Am Donnerstag den 14.12.2023 Ab ca 19:45 Uhr Vorbesprechung im Discord Cannel Um 20:15 Uhr wir das Thema verkündet. Dann 1 Stunde lang basteln was das Zeug hält, denn danach ist Schluss für dieses Jahr.
In Cormas gibt es keine Sklaven. Gab es noch nie und wird es auch nie geben. Jemanden als Sklaven zu bezeichnen gilt als unschick und es ist ein Unwort das man nicht hören will...
...wohl weil es leider in vielen Bereichen zu sehr der Wahrheit entspricht.
Das Cormische Recht sieht zwei Methoden vor, wie jemand zu einem "Sklaven auf Zeit" werden kann, aber in beiden Fällen sind es natürlich offiziell keine Sklaven und diesen Begriff möchte man nicht hören, damit man sich auf einer ethisch höheren Ebene wähnen kann als manch andere Kultur die tatsächlich Sklaverei betreibt.
Die erste Methode ist im Strafrecht verankert und sieht es vor, Sträflinge zur Zwangsarbeit in Kolonien zu bringen. Auf diese Weise würde „das Gemeinwesen zwei Männer dazugewinnen, statt einen zu verlieren“. Offiziell heißen diese Leute Stärflingsarbeiter, aber wie auch Sklaven werden sie vom Staat aus den Gefängnissen heraus an Investoren verkauft, die kräftige Hände für die Arbeit in den Kolonien benötigen. So sind die meisten Eisenbahnstränge, fast alle Straßen und viele andere Sachen im kalten Norden von Zwangsarbeitern unter schlimmsten Bedingungen errichtet. Das Schlimme daran ist: ob sie ihre Schuld abgearbeitet haben entscheidet nicht der Staat, sondern der Besitzer. Der Staat gibt nur eine Mindestzeit und eine Höchstzeit vor die jemand für sein Vergehen arbeiten muss, aber nach dem Verkauf kümmert er sich nicht mehr wirklich darum. So ist es normal dass solche Leute die Maximalzeit arbeiten und so lange als rechtloser Besitz einer anderen Person gelten bis sie sich entweder frei oder tot gearbeitet haben. Aber natürlich sind das keine Sklaven, es sind Sträflingsarbeiter die für ihre Vergehen Arbeit verrichten.
Die zweite Methode ist im Zivilrecht verankert und sieht vor, dass man sich selbst oder, wie in sehr vielen Fällen, eine Person für die man ein Vormund ist (wie z.B. die eigenen Kinder) in die Leibeigenschaft auf Zeit verkauft. Viele arme Leute verkaufen zwei, drei ihrer Kinder auf diese Weise um an Geld zu kommen, weniger Münder zu füttern zu haben und in der Hoffnung dass sie in den Jahren der Leibeigenschaft etwas ordentliches lernen um danach für sich selbst sorgen zu können. Diese Form der Sklaverei (die natürlich keine Sklaverei ist), ist so häufig in Cormas, dass etwa 5% der Bevölkerung auf diese Weise unfrei ist. Im Normalfall läuft so ein Vertrag 5 oder 10 Jahre und der Vormund erhält zu Beginn eine vereinbarte Geldsumme. Wenn man sich selbst verkauft muss man als Günstling eine andere Person angeben, denn selbst darf man als Unfreier kein Geld besitzen. Das führt leider oft dazu dass Leute um Geld betrogen werden und dann auch noch jahrelang als Sklaven arbeiten müssen.
Aber natürlich sind das keine Sklaven und natürlich darf man solche Leute nicht als Sklaven bezeichnen. Sklaverei ist nur etwas, das andere, primitivere Kulturen machen und Sklaven sind arme, bemitleidenswerte Opfer, nicht Sträflinge die für das Gemeinwohl arbeiten oder Kinder, die etwas ordentliches lernen.
Dendemar im Norden Ilranuhs ist ein Land, welches auch deswegen seine Unabhängigkeit gegenüber dem mächtigen Kiššatu so erfolgreich behaupten kann, weil es sehr darauf achtet, sich mit dem Magierreich gut zu stellen. Dies ist zum einen natürlich auf der höchsten Ebene zu erkennen, wenn der dendemarische König kiššatunesische Gesandte mit besonderer Gastfreundlichkeit und höchsten Ehren empfängt (wobei manch ein König jedoch auch neben all der Freundlichkeit dennoch deutlich machte, dass diese Höflichkeit nicht mit Freundschaft verwechselt werden sollte). Besonders ist dies auch im Umgang der Bevölkerung mit Menschen aus Kiššatu zu erkennen und welche Regelungen es in diesem Zusammenhang gibt.
