tat.

      Zitat von Elatan im Beitrag #9
      @Chrontheon: In der Tat wieder einmal ein mysteriöser Beitrag. Was wohl passiert, wenn die Zahl 9999999999999999 erreicht wird und es nicht mehr weitergehen kann?

      Ach herrje, jetzt darf ich mir auch einen Kalender ausdenken ...

      Das ist eine unmögliche Zahl. Die höchstmögliche Zahl wäre BBBB5428133B3BBB. Das macht aber keinen Unterschied, denn wenn die Zahl überschritten wird, werden alle Stellen entweder auf 0 oder 1 gesetzt [0000010100000000], der Übertrag geht verloren. Bis es aber dazu kommt, vergehen Jahrtausende. Außerdem wurde das Gerät nicht nur einmal zurückgesetzt.

      Zitat von Aguran im Beitrag #10
      @Chrontheon Tja... ein Text der mehr Fragen stellt als beantwortet, aber gut geschrieben. Und selbst die gestellten Fragen bleiben im Nebel. Da kann ich michnur dem "mysteriös" anschließen. &

      Ja ... da ist mir die Zeit ausgegangen. Das Ende hat dann aber doch gut gepasst.

    • Chrontheon hat einen neuen Beitrag "Einhundertneunundfünfzigstes Speedbasteln am 09. April 2021: Zeitmessung" geschrieben. 09.04.2021

      Dieser Beitrag kann Spuren von Namensplatzhaltern enthalten.

      Das Werksgeheimnis

      „... einundzwanzig, zweiundzwanzig, dreiundzwanzig, vierundzwanzig-” Der Wächter kam wieder heraus. „Eins, zwei, drei, vier, fünf, sechs, sieben, acht, ...” Seit der Chronometer gebrochen war, musste Jasen die Sekunden mündlich zählen. Es war anstrengend, aber so hatte er es auch gemacht, bis er das Gerät in seine Hände bekommen hatte.

      „... siebzehn, achtzehn, neun-” Der Wächter wurde abgelöst, der neue nahm seine Positiion, und der alte verschwand hinter einer Ecke. „Eins, zwei, drei, vier, ...” Jasen hatte sein altes Notizbuch schon die ganze Nacht über mit Zahlen gefüllt, doch sobald die Sonne aufging, würde er sich aus dem Staub machen. Es war ihm zu unsicher hier, und er hatte die Zahlen, die ihm am wichtigsten waren, bereits seit Mitternacht. „... achtundtzwanzig, neunundzwanzig-” Er zögerte. Etwas schien dort unten vor sich zu gehen. „Dreißig, einunddreißig, zweiunddreißig-” Der Wächter war eiligen Schrittes im Werksgebäude verschwunden, und kam nicht mehr heraus. Die Tür stand offen. Das war seine Chance!

      Schnellen Schrittes eilte Jasen den Hang hinab, durchs Gebüsch, über den Asphalt, durch die Tür, mitten in die Dunkelheit. Niemand war zu sehen. Er schlich den Gang entlang, bis er zu einer Tür mit der Beschriftung „Serverraum” kam. „Als ob”, gab er von sich, und betrat den Raum. Kein Summen, keine Lichter, nicht ein elektronisches Element war zu sehen. Nur angestaubte Kästen, möglicherweise nicht einmal aus Metall. Mit einem Finger fuhr er über den Staub, das Muster darunter offenbarend. „Holz.” Was ging hier vor? Es war schon merkwürdig genug, das aus den Rauchfängen der Fabrik kein Rauch aufstieg - an keinem der Tage, an denen er auch nur zufällig vorbeigekommen war -, aber das?

      Stimmen jenseits der Tür ließen Jasen erstarren. Er vermutete, dass es sich um den Werksleiter und den Wächter von vorhin handelte, denn eine der Stimmen tadelte die andere für eine offenstehende Tür. Jasen wagte es kaum, sich zu bewegen, doch drängte ihn ein Gefühl in seiner Magengegend dazu, sich durch die hölzernen Reihen zu bewegen. Als dann die Tür aufging, duckte er sich.

      „Unglaublich! Auf keinen kann man sich hier verlassen!” Die Stimme bewegte sich schleifenden Schrittes durch die Reihen, und Jasen wich still und flink aus, immer im richtigen Moment um eine Ecke biegend. Als die schleifenden Schritte stoppten, hörte er Holz auf Holz reiben, gefolgt von etwas, das sich nach metallischen Zahnrädern anhörte. „Drei Stunden. So weit sind wir gekommen, und dennoch muss ich sie vielleicht wieder zurücksetzen!”

      Erneut drang das Geräusch reibenden Holzes in Jasens Ohren, und die Stimme, zornig vor sich hin murmelnd, verließ den Raum. Als die Tür endlich ins Schloss fiel, atmete Jasen auf. „Was meinte er?”, flüsterte er ins Leere, während er die Reihe betrat, die der Besitzer der Stimme vorhin aufgesucht hatte. Kein Hinweis auf den genauen Ort war aufzufinden, nicht bei dem spärlichen Licht, also öffnete Jasen eine zufällige Lade. Der Anblich, der sich ihm offenbarte, war erstaunlich. Ein überaus komplexes Werk aus Zahnrädern und Spulen, Gewichten und Fäden. Da nach hinten hin kein Ende zu sehen war, öffnete er weitere Laden. „Das ist alles miteinander verbunden! Und es kommt ganz ohne Strom aus. Faszinierend!”

      Jasens Herz blieb stehen, als die Tür ruckartig geöffnet wurde. Mehrere Personen, den Schritten und Stimmen zufolge, betraten den Raum und bewegten sich durch die Reihen, immer näher zu Jasen hin. Die Laden konnte er jetzt nicht mehr schließen, das würden sie hören, und weglaufen könnte auch schwer werden, jetzt, wo der Wächter vermutlch wieder auf seinem Posten stand. Sie blieben in der selben Reihe stehen, in der er regungslos verweilte, das Licht einer Lampe fing ihn sogar für einen Augenblick ein. Wie kann es sein, dass sie mich nicht gesehen haben? Eine Lade wurde geöffnet, und bald war klar, dass es die selbe von vorhin war.

      „Drei fünfzehn. Nun gut, aber synkronisiert sie mit der anderen.” Einer in der Gruppe trat näher heran und arbeitete im Schein der Lampe, während metallisches Klicken zu hören war. In der Ferne rief ihm jemand Zahlen zu, stetig höher zählend, bis der Werkling „fertig” rief. Die Lade wurde geschlossen, und die Delegation bewegte sich wieder aus der Tür hinaus.

      Jasen konnte nicht glauben, dass sie ihn nicht bemerkt hatten. Mit seiner dunklen Kleidung hätte er gut in den Schatten des Raumes verschwinden können, doch war er sich sicher, dass die Lampe sein bleiches Gesicht offenbart haben musste. „Na gut, schaun wir, was hier getan wurde, und dann geht’s raus hier!”

      Die Lade öffnete sich wie von selbst, die anderen waren vermutlich nicht so oft geöffnet worden. Ohne eine Lampe war es recht schwer, etwas zu erkennen, doch schien es sich um das Zeigermodul eines Chronometers des letzten Jahrhunderts zu handeln. Die angezeigte Zahl war 0000000000124370, wobei sich die letzten beiden Ziffern recht schnell, und die beiden davor wengiger schnell veränderten. „Faszinierend!” Er nahm ein kleines Gerät hervor, ließ es dreimal aufblitzen, und steckte es wieder ein, bevor er diese und die anderen Laden schloss. „Nicht genau das, wonach ich gesucht habe, doch etwas!”

      Eilig machte er sich auf den Weg hinaus, wobei der die Tür, durch die er das Werksgebäude betreten hatte, mied. Beinahe hätte er das Licht des Freien erreicht, als er hinter sich eine Stimme hörte. Außer Atem, mit kaltem Schweiß auf der Stirn, stand er da, währed sich die Stimme hinter ihm schnellen Schrittes näherte. Wenn ihm nicht schnell etwas einfiel, konnte sein kurzer Ausflug in einer langen Reise enden. Doch wie sehr er sich auch anstrengte, kein klarer Gedanke wollte seinem Kopf entspringen.

      (Jasen - dem Geheimnis auf der Spur)

    • Chrontheon hat einen neuen Beitrag "Sechstes Spontanspeedbasteln am 10. März 2021: Volkslieder" geschrieben. 17.03.2021

      Zitat von Elatan im Beitrag #12
      Da wäre ich gespannt, wie die Melodie in deinem Kopf klingt! So in etwa klingt die, die ich im Kopf hatte:

      Bis auf die reduplizierten Vokale kommt es schon auf das hin. [Habs mir aber nicht im detailierten Vergleich angeschaut.] Wie hast du denn die schönen Noten gemacht?

    • Chrontheon hat einen neuen Beitrag "Sechstes Spontanspeedbasteln am 10. März 2021: Volkslieder" geschrieben. 16.03.2021

      *Lobsbeeren verteil*

      @Harbut: Das ist grauenhaft! Woher kamen denn die Annahmen, vor denen im Lied gewarnt werden?

      @Chrontheon: Oh, gleich zwei Beiträge! Und der erste hat sogar ein Beispiellied! Jetzt musst du nur noch die Melodie nachliefern!

      @Elatan: Das ist richtig gut geworden, die Wartezeit hat sich ausgezahlt! Ich hatte sogar eine Melodie im Kopf, was bei meinem Beitrag schwerer zu erreichen ist.




      Zitat von Archont im Beitrag #6
      @Chrontheon Besonders vom Klang und der Aussprache fand ich die Lieder schön. Das vokallastige hat mich sehr an Suahili erinnert und die Message hinter den Texten hat das Ganze schön abgerundet. Zu wissen, wie es momentan um die Geschichtswissenschaften steht, war auch interessant, besonders wenn es zu Streitigkeiten bezüglich der Existenz von Volksliedern gibt. Das unterstreicht die Schwierigkeit bei der Erforschung von Kultur aus lang vergangenen Zeiten sehr gut und ist äußerst realistisch. In der Realität fängt es ja teilweise schon bei der Datierung an.

      Naja, so vokallastig ist es nicht. Es sind keine Konsonanten-Cluster enthalten, das kann aber auch an der Wortwahl liegen. So genau gibt es die Sprache noch nicht. Aber danke für die Lobse zur Aussprache! Zum Historischen: In der Welt gibt es acht große Zeitalter [siehe Speedbasteln "Vielvölkerstaaten"], von denen jedes mehrere tausend Jahre umfasst. Zwischen den Historikern und den Heldenliedern liegen also ungefähr 24000 Jahre [wenn ich mich nicht verzählt hab]. Da ist es, wie du schon sagtest, recht schwierig, viel herauszufinden. Der Großteil der modernen Forschung beruht daher auf Aufzeichnungen früherer Zeiten.

      Zitat von Harbut im Beitrag #7
      @Chrontheon Habe es schon im Discord geschrieben, sehr sehr schön die Kreativität mit den Sprachen. Finde es ebenfalls sehr gut, dass die beiden Lieder nicht ohne Kontext darstehen. *Lobsbeere verteil*

      Danke! Ja, den Kontext hab ich gebraucht, weil mir recht schnell die Ideen für die Weiterführung des ersten Liedes ausgegangen sind..

      Zitat von Elatan im Beitrag #8
      @Chrontheon: Innerhalb kürzester Zeit Lieder in selbstgebastelten Sprachen schreiben und dann noch mit Kontext bereichern - nicht schlecht! Kannst du die Texte auch übersetzen?

      Ahm... lieber nicht. Ich weiß von vielleicht zwei Wörtern, was sie bedeuten. Und die gab es schon vor dem Speedbasteln.

    • Chrontheon hat einen neuen Beitrag "Sechstes Spontanspeedbasteln am 10. März 2021: Volkslieder" geschrieben. 10.03.2021

      Die folgenden Beiträge können Spuren von Namensplatzhaltern enthalten.

      Seren Otonagu

      Seren otunagu, tomin na agenari.
      Seren oqane maro, ogu o danime!
      Tan, sana mi do, oko nogame ni de?
      Oqane mari vo sane, oqane mari ni de?

      Nu ûn, onaga sa re valo; natare vaśareso!
      Ono ma tane va śo so no? Oqa ma ni vara se!
      Tu nû, oqane ma rona 'e? Hosa, na imi na de!
      Oqane mari vo sane, ono ma imi na de!

      Tränen treten in die Augen jener, die dieses kurze, doch bedeutsame Lied hören. Es ist, im Gegensatz zu den bisher besprochenen Volksliedern, die eine freudige oder heitere Stimmung hervorrufen, ein Stück der traurigen Seite, was es jedoch nicht bedeutungslos macht. Im Gegenteil: „Serenj Otonagu” kann vielleicht als das kulturell bedeutenste Lied Ostmanidiens sein. Die Geschichte, die es erzählt, von einer letzten Reise, deren Ende ungewiss ist, gibt den Leuten der Region Hoffnung. Hoffnung, dass auch andere unmöglich erscheinende Herausforderungen gemeistert werden können. Eine Hoffnung, die in jedem von uns geweckt werden kann.




      Seien Sie auch das nächste Mal dabei, wenn wir die Schliffmeister bei der Fertigung ihrer Werke begleiten, in: „Eine Reise durch die Kultur Ostmanidiens -- Einblicke in vergehende Traditionen”!




      „Hosa, hosa, ono ma ni!
      Hosa, hosa, nari qona!”

      „Oten mari, oten mari, kolevari ne?
      Oten mari, kolevari, sana mido te!”

      „Qo ono mari do, qo, qo, qo?
      Qo vari tono me? Qo vari, qo?”

      (Ausschnitt aus „Eine Reise durch die Kultur Ostmanidiens -- Einblicke in vergehende Traditionen”, Episode 23)






      Altkaltonische Volkslieder

      Historiker sind sich über ein bestimmes Thema im Besonderen uneinig. Man möge glauben, alle Völker hätten Volkslieder, was die Diskussion beenden sollte. Doch haben wir den Beweis, dass die Südsuniden, so klein und scheinbar unbedeutend ihre Zahl auch sein mag, keine Lieder hatten, die unter die Kategorie „Volkslieder” fallen. Archeologisch belegbar sind nur wenige Stücke, die man als „Nationalhymne” und dergleichen bezeichnen kann.

      Kann man also sagen, dass die Alt-Kaltonen ebenso keine Volkslieder hatten? Nein. Es gibt nämlich aus einer früheren Epoche einen Fund bei den nahegelegenen Meranen eine Sammlung von Liedern, die in diese Kategorie fallen: der „Epos des Waldhelden Toqoni”*, der in 51 überlieferten Liedern und einem verlorenen Stück in musikalischer Form weitergegeben wurde. Da es sich um direkte Nachbarn handelte, gehen einige Historiker davon aus, dass auch die Kaltonen zu frühesten Zeiten Volkslieder gehabt haben mussten. Der Mangel an Funden lässt diese Theorie jedoch unbewiesen.

      Zu welchem Zeitpunkt können wir sicher sein, dass die Kaltonen Volkslieder gesungen haben? Die ältesten Funde gehen auf den Übergang von der Antike auf die Zeitenwende zurück, und sind in den Gebieten Ost-Manidiens und West-Aridiens angesiedelt. Das ist eine lange Zeit, wenn man bedenkt, dass die Meranischen Heldenlieder ihren Ursprung vermutlich vor der Antike hatten.




      Seien Sie auch das nächste Mal dabei, wenn wir die Schliffmeister bei der Fertigung ihrer Werke begleiten, in: „Volkslieder der Alt-Kaltonen -- Mythos oder Wahrheit?”, Teil 2!




      *Die Übersetzung des Namens ist umstritten. Variationen sind „Toqono”, „Tokono” und „Otokono”.

      (Ausschnitt aus dem ersten Teil von „Volkslieder der Alt-Kaltonen”, Episode 47 der Reihe „Mythos oder Wahrheit?”)

Empfänger
Chrontheon
Betreff:


Text:
{[userbook_noactive]}


Userfarben : Administrator, Moderator, Benutzer,
Xobor Forum Software von Xobor
Datenschutz