Die Ordnungszahl war so schnell nicht ermittelbar, nun, es ist ja auch spontan. Da im Chat keiner pünktlich Zeit hat, stelle ich die Themen um 20:00 hier vor. Ich entnehme sie dem Tagesthementhread und lasse aus, was vor kurzem bereits Thema war.
Danach ist dann bis 20:25 Zeit, Veto zu bestimmten Themen einzulegen und Alternativen vorzuschlagen, bzw. Fantasy-Themen SciFi-tauglich zu machen und umgekehrt.
Wenn sich keiner zum würfeln und verkünden meldet, würfle ich im Chat und verkünde das Ergebnis. Da das zwei Doppelposts ergibt, wäre es natürlich nett, wenn das mal jemand macht, der sonst nicht bei der Vorbesprechung dabei ist.
Vom Verkünden an, ist dann 1 Stunde Bastelzeit. Nachreichen ist aber wie immer willkommen.
Edit: Die korrekte Ordnungszahl wurde von Elatan nachgetragen.
1: Strategiespiele 2: Höhlenbewohner 3: Damnatio memoriae (dt. in etwa: 'Verbannung aus der (öffentlichen) Erinnerung') 4: Architektonische Meisterleistungen 5: Kriegstänze 6: Bestattungen 7: Individualität vs. Konformität
(Meeressäuger war gerade beim Speedbasteln Thema, Schrift war gerade beim Wochenthema Thema. Daher wurden die Themen in der Liste der Tagesthemen übersprungen.)
Füße stampften auf den Boden, als die Sonne aufging. Waffen wurden aneinander geschlagen, Arme in die Höhe gestreckt.
Knarzend erklangen Stimmen über das sumpfige Eiland.
Eine Gruppe Marakremmen stakste im Rhythmus ihres knarzenden Singsangs entlang der Wasserlinie der kleinen, kreisrunden Sumpfinsel.
In regelmäßigen Abständen blieben die hölzern Wirkenden Wesen stehen, drehten sich gegen das Wasser, stachen mit ihren Harpunen in das Wasser, stampften mit dem rechten Fuß auf, bevor sie ihre Waffen aneinanderschlugen und unter knarzendem Singsang weiterstaksten.
Nachdem dies dreimal geschah, bildeten sie eine Gasse zum Erdbecken im Mittelpunkt der Insel. Umstanden von drei Mangroveneichen stand dort inmitten blühender Pflanzen und geschmückt mit Girlanden aus Algen ein Kultbild. Ob es einen Fisch oder eine Eichel zeigte, war wegen der Verwitterung in der Dämmerung nicht zu erkennen. Plötzlich sprang ein Marakremme aus einem Busch im Erdbecken hervor und lief unter dem fortgesetzten knarzenden Singsang zum Wasser und stieß eine Art Speer mit einer Art Wasserschaufel statt Spitze ins Meer. Wie eine Trophäe trug er ihn dann zum Erdbecken und schüttete den Inhalt über das Kultbild, um sich wieder unauffällig aus der Szene zu entfernen.
Nun steigerte sich der knarzende Singsang immer mehr, um sich schließlich in einzelne martialische Rufe aufzulösen. Die Marakremmen liefen hüpfend zum Rand der Insel, so dass sie regelmäßig am Ufer verteilt standen, als ob sie die Insel wie eine Festung verteidigen wollten. Sie stießen ihre Harpunen ins Wasser, stampften wieder mit den Füßen auf und ergriffen dann Wurfpfeile mit Widerhaken aus ihren Köchern und schleuderten sie weit ins Meer. Zum Abschluss erklang ein wohltönendes, mehrstimmiges Knarzen, unter dem sich die Marakremmen nochmals um das Erdbecken versammelten, bevor sie die Insel wieder verließen.
Und so würden sie auch für das nächste Jahr im Kampf gegen die Elemente, die um ihre Heimat stritten, zu bestehen versuchen.
[Die Szene wurde nicht in die bekannte Sammelkartenserie zu Kultbildern aufgenommen, da der verwitterte Stein im Erdbecken am ehesten einem Phallus gleicht.]