Die Dendemarer sind den Kiššatunesen keineswegs freundlich gesinnt, denn sie blicken mit Verachtung auf jenes Volk, das einen Nachbarn nach dem anderen unterwirft und dessen Mitglieder sich für überlegen und von den Göttern erwählt fühlen. Im Königshaus und dem Adel allgemein denkt man nicht anders, weiß es jedoch besser zu verbergen. Im einfachen Volk hingegen lässt man seinen Unmut gerne frei heraus und so kam es tatsächlich schon des öfteren zu übergriffen auf kiššatunesische Reisende und noch häufiger Beschimpfungen. Interessant ist hierbei, dass es vor wenigen Jahrhunderten ein Wort gab, mit dem die Dendemarer die Kiššatunesen bezeichneten, das von diesen (völlig zurecht) als Beleidigung aufgefasst wurde. Der damalige König von Dendemar beschloss schließlich, dass der Gebrauch jenes Wortes verboten werden sollte, um das Magierreich nicht auf solche Weise zu provozieren. Tatsächlich soll er von einem kiššatunesischen Gesandten geradezu hierzu gedrängt worden sein und es scheint kaum glaubwürdig, dass dieses Verbot wirklich mehr oder weniger erfolgreich war und die Bevölkerung bald schon aufhörte, das Wort zu benutzen, was, wie man sagt, weniger an den Strafen hierfür lag, sondern daran, dass es sich selbst über dieses Verbot lustig machte und sich einen Spaß daraus machte, die Verwendung des Wortes geschickt zu umschiffen.
Heute weiß tatsächlich niemand mehr, wie dieses Wort überhaupt lautete, da es selbst im entsprechenden Edikt aus jener Zeit nicht genannt wurde. Damals wusste jeder, welches Wort gemeint war, doch dieses Wissen ging inzwischen verloren und so ist es durchaus möglich, dass es auch wieder verwendet wird, ohne dass die Verwender hiervon wissen.
@DrZalmat: Oooh, das Konzept gefällt mir, weil es einfach so realistisch ist; "Wir nennen das Problem einfach anders und damit ist es aus der Welt geschafft. "
Zitat von DrZalmat im Beitrag #3. Auf diese Weise würde „das Gemeinwesen zwei Männer dazugewinnen, statt einen zu verlieren“.
Ist das so gemeint, dass der Verurteilte so, statt hingerichtet zu werden, so hart arbeitet, dass es für zwei reicht? Was sind denn die geringsten Verbrechen, für die man in diese Situation kommen könnte?
Zitat von DrZalmat im Beitrag #6Ein Unwort das nicht mehr bekannt ist, ist ein interessantes Konzept. Gibt es Ideen was es für ein Wort gewesen sein könnte?
Vermutlich eine Verballhornung der Bezeichnung für Kiššatunesen im Dendemarischen, bei der eine sprachliche Ähnlichkeit zu einem Schimpfwort o.ä. hergestellt wird, aber genaueres kann ich dazu auch nicht sagen.
Zitat von Elatan im Beitrag #7Ist das so gemeint, dass der Verurteilte so, statt hingerichtet zu werden, so hart arbeitet, dass es für zwei reicht? Was sind denn die geringsten Verbrechen, für die man in diese Situation kommen könnte?
Das ist eine Auslegung des Ganzen und eine die gerne als Begründung verwendet wird sie zu Tode zu arbeiten. Eigentlich ist es so gemeint dass eine "unwürdige" Person durch eine "würdige" ersetzt wird, also eine für die Bevölkerung negative Person verschwindet und eine für die Bevölkerung positive Person dazu kommt, was rechnerisch zwei Personen aus macht.
Die geringsten Verbrechen sind Diebstahl, Betrug und ähnliches. Aber z.B. nicht Mundraub und kleinere Diebstähle. Letztlich fällt alles da rein was schwer genug ist um jemanden für eine Weile ins Gefängnis zu stecken aber nicht schwer genug dass es gefährlich sein kann die Person nicht weg zu sperren (wie Mord usw.). Solche Leute werden entweder weggesperrt oder der Todesstrafe zugeführt
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