Eines der bedeutendsten Feste der Elben ist jenes, zum Gedenken an die Nanaurdh Nisrevetan, die „Schlacht des Auseinanderreißens“, wie man sie übersetzt nennen könnte. Das Fest findet nicht jedes Jahr statt, sondern lediglich dann, wenn der dritte Tag der ersten Woche des siebten Monats ein Vollmond ist, so wie es an jenem Tag vor fast dreitausend Jahren war, als die Heere der Elben und Menschen Arens gegen die der Magierpriester Kishatus von Hochkönig Vallonion ins Feld geführt wurden. In jener Schlacht rissen die Kontinente auseinander und Vallonion, der die Elben bereits in der Rebellion gegen die Merohim angeführt hatte, verschwand, als der Drache Gilittun sich auf ihn stürzte.
An jenem Tag also feiern die Elben zwar den Sieg über die Kishatunesen, aber sie trauern auch, weil sie ihren Hochkönig verloren, wenngleich sie sagen, dass die Sentarim selbst auf sein Bitten hin in die Schlacht eingriffen, die Kontinente trennten und ihn zu sich holten, statt ihn im Drachenfeuer verbrennen zu lassen.
Wenn nun die Sonne unterzugehen beginnt, kommen die Elben zusammen und Tänzer zeigen ihr lange einstudiertes Können begleitet von den Stimmen ihrer Sänger, bei dem sie die Nanaurdh Nisrevetan in gewisser Weise nachspielen; doch ist dieser Tanz so sehr stilisiert, dass er kaum noch einer Schlacht ähnelt. Auch auf Schwertrequisiten oder besondere Kostüme (es gibt auch niemanden, der sich als Drache verkleidet; tatsächlich tritt hier eine Tänzerin in einem wundervollen Kleid auf) wird vollkommen verzichtet, sodass jemand, der die elbische Sprache nicht versteht und nichts über die Hintergründe des Tanzes weiß, nicht auf die Idee käme, es handele sich hier um einen Kriegstanz.
@Elatan : Trotz deiner beschränkten Zeit ist das eine schöne Bastelei geworden, die uns endlich Hinweise darauf gibt, wie ein elfischer Kriegstanz aussehen könnte. Und ich hatte Glück, nicht auch für Elfen zu basteln, was mein erster Impuls war. Bei Elfen, "die ihr lange einstudiertes Können" zeigen, stellt sich die Frage, ob es immer derselbe Tanz ist oder ob er immer neu erdacht oder gar improvisiert wird?
Schüsse schallen in der Luft, Verbrannte Haut markiert den Duft. Soldaten schreiten mutig voran, Ohne zu wissen dass es der letzte Schritt sein kann. So werden Uniformen losgerissen, Wie wild auf dem roten Feld getanzt. Alkohol der fließt in Strömen, Ehe Panzer, Waffen und Schreie ertönen. Kann das alles wirklich sein? Bildet sich das unser Kopf nur ein? Die Männer tanzen mit Wunden und Leid, Ja, der Tanz im Krieg ist Wirklichkeit.
Das ist ein kleines Gedicht von 1998 aus Neu-Ventura. Es wird im Meeresraum bis heute gerne gelesen und gilt als eines der wichtigsten Dokumente von dieser leidvollen Zeit. Der Autor des Gedichts ist leider unbekannt, doch man glaubt dass es der im Forum bereits erwähnte "Unbekannte Soldat" geschrieben hat. (Natürlich wurde es übersetzt). Dachte mir das passt ganz gut zum Thema Kriegstänze dazu☺️
@Riothamus: Der Kampf gegen die Elemente in Form eines Tanzes gefällt mir gut, eine schöne Idee! @M.Huber: Ein Gedicht am frühen Morgen zur Nachreichung, sehr fein! Mir gefällt diese Verknüpfung mit dem unbekannten Soldaten und die Übersetzung ist dir gelungen.
Zitat von Riothamus im Beitrag #7Bei Elfen, "die ihr lange einstudiertes Können" zeigen, stellt sich die Frage, ob es immer derselbe Tanz ist oder ob er immer neu erdacht oder gar improvisiert wird?
Im Prinzip ist es immer der selbe Tanz (wobei er sich durchaus von Region zu Region unterscheiden kann), doch neue Generationen von Tänzern und Sängern ändern auch gerne mal Kleinigkeiten oder fügen etwas hinzu. Ich habe zwar geschrieben, dass keine Kostüme getragen werden, aber natürlich tragen die Tänzer trotzdem irgendetwas und die Kleider sind auch fast immer andere.
@M.Huber : Gleich ein Gedicht als Einstieg! Und dann noch mit einer gut passenden Interpretation. Zudem ist es in schon Geschriebenes eingebunden und weiß gut zu gefallen.
